Kolumnen

GnP Awards 2010: Kampf des Jahres national

Pascal Krauss (r.) und Mark Scanlon verzückten das Publikum bei UFC 122 in Oberhausen. (Foto via Zuffa LLC)

Was zeichnet einen guten Kampf aus? Erbitterte Schlagwechsel im Stand, schöne Takedowns oder dynamisches Grappling? Das abwechslungsreiche Duell zwischen Pascal Krauss und Mark Scanlon hatte von allem ein bisschen. Unsere Leser wählten ihr Aufeinandertreffen bei UFC 122 mit 40% zum „Kampf des Jahres national 2010“.

Es lastete schon ein gehöriger Druck auf Pascal „Panzer“ Krauss, als er am Abend des 13. November 2010 in der Oberhausener König-Pilsener-ARENA ins Octagon stieg. Von manchen Fans sogar zum Heilsbringer des deutschen MMA-Sports erkoren und mit zahlreichen Vorschusslorbeeren geschmückt, waren die Erwartungen an den amtierenden Cage Warriors Weltergewichtschampion groß, als er bei der größten MMA-Organisation der Welt debütierte. Seine Leistung in der drei Runden langen Schlacht gegen Mark Scanlon wurde den hohen Erwartungen jedoch gerecht.

Pascal Krauss (Foto via Zuffa LLC)Die UFC belohnte die beiden Debütanten sogar mit dem Bonus für den „Kampf des Abends“. Hart verdientes Geld, denn der zähe Engländer verlangte Krauss einiges ab – vor allem im Stand. Scanlon traf Krauss mit harten Schlägen, aber der 23 Jahre alte Freiburger zeigte erstaunliche Nehmerqualitäten und lief einfach durch seine Haken und Schwinger hindurch.

„Es ist beruhigend zu wissen, dass wenn ein Schlag durchkommt, man ihn dann auch relativ locker wegstecken kann, denn so etwas kann immer mal passieren“, erzählte uns Krauss nach dem Kampf. „Aber nächstes Mal muss im Stand etwas wacher sein, damit ich nicht noch einmal so viele Schläge nehmen muss. Richtig gut ist das für einen ja nicht, glaube ich...“

Scanlon begann den Kampf mit einer Schlagkombination, was Krauss mit einem Lowkick beantwortete. Dann ging Scanlon zu einem Takedown über und setzte zum Guillotine Choke an, aber Krauss stand wieder auf. Beide landeten eine Weile Treffer im Stand. Krauss presste Scanlon schließlich gegen den Käfig und warf ihn zu Boden. Beinahe passierte er von der Half Guard in die Mount, aber Scanlon entwischte ihm. Krauss war danach mit einem weiteren Takedown erfolgreich und er beendete die Runde mit Schlägen und Ellenbogenstößen aus der Half Guard.

Die zweite Runde begann wie die erste: Schlagkombination von Scanlon und Lowkick von Krauss. Diesmal wartete Krauss nicht so lange mit dem Takedown. Er landete wieder in der Half Guard. Scanlon holte sich die Full Guard, aber Krauss bereitete mit seinen Schlägen einen Guardpass vor. Scanlon schützte sich vor Krauss‘ Ground and Pound, indem er seinen Rücken freigab. Krauss versuchte es mit dem Rear Naked Choke, aber Scanlon windete sich heraus und so feuerte Krauss weitere Schläge aus der Oberlage ab.

Umgekehrte Verhältnisse zu Beginn von Runde drei: Jab von Krauss, Lowkick von Scanlon. Mit einer Schlagkombination bereitete Scanlon ein Takedown vor. Es ging direkt in den Stand zurück. Erneut vollzog Krauss ein Takedown, diesmal in die Guard. Scanlons Guillotine Choke war eng, aber nicht eng genug. Krauss befreite sich und arbeitete weiter mit Ground and Pound. Als Scanlon zum Sweep ansetzte, passierte Krauss seine Guard in die Side Control. Anschließend nagelte er Scanlon in der Kruzifixposition auf die Matte. Die Schläge aus dieser Lage genügten jedoch nicht, um noch einen vorzeitigen Sieg einzufahren.

So blieb ihm immerhin ein dominanter einstimmiger Punktsieg, der begeisterte Zuspruch der deutschen Fans – und zwei Monate später der Award für den „Kampf des Jahres national 2010“.

Die exakte Stimmverteilung im Überblick:
1. Pascal Krauss vs. Mark Scanlon 40,0%
2. Christian Eckerlin vs. Piotr Hallmann 21,9%
3. Nordin Asrih vs. Sebastian Baron 19,8%
4. Nick Hein vs. Kamil Lipski 7,7%
5. Mohamed Grabinski vs. Sven Wegscheider 6,6%
6. Angelos Zampakikas vs. Alexander Heinrich 4,0%