Kolumnen

GnP Awards 2010: Bester Veranstalter international

Hat die Zügel fest im Griff: Dana White (Foto via mma-manifesto.com)

Der GnP Award für den international besten Veranstalter 2010 geht an: Ultimate Fighting Championship.

Wie viele erwartet hatten, wählte die Mehrheit unserer Leser die Ultimate Fighting Championship (UFC) zum international besten MMA-Veranstalter des Jahres 2010. Mit 62,0% der Stimmen führte die UFC damit vor der WEC (22,1% der Stimmen) und Strikeforce (10,3%).

Betrachtet man die kontinuierlichen Fortschritte, die die UFC durch Dana White, Lorenzo Fertitta, Marc Ratner und Joe Silva auch im vergangenen Jahr gemacht hat, so ist dieser Kantersieg absolut gerechtfertigt. Bereits im letzten Jahr sprach man davon, dass die UFC sich am Limit ihre Wachstums befinden würde, doch weit gefehlt. Mit Deutschland, Australien und Abu Dhabi, und zukünftig Brasilien, sowie China, expandiert die UFC nach wie vor und gesünder denn je. Dass auch sportlich einiges passiert ist, könnt ihr in unserem großen GnP-Jahresrückblick nachlesen (Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4).

Die exakte Stimmverteilung im Überblick:

1.       UFC 62,0%
2.       WEC 22,1%
3.       Strikeforce 10,3%
4.       Dream 3,2%
5.       Sengoku 2,0%
6.       Shooto 0,4%

Da die UFC in knapp 500 Millionen Haushalten weltweit empfangbar ist, steigen Zuschauerzahlen und Pay-Per-View-Verkäufe ebenso schnell, wie die Arenen weltweit ausverkauft werden. Innerhalb von wenigen Minuten sind in der Regel alle Tickets für Live-Events vergriffen, was von der Beliebtheit der UFC und deren steigendem Marktwert zeugt.

Die PPV-Veranstaltungen der UFC wurden im letzten Jahr 9.145.000 mal gekauft, was einen Ertrag von 411 Millionen US-Dollar nach 16 Events bedeutet. Brock Lesnar allein war hiervon für 2.100.000 Käufe verantwortlich. Dies gilt als Rekord, denn vor ihm gelangen solche Zahlen lediglich Mike Tyson (im Jahre 1996 gegen Evander Holyfield), Frank Bruno und Bruce Seldon. Die Welt scheint wissen zu wollen, wie Lesnar sich schlägt und wie sich der ehemalige WWE-Star entwickelt. Nach dem Titelverlust gegen Cain Velasquez steckte ihn die UFC marktstrategisch clever in die neue Staffel von "The Ultimate Fighter", was erneut traumhafte Einschaltquoten garantiert und die Einnahmen beim Kampf gegen den Coach-Rivalen Junior dos Santos in astronomische Höhen treiben wird.

Ein erwähnenswerter PPV-Käufermagnet ist auch Weltergewichtschampion Georges St. Pierre, der für 785.000 (gegen Josh Koscheck) sowie 770.000 Käufe (gegen Dan Hardy) verkaufte Shows verantwortlich war. Mit Rampage Jackson vs. Rashad Evans gelangen der UFC zudem 1.050.000 Käufe - einer der erfolgreichsten Nicht-Titelkämpfe aller Zeiten. In der Vergangenheit konkurrierte die UFC mit der WWE (World Wrestling Entertainment) und dem Boxsport um PPV-Käufer. Dieses Jahr ist die sie größtenteils als Sieger aus diesen Duellen hervorgegangen und produzierte sieben der 10 meistverkauften PPV des Jahres.

Doch auch außerhalb des Tagesgeschäfts konnte die UFC punkten: „UFC Undisputed 2010“, das zweite Videospiel der erfolgreichen Undisputed-Franchise wurde für alle gängigen Konsolen mehr als erfolgreich verkauft. Zwar zog die Konkurrenz von EA Sports und Strikeforce mit „EA Sports MMA“ nach, konnte jedoch keinen großen Schaden anrichten.

Besonder wichtig für das atemberaubende Wachstum der UFC ist jedoch ihre aggressive Expansionspolitik. Es existiert kaum ein Fleck auf der Erde, den sie noch nicht bereist und missioniert hat. Durch Events wie „UFC 110: Nogueira vs. Velasquez“ in Sydney, Australien, löste die UFC einen Boom in "Down Under" aus. Die Nachfrage ist groß. Der nächste Event in Australien ist für den 27. Februar geplant und bereits ausverkauft. Doch wohin reiste die UFC im letzten Jahr noch?

2010 standen Abu Dhabi (UFC 112), Kanada (UFC 113) und England (UFC 120) auf der Reiseroute. Und auch Deutschland wurde nicht vergessen. „UFC 122: Marquardt vs. Okami“ fand im November 2010 in der heimischen König Pilsener-Arena statt. Nach der großen Kritik, die der UFC hierzulande im Jahr zuvor um die Ohren gehauen wurde, war das doch sehr erstaunlich. Danken kann man dies wohl unter anderem den treuen Fans, die auch für den diesjährigen GnP Award verantwortlich sind.

Die UFC in Oberhausen (Foto via ruhrportal.de)

Und die Zukunft? Die UFC schaffte es 2010, nach langen Jahren des Verhandelns, dass der MMA-Sport im kanadischen Ontario "legalisiert" wird. Außerdem wurden die Tore zum fernen Osten sowie Südamerika für das neue Jahr aufgestoßen. Shows in Asien sind nur noch eine Frage der Zeit, während eine Rückkehr nach Brasilien mit „UFC Rio“, am 27. August 2011, schon sicher feststeht.

Dazu gibt es auch erfreuliche Nachrichten unserer europäischen Nachbarn, denn im Mai dieses Jahres wird die „UFC Fight Night 25" die Braehead Arena Schottlands aufheizen. Die UFC verbreitet sich wie ein Lauffeuer und liefert den MMA-Fans weltweit große Kämpfe im eigenen Land. Mit der Fusion der WEC sind nun mehr Kämpfer denn je in der UFC und ermöglicht den Veranstaltern mehr Shows auf die Beine zu stellen. Interessante Kampfpartien sind gewiss. Solange die Unterstützung der Fans erhalten bleibt, wird sich am Gewinner dieser Kategorie also wahrscheinlich auch in den kommenden Jahren nichts ändern.