Kolumnen

GNP-Matchmaker nach UFC 230: So geht es mit Cormier, Adesanya und Co. weiter

Daniel Cormier (Foto: ZUFFA LLC)

Die Veranstaltung im Madison Square Garden New Yorks soll zu einer festen Größe im UFC-Kalender werden, dafür hat man immerhin lange genug für die MMA-Legalisierung im Bundesstaat New York gekämpft. Zwar konnte das von Verletzungen und Missmanagement geplagte Event nicht mit den Veranstaltungen der letzten Jahre mithalten und tauchte nach den Spätfolgen von UFC 229 zudem auch medial ab, nichtsdestotrotz zeigte sich bei den Kämpfern im Octagon keine Spur dieser Querelen.

Wir werfen einen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Daniel Cormier

Anthony Johnson, Alexander Gustafsson, Anderson Silva, erneut Johnson, Volkan Oezdemir, Stipe Miocic, Derrick Lewis. Das sind die Gegner, die Daniel Cormier besiegt hat, seit er Jon Jones im ersten Aufeinandertreffen vor dreieinhalb Jahren unterlag. Davor stehen noch Siege über Dan Henderson, Roy Nelson, Josh Barnett, Frank Mir und Antonio Silva zu Buche. Es ist ein Who-is-who der Oberklasse im Schwer- und Halbschwergewicht der vergangenen Jahre, denen sich Cormier stets gestellt hat.

Der Champion ist ein klarer „Company Man“, jemand, der der UFC hilft, wenn es sein muss, wie etwa gegen Silva oder auch jetzt gegen Derrick Lewis. Sicherlich werden die meisten Fans nun sagen, Cormier war von vornherein ein Mismatch für den technisch unterentwickelten Lewis und sie haben Recht. Doch welcher Champion hätte sich trotz Verletzung kurzfristig einer solchen K.o.-Gefahr ausgesetzt? Nur die wenigsten. Sein großer Rivale Jones ließ immerhin einmal einen ganzen Event platzen, weil er seinen Titel nicht gegen Hendersons Teamkollegen Chael Sonnen aufs Spiel setzen wollte.

Natürlich wird man Cormier immer an Jones messen. Es ist legitim, schließlich hat Cormier seine einzigen Niederlagen gegen den selbst quasi unbesiegten Jones eingesteckt. Auch darf man sich die Frage nach dem sportlichen Wert eines Kampfes gegen Brock Lesnar stellen. Aber hier empfiehlt sich ein Blick auf die obige Liste. Cormier hat nie die Herausforderung gescheut und er wird 40. Er hat jede Menge Schaden eingesteckt und war im Käfig ein fairer Sportsmann, auch in der Niederlage, und außerhalb der perfekte Botschafter der UFC. Er sollte zu seinem baldigen Geburtstag einfach tun und lassen können, was er will. Er hat es sich einfach verdient. Nächster Gegner: Brock Lesnar

Ronaldo Souza

Jedes Mal, wenn man „Jacare“ abschreiben will, taucht er aus dem Nichts wieder auf und schlägt ein Top-Mittelgewicht K.o. Gegen Chris Weidman schrieb man ihn sogar nach zwei Runden ab, dann sorgte er noch für das Finish im letzten Durchgang. Doch nun steckt die UFC in einer Zwickmühle, denn was fängt man mit dem Brasilianer an. Gegen die Top 3 im Mittelgewicht in Yoel Romero, den nächsten Herausforderer Kelvin Gastelum und Champion Robert Whittaker hat er bereits Niederlagen kassiert, somit reichen ein Sieg gegen Weidman und damit zwei Siege in den letzten drei Kämpfen noch nicht für den Titelkampf.

Hoffnung könnte ein Titelwechsel zu Gastelum machen, der sich nur äußerst knapp gegen Souza durchsetzen konnte. Gegen Whittaker ging er schließlich deutlich und schnell K.o. Sollte der Australier jedoch den Gürtel behalten, könnte sich Souza schnell in einem Übergangsstadium wiederfinden und entweder auf den Ausgang des nächsten Kampfes von Yoel Romero warten, der gegen Paulo Costa eingeplant sein soll, oder zwischenzeitlich einen weiteren Kampf machen. Hier würde sich Neu-Mittelgewicht Jared Cannonier anbieten, der am Samstag Souzas Platz im Programm von UFC 230 einnahm und prompt David Branch in der zweiten Runde ausknockte. Nächster Gegner: Jared Cannonier

Israel Adesanya

„Israel Adesanya ist die Zukunft“, wurde Dana White bereits zitiert. Der UFC-Präsident neigt natürlich dazu, kürzlich erfolgte Leistungen stark zu überbewerten und sie später zu vergessen, hier könnte er jedoch den Nagel auf den Kopf getroffen haben, denn der Neuseeländer nigerianischer Abstammung könnte tatsächlich die Zukunft im UFC-Mittelgewicht sein. Gegen Derek Brunson, den wohl stärksten Ringer seiner Bilanz, zeigte er eine fast perfekte Leistung, wehrte die Takedowns ab, suchte sich seine Gelegenheiten und knockte Brunson dann noch in der ersten Runde brutal aus.

Brunson war bereits auf Rang 6 der Rankings, Adesanya klopft nun also schon nach dem vierten UFC-Kampf an der Tür zur Top Fünf der Gewichtsklasse. Den geforderten Titelkampf wird er so schnell nicht bekommen, aber warum nicht einen früheren Titelträger in Luke Rockhold? Der Amerikaner ist ein starkes Matchup und guter Test für Adesanya, aber defensiv gleichzeitig so offen, dass es mit „der Zukunft“ auch weiter nach oben gehen kann. Und platziert man das Ganze auf dem PPV im Februar, könnte der „Last Stylebender“ sogar in den Titelkampf einspringen, falls Champion oder Herausforderer ausfallen. Nächster Gegner: Luke Rockhold