Kolumnen

GnP Awards 2010: Meistverbesserter Kämpfer national

Sebastian Risch half Bremen auf die deutsche MMA-Landkarte.

Der Bremer Sebastian Risch tritt die Nachfolge von Fatih Balci als „Meistverbesserter Kämpfer national“ des Jahres 2010 an. Der 30-jährige gelernte Thaiboxer konnte ein mit vier Siegen in vier Kämpfen für ihn perfektes Jahr mit seinem deutlichen Punktsieg über den ehemaligen Shooto Amateur Europameister Volker Dietz krönen und siegte mit 2,4 % Vorsprung auf den Zweitplatzierten Ulas Aslan (31,5%).

Risch trainiert beim Free Fight Team Bremen unter Michael Rüdiger, der sich rühmen darf, in den letzten beiden Jahren eins der fleißigsten und kampfstärksten Teams des Landes aufgestellt zu haben. Unter Rüdigers lautstarker Anleitung gelang Risch im vergangenen Jahr der nationale Durchbruch.

Bereits im Januar 2010 kämpfte Risch in Berlin und konnte seinen Gegner in der ersten Runde durch TKO stoppen. Drei Monate später verschlug es ihn zu einem 53 Sekunden dauernden Gastspiel nach Greifswald, wo er seinen zweiten Erstrunden-TKO des Jahres sammelte.

Ende Mai wurde Risch, auf den man wegen seiner Erfolge aufmerksam geworden war, zum Debüt der GMC nach Herne eingeladen. Dort gelang es ihm, seinem Ruf als Senkrechtstarter gerecht zu werden, indem er erneut eine Runde Leistung ablieferte und seinen Gegner nach knapp über zwei Minuten mit Schlägen stoppte.

Sebastian Risch bei GMC 1 in Aktion.

Wie das gesamte Free Fight Team Bremen hatte Risch sportlich für Aufsehen gesorgt und sich im Hinblick auf die Folgeveranstaltung GMC 2 für höhere Aufgaben empfehlen können. Im September traf er dabei auf den Essener Volker Dietz, der im Jahr 2008 zum Shooto Amateur Europameister gekrönt worden war und hoch gehandelt wurde.

Stilistisch war es auf dem Papier ein schwerer Kampf für Risch, da er als Quereinsteiger aus dem Thaiboxen noch Schwächen am Boden hatte, während genau dort die Stärken der Essener „Krabbe“ lagen. Risch gelang es im Kampf aber, die Theoretiker zu verblüffen und zeigte sich sowohl im Stand als auch am Boden bestens gewappnet.

In der zweiten Runde stand Risch kurz davor, Dietz mit Schlägen zu stoppen, scheiterte aber lediglich an den enormen Nehmerqualitäten seines Gegners. Dietz erreichte mit Mühe und Not den dritten Durchgang, konnte Risch aber nicht mehr gefährden und verlor nach Punkten.

Wenn man eine Szene nennen muss, die Risch im Jahr 2010 bekannt gemacht hat, dann war dies sein Konter auf den verzweifelten Kneebar-Versuch von Dietz im dritten Durchgang. „Was zur Hölle macht er denn jetzt?“ ging den Zuschauern durch die Köpfe, als Risch den Submission seines Gegners nicht konterte sondern seine Arme in lockerer Relaxstellung hinter dem Kopf verschränkte und erst eine Runde verschnaufte, um dem Griff wenig später zu entfliehen.

Mit Spaß bei der Sache: das Free Fight Team Bremen mit Risch (2.v.r.) und Rüdiger (3.v.r.)

Risch ist erst seit etwas mehr als zwei Jahren im MMA-Sport aktiv, doch konnte er im letzten Jahr einen riesigen Sprung machen, der ihm den Award als Meistverbesserter Kämpfer national sicherte. Ein Kampf gegen einen aus der German Top Five käme für ihn jetzt wohl noch zu früh. Doch das hat man auch im Vorfeld der Partie gegen Volker Dietz gesagt.

Die exakte Stimmverteilung im Überblick:

1. Sebastian Risch (Bremen) 33,9%
2. Ulas Aslan (Bielefeld) 31,5%
3. Kamil Lipski (Hamburg) 15,3%
4. Dennis Tomzek (Neubrandenburg) 10,7%
5. Jerry Otto (Magdeburg) 4,4%
6. Christian Lo Re (Leipzig) 4,2%