Kolumnen

GnP-Prognosen für UFC 135

UFC 135 (Poster via Zuffa LLC)

Herzlich Willkommen zur neuesten Ausgabe unserer hauseigenen Expertentipprunde. Dieses Mal werden wir für UFC 135 einen Blick in unsere Kristallkugeln werfen und unsere Einschätzungen zu den einzelnen Kämpfen abgeben.

Für die Veranstaltung am heutigen Samstag geben die GnP-Chefredakteure Jan Großöhmigen und Mark Bergmann, GnP-Radiohost Martin Thauer und MMA-Redakteur Elias Stefanescu ihre Prognosen ab.

Jon Jones (13-1 MMA, 7-1 UFC) vs. Quinton Jackson (32-8 MMA, 7-2 UFC)

Jan: Die einzige Möglichkeit für Rampage, diesen Kampf zu gewinnen, besteht darin, Jon Jones mit einem seiner Haken zu erwischen. Vielleicht hat er ein schwaches Kinn und geht KO. Vielleicht hat er aber auch ein starkes Kinn, dann ist Rampage hoffnungslos verloren. Ähnlich wie bei GSP vs. Dan Hardy ist seine einzige reelle Chance ein One-Punch-Knockout. Jones ist im Stand unberechenbarer und vielseitiger, hat zudem einen erheblichen Reichweitenvorteil. Geht Rampage in den Clinch, segelt er durch die Lüfte. Ich denke, der Kampf wird ähnlich ablaufen wie der von Jones gegen Shogun – er zermürbt Rampage aus der Distanz mit Körpertreffern. Kein One-Punch-Knockout, sondern die Anhäufung der Treffer wird die Entscheidung zu seinen Gunsten herbeiführen. Jon Jones via TKO in Runde 2

Elias: Ich gehe davon aus, dass Jones sich auf keinen Schlagabtausch mit Rampage einlässt und seine Reichweite ausnutzt. Mit Lowkicks könnte Jones seinen Gegner, wie es Forrest Griffin gegen Jackson gelang, ebenfalls kampfunfähig machen. Sollte Jackson hineinstürmen, wird der Kampf auf den Boden verlagert. Jacksons einzige Chance auf einen Sieg ist der KO, und dieser geling meiner Meinung nach nur, wenn Jones unkonzentriert oder ausgepowert wäre. Mit Greg Jackson in Jones Ohr, fällt es schwer an Jacksons Sieg zu glauben. Jon Jones via TKO in Runde 3

Martin: Selbst wenn ich das Gehype von Dana White glaube, dass „Rampage“ noch nie so gut in Form war und den Kampf viel ernster genommen hat, als den gegen Evans, sehe ich nicht, dass er gegen Jones gewinnt. Jones hat schon Kämpfer zu Boden gebracht, die bessere Ringer waren, als Jackson und auch im Stand sehe ich Jones aufgrund seiner Reichweitenvorteile vorn. Jon Jones via TKO in Runde 2

Mark: Im MMA-Sport kann natürlich immer alles passieren, aber kaum ein Tipp ist wohl so sicher wie dieser. Jon Jones ist im Moment das, was "Shogun" Rua oder Wanderlei Silva vor sechs Jahren waren: eine unschlagbare Kampfmaschine an der niemand vorbeikommt. Jon Jones via TKO in Runde 2

 

Matt Hughes (45-8 MMA, 18-6 UFC) vs. Josh Koscheck (15-5 MMA, 13-5 UFC)

Elias: Koscheck ist flinker und agiler, qausi die upgedatete Version von Hughes. Ich sehe Vorteile auch im Boxen, somit denke ich, dass Koscheck ein Punktsieg gelingt, wobei auch ein KO möglich wird, wie im letzten Kampf von Hughes zu sehen. Josh Koscheck durch TKO in Runde 3

Jan: Josh Koscheck hat es bereits selbst gesagt: Er ist jünger, schneller, kräftiger und hungriger als Matt Hughes. Die besten Zeiten von Hughes sind vorbei. Koscheck ist ringerisch gut genug, um den Kampf im Stand zu halten, wo er den klaren Vorteil hat. Früher oder später schlägt sein rechter Schwinger ein, das ist dann der Anfang vom Ende. Josh Koscheck via TKO in Runde 2

Mark: Man muss respektieren, was Matt Hughes in der UFC erreicht hat, mittlerweile ist seine Zeit jedoch, wie bei so vielen einstmals unschlagbaren Kämpfern, vorbei. Koscheck ist ebenso wie Hughes ein starker Ringer und noch dazu ein ganz passabler Striker. Ich tippe auf: Josh Koschek via KO in Runde 1

Martin: Koscheck ist die modernere Variante von Hughes und im Moment auch die Bessere. Ich denke nicht, dass Hughes den Takedown schafft und im Stand wird Koscheck ihn auseinandernehmen. Es ist einfach ein ganz schlechtes Matchup für Hughes und die einzige Hoffnung, die ich für ihn habe, ist, dass er es über die Runden schafft. Einen Sieg für Hughes halte ich für sehr unwahrscheinlich. Josh Koscheck via TKO in Runde 1


Travis Browne (11-0-1 MMA, 2-0-1 UFC) vs. Rob Broughton (15-5-1 MMA, 1-0 UFC)

Jan: Rob Broughton hat sich in Europa bei Cage Rage einen Namen gemacht, hing ein bisschen in der M-1 Challenge herum und gewann dann das Schwergewichtsturnier bei der ZT Fight Night. Allerdings war er bislang immer sehr inkonsistent, hatte einerseits Probleme mit Gegner wie James Thompson, andererseits verlor er sogar gegen bestenfalls durchschnittliche Gegner. Travis Browne ist ein zukünftiger Titelkandidat. Broughton wird ihn nicht zu Boden bringen können und wird daher gezwungen sein, mit ihm im Stand zu kämpfen. Das Ergebnis wird dann ähnlich aussehen wie in Brownes letztem Kampf gegen Stefan Struve.  Travis Browne via KO in Runde 1

Elias: Travis Browne wird, wie gewohnt, Druck machen und den KO suchen. Ich halte es für möglich, dass dies in Runde eins gegen Broughton gelingt, da dieser nicht der beweglichste Schwergewichtler ist, ebensowenig wie er die schönste Technik besitzt. Travis Browne via (T)KO in Runde 1

Martin: Ich gehe davon aus, dass Browne den Kampf auf den Beinen halten kann und dort sollte er klar im Vorteil sein. Wenn Broughton es nicht schafft, den Kampf auf den Boden zu verlegen, sehe ich eine lange Nacht für ihn. Travis Browne via TKO in Runde 2



Nate Diaz (13-7 MMA, 8-5 UFC) vs. Takanori Gomi (32-7 MMA, 1-2 UFC)

Elias: Diaz wird den Gameplan seines Bruders von 2007 ausspielen und Gomi mit Reichweitenvorteilen über zwei Runden ermüden und dann zum Todesstoß ansetzen. Sollte der Kampf vorher auf den Boden gehen, hat Diaz leichtes Spiel. Nate Diaz via Aufgabe in Runde 3

Jan: Ich stelle mir folgenden Kampfverlauf vor: Nate Diaz geht mit Takanori Gomi bereitwillig in den Schlagabtausch. Nachdem er ein paar Mal durchgerüttelt wird, boxt er technischer und geht auf Distanz. Das frustriert Gomi und er setzt zum Takedown an, woraufhin Diaz ihn in einem Guillotine Choke oder Triangle Choke fängt. Nate Diaz via Aufgabe in Runde 2

Martin: Wenn Diaz clever ist, bringt er den Kampf auf den Boden, wo er nicht all zu große Probleme haben sollte, einen Submission-Sieg einzufahren. Allerdings gehe ich davon aus, dass er sich im Stand mit Gomi messen wird und da sieht es schon wieder anders aus. Auch wenn ich ihm Stand durchaus Chancen einräume, den Kampf nach Punkten zu gewinnen, denke ich nicht, dass er Gomi KO schlagen kann. Vielmehr gehe ich davon aus, dass er etwas unvorsichtig wird und Gomi einmal gut durchkommt. Takanori Gomi via KO in Runde 3

Mark: Nate Diaz ist ein unorthodoxer Striker, Gomi ein klassischer Boxer. Es wird interessant zu sehen, wie sich diese beiden Stile ergänzen. Beide haben zuletzt nicht eben geglänzt, und beide haben ein beneidenswertes Kinn. Vielleicht nutzt Gomi sogar seine guten Ringerfähigkeiten und verlagert das Duell auf die Matte - doch Diaz ist auch aus der Rückenlage enorm gefährlich. Der Kampf ist schwer zu tippen, ich habe mein Geld aber auf dem Straßenjungen aus Stockton und tippe: Nate Diaz nach Punkten



Ben Rothwell (31-7 MMA, 1-1 UFC) vs. Mark Hunt (6-7 MMA, 1-1 UFC)

Jan: Mark Hunt hat einen Eisenschädel und One-Punch-Knockout-Power. Aber in den Bereichen Ringen und Jiu-Jitsu ist er Ben Rothwell Lichtjahre hinterher. Wenn Rothwell klug ist, bringt er ihn so schnell wie möglich zu Boden und erarbeitet sich mit Ground and Pound einen Aufgabegriff. Ben Rothwell via Aufgabe in Runde 1

Elias: Hunt ist der bessere Striker, und kann Rothwell sicherlich KO schlagen, jedoch besitzt Rothwell die bessere Ringertechnik und wird, sofern er kein Risiko eingehen will, den Kampf auf den Boden bringen und dort leichtes Spiel mit Hunt haben. Ben Rothwell via Aufgabe in Runde 2

Martin: Wenn Rothwell es sich einfach machen will, dann bringt er den Kampf auf den Boden und sichert sich da eine Submission oder TKO. Ich gehe aber eher davon aus, dass er sich auf einen Schlagabtausch einlassen wird, in dem auch Hunt seine Chance haben wird. Dennoch setze ich in diesem Fall auf Rothwell, der unbedingt einen Sieg braucht, wenn er in der UFC noch was reißen will. Ben Rothwell via TKO in Runde 2