Kolumnen

Die richtigen Dinge tun

Die UFC hat sich entschlossen, am 30. Januar die Wiederholung von UFC 107 "Penn vs. Sanchez" auf Spike TV ausstrahlen zu lassen. Das besondere daran? Zum einen liegt die Veranstaltung nicht einmal zwei Monate zurück, zum anderen fällt der Termin rein zufällig auf dasselbe Datum wie Strikeforce "Miami". Überraschenderweise nicht das erste Mal, dass die UFC ein Datum für ihre TV-Ausstrahlungen wählt, an welchem auch Strikeforce eine Veranstaltung abhält. Schon im April des letzten Jahres zeigte Spike TV die Wiederholung von UFC 94 "St. Pierre vs. Penn II" während Strikeforce "Shamrock vs. Diaz" und auf den Termin von "Fedor vs. Rogers" fiel völlig unbeabsichtigt die Ausstrahlung des Specials "UFC Main Event." Eine seltsame Reihe an Zufällen!

Abgesehen davon ist es doch sehr erfreulich für die UFC-Fans, dass sie, obwohl sie noch im Dezember fast 50 $ für den Event hinblättern mussten, den Event nun, nur wenige Wochen später, ein zweites Mal kostenlos verfolgen können. Besonders wichtig erscheint dies auch, da der ohnehin nur wenig gefüllte UFC-Terminkalender mit einigen weiteren Ausstrahlungen ergänzt wird und die Fans somit nicht ewig auf den nächsten UFC-Event warten müssen. Die UFC scheint damit eine ideale Vermarktungsstrategie entwickelt zu haben, um ihre Pay-Per-View-Zuschauerzahlen nachhaltig auf dem derzeitigen Niveau zu halten bzw. dieses auszubauen.

Doch wer glaubt, Strikeforce hätte nicht von der UFC gelernt, der irrt. Zwar liegt man auf dem Feld der Eventterminplanung offenbar noch etwas hinter dem Marktführer, erkennt man auf dem Programm für den nächsten Event doch deutliche Parallelen mit der UFC. So verpflichtete die kalifornische Organisation mit Bobby Lashley einen ehemaligen WWE Champion, der das Schwergewichtsfeld wohl ähnlich aufwühlen soll wie Brock Lesnar in der UFC. Damit nicht genug, konnte man mit dem 47 Jahre jungen Herschel Walker einen ehemaligen NFL-Running Back akquirieren und folgt somit der Linie, die von der UFC mit "The Ultimate Fighter 10" vorgegeben wurde.

Aber auch aus den Fehlern des großen Vorbilds lernt Strikeforce. Um nicht mit ähnlichen Problemen wie die UFC bei UFC 108 kämpfen zu müssen, man musste bekanntlich eine Vielzahl an Ausfällen verbuchen, hat sich Strikeforce auf einen sicheren Hauptkampf verlassen – einen Kampf um den vakanten Weltergewichtstitel zwischen Nick Diaz und Marius Zaromskis. Vor allem Nick Diaz war in der Vergangenheit ein Garant für Verlässlichkeit. Eine durchwegs verständliche Entscheidung, man hätte ja auch den Fehler machen können, Jay Hieron den Titelkampf gegen Zaromskis zu überlassen. Wenn ich mich recht erinnere, war es doch auch Hieron, welcher im vergangen August dafür verantwortlich war, dass der geplante Titelkampf zwischen ihm und Nick Diaz platzte. Eine respektable Entscheidung, ein solches Fehlverhalten nicht zu unterstützen.

Am 30. Januar werden die amerikanischen Mixed Martial Arts-Fans demnach vor die Wahl gestellt, welchem Veranstalter sie ihre Aufmerksamkeit schenken wollen. Eine schwierige Entscheidung…