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Eine Ära geht zu Ende

Nachdenklich: Chuck Lidell.

Es ist das Ende einer Ära. Für die UFC und ihre Fans, aber auch für Chuck "The Iceman" Liddell. Für Rich "Ace" Franklin war es dagegen ein Neustart: Der ehemalige Mathelehrer brachte Liddells Karriere mit einem KO-Sieg in der ersten Runde an den Abgrund und gleichzeitig seine Eigene ein Stück nach vorne und näher an einen Titelkampf.

Die beiden Freunde kämpften bei UFC 115 gegeneinander, nachdem Franklin für den verletzten Tito Ortiz einsprang, da dieser sich einer Rücken-OP unterziehen muss. Liddell machte Druck und brachte Franklin dazu, sich fast ausschließlich nach hinten zu bewegen. Er setzte Franklin mit einigen Schlägen und Tritten zu und errang sogar einen Takedown, was bei Liddell selten vorkommt. Er ist nicht umsonst als Anti-Wrestler bekannt, der fast jeden Takedown verhindert und falls es doch dazu kam, wieder blitzschnell auf die Beine kam. Doch diesmal wollte Chuck unbedingt gewinnen.

Liddell brach Franklins Unterarm durch zwei wuchtige Roundkicks, was Franklin, nachdem er den Arm durchschüttelte, nicht davon abhielt mutig weiterzukämpfen. "In den frühen Minuten des Kampfes blockte ich einen Kick zum Körper auf meiner linken Seite und fühlte wie mein Arm brach", sagte Franklin im Interview nach dem Kampf.

Chuck setzte nach und nach mehr zu und versuchte Franklin auszuknocken, doch der Plan schlug fehl. Als Liddell einen Schwinger gen Franklins Kopf durchzog, wich dieser aus und konterte mit einer harten Rechten, die den Iceman am Kinn traf, die Lichter auslöschte und auf die Bretter schickte. Chuck stand unter großem Druck, er musste diesen Kampf gewinnen um sich seine Pläne für eine letzte Titelregentschaft aufrecht zu erhalten, doch sein Alter und seine Gier danach, den Kampf schnell zu beenden, machten ihm einen Strich durch die Rechnung.

Für Franklin öffnet dies nun große Perspektiven im Halbschwergewicht, für Chuck heißt es Abschied nehmen (wir berichteten). Experten zufolge hätte er schon vor einigen Kämpfen aufhören sollen, doch Chuck wollte seinen eigenen Weg gehen.

Chuck Liddell ist eine Legende in der UFC und bleibt als einer der größten Champions der Liga in Erinnerung. Er gehörte zu den Crossover Superstars, die es in alle Medien (Filme/Shows/Serien) schafften und dem Sport durch seine Popularität beim Wachstum halfen.

Es sieht nun leider so aus, dass Liddells beste Zeiten um sind und der 12. Juni 2010 das Ende seiner Karriere bedeutet, doch dies wird er selbst entscheiden. Liddell war mental motivierter denn je, doch er zahlte den Preis des Alters. Die Reaktionszeit wird schlechter, die Risiken und Regenerationszeiten wachsen. Den Treffer, der ihn zu Boden schickte, hätte der "Iceman" in besten Zeiten sicher weggesteckt, doch nun sagt ihm sein Körper, dass es so nicht mehr weiter geht. Traurig für alle Fans, die mit ihm auf mehr gehofft haben.

Dana White nahm dazu Stellung: "Das wars für Chuck. Er war in guter Verfassung und hat sich optimal auf den Kampf vorbereitet. Er und Rich haben den Fans das gegeben was sie sehen wollten, die Art von Kampf für die sie beide bekannt sind und geliebt werden. Chuck war und ist sehr wichtig für die UFC, er wird hier immer ein Heim haben. Ich bin nicht traurig über Chucks Niederlage. Bevor das hier alles losging war ich Liddells Manager und er machte 2500 Dollar pro Kampf und schaut mal was er jetzt verdient. Wir hatten einen Traum und wir leben den Traum, da gibt es nichts was traurig ist. Er hat so gekämpft wie wir ihn kennen und verließ das Match auch auf diese Art, er hat nichts zurückgehalten und den Fans einen Spitzenkampf geboten."

Irgendwann kommt die Zeit für jeden großen Kämpfer um "Adieu" zu sagen und für Liddell durfte dieser Punkt erreicht sein. Durch seine Persönlichkeit und Ausstrahlung wird er weiterhin Großes für den Sport ermöglichen und ihm erhalten bleiben, wenn auch nicht als Kämpfer. Danke Chuck!