Kolumnen

GnP Awards 2010: Kämpfer des Jahres international

Brown Pride: Cain Velasquez, Groundandpound.de Kämpfer des Jahres.

Der GnP Award für den international besten Kämpfer 2010 geht an: Cain Velaszquez.

Cain Velasquez2010 war ein erfolgreiches Jahr für den mexikanisch-stämmigen UFC Schwergewichts-Champion  Cain Valeasquez (9-0). Indem er im Februar, bei UFC 110, den früheren Pride-Titelträger Antonio Rodrigo Nogueira spektakulär ausknocken konnte, sicherte er sich das Recht auf einen Titelkampf gegen den Regenten der Königsklasse: Brock Lesnar. Acht Monate später konnte er den polarisierenden Champion bei UFC 121 mit einer unglaublich dominanten Performance entthronen und ließ keinen Zweifel daran, dass nun die „Ära Velasquez“ in der UFC-Schwergewichtsdivision begonnen hatte.

Und das im erst neunten MMA-Kampf seiner Karriere. Nachdem Cain Ramirez Velasquez im Oktober 2006, im Alter von 24 Jahren, bei Strikeforce sein Käfig-Debüt gab und nach nicht einmal zwei Minuten durch TKO gewann, stieg er nur zwei Monate später bei der mittlerweile nicht mehr existenten Organisation „Bodog Fight“ einen weiteres Mal in den Ring. Wieder gewann er durch KO, wieder in der ersten Runde. Kein Wunder, dass kurz darauf die UFC auf ihn aufmerksam wurde, deren damals schwächelnde Schwergewichtsklasse jede Verstärkung nötig hatte.

Velasquez debütierte im April 2008 in der UFC und fuhr erneut einen TKO-Sieg ein, für den er nicht einmal zwei Minuten benötigte. Drei Monate später kehrte er ins Octagon zurück und gewann wieder nach gut zwei Minuten durch TKO. In seinem erst zweiten UFC-Fight, dem vierten MMA-Kampf überhaupt, stand er damit zum ersten Mal in einem der Hauptkämpfe einer UFC Pay-Per-View-Veranstaltung.

Unnötig zu erwähnen, dass sich langsam immer mehr Augen auf das vielversprechende Talent richteten. Nach Siegen über Denis Stojnic, im Februar 2009, und Cheick Kongo, beim Deutschland-Debüt der UFC im Juni desselben Jahres, wurden erste Rufe nach einem Titelkampf laut. Velasquez beendete das Jahr 2009 bei UFC 104 erfolgreich mit einem Sieg über Ben Rothwell und war damit reif für die Weltspitze. Von seinen bislang sieben Siegen, war nur einer eine Punktentscheidung. Die Führungsriege der UFC war begeistert von dem erst 27-jährigen Shootingstar. Kurz nach dem Sieg über Rothwell buchten Sie Velasquez daher in einen Ausscheidungskampf gegen „Minotauro“ Nogueira. Bei UFC 110 sollten beide unter sich ausmachen, wer es verdient hat, um den UFC Titel der Königsklasse anzutreten. Der junge, aufstrebende Star oder die seit Jahren etablierte Legende. Der 21. Februar sollte somit zum bis dahin wichtigsten Tag in Cain Velasquez‘ Karriere werden.

Eine historische Nacht: Cain Velasquez gewinnt den UFC Schwergewichtstitel.

Die Vorschusslorbeeren für Velasquez waren nach seinen bisherigen Octagon-Auftritten selbstredend reichlich. Dennoch rechneten viele mit einem sehr schweren Kampf für Velasquez, der mit Nogueira einen der erfahrensten und gefährlichsten Schwergewichtler der Welt vor sich hatte. Niemand hätte geglaubt, dass er „Minotauro“ mit einem brutalen KO in der ersten Runde auf die Bretter schicken würde. Velasquez war damit ganz oben angekommen – er war nun der offizielle Pflichtherausforderer auf Brock Lesnars Gürtel.

Im Vorfeld des großen Showdowns war die MMA-Welt dennoch gespalten. Lesnar  und Velasquez, zwei extrem starke Ringer und Ausnahmeathleten - wer würde da die Nase vorn haben? Würden die Schnelligkeit und schier endlose Ausdauer Velasquez‘ die enormen Gewichts- und Größenunterschiede gegenüber Lesnar ausgleichen können? War Lesnar der tatsächlich der bessere Ringer der Beiden?

Cain Velasquez ließ keine Fragen unbeantwortet. Er dominierte Lesnar vier Minuten lang, verteidigte scheinbar mühelos dessen Takedowns und prügelte ihn sprichwörtlich durch das Octagon, bis der Referee den Kampf nach 4:12 Minuten abwinken musste. In einer historischen Nacht wurde er so zum ersten mexikanisch-stämmigen Champion in der Geschichte der UFC und brachte mit diesem Sieg auch die letzten Zweifler zum Schweigen.

Cain Velasquez mag nicht der charismatischste Kämpfer sein, kein Trash-Talker, kein Aufschneider. Velasquez ist durch und durch ein Modellathlet. Überragendes Ringen, akkurates Boxen, ein riesiger Sauerstofftank und eine vorbildliche Arbeitsmoral brachten ihn in nur vier Jahren, nach nur neun Kämpfen, an die Spitze der Vorzeigeliga des wohl komplexesten Sports der Welt – und auf den ersten Platz in der Wahl zum GnP Award für den international besten Kämpfer des Jahres 2010.

Die exakte Stimmverteilung im Überblick:

1. Cain Velasquez (Mexiko) 34,9%
2. Georges St. Pierre (Kanada) 29,5%
3. Jose Aldo (Brasilien) 17,5%
4. Frankie Edgar (USA) 9,7%
5. Anderson Silva (Brasilien) 6,4%
6. Hatsu Hioki (Japan) 2,0%