Kolumnen

GnP Awards 2010: Kämpfer des Jahres national

Dennis Siver (Foto via Zuffa LLC)

Dennis Siver ist und bleibt der erfolgreichste MMA-Kämpfer Deutschlands. Zum dritten Mal wählten die Leser von GroundandPound den 32 Jahre alten Mannheimer zum „Kämpfer des Jahres national“. Mit 32,2% der Stimmen verwies er die beiden UFC-Debütanten Pascal Krauss (22,3%) und Carlos Eduardo Rocha (14,2%) auf die Plätze zwei und drei.

Das vergangene Jahr fing für Dennis Siver nicht gerade gut an. Am 31. März setzte es gegen den „Ultimate Fighter 9“-Gewinner Ross Pearson eine einstimmige Punktniederlage. Zwar hatte der deutsche Kickboxer einige gute Szenen im Stand, doch Pearson schien ihm immer einen Tick voraus zu sein und landete die effektiveren Treffer. Der Schmerz über die erste Niederlage seit Juli 2008 wurde immerhin ein wenig erträglicher gemacht, als die UFC die gute Leistung der beiden mit dem Bonus für den „Kampf des Abends“ würdigte.

Spencer Fisher vs. Dennis Siver (Foto via Zuffa LLC)

Die Gegner wurden im Anschluss nicht leichter. Am 19. Juni traf Siver auf den amerikanischen Veteranen Spencer Fisher, einen sehr guten Boxer. Nachdem sich Siver in der ersten Runde einen Cut zuzog, drehte er auf und bearbeitete Fisher mit seinen Schlagkombinationen und harten Kicks zum Körper und den Beinen. Es war ein enger Kampf, aber der einstimmige Punktsieg ging hochverdient an den deutschen Exportschlager.

Ende des Jahres schlug schließlich Sivers große Stunde. Mit UFC 122 kam die UFC am 13. November nach Deutschland zurück. Zum dritten Mal in Folge stand der Mannheimer im Hauptprogramm und wurde somit weltweit von Millionen von Menschen gesehen. Sein Gegner war der Engländer Andre Winner, Finalist von „The Ultimate Fighter 9“. Siver überzeugte von Beginn an mit blitzschnellen und präzisen Attacken im Stand. Als Winner selbst zum Angriff überging, konterte Siver mit einem krachenden linken Haken. Winner ging zu Boden und Siver stürzte sich auf ihn. Sein Ground and Pound hatte nicht die gewünschte Wirkung, also änderte Siver seine Taktik und nahm die Back Mount ein. Mit seinem Bein klemmte er Winners linken Arm ein und ließ ihn anschließend im Rear Naked Choke abklopfen – ein halbes Jahr, nachdem er den Lilagurt im BJJ überreicht bekam. Die König-Pilsener-ARENA stand Kopf. Siver krönte die beste Leistung seiner Karriere mit dem Bonus für den „Aufgabegriff des Abends“.

Mit mittlerweile zehn Kämpfen im Octagon seit dem Jahr 2007 gehört Siver fast schon zu den „alten Hasen“ in der UFC. Er repräsentiert aber nicht nur Deutschland hervorragend in der größten MMA-Organisation der Welt, er repräsentiert auch den MMA-Sport vorbildlich in Deutschland. Ob auf der riesigen Fitnessmesse FIBO oder bei Terminen mit dem UFC-Videospielhersteller THQ – Siver zeigte sich stets bodenständig und bescheiden und keineswegs so, wie sich der gemeine Bürger „einen dieser Ultimate-Fighter“ vorstellt. Ein perfekter Botschafter für den MMA-Sport in Deutschland.

Ende des nächsten Monats steht für Siver einer der größten Auftritte seiner Karriere an. Bei UFC 127 in Sydney tritt er gegen den Australier George Sotiropoulos an, der alle seine sieben Kämpfe in der UFC gewonnen hat. Keine leichte Aufgabe. Vielleicht gibt ihm der Gewinn dieses Awards ja noch einen kleinen Extraschub an Energie und Motivation, sodass er am 27. Februar den Grundstein für ein erfolgreiches Jahr 2011 und womöglich seinen vierten Awardgewinn legen kann.


Die exakte Stimmverteilung im Überblick:

1. Dennis Siver (Mannheim) 33,2%
2. Pascal Krauss (Freiburg) 22,3%
3. Carlos Eduardo Rocha (Hamburg) 14,2%
4. Jonas Billstein (Köln) 10,6%
5. Björn Schmiedeberg (Wuppertal) 10,3%
6. Christian Eckerlin (Frankfurt) 9,4%