Kolumnen

GNP-Matchmaker: Dustin Poirier auf Titelkurs

Dustin Poirier ist auf Titelkurs (Foto: Florian Sädler/GNP1.de)

Gleich drei frühere UFC-Champions waren am vergangenen Samstag bei UFC on Fox 30 in Calgary im Einsatz. Während Eddie Alvarez nur als zweiter Sieger aus dem Octagon ging, konnten José Aldo und Joanna Jedrzejczyk nach zwei Niederlagen in Folge wieder in die Erfolgsspur zurückkehren.

Wir werfen einen Blick auf die besten Leistungen des Abends.

Dustin Poirier

Auch wenn nun auch der zweite Kampf gegen Eddie Alvarez von Regelverstößen des „Underground Kings“ überschattet wurde, steht Dustin Poirier nun wenigstens mit einem Sieg in der Bilanz da, den ihm keiner mehr nehmen kann. Zwar geriet der 29-Jährig kurzzeitig wieder in Bedrängnis, als Alvarez am Käfig die Mount-Position bekam, direkt danach war Poirier jedoch geistesgegenwärtig genug, den Neustart in der zweiten Runde perfekt auszunutzen und Alvarez mit einem Trommelfeuer an Schlägen und Kicks auf die Bretter zu schicken.

Der nächste vorzeitige Sieg für den „Diamond“, der sich im Leichtgewicht bisher nur Michael Johnson geschlagen geben musste und acht der letzten neun Kämpfe gewonnen hat. Eine beeindruckende Serie und an sich gut genug für einen Titelkampf, zumal Poirier in den letzten Jahren fast ausschließlich gegen Top-15-Kämpfer angetreten ist. Die UFC dürfte ihm jedoch nur dann einen Titelkampf gegen Khabib Nurmagomedov zuschustern, falls man sich nicht auf ein Octagon-Comeback von Conor McGregor einigen sollte (unwahrscheinlich) und sich der frühere Interims-Champion Tony Ferguson erneut verletzen sollte (nicht ganz so unwahrscheinlich). Wahrscheinlicher ist, dass Poirier bis dahin selbst auf „El Cucuy“ treffen darf. Nächster Gegner: Tony Ferguson

José Aldo

Neun Jahre seit seinem letzten normalen Kampf über drei Runden kehrte José Aldo mit einer harten Rechts-Links-Kombination gegen Jeremy Stephens‘ Rumpf nach zwei Niederlagen gegen Max Holloway auf die Siegerstraße zurück. Der Brasilianer konnte trotz wackliger Anfangsphase beweisen, dass er noch nicht ganz zum alten Eisen gehört, sich selbst wohl am meisten. Nun geht die große Frage nach einem Gegner von vorne los. Einen Titelkampf wird Aldo erst erhalten, wenn der Champion nicht mehr Holloway heißt. Bis dahin muss Aldo jedoch aktiv bleiben.

Passend wäre ein Duell gegen den Sieger zwischen Cub Swanson und Renato Moicano, aber das würde eher Swanson, den Aldo einst in der WEC innerhalb von sieben Sekunden ausknockte, oder Moicanos Marktwert dienen. Aldo hätte wenig zu gewinnen. Ein schöner Gedanke ist ein Kampf gegen Anthony Pettis. Beide hätten bereits vor Jahren als Champions aufeinandertreffen sollen, verletzungsbedingt kam es nicht dazu. Das Duell versprüht aber auch heute noch seinen Reiz. Die Frage ist nur, ob sich die beiden auf ein Gewicht einigen können, schließlich endeten Pettis‘ Ausflüge ins Federgewicht im Fiasko und Aldo dürfte ebenso wenig Lust aufs Leichtgewicht haben. Nichtsdestotrotz wäre dieser Kampf ein Geschenk für die Fans. Nächster Gegner: Anthony Pettis

Joanna Jedrzejczyk

Sammelte die Polin mit ihrer starken Leistung gegen Tecia Torres noch Sympathien nach ihren Niederlagen gegen Rose Namajunas, machte sie anschließend verbal wieder viel kaputt. Nach zwei Niederlagen gegen die gleiche Kämpferin sollte man genug Größe zeigen, sie als bessere Kämpferin zu akzeptieren. Namajunas dürfte jedenfalls wenig Interesse an einem dritten verbalen Spießrutenlauf gegen die lautstarke Polin haben. Wie Aldo muss auch Jedrzejczyk erst einmal abwarten, bevor es den nächsten Titelkampf gibt, sollte sie nicht doch noch ins Fliegengewicht wechseln.

Die Optionen sind allerdings eingeschränkt. Namajunas wartet auf den Gewinner des Eliminators zwischen Jessica Andrade und Karolina Kowalkiewicz, darüber hinaus kommen nur die noch zu unerfahrene Tatiana Suarez und Michelle Waterson aus Siegen. Und Claudia Gadelha. Zwar hat Jedrzejczyk bereits zwei Siege über die Brasilianerin, der eine war jedoch höchst umstritten, im zweiten brauchte Jedrzejczyk ein Comeback in den späten Runden. Doch will die UFC eine weitere potenzielle Herausforderin für Namajunas opfern? Eher unwahrscheinlich. So bleibt der UFC eigentlich nur eine Möglichkeit für Jedrzejczyk. Nächste Gegnerin: Michelle Waterson