Kolumnen

GnP-Prognosen für UFC 144

UFC 144

Herzlich Willkommen zur neuesten Ausgabe unserer hauseigenen Expertentipprunde. Dieses Mal werden wir für UFC 144 einen Blick in unsere Kristallkugeln werfen und unsere Einschätzungen zu den sieben Hauptkämpfen abgeben.

Für die Veranstaltung am heutigen Samstag geben GnP-Chefredakteur Jan Großöhmigen sowie die MMA-Redakteure Elias Stefanescu, Dorian Szücs und Martin Thauer ihre Prognosen ab.

Frankie Edgar (14-1-1 MMA, 9-1-1 UFC) vs. Ben Henderson (15-2 MMA, 3-0 UFC)

Jan: Meine Einschätzung hat sich seit unserer GnP-Radio-Sendung nun doch geändert. Benson Henderson hat zwar mit einem Guillotine Choke eine gefährliche Waffe, die für ein vorzeitiges Ende sorgen könnte, doch glaube ich nicht, dass Frankie Edgar sich davon überrumpeln lässt. Gelingt es Edgar, den Clinch gegen den Käfig zu vermeiden und in der Mitte des Octagons mit seinen schnellen Schlagkombinationen und Lowkicks zu punkten, kann er Henderson besiegen. Frankie Edgar nach Punkten

Martin: Edgar hat BJ Penn zwei Mal besiegt und Gray Maynard KO geschlagen und trotzdem kann ich mich wieder nicht durchringen, in diesem Kampf auf ihn zu setzen. Ich denke, dass Henderson mit dem Speed von Edgar wesentlich besser mithalten kann als Penn, und er kämpft cleverer als Maynard. Auch wenn mich Edgar wahrscheinlich wieder Lügen strafen wird, gehe ich deswegen mit Henderson. Benson Henderson nach Punkten

Elias: Ben Henderson überzeugt durch seine scheinbar nie endende Kondition und wird Edgar, wie so ziemlich jeder seiner bisherigen Kontrahten, körperlich überlegen sein. Dies ist für mich der ausschlaggebende Faktor, denn ich sehe Henderson damit aktiver und das Tempo bestimmend nach fünf Runden vorne. Benson Henderson nach Punkten

Dorian: Es tut mir fast schon Leid, in diesem Kampf gegen Edgar zu setzen. In seinen letzten vier Kämpfen hat er Unvorstellbares geleistet und besonders in den beiden Kämpfen gegen Gray Maynard ein unglaublich großes Kämpferherz gezeigt. Allerdings sind es diese beiden Kämpfe gegen Maynard, die mich am Sieg zweifeln lassen. Ben Henderson ist im Stand weitaus höher als Maynard anzusiedeln und ist selbst schnell genug, um sich nicht fünf Runden lang auspunkten lassen. Mich würde es nicht wundern, wenn Henderson den Kampf zu Boden bringt, um mit Ground and Pound den Kampf zu beenden. Die körperlichen Voraussetzungen und ringerischen Fähigkeiten hat er dazu. Ben Henderson via TKO in Runde 2

Quinton Jackson (32-9 MMA, 7-3 UFC) vs. Ryan Bader (13-2 MMA, 6-2 UFC)

Jan: In Japan wird Quinton Jackson extra motiviert sein. Ein motivierter Rampage ist ein extrem gefährlicher Rampage. Ryan Bader hat sich in den letzten Monaten im Stand erheblich verbessert, aber an das Niveau von Rampage reicht er noch nicht heran. Ich denke, dass es ähnlich laufen wird wie im Kampf zwischen Bader und Tito Ortiz: Jackson gelingt ein Niederschlag, nur dass er anschließend keinen Aufgabegriff ansetzt, sondern mit Ground and Pound weitermacht. Quinton Jackson via TKO in Runde 2

Elias: Ich glaube den Gerüchten, dass Rampage in Japan auf die Pauke hauen, sich mit asiatischen Frauen vergnügen und Spaß mit seinen Fans haben will - Dinge, die er laut eigener Aussage seit seiner PRIDE-Zeit vermisst hat. In mehreren Interviews deutete der sympathische Amerikaner diese Handlungen an, mit den Worten: "Es ist mir egal ob ich gewinne, ich will nur in Japan kämpfen." Das sind keine guten Vorzeichen, deshalb glaube ich hier an die Überraschung. Ryan Bader nach Punkten

Dorian: Quinton Jackson wird hoffentlich hochmotiviert an den Ort zurückkehren, an dem er einen Großteil seiner Karriere verbracht hat. Im Stand dürfte er gegen Ryan Bader auf jeden Fall die Nase vorne haben. Bader könnte sich einen Punktsieg holen, indem er Rampage immer und immer wieder an den Käfig drückt und zu frustriert. Ich gehe hier jedoch von einem Rampage aus, der das nicht zulässt und einen KO auspackt. Die Reaktionen des sonst eher besonnenen japanischen Publikums wären vermutlich bombastisch. Quinton Jackson via TKO in Runde 1

Martin: Auch wenn ich die Niederlage gegen Ortiz als Ausrutscher von Bader sehe, weil er Ortiz nicht ernst genommen hat, denke ich trotzdem, dass er mit den Besten seiner Gewichtsklasse nicht mithalten kann und zu denen gehört Rampage nun mal. Wenn ich mal von einem Lucky-Punch von Bader absehe, sehe ich nicht, wie er den Kampf gewinnen sollte, da er Jackson meiner Meinung nach nicht auf den Boden bekommen wird. Wer dagegen allerdings schon von Ortiz fast KO geschlagen wird, der geht gegen Rampage schlafen. Quinton Jackson via KO in Runde 2

Mark Hunt (7-7 MMA, 2-1 UFC) vs. Cheick Kongo (17-6-2 MMA, 10-4-1 UFC)

Jan: Auch wenn hier theoretisch eine schöne Schlacht im Stand möglich wäre, glaube ich, dass Cheick Kongo diesmal nicht – wie gegen Pat Barry – beweisen will, dass er ein guter Standkämpfer ist. Stattdessen wird er versuchen, Mark Hunts Schwächen, die im Ringen und Bodenkampf liegen, auszunutzen. Kongos Ground and Pound ist ausgezeichnet, ich vermute, dass er damit den Sieg einfahren wird. Cheick Kongo via TKO in Runde 2

Elias: Im Stand kann alles passieren, doch da Kongo mehrfach unter Beweis stellte, dass er ein starker Ringer ist, wird er diesen Vorteil ausnutzen wollen gegen Hunt. Der Neuseeländer hat zwar in seinem letzten Duell gezeigt, dass er an seiner Takedown-Abwehr gearbeitet hat, jedoch wird diese nicht gegen Kongo ausreichen. Cheick Kongo via TKO in Runde 3

Dorian: Cheick Kongo wäre verrückt, wenn er hier nicht die in der Vergangenheit mehrfach deutlich gewordene Schwäche Mark Hunts ausnutzen würde. Kongo sollte keine großen Probleme haben, den Kampf auf den Boden zu verlagern und dann Schläge auszuteilen. Sollte er dennoch im Stand gegen Hunt kämpfen wollen, dann kann das ein richtig spannender Schlagabtausch werden. Ich hoffe jedoch, dass Kongo aus dem Kampf gegen Pat Barry gelernt hat. Cheick Kongo via TKO in Runde 2

Martin: In diesem Kampf kommt es komplett auf die Strategie von Kongo an. Wenn er den Schlagabtausch sucht, wie er es gegen Pat Barry gemacht hat, dann kann das nach hinten losgehen. Sollte er Hunt jedoch auf den Boden bringen, dürfte das ein langer Abend für diesen werden. Ich gehe von einem cleveren Kongo aus und sage: Cheick Kongo via TKO in Runde 2

Yoshihiro Akiyama (13-4 MMA, 1-3 UFC) vs. Jake Shields (26-6-1 MMA, 1-2 UFC)

Jan: Für mich stellt sich hier nicht die Frage, wer gewinnt, sondern ob es Jake Shields gelingt, Yoshihiro Akiyama zur Aufgabe zu zwingen oder ob der Kampf über die volle Distanz geht. In seinen letzten Kämpfen hat Akiyama zwar Kampfgeist bewiesen, aber nicht die kämpferische Klasse, die man braucht, um jemanden wie Shields zu besiegen. Jake Shields nach Punkten

Elias: Shields hat die bessere Ausdauer, was in diesem Kampf endscheidend sein wird. Der Grappler wird den Japaner früher oder später auf die Matte bekommen und dort, sobald dieser ermüdet, zu einem Fehler und damit zur Aufgabe zwingen. Sollte Akiyama an seiner Ausdauer gearbeitet haben, könnte es jedoch spannend werden, was aber schwer vorzustellen ist, da er nun in einer leichteren Gewichtsklase kämpft als früher und somit noch mehr Gewicht abkochen musste als gewohnt. Jake Shields via Aufgabe in Runde 3

Dorian: Ich werde wohl nie verstehen, wie man einen Yoshihiro Akiyama derart verheizen kann. Seit seinem UFC-Debüt bekommt er trotz Niederlagen immer stärkere Gegner. Auch für sein Debüt im Weltergewicht gibt es für ihn gleich ein Top 5 Gegner. Jake Shields wird den Kampf auf den Boden verlagern, via Aufgabe gewinnen und Akiyamas sehr merkwürdiger UFC-Karriere damit ein Ende setzen. Jake Shields via Aufgabe in Runde 2

Martin: Als Akiyama-Fan kann man sich schon mal fragen, ob die UFC etwas gegen ihn hat. Obwohl er seine letzten Kämpfe verloren hat, werden seine Gegner nicht schwächer, sondern immer schwerer. Akiyama in seinem Weltergewichtsdebüt gleich gegen Shields zu stellen, ist vielleicht nicht die beste Idee, wenn man sich einen Sieg von „Sexyama“ in seinem Heimatland wünscht. Wenn Shields den Verlust seines Vaters inzwischen einigermaßen verkraftet hat und mit seinem Kopf wieder bei der Sache ist, sollte er den Kampf nach Hause fahren. Jake Shields via Aufgabe in Runde 3

Yushin Okami (26-6 MMA, 10-3 UFC) vs. Tim Boetsch (14-4 MMA, 5-3 UFC)


Jan: Yushin Okami verfügt meiner Meinung nach über die ringerischen Mittel, um die Takedowns von Tim Boetsch zu verteidigen und selbst Takedowns auszuführen. Gerade im Clinch ist der Japaner bärenstark, und genau von dort aus setzt Boetsch für gewöhnlich zu seinen Takedowns an. Ich vermute, dass Okami den Kampf in allen Bereichen kontrollieren wird. Yushin Okami nach Punkten

Dorian: Yushin Okami sollte hier in allen Belangen überlegen sein. Ringerisch dürfte der kräftige Japaner seinen Willen durchsetzen können und auch im Stand sehe ich bei Tim Boetsch kaum Vorteile. Yushin Okami nach Punkten.

Elias: Okami ist beweglicher und verfügt über die nötige Explosivität um Boetsch in Schach zu halten und damit einen Punktsieg herauszuholen. Yushin Okami nach Punkten

Martin: Auch wenn es kein schöner Kampf wird, dürfte Okami den Fans an diesem Abend wenigstens den einzigen Sieg eines Japaners in einem Hauptkampf bescheren. Beide Kämpfer zwingen ihrem Gegner gerne ihren Willen auf, aber ich denke, dass Okami Boetsch körperlich etwas überlegen ist und das über drei Runden ausnutzen wird. Yushin Okami nach Punkten

Hatsu Hioki (25-4-2 MMA, 1-0 UFC) vs. Bart Palaszewski (36-14 MMA, 1-0 UFC)

Jan: Hatsu Hioki hat zwar in seinem Debüt gegen George Roop nicht sonderlich überzeugt, aber jetzt sollte die Anpassungsphase an den Käfig vorüber sein. Hioki kann den kleineren Bart Palaszewski im Stand auf Distanz halten und so dessen Schlagkraft entgehen. Überbrückt Palaszewski die Distanz, läuft er Gefähr, dass Hioki in den Clinch geht und ihn mit einem Trip-Takedown zu Boden bringt. Das wäre dann das Ende, denn auf der Matte ist Hioki eine Welt für sich. Hatsu Hioki via Aufgabe in Runde 2.

Elias: Hioki wird sich früher oder später an Palazewski klammern und diesen zu Boden bringen. Dort droht eine Submission und damit die Niederlage für den Amerikaner mit polnischen Wurzeln. Hatsu Hioki via Aufgabe in Runde 3

Martin: Hioki hat mich in seinem UFC-Debüt nicht überzeugt und ich habe die Befürchtung, dass er ein weiterer Japaner werden wird, der es im Käfig einfach nicht schafft. Ich würde es ihm durchaus zutrauen, dass er Palaszewski zur Aufgabe zwingt, aber mein Gefühl sagt mir, dass der Pole mit einer Kombination durchkommt und Hioki damit schlafen schickt. Bart Palaszewski via KO in Runde 1

Dorian: Ich rechne ebenfalls mit einem frühen KO-Sieg für Bart Palaszewski. Hatsu Hioki ist sehr stark am Boden, wird hier allerdings einem BJJ-Schwarzgurt mit Feuer in den Fäusten gegenüberstehen. Palaszewski hat sich in den letzten Jahren gegen weitaus bessere Gegner durchgesetzt, als es Hioki getan hat. So richtig verstehe ich nicht, dass Palaszewski als so starker Underdog in den Kampf geht. Bart Palaszewski via TKO in Runde 1.

Anthony Pettis (14-2 MMA, 1-1 UFC) vs. Joe Lauzon (21-6 MMA, 8-3 UFC)

Jan: Joe Lauzon fängt immer sehr stark an und lässt dann aber mehr und mehr nach. Wenn ihm in der ersten Runde nicht gleich der Sieg gelingt, baut er in der zweiten Runde ab und lässt sich von seinem Gegner überwältigen. Bei Anthony Pettis ist es genau andersrum, er verschläft oft die erste Runde und wird dann immer stärker. Lauzons Siege im vergangenen Jahr waren beeindruckend – jeweils ein Niederschlag gefolgt von einem Aufgabegriff. Ich denke, diese Taktik wird ihm gegen Pettis nicht gelingen, dafür ist Pettis im Stand zu gut. Ich denke, Lauzon wird Pettis in der ersten Runde gehörig unter Druck setzen und den Bodenkampf suchen. Ab der zweiten Runde übernimmt dann Pettis mit seinen schnellen und vielseitigen Angriffen im Stand das Ruder und holt sich noch einen knappen Punktsieg. Anthony Pettis nach Punkten

Dorian: Anthonny Pettis wird im Stand recht eindeutig die Oberhand gewinnen, die Takedown-Versuche abwehren und sich einen Punktsieg holen. Anthony Pettis nach Punkten

Elias: Pettis muss sich vor Lauzons Bodenkampf hüten, mehr hat der sympathische Amerikaner nicht zu befürchten, denn er überragt in den weiteren Aspekten des Kampfes. Die einzige Gefahr die droht ist, dass Lauzon ihn mehrfach zu Boden bringt und auch wenn Pettis wieder auf die Beine gelangt, ihn das nach Punkten hinten liegen lassen wird. Darauf wird der frühere WEC-Champion jedoch (hoffentlich) eingestellt sein. Anthony Pettis nach Punkten

Martin: Pettis wird nicht den gleichen Fehler wie Guillard machen und Lauzon unterschätzen. Lauzon ist zwar ein sehr guter Kämpfer, aber er hat inzwischen mehrfach gezeigt, dass es gegen die Besten einfach nicht reicht und so lange Pettis aufmerksam bleibt, sollte er als Sieger nach Hause fahren. Anthony Pettis via TKO in Runde 3