Kolumnen

GnP Awards 2010: Bester junger Kämpfer national

Alan Omer hat mit erst 22 Jahren schon 18 Profikämpfe.

Alan Omer ist der „Beste junge Kämpfer des Jahres national 2010“! Mit einer überwältigenden Mehrheit von 58,3% wählten die GroundandPound-Leser den 22 Jahre jungen Stuttgarter vor Ruben Crawford (20,8%) und Gasi Achmelov (8,1%).

Diese Wahl kommt nicht sehr überraschend, schließlich gelang der deutschen Nr. 1 im Federgewicht im Jahr 2010 etwas, das bislang noch kein Deutscher schaffte: Er gewann einen bedeutenden Titel auf der britischen Insel.

Am 13. Februar 2010 stand Omer als kurzfristiger Ersatz im Federgewichtstitelkampf der British Association of Mixed Martial Arts. Sein Gegner war der siebzehn Jahre ältere Schotte Paul Reed. Omer fand gut in den Kampf und setzte im Stand erste Akzente, aber der kräftige Reed brachte ihn immer wieder zu Boden, um dann mit Ground and Pound zu arbeiten.

In der dritten Runde leitete Omer mit harten Kniestößen die Wende ein – Reed ging immer mehr die Kondition aus. Das Ende folgte schließlich in der vierten Runde: Omer setzte auf dem Boden geschickt einen Triangle Choke an und brachte Reed damit zur Aufgabe.

„Das war ein großartiges Gefühl“, sagt Omer über seinen historischen Titelgewinn bei BAMMA 2. „Ich bin nur dreizehn Tage vor dem Kampf kurzfristig und verletzt eingesprungen, gegen den damals viertplatzierten Kämpfer der European Top Ten. Der Kampf in London war für mich wie ein Heimkampf, da ein großer Teil meiner Familie dort wohnt. Ich hatte dort mehr Unterstützer als Paul Reed.“

Alan Omer (r). trifft Mark Adams.

Nur drei Monate später, am 15. Mai 2010, musste Omer seinen Federgewichtstitel bei BAMMA 3 verteidigen. Der bis dato unbesiegte Herausforderer Mark Adams beschränkte sich in ihrem fünf Runden langen Titelkampf lediglich auf „Lay & Pray“ – das aber mit Erfolg. Obwohl er im Stand deutlich unterlegen war und auch auf dem Boden aufgrund von Omers ständigen Aufgabegriff- und Sweepversuchen nichts ausrichten konnte, wurde er zum Sieger nach Punkten erklärt.

„Ich habe von der BAMMA immer noch nicht das Video von dem Kampf bekommen, von daher weiß ich gar nicht mehr so genau, wie alles ablief“, blickt Omer für uns zurück. „Ich weiß nur, dass ich den Standkampf ziemlich dominiert habe und am Boden der Aktivere von uns beiden war und ich auch auf der Suche nach Submissions war. Mark Adams war nicht eine Sekunde eine Gefahr für mich, jedoch konnte er mich stets auf den Boden bringen und dort von den Punkterichtern die entsprechende Wertung bekommen. Wie man gesehen hat, reicht das heutzutage schon aus, um einen Titel zu gewinnen.“

Alan Omer zwingt Rouven Kurath zur Aufgabe.

Am 4. September 2010 stieg Omer für seinen dritten Kampf bei Shooto Switzerland 7 in den Ring. Dort hatte er wenig Probleme, den Schweizer Veteranen Rouven Kurath in der ersten Runde mit einer schönen Kombination aus Triangle Choke und Kimura zur Aufgabe zwingen. Ein versöhnlicher Jahresabschluss für den ehrgeizigen Mann vom Stallion Cage.

Die Leser von GroundandPound würdigten Omers Leistungen nun zum zweiten Mal hintereinander mit dem Award als „Bester junger Kämpfer national“. Eigentlich wäre es jetzt an der Zeit, nach dem „Besten Kämpfer national“ zu streben, doch für dieses Jahr hat Omer andere Pläne.

„2011 nehme ich mir eine Inspirationspause“, erklärt Omer. „Mein Ziel ist nach wie vor, der Beste zu werden. Mir ist nach dem Kampf gegen Mark Adams bewusst geworden, dass mein Ringen einfach besser werden muss, um auf höchstem Niveau zu kämpfen und um mein Spiel durchzuziehen können. Deswegen habe ich jetzt intensiv mit dem Ringen angefangen. Von daher kann man für das Jahr 2011 keine großartigen Kämpfe im MMA von mir erwarten.“

Die exakte Stimmverteilung im Überblick:
1. Alan Omer (Stuttgart) 58,3%
2. Ruben Crawford (Köln) 20,8%
3. Gasi Achmelov (Bremen) 8,1%
4. Nico Penzer (Stuttgart) 6,1%
5. XXX 3,5%
6. Marcus Kottke (Leipzig) 3,2%