Kolumnen

GNP1-Prognosen für UFC 193

Herzlich Willkommen zur neuesten Ausgabe unserer hauseigenen Expertentipprunde. Dieses Mal werden wir für UFC 193 einen Blick in unsere Kristallkugeln werfen und unsere Einschätzungen zu fünf Hauptkämpfen sowie zum Auftritt von Peter Sobotta abgeben.

Für die Veranstaltung am heutigen Samstag geben Alexander Petzel-Gligorea, Florian Sädler, Dorian Szücs, Elias Stefanescu und Kai Ruhle ihre Prognosen ab:

 

Ronda Rousey vs. Holly Holm

Alexander: Langsam wird es langweilig. Jetzt bekommt Rousey aus Mangel an neuen Gegnerinnen mit Holm jemanden vorgesetzt, der sich nicht einmal gegen eine Top-5-Kämpferin beweisen musste, sondern mit zwei Punktsiegen in der UFC da steht. Und ja, Holm ist eine einstige Boxweltmeisterin, aber im Octagon konnte sie mit ihren Fäusten bisher noch nicht überzeugen, setzte eher auf ihre Kicks. Ich sehe daher recht wenig Chancen für Holm, die ich auch athletisch nicht auf dem Niveau Rouseys sehe. Zwar wird es dieses Mal in die zweite Runde gehen, da Holm den Kampf verlangsamen kann, aber dann tippe ich erneut auf einen Armhebel, auch wenn ich mir hier eine Überraschung wünsche. Ronda Rousey via Armbar in Runde 2

Florian: Holly Holm ist eine interessantere Herausforderung für Rousey als die meisten ihrer letzten Gegnerinnen, einen Unterschied wird es aber wohl kaum machen. Holm mag die mit weitem Abstand dekorierteste Standkämpferin der UFC sein, hat in ihrer Box-Karriere aber hauptsächlich in ihrem Heimatstaat gekämpft und das auch nicht immer gegen die hochwertigsten Kontrahentinnen.
Relevanter für dieses Wochenende allerdings sind ohnehin Holms bisherige Leistungen in der UFC, und trotz zweier Punktsiege in ebenso vielen Kämpfen, lassen die mit Blick auf Rousey zu wünschen übrig. Die dominante Championesse mag im Stand noch ihre Lücken haben, in Bezug auf den MMA-Sport als Ganzes aber hat Holm in jüngerer Vergangenheit schlicht zu wenig gezeigt, das auf einen Überraschungs-Sieg gegen Rousey hoffen lassen würde. Ronda Rousey via Armbar in Runde 1

Dorian: Ich bin mir sicher, dass Holly Holm die dominante Championess im Stand vor Probleme stellen kann. Auch wenn sie in der UFC noch keine atemberaubende Leistung gezeigt hat und der Titelkampf meiner Meinung nach nicht gerechtfertigt ist, ist sie im Stand hocherfahren und bringt auch eine gewisse Knockout-Power mit. Ronda Rousey kann jedoch gut was einstecken und braucht im Normalfall nur wenige Sekunden, um ihre Gegnerinnen auf die Matte zu schmeißen. Holm müsste 25 Minuten lang die Distanz halten und Rousey auspunkten. Ich kann mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, dass das gelingt. Rousey wird eher früher als später die Distanz durchbrechen und die frühere Boxweltmeisterin am Boden in kürzester Zeit stoppen. Ronda Rousey via T.K.o. in Runde 1

Elias: Ronda Rousey und Dana White sprechen davon, dass Holly Holm die größte Herausforderung sein wird, die die amtierende Championesse im Bantamgewicht jemals vor die Fäuste bekommen hat. Das glaube ich nicht. Wer Holms MMA-Kämpfe kennt weißt, dass sie eindimensional agiert. Sie mischt ihr Boxen mit schnellen Kicks, bleibt dabei recht aktiv und macht Druck. Richtige Durchschlagskraft gegen gute Gegner hatte sie allerdings in ihren UFC-Auftritten nicht. Zweimal ging sie über die Zeit. Rousey muss sich somit keinesfalls fürchten. Auf dem Boden hat man noch nichts gesehen von Holm und genau dort könnte sie gegen Rousey gefordert sein. Niemand versteht es so gut, Gegner auf die Matte zu befördern und ihnen dort in Sekundenschnelle den Garaus zu machen wie "Rowdy". Ich sehe nur die "Punchers Chance" für Holm, halte es allerdings für durchaus möglich, dass Rousey sie in ihrer eigenen Diszipling, dem Boxen, vorführen will - so wie sie es zuletzt mit Strikerin Bethe Correia tat. Aber wer weiß, evtl. hat das Team Winkeljohn-Jackson den berühmtberüchtigten geheimen Gameplan? Ronda Rousey via Armbar in Runde 1

Kai: Ich bin gespannt, ob sich Rousey gegen eine Boxerin durchsetzen kann. Ich rechne damit, dass sie etwas vorsichtiger als bisher agieren wird. Sie wird abwarten, um ihre Schnelligkeit auszuspielen, damit der Takedown klappt und sie ihren berühmten Armhebel ansetzen kann. Allerdings wird der Kampf definitiv nicht über die vollen fünf Runden gehen. Ronda Rousey via Submission in Runde 2

Joanna Jedrzejczyk vs. Valerie Letourneau

Alexander: Ich freue mich auf jeden Kampf von Joanna Jedrzejczyk, aber diese Ansetzung hier gefällt mir nicht. Letourneau hat genau wie auch Holm noch nicht unter Beweis gestellt, dass sie in die Spitze gehört. Egal, sei's drum, bekommt Jedrzejczyk eben hier die Möglichkeit, vor großer Kulisse ihr Können zu zeigen, nachdem UFC Berlin ja eher ohne große Öffentlichkeit von statten ging. Ich plane einen Sieg gegen Letourneau fest ein. Ich bezweifle, dass die Kanadierin im Stand großartig mithalten kann und Takedowns gegen Jedrzejczyk zu landen ist nahezu unmöglich. Zudem ist Letourneau anfällig für Platzwunden, was bei der hohen Schlagzahl der Polin zu einer blutigen Angelegenheit werden und damit zu einem schnellen Ende führen könnte. Joanna Jedrzejczyk via T.K.o. in Runde 2

Florian: Auch hier steht der Championesse stilistisch eine interessantere Herausforderung gegenüber als in ihrem letzten Kampf, aber auch hier wird das Resultat am Ende wohl das gleiche sein. Valerie Letourneau wird unterschätzt, weil sie kaum jemand kennt und hat das Potential, einen besseren Kampf hinzulegen, als ihr zugetraut wird. Reichen wird es am Ende trotzdem nicht, weil Jedrzejczyk auf den Beinen trotzdem gefährlicher und weiter entwickelt ist als die Franko-Kanadierin und dank sehr solider Takedownverteidigung diktieren wird, ob der Kampf auf den Beinen ausgetragen wird oder nicht. Früher oder später dürfte Letourneau unter dem Druck einbrechen. Joanna Jedrzejczyk via T.K.o. in Runde 3

Dorian: Auch der zweite Titelkampf wird eine einseitige Geschichte. Joanna Jedrzejczyk ist Valerie Letourneau im Stand um Welten überlegen. Letourneau ist eher eine Standkämpferin und hat in ihren Kämpfen bislang nicht mit starken Takedowns überzeugen können. Perfekt für Jedrzejczyk, die den Kampf dank ihrer exzellenten Takedown-Abwehr mit Sicherheit im Stand halten können wird. Und selbst wenn es mal zu Boden gehen sollte, wird die Polin zügig wieder auf den Beinen stehen. Letourneau ist im Stand zäh, ihre Defensive ist aber ausbaufähig. Ich gehe davon aus, dass Jedrzejczyk hier relativ leichtes Spiel haben wird. Die Frage ist nur, wie lange Letourneau die Schläge aushalten und der Ringrichter sich das Ganze anschauen wird. Joanna Jedrzejczyk via T.K.o. in Runde 4

Elias: Jedrzejczyk ist ein kleines Energiebündel. Außerhalb des Octagons einer der nettesten Menschen, im Cage jedoch ist ihre Zerstörungswut unbändig. Sie versteht es wie keine Zweite, Aggressivität, Geschwindigkeit, Distanz und Technik zu verbinden. Gepaart mit ihrer Takedown-Defense ist sie nahezu unschlagbar. Auch Letourneau gilt als erfahren im Stand, hat jedoch ein deutlich geringereres Tempo als die Polin und wirkt teilweise steif in ihren Angriffen. An einen Takedown gegen "Asia" glaube ich nicht, ebensowenig hat Letourneau die gleiche Schlaghärte wie Jedrzejczyk, was in diesem Kampf deutlich gegen die Kanadierin spricht. Sie kann allerdings eine Menge einstecken und ist für ein großes Kämpferherz bekannt. Ob das gut geht? Falls Letourneau ihre Reichweite ausspielen kann und konditionell auf der Höhe ist (bei der Waage sah sie sehr geschwächt aus), könnte es spannender werden als erwartet. Joanna Jedrzejczyk via T.K.o. in Runde 3

Kai: Wenn Joanna ihre Form aus dem Berlin-Kampf konservieren konnte, wird es ein sehr schnelles Ende geben, weil die Polin die härtesten Schläge in ihrer Gewichtsklasse austeilt. Die Kanadierin wird keine große Herausforderung für die Championess. Joanna Jedrzejczyk via T.K.o. in Runde 1

Mark Hunt vs. Antonio Silva

Alexander: Ein Rückkampf, auf den ich mich persönlich wenig freue. Zu sehr fürchte ich um die Gesundheit von Antonio Silva. Seit er seine TRT-Behandlung nicht mehr nutzen darf, ist er nur noch ein Schatten seiner selbst, da kann auch der Sieg über Palelei nicht hinweg täuschen. Der Brasilianer wurde von Frank Mir ausgeknockt, der dafür nicht einmal viel Schwung holen musste und jeder weiß, was für eine Hand Mark Hunt schlagen kann. Zumal der "Super Samoan" optisch deutlich besser in  Form aussieht als in seinen vergangenen Auftritten gegen Miocic und Werdum. Mark Hunt via K.o. in Runde 1

Florian: Ein toller Rückkampf, allerdings mit schlechtem Timing. Hunt hat in seinem letzten Kampf die Prügel seines Lebens kassiert und auch Bigfoot sah zuletzt nicht gut aus. Zwischen den beiden Veteranen wird es wohl hauptsächlich darum gehen, wer mittlerweile mehr einstecken kann. Das dürfte mit einiger Sicherheit Hunt sein, der außerdem die bessere Schlagkraft und wertvolle K-1-Erfahrung mit in den Kampf bringt und so motiviert scheint wie lange nicht. Sofern Bigfoot den Kampf nicht auf den Boden verlagern und dort vielleicht sogar eine Submission holen kann, geht dieser Abend nicht gut aus für den Brasilianer. Mark Hunt via T.K.o. in Runde 1

Dorian: Der erste Kampf zwischen Antonio Silva und Mark Hunt war hervorragend. Seitdem Unentschieden ging es für die beiden Schwergewichte in der UFC aber eher bergab. Silva ist in den letzten Jahren sehr anfällig für Knockouts geworden. Ich denke, dass der Brasilianer hier möglicherweise den Takedown suchen wird. Sollte ihm das gelingen, könnte er Hunt am Boden stoppen. Wahrscheinlicher ist es meiner Meinung nach aber, dass Hunt vorher mit einem Schlag durchkommt und den Riesen zum Sturz bringt. Mark Hunt via K.o. in Runde 1

Elias: Ein Rückkampf auf den ich mich als Kampfsportfans sehr freue. Die beiden Schwergewichte waren im ersten Aufeinandertreffen für den Kampf des Jahres verantwortlich und womöglich sieht man auch im zweiten Versuch ein Feuerwerk? Bei den schweren Jungs kann allerdings alles passieren und ein vorzeitiger Sieg ist immer drin - zudem muss man sich fragen in welcher Körperlichen Verfassung und mit welcher Hirnleistung beide Athleten ins Octagon steigen - schließlich haben sie so manche Schlacht geschlagen. Ich halte Hunt für den beweglicheren und variableren Kämpfer, während Silva die härteren Fäuste besitzt, jedoch ersteinmal treffen muss. Möglicherweise nutzt der Brasilianer auch sein BJJ, um einem möglichen K.o. zu entgehen und testet den Neuseeländer auf der Matte, wo dieser sich meist unwohl fühlt. Mark Hunt via K.o. in Runde 2

Kai: Ich hoffe der Boden ist stabil gebaut, wenn diese beiden Urgewalten erneut aufeinander treffen. Falls der Kampf so wird wie beim ersten Mal, wird die Australier ein wilder Faustkampf erwarten. Sollte der Neuseeländer verlieren, wird er wohl seine Handschuhe an den Nagel hängen. Allerdings glaube ich nicht, dass Hunt so viel einstecken muss wie beim ersten Mal. Eher schlägt er Silva K.o. Mark Hunt nach Punkten

Robert Whittaker vs. Uriah Hall

Alexander: Ah, ein sportlich relevanter Kampf auf diesem Pay-Per-View. Sehr schön und vor allem interessanter als die ursprüngliche Ansetzung mit Michael Bisping. Robert Whitaker ist der bessere Boxer der beiden, der Wechsel zurück ins Mittelgewicht hat dem Australier offensichtlich gut getan, die K.o.-Power scheint zurück. Hall hingegen bietet eins der besten Arsenale der Gewichtsklasse auf, macht sich aber durch Spielereien manchmal seine Kämpfe kaputt. Sollte er hungrig in den Käfig steigen und Ernst machen, werden wir hier ein starkes Duell im Stand sehen. Ansonsten wird ihm Whitaker den Schneid abkaufen. Zwar geht der Australier als leichter Außenseiter in die Begegnung, ich tippe trotzdem auf ihn. Whitaker macht wenig Fehler und die Chance, dass Hall nach dem Sieg über Mousasi einen weiteren Highlight-K.o. landet, halte ich für gering. Die Fans werden ihren Spaß an diesem Duell haben, das am Ende Robert Whitaker nach Punkten gewinnt.

Florian: Für mich die interessanteste Ansetzung des Abends, die beide Kämpfer spektakulär gewinnen können. Genau aus diesem Grund wird es vermutlich letztendlich auf eine langweilige Punktentscheidung hinauslaufen... Hier hängt wohl sehr viel davon ab, welche Version von Uriah Hall auftaucht. Die fokussierte Killermaschine, die Adem Cella ins Nirvana getreten und mit einer Tekken-Kombination den Kampf gegen Gegard Mousasi gedreht hat, oder der Uriah Hall, der unspektakulär von John Howard und Rafael Natal ausgepunktet wurde. In seinen letzten beiden Kämpfen zumindest hat Hall sein zerstörerisches Potential immer mal wieder durchscheinen lassen und Whittakers Hang, sich in wilde Schlachten verwickeln zu lassen, könnte in diesem Fall böse ausgehen für den jungen Australier – oder für Hall. Oder für keinen der beiden. Uriah Hall via K.o. in Runde 1

Dorian: Eine tolle Ansetzung, die einen spannenden Kampf verspricht! Beide bevorzugen den Standkampf und sind in diesem Gebiet brandgefährlich. Whittaker packt gerne mal explosive Konteraktionen aus,  während Uriah Hall schon des Öfteren mit extravaganten Aktionen für Aufsehen sorgte. Da gehen schnell mal die Lichter beim Gegner aus. Sollte die Begegnung über die volle Distanz gehen, wird Whittaker wohl die Nase vorne haben. Ich rechne jedoch mit einem weiteren Highlight-K.o. aus dem Hause Uriah Hall. Uriah Hall via K.o. in Runde 2

Elias: Beide Kämpfer sind beweglich, besitzen eine ordentliche Schlagkraft und sind konditionell stark. Die Begegnung könnte über die Zeit gehen und eine Materialschlacht bedeuten, allerdings - und bei ihm kommt es immer auf die Tagesform an - sollte Hall in Topform sein, kann ich mir einige unorthodoxe Angriffe vorstellen, die Whittaker überraschen werden und womöglich aus der Bahn werfen. Sollte dies nicht geschehen, wird Whittaker das Duell der beiden Striker wahrscheinlich nach Punkten für sich entscheiden. Robert Whitaker nach Punkten

Kai: Ich rechne damit, dass der Kampf komplett im Stehen bestritten wird. Falls der Kampf auf die Matte geht, sehe ich Whittaker vorne. Beide kommen mit viel Schwung in den Kampf. Hall besitzt allerdings den klaren Reichweitenvorteil. Am Ende wird der sicherlich spannende Kampf über die Punkte gehen, wo Hall die Nase vorne haben wird, da er seinen Gegner aufgrund der Reichweite auspunktet. Uriah Hall nach Punkten

Stefan Struve vs. Jared Rosholt

Alexander: Wie bei Silva mache ich mir auch jedes Mal bei Struve Sorgen um seine Gesundheit. Zum Glück für ihn hat er gegen Jared Rosholt dahingehend wenig zu befürchten, denn Rosholt fehlt die Technik, um jemanden sauber auszuknocken. Gut enden wird es für Struve dennoch nicht. Gegen Nogueira konnte er die Takedowns vielleicht noch verteidigen, aber Rosholt ist ein hochdekorierter Ringer und damit ein anderes Kaliber. Ich befürchte, wir werden hier drei langweilige Runden auf der Matte sehen, in denen Rosholt sich wie ein Handtuch über Struve legt. Jared Rosholt nach Punkten

Florian: Der erste Hauptkampf des Abends hat das Potential, die Zuschauer schon gleich zu Beginn zum Buhen zu bringen. Stefan Struve hat einen riesigen Größen- und Reichweitenvorteil gegenüber dem bulligen Ringer Rosholt, ist aber auch nach sechs Jahren in der UFC noch bekannt dafür, damit nicht besonders gut umgehen zu können. Gegen jemanden wie Jared Rosholt könnte das dem Holländer eine lange Nacht auf dem Rücken bescheren. Struve sollte immer noch zäh genug sein, um nicht vorzeitig zu verlieren – falls er Rosholt aber nicht von der Anfangsphase an immer wieder gut treffen und dessen Takedowns abwehren kann, dürfte der Amerikaner sich den Sieg holen.
Jared Rosholt nach Punkten

Dorian: Jared Rosholt wird nach vorne marschieren und versuchen, den Kampf auf den Boden zu verlagern. Struve wird seinen Gegner trotz seines großen Reichweitevorteils nicht auf Distanz halten können. Das hat er in seinen Kämpfen nur sehr selten hinbekommen. Beide werden also früher oder später im Clinch und wohl auch am Boden landen. Hier kann Rosholt mit Sicherheit drei Runden lang die Kontrolle bewahren, sofern er die Ausdauer mitbringt. Er muss jedoch wachsam sein, denn Struve packt gerne mal einen Aufgabegriff aus. Ich könnte mir vorstellen, dass er Rosholt beim Takedown mit einem Würgegriff erwischt und zum Abklopfen zwingt. Stefan Struve via Submission in Runde 2

Elias: Struve besitzt eine immense Reichweite, setzt sie jedoch viel zu selten ein. Rosholt hingegen gilt als starker Ringer, der für sein Ground and Pound bekannt ist. Sollte er den Niederländer auf die Matte bringen, gewinnt er die Partie. Sollte der Amerikaner jedoch konditionell schwächen, wird Struve seine Chance nutzen und den vorzeitigen T.K.o. einfahren. Jared Rosholt nach Punkten

Kai: Ich erwarte, dass Rosholt Struve auf den Boden holt und Struve dann vom Boden aus agiert. Sein Bodenkampf wird von vielen unterschätzt. Seine Körpergröße wird ihm hier kein Nachteil sein, weil er es gewohnt ist. Der „Skycraper“ will zeigen, dass sein Punktsieg gegen Nougeira keine Eintagsfliege war, sondern dass er wieder in die Top 10 der UFC-Schwergewichtsrangliste vorstoßen kann. Struve nach Punkten

Peter Sobotta vs. Kyle Noke

Alexander: Ein schöner Kampf für Sobotta, der sich hier den ersten namhaften Skalp in der UFC sichern kann, nachdem seine letzten beiden Gegner ja ihr UFC-Debüt gegen den Balinger feierten. Und die Chancen stehen gut, denn Noke lebt meiner Meinung nach mehr von seinem Namen, denn seinen Leistungen. In seinem letzten Duell hatte ich ihn eigentlich hinten auf den Punktzetteln und zuvor konnte Cote drei Runden lang die Matte mit ihm aufwischen. So etwas sehe ich auch gegen Sobotta kommen. Noke hat zwar die Länge im Stand, aber Sobotta wird den Kampf zügig auf den Boden verlagern und den Australier dort nicht mehr entwischen lassen. Ob es zu einem vorzeitigen Sieg reicht? Ich bezweifle es, aber auch ein Punktsieg in Australien ist aller Ehren wert. Peter Sobotta nach Punkten

Florian: 2010 in Oberhausen standen Sobotta und Noke gemeinsam auf dem Programm, und damals hätte ich dem Australier die besseren Chancen eingeräumt. Seitdem ist aber viel passiert - viel Gutes für Sobotta, nicht besonders viel Gutes für seinen Gegner. Noke hat seit seinem Knockout gegen Charlie Brenneman im September 2012 nicht mehr wirklich überzeugt, Sobotta dagegen hat seit Jahren einen Lauf. Darüber hinaus hat er körperlich zugelegt, ist im Stand besser geworden und muss am Boden ohnehin nichts mehr beweisen. Auch mit einer Armee von Fans im Rücken keine gute Kombination für den Lokalmatadoren. Peter Sobotta nach Punkten

Dorian: Ich gönne Sobotta den Sieg von ganzem Herzen. Er hat sich in den letzten Jahren stark verbessert, während Kyle Noke zuletzt etwas enttäuscht hat. Noke hat seinen Zenit bereits überschritten, trotzdem wird er hier vor heimischem Publikum vor solch einer Kulisse hoch motiviert in den Kampf gehen. Ich denke, dass der Kampf früher oder später auf dem Boden landen wird, wo Sobotta Schläge austeilen wird, bevor er dann das Publikum zum Schweigen bringt. Peter Sobotta via Submission in Runde 1

Elias: Noke ist ein unangenehmer Kämpfer, besonders im Stand. Sobotta hingegen hat sein Striking durch Yasin Mengüllüoglu stark verbessert und kann wahrscheinlich mit dem Australier mithalten. Das Risiko sollte er dennoch nicht wagen und den Kampf auf die Matte befördern und dort sein Expertise ausspielen. Der BJJ-Spezialist müsste Noke erschöpfen und ihn dann durch Submissions gefährlich werden. Ein vorzeitiger Erfolg ist sicher drin, doch auch ein Punktsieg viel wert. Sobotta muss allerdings aufpassen auf dem Boden nicht in Rücklage zu geraten, Noke hat hartes Ground and Pound. Peter Sobotta nach Punkten

Kai: Ich rechne mit einem ausgeglichenen Kampf. Beide wissen, dass sie stark am Boden sind und werden aufgrund dessen den Bodenkampf suchen. Ich denke, dass Sobotta die bessere Takedown-Verteidigung hat und seinen Gegner durch zermürben wird. Peter Sobotta nach Punkten