Kolumnen

Die Nachwehen von UFC on FX 2

Die UFC verabschiedete sich in der Nacht von Freitag auf Samstag mit einem Knall in ihre 42-tägige Pause bis zu ihrem nächsten Event. UFC on FX 2 hatte alles, was MMA interessant macht, und bot dazu noch einen der größten Fehler in der UFC Geschichte, weswegen es im ersten Fliegengewichtskampf in der UFC keinen Sieger gab. Dazu schockte Martin Kampmann die Zuschauer mit einem überraschenden Submission-Sieg und Joseph Benavidez untermauerte seinen Status als Favorit im Fliegengewichtsturnier.

Martin Kampmann besiegt Thiago Alves durch Submission

Im Mainevent des Abends bewies Martin Kampmann, dass eine Submission genauso unerwartet kommen kann, wie ein KO. Gegen Thiago Alves hielt Kampmann zwar in den ersten Minuten gut mit und traf den Brasilianer auch mit einem harten Frontkick im Gesicht, der diesen sichtbar mitnahm. Nachdem sich Alves erholt hatte, übernahm er jedoch das Kommando und bestimmte den Kampf am Ende der ersten Runde auf dem Boden.

In der zweiten und dem Großteil der dritten Runde überzeugte Alves zudem im Stand, mit besseren Kombinationen und harten Legkicks. Als sich die Fans schon auf einen Punktsieg von Alves eingerichtet hatten, versuchte dieser sich an einem Takedown, allerdings schnappte der Däne sich sofort den Hals von Alves und brachte diesen 48 Sekunden vor Schluss aus der Mount mit einem Guillotine Choke zur Aufgabe.

Martin Kampmann
Auch wenn Kampmann sich sicher über diesen Sieg, für den er zudem noch den Bonus für die Submission des Abends bekam, freuen wird, dürfte er in den nächsten Tagen irgendwann zu Hause sitzen und sich fragen: Was wäre, wenn...? Was wäre, wenn die beiden umstrittenen Punktrichterentscheidungen gegen Jake Shields und Diego Sanchez an ihn gegangen wären? Dann stünde er jetzt kurz vor einem Titelkampf. So wird er wohl noch ein oder zwei Siege einfahren müssen, bevor er von einem Kampf gegen den dann amtierenden Champion sprechen darf.

Ohnehin ist das Titelgeschehen im Weltergewicht im Moment ziemlich eingefroren, da Interimschampion Carlos Condit wohl auf seinen Kampf gegen Champion George St. Pierre warten wird. Damit wäre eigentlich der Weg frei für einen Rückkampf gegen Jake Shields, der erst vor einer Woche bei UFC 144 erfolgreich war.

Thiago Alves
Das nennt man dann wohl „dumm gelaufen“, allerdings kann der verhängnisvolle Takedown-Versuch von Alves vielleicht auch auf die umstrittenen Wertungen der Punktrichter zurückzuführen sein. Schließlich konnte man in letzter Zeit häufig nur schwer einschätzen, wie diese ein Duell im Stand werten und da kommt ein Takedown zum Ende einer Runde immer gut. Im Fall von Alves hat dieser ihm den Kampf gekostet und den ehemaligen Titelherausforderer weit zurückgeworfen.

Nach einer Serie von sieben Siegen in Folge, die ihm den Titelkampf gegen GSP gebracht hatte, blickt er nun auf vier Niederlagen in seinen letzten sechs Kämpfen zurück. Seit seinem Kampf gegen Matt Hughes, bei UFC 85, hat Alves zudem keinen Gegner mehr KO geschlagen, wodurch der „Pitbull“ einiges an seinem Schrecken eingebüßt hat.

Dan Hardy ereilte nach seiner Niederlage gegen GSP ein ähnliches Schicksal, weswegen ein Duell der Beiden sicher interessant wäre, vorausgesetzt Hardy ist nach seinem Kampf bei UFC 146 gegen Duane Ludwig noch in der UFC. Sollte dies nicht der Fall sein, wäre auch Ludwig ein passender Kandidat für Alves. Ein unterhaltsamer Kampf würde außerdem auf die Fans warten, wenn es zu einem Duell mit Diego Sanchez käme.

Joseph Benavidez besiegt Yasuhiro Urushitani durch TKO

Joseph Benavidez ging als haushoher Favorit in den Kampf gegen Yasuhiro Urushitani, und dieser Stellung wurde er voll und ganz gerecht. Nachdem der Kampf die ersten Minuten im Stand noch relativ ausgeglichen war, brachte Benavidez den Japaner nach etwas über drei Minuten zu Boden und dominierte diesen dort für den Rest der Runde. Nur wenige Sekunden nach Beginn der zweiten Runde traf Benavidez seinen Gegner mit einem rechten Haken, der diesen zu Boden schickte. Dort beendete der Amerikaner den Kampf mit Ground and Pound.

Joseph Benavidez
Für Benavidez wird es in seinem nächsten Kampf um den Fliegengewichtstitel der UFC gehen, allerdings weiß, aufgrund der Fehlentscheidung im anderen Halbfinale, noch keiner, wann es zu dem Kampf kommen wird. Die Zeit bis dahin kann er sich mit dem Bonus für den KO des Abends versüßen.

Yasuhiro Urushitani
Urushitani kann sich in den nächsten Wochen ansehen, wen die UFC noch ins Fliegengewicht holt. Derzeit ist die neue Gewichtsklasse noch sehr dünn besetzt, weswegen der wahrscheinlichste Gegner im Moment der Verlierer des Kampfes zwischen John Lineker und Louis Gaudinot wäre. Die Beiden treffen bei UFC on Fox 3 aufeinander.

Demetrious Johnson gegen Ian McCall endet in einem Skandal

Ein Unentschieden wird es in diesem Kampf nicht geben! Dafür hatte die UFC extra die Sudden Victory-Runde, wie man sie aus The Ultimate Fighter kennt, in den Halbfinalkämpfen des Fliegenwichtturniers eingefügt, wenn die Wertungen der Punktrichter dann allerdings falsch zusammenaddiert werden, dann ist am Ende nicht nur UFC Präsident Dana White sprachlos.

Nach einem sehr unterhaltsamen und abwechslungsreichen Kampf, erklärte Ringsprecher Bruce Buffer im Käfig Demetrious Johnson zum Sieger. 29-28, 28-29 und 29-28 für Johnson verlas Buffer und erklärte einen mehrheitlichen Punktesieg, was schon irritierend war. Tatsächlich stand auf den Punktrichterzetteln 29-28, 29-28 für Johnson und ein Mal 29-29. Dieses Ergebnis war allerdings auch nicht korrekt, da ein Punktrichter die letzte Runde, in der Ian McCall das Geschehen dominierte, mit 10:8 an diesem gegeben hatte. Somit lautete das richtige Urteil am Ende: 29-29, 28-28 und 29-28, ein mehrheitliches Unentschieden. Somit hätte es eigentlich zur vierten Runde kommen sollen, eigentlich...

Demetrious Johnson
Die Freude über seinen Sieg war für Johnson nur von kurzer Dauer. Nun kann er sich auf einen sofortigen Rückkampf gegen McCall vorbereiten, was den Fans nach diesem sehr unterhaltsamen Kampf und dem umstrittenen Urteil aber durchaus Recht sein dürfte.

Ian McCall
Auch wenn er den Kampf nicht gewonnen hat, konnte sich McCall anschließend mit einem netten Gehaltscheck trösten. Beide Kämpfer erhielten von der UFC den Bonus für den Kampf des Abends und dazu noch die Siegprämie, dennoch hätte McCall in seinem nächsten Kampf wahrscheinlicher lieber gegen Benavidez um den Titel gekämpft. Nun muss er nochmal gegen Johnson ran.

Constantinos Philippou besiegt Court McGee einstimmig nach Punkten

Auch der erste Kampf des Abends war durchaus unterhaltsam. Constantinos Philippou und Court McGee duellierten sich fast 15 Minuten lang im Stand, was hauptsächlich auf die gute Takedown-Verteidigung von Philippou zurückzuführen war. Immer wieder wehrte dieser die Takedowns von McGee ab und traf seinerseits mit harten Schlägen, wodurch er die ersten beiden Runden für sich entscheiden konnte. In der dritten Runde gelang McGee der Takedown, allerdings konnte er seinen Gegner nicht lange auf dem Boden halten. Dennoch sicherte sich der Amerikaner diese Runde auf allen drei Punktrichterzetteln, auf denen es am Ende jeweils 29-28 für Philippou hieß.

Constantinos Philippou
Für Philippou war es der dritte Sieg in Folge in der UFC, noch dazu konnte er einen TUF-Sieger zu seinem Lebenslauf hinzufügen, was seinem Bekanntheitsgrad sicherlich nicht geschadet hat. Dennoch dürfte es in seinem nächsten Kampf nicht für einen Top Ten-Gegner reichen. Wahrscheinlicher ist ein Duell gegen den in letzter Zeit ebenfalls sehr erfolgreichen Ronny Markes. Zudem wartet Ed Herman nach zuletzt drei Siegen in Folge auf einen neuen Gegner.

Court McGee
Diese Niederlage war ein herber Rückschlag für McGee, in dem viele nach seinem TUF-Sieg sehr viel Potential gesehen hatten. Gegen Philippou schien McGee allerdings besonders der Größenunterschied zu schaffen zu machen. Sollte dies tatsächlich der Fall gewesen sein, wäre der Wechsel ins Weltergewicht eine Überlegung wert. Ansonsten wartet der vor seiner Niederlage gegen Ed Herman ebenfalls hoch gehandelte Clifford Starks noch auf einen neuen Gegner.