Kolumnen

GNP1-Matchmaker: Ben Henderson vs. Dana White

Bleibt Ben Henderson in der UFC? (Foto: Florian Sädler)

Auf dem Papier sah das UFC-Debüt in Südkorea nach Absagen von Stars wie Mirko Cro Cop und Thiago Alves nach unspektakulärer Standardkost aus. Am Kampfabend allerdings überzeugte der Großteil der Kämpfe, u.a. die Hauptattraktion mit Ben Henderson und Jorge Masvidal in einem Weltergewichtsduell. Und obwohl Henderson am Samstag einen hart erkämpften Sieg einfahren konnte, wird sein nächster Kampf wohl im UFC-Hauptquartier in einem Konferenzsaal stattfinden.   

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends.

Ben Henderson

Ben Hendersons geteilter Punktsieg gegen Jorge Masvidal war kein imposantes Statement, aber ein hart erkämpfter Sieg in einem hochwertigen Kampf auf dem Weltklasseniveau, das man vom Ex-Champion gewohnt ist. Mit dem Sieg ist Henderson in zwei Kämpfe nach seinem Wechsel ins Weltergewicht ungeschlagen, in denen er von soliden Gegnern getestet wurde.

Das lässt Henderson eine Menge interessanter Optionen offen, denen allerdings ein finanzielles Hindernis im Weg steht. Der Kampf gegen Masvidal war der letzte auf Hendersons aktuellem Vertrag. Sein nächster Kampf könnte also ebenso gut im Octagon wie im Bellator-Käfig stattfinden, wenn die UFC nicht mit den Angeboten der Konkurrenz gleichzieht, die Henderson in den nächsten Wochen einholen will.

Gleichzeitig hat „Smooth“ bereits angedeutet, seine Karriere im Optimalfall in der UFC beenden zu wollen und als bekanntes Gesicht mit Wiedererkennungswert hat auch die Liga selbst ein Interesse daran, den 32-Jährigen zu behalten, anstatt den Kader der Konkurrenz zu stärken. Wahrscheinlicher als ein Abgang Hendersons ist also ein neu verhandelter Vertrag und ein Kampf gegen jemanden, der im Weltergewicht dort steht, wo „Smooth“ sich jahrelang im Leichtgewicht aufgehalten hat.  
Nächster Gegner: Matt Brown

Doo Ho Choi

Der „Korean Superboy“ Doo Ho Choi mag aussehen wie ein 14-jähriger Groupie, kann aber zulangen wie wenige andere Federgewichte. Das wurde am Samstag in Seoul wieder einmal überdeutlich, als der 24-Jährige einen taffen Sam Sicilia in knapp eineinhalb Minuten auf die Bretter schickte und ihm damit die erste K.o.-Niederlage seiner Karriere zufügte.

Der Knockout gegen den zähen Veteranen war Chois zweiter K.o. in ebenso vielen UFC-Kämpfen – für den ersten hat er gar nur 18 Sekunden gebraucht, das war allerdings im November 2014. Angesichts des schlechten Langzeitgedächtnisses der MMA-Welt heißt es für Choi nun, aktiv zu bleiben, denn auf einen Auftritt wie den vom Samstag lässt sich aufbauen. Eine, wenn auch sehr kurzfristige Chance dazu könnte nächste Woche in Las Vegas auf ihn warten.

Mirsad Bektic musste seinen Kampf gegen den Veteranen Tatsuya Kawajiri am 11. Dezember beim Finale der 22. TUF-Staffel verletzt absagen. Der Japaner, der seinerseits auf seinen Sieg gegen Dennis Siver in Berlin aufbauen will, braucht nun also einen neuen Gegner. Choi hat selbst bereits Interesse an diesem Kampf bekundet und Sinn macht das Duell für ihn auch, denn damit könnte sich der „Korean Superboy“ gegen den „Crusher“ gleich den ersten bekannten Namen für sein Resümee sichern.
Nächster Gegner: Tatsuya Kawajiri

Dominique Steele

„Non-Stop Action-Packed“ Dominique Steele wurde sein Visum für Südkorea als Kanonenfutter für einen Lokalmatadoren ausgestellt, anders lässt sich die ursprüngliche Ansetzung gegen K.o.-Spezialist Hyun Gyu Lim kaum erklären. Nachdem Lim jedoch verletzt ausfiel, sprang kurzfristig Dong Hyun Kim ein. Nein, nicht der Dong Hyun Kim, der seit 2008 in der UFC ist und dort u.a. Matt Brown und Nate Diaz geschlagen hat, sondern ein Newcomer gleichen Namens.

Anstatt von einer etablierten K.o.-Maschine zerlegt zu werden, zeigte Steele gegen den Ersatzmann eine äußerst starke Leistung und setzte mit einem krachenden Slam-Knockout noch ein Ausrufezeichen an den Kampf.

Nach einer Niederlage in seinem Octagon-Debüt im Juli wird dieser Sieg Steele keinen besonders großen Sprung in den Ranglisten einbringen, ein spektakulärer K.o. und 50.000 Dollar für die „Performance of the Night“ können aber nie schaden – zumindest kennen jetzt weitaus mehr Fans seinen Namen als noch am Freitag. Als nächstes würde sich der Sieger des Kampfes zwischen Santiago Ponzinibbio und Andreas Stahl anbieten, die nächste Woche in Las Vegas aufeinandertreffen werden.
Nächster Gegner: Santiago Ponzinnibio oder Andreas Stahl