Kolumnen

GnP Awards 2010: Aufgabegriff des Jahres national

Kris McCray in der Kneebar von Carlos Eduardo Rocha. (Foto via Zuffa LLC)

Für den „Submission Of The Night“-Bonus bei UFC 122 hat es zwar nicht gereicht, stattdessen aber für eine andere bedeutende Auszeichnung: Carlos Eduardo Rocha gewinnt mit seinem Kniehebel gegen Kris McCray den Ground & Pound Award 2010 in der Kategorie „Bester Aufgabegriff national“.

Etwas überraschend war es schon für die Fans, als wir im August berichteten, dass die UFC den Wahl-Hamburger Carlos Eduardo Rocha für ihre zweite Deutschland-Veranstaltung „UFC 122“ verpflichtete. Der 29 Jahre alte „Ta Danado“ machte sich national einen Namen, als er im November 2009 den „Manto Cup“ von La Onda gewann und im Mai 2010 im Hauptkampf des GMC-Debüts siegte. International hatte man ihn allerdings noch nicht auf der Rechnung – umso größer war dann die Begeisterung, die seine blitzsaubere Leistung im Octagon auslöste.

Carlos Eduardo Rocha (Foto via Zuffa LLC)Am 13. November 2010 stand Rocha in der Oberhausener König-Pilsener-ARENA dem „Ultimate Fighter 11“-Finalisten Kris McCray gegenüber. Kein einfacher Gegner für einen Debütanten, ist der US-Amerikaner doch ein sehr guter Ringer und Bodenkämpfer. BJJ-Schwarzgurt Rocha ließ McCray aber wie einen BJJ-Weißgurt aussehen – was dieser im Prinzip auch ist, schließlich trainiert er nicht im Gi.

Nach einer kurzen Abtastphase im Stand brachte McCray Rocha zu Boden, der konterte jedoch schnell und landete in der Side Mount. Es ging zurück in den Stand, woraufhin ein weiteres Takedown von McCray folgte. Er versuchte, die Back Mount einzunehmen und einen Rear Naked Choke anzusetzen, aber da schnappte Rochas Falle zu.

„Die Leute, die mich kennen, wissen, dass das mein Stil ist“, sagte uns Rocha nach dem Kampf. „Ich habe ihn mit seiner Position glücklich gemacht und mir dann sein Bein geholt. Ich hatte ihm eine Falle gestellt, wie ein Fischer, der einen Köder auswirft und so dem Fisch gar keine andere Wahl lässt als anzubeißen. Ich habe ihn gesweept und weggefischt.“

Rocha drehte sich ein, packte sich McCrays Bein und setzte einen Kniehebel ab. McCray gab nach 2:21 Minuten der ersten Runde auf.

„Ich wusste ganz genau, was er machen wird, wir waren darauf vorbereitet“, freute sich Rocha. „Meine Hüfte habe ich nach hinten geworfen, dann mein Bein eingehakt. Meine Strategie war darauf ausgerichtet. Alles verlief genau nach Plan. Ich möchte alles andere als arrogant wirken, aber ich wusste wirklich, was ich mache. Im Video kann man es genau erkennen. Er hatte danach keine Chance mehr, sich daraus zu befreien. Ich in seiner Lage hätte auch tappen müssen.“

Für Rocha ging an diesem Tag ein Lebenstraum in Erfüllung. Er durfte nicht nur in der UFC kämpfen, er gewann sein Debüt auch auf eindrucksvolle Weise. Seinen nächsten Traum kann er sich bereits in wenigen Wochen erfüllen: Am 5. Februar kämpft „Ta Danado“ bei UFC 126 in Las Vegas, der Heimat der UFC – und das im Hauptprogramm.

Die exakte Stimmverteilung im Überblick:
1. Carlos Eduardo Rocha vs. Kris McCray 37,3%
2. Dennis Siver vs. Andre Winner 31,2%
3. Andreas Kraniotakes vs. Thorsten Kronz 17,8%
4. Ben Boekee vs. Andreas Bernhard 4,8%
5. Daniel Ackerman vs. Ezekiel Zayas 4,5%
6. Rainer Prang vs. Kaan Yesiller 4,4%