Kolumnen

Die Nachwehen von UFC 164

Anthony Pettis gewinnt den Leichtgewichtstitel bei UFC 164.

Am vergangenen Wochenende präsentierte die UFC mit UFC 164 eine ihrer besseren Veranstaltungen des Jahres. Mit Anthony Pettis, Josh Barnett und Chad Mendes überzeugten drei Hauptkämpfer mit dominanten Siegen, dazu lieferten sich Dustin Poirier und Erik Koch ein unterhaltsames Duell und auch Ben Rothwell gelang am Ende eines wenig beeindruckenden Duells noch ein schöner K.o.

Anthony Pettis besiegt Benson Henderson durch Submission

Zunächst sah es so aus, als ob Benson Henderson seine Strategie in dem Kampf durchsetzen könnte. Er drückte Anthony Pettis immer wieder gegen den Käfig und kontrollierte das Geschehen, allerdings konnte er Pettis nicht zu Boden bringen. Als es diesem dann auch noch gelang, Henderson von sich wegzubekommen, konnte Pettis einige gute Kicks zum Körper landen. Eine Minute vor Ende der ersten Runde versuchte Pettis einen Cart-Wheel-Kick. Dieser verfehlte allerdings sein Ziel und Pettis landete auf dem Rücken mit Henderson in seiner Guard. Pettis arbeitete sofort an einer Armbar und 29 Sekunden vor Ende der Runde musste Henderson schließlich aufgeben.

Anthony Pettis

Pettis forderte nach seinem Titelgewinn sofort einen Kampf gegen Federgewichtschampion Jose Aldo. Bevor es dazu kommt, wird man allerdings sehen müssen, wie es mit der Knieverletzung, die Pettis sich in dem Kampf zugezogen hat, aussieht. Dazu wollte sich UFC-Präsident Dana White auch noch nicht auf Pettis gegen Aldo als nächsten Kampf für beide Kämpfer festlegen. Dazu steht T.J. Grant, der eigentlich bei UFC 164 gegen Henderson kämpfen sollte, noch in den Startlöchern und wartet auf seinen Titelkampf.

Benson Henderson

Für Henderson war es die zweite Niederlage gegen Pettis und dieses Mal endete der Kampf deutlich, weswegen es für Henderson schwer sein wird, einen weiteren Kampf gegen Pettis zu bekommen, dies bestätigte Dana White auch nach dem Kampf. Somit wird Henderson darauf hoffen müssen, dass Pettis den Titel verliert, oder er wird alle anderen Leichtgewichte besiegen müssen, bis die UFC um einen dritten Kampf zwischen den beiden nicht herumkommt. Anfangen könnte er mit einem Rückkampf gegen Gilbert Melendez, wenn dieser bei UFC 166 gegen Diego Sanchez gewinnt, da der erste Kampf doch relativ umstritten endete, allerdings hat die UFC auch noch keinen neuen Gegner für Gray Maynard, der sich nach seiner Niederlage gegen Grant wieder nach oben arbeiten möchte.

Josh Barnett besiegt Frank Mir durch T.K.o.

Josh Barnett machte bei seiner Rückkehr ins Octagon kurzen Prozess mit Frank Mir. Barnett ging schnell zu Clinch-Arbeit gegen den Käfig über und brachte dabei immer wieder gute Treffer ins Ziel. Nach einem harten Knie zum Kopf ging Mir schließlich zu Boden. Der Ringrichter ging sofort dazwischen, bevor Barnett weitere Treffer landen konnte. Mir kam sofort wieder auf die Beine und sah vollkommen klar aus, weswegen viele diesen Abbruch für zu früh empfunden haben.

Josh Barnett

Nach über zehn Jahren seit seinem letzten Kampf in der UFC hat Barnett bewiesen, dass er noch immer zu den besten Kämpfern in seiner Gewichtsklasse gehört. Ob es für einen weiteren Titelkampf reicht, kann er in einem Duell mit Travis Browne beweisen. Sollte nach dem Titelkampf zwischen Cain Velasquez und Junior dos Santos der Champion länger ausfallen, wäre auch ein Duell gegen Fabricio Werdum möglich.

Frank Mir

Für Mir war es die dritte Niederlage hintereinander, womit jeder Kämpfer – auch ein ehemaliger Champion – in der UFC auf einem wackeligen Stuhl sitzt. Dana White wollte sich nach dem Kampf nicht zu einer möglichen Entlassung von Mir äußern, allerdings muss man diese Option inzwischen als durchaus möglich ansehen, da Mir in seinen letzten Kämpfen nicht gut aussah und für die zuletzt gezeigten Leistungen zu teuer ist. Sollte er doch noch einen weiteren Kampf bekommen, könnte er in einem Duell mit Alistair Overeem zeigen, welcher der beiden Kämpfer noch in die UFC gehört.

Chad Mendes besiegt Clay Guida durch T.K.o.

Clay Guida hat gekämpft, wie Clay Guida normalerweise kämpft. Er ist durch den Käfig gehüpft, hat seinen Kopf gut bewegt und alles gemacht, um seinen Gegner zu verwirren, aber gegen Chad Mendes hat das nicht funktioniert. Mendes schien den ganzen Kampf über der schnellere und gefährlichere Kämpfer zu sein. Er wehrte die Takedown-Versuche von Guida ab und brachte diesen selbst zu Boden. Dazu wich er den Schlägen von Guida gut aus und traf seinerseits. In der dritten Runde kam er mit einigen harten Treffern durch, die Guida zu Boden schickten. Mendes setzte nach und dem Ringrichter blieb keine andere Wahl, als den Kampf abzubrechen.

Chad Mendes

Für Mendes ist es klar, wie es für ihn weitergeht: Er bekommt seinen Rückkampf gegen Jose Aldo. Aber bisher wollte sich die UFC noch nicht festlegen, wie es mit Aldo weitergeht. Wenn es nicht zum Kampf gegen Pettis kommen sollte, wäre ein Kampf gegen Mendes eine logische Wahl – auch wenn Ricardo Lamas das nicht gerne hören wird. Sollte es zum Kampf zwischen Aldo und Pettis kommen, dürfte Mendes auf Lamas treffen, um den nächsten Nummer-1-Herausforderer im Federgewicht zu bestimmen.

Clay Guida

Es ist noch gar nicht so lange her, dass Guida die Fans mit seinen Leistungen begeistert hat, aber mit seiner Vorstellung im Kampf gegen Gray Maynard hat er sich keine Freunde gemacht und auch in seinem Kampf gegen Hatsu Hioki sah er nicht beeindruckend aus. Es gab nicht wenige Beobachter, die den Kampf für Hioki gewertet hatten. So steht Guida im Moment 1-1 im Federgewicht gegen zwei Top-10-Kämpfer in der Gewichtsklasse. Zeitlich passen würde natürlich ein Duell mit Erik Koch, allerdings wäre es auch denkbar, dass die UFC Guida als Prüfstein für Conor McGregor oder Steven Siler einsetzt.

Ben Rothwell besiegt Brandon Vera durch T.K.o.

Zwei Runden lang war der Kampf zwischen Ben Rothwell und Brandon Vera relativ ausgeglichen. Vera konnte einige gute Kicks ins Ziel bringen, dafür kamen aber auch die härteren Schläge von Rothwell ins Ziel. In der dritten Runde schaltete Rothwell einen Gang hoch und stürmte auf Vera los. Er traf mehrfach mit harten Schlägen, bis Vera schließlich zu Boden ging und der Kampf abgebrochen wurde.

Ben Rothwell

Rothwell forderte nach dem Kampf ein Duell mit Travis Browne, allerdings wird er auf diesen Kampf noch etwas warten müssen. Browne steht in der Rangliste um einiges höher als Rothwell, weswegen dieser Kampf wenig Sinn machen würde. Passender wäre da ein Duell mit Todd Duffee, für den die UFC immer noch keinen neuen Kampf angesetzt hat. Dazu wäre Matt Mitrione eine Möglichkeit, wenn dieser bei UFC 165 gegen Brendan Schaub gewinnt.

Brandon Vera

Vera wurde nach seiner Niederlage gegen Thiago Silva bereits aus der UFC entlassen. Die Entlassung wurde rückgängig gemacht, als Silva des Dopings überführt wurde. Bei Rothwell – der vor dem Kampf eine Ausnahmegenehmigung für die Testosteronersatz-Therapie bekommen hatte – wird er wohl vergeblich auf so einen Fall hoffen, und deswegen nach seinen letzten Leistungen erneut aus der UFC fliegen.

Dustin Poirier besiegt Erik Koch einstimmig nach Punkten

Erik Kock und Dustin Poirier lieferten sich eine der besten Runden dieses Jahres. In der ersten Runde wurde Koch von guten Treffern zu Boden geschickt, wo er Poirier in einen Triangle bekam. Dieser konnte sich befreien und anschließend im Stand einige gute Treffer landen. Schließlich schickte er Koch erneut zu Boden, wo er ihn mit Ground and Pound bearbeitete, bevor er Koch kurz vor Ende der Runde in einen D'Arce Choke bekam. Koch konnte sich zwar in die Rundenpause retten, unterlag aber am Ende nach Punkten – 29:28, 29:27 und 29:27 werteten die Punktrichter den Kampf für Poirier.

Dustin Poirier

Aufgrund der aktuellen Situation im Federgewicht wird Poirier in seinem nächstem Kampf wohl wieder auf einen bekannten Gegner treffen. Er hatte bereits einen Rückkampf gegen Cub Swanson gefordert, dies wäre ein Kampf, den die Fans sicherlich sehen wollen, aber auch ein Rückkampf gegen den „Korean Zombie“ Chang Sung Jung, mit dem sich Poirier einen der besten Kämpfe des vergangenen Jahres geliefert hatte, wäre eine interessante Option.

Erik Koch

Koch hätte eigentlich bei UFC 149 gegen Federgewichtschampion Jose Aldo kämpfen sollen, allerdings musste Aldo den Kampf verletzungsbedingt absagen. Der Kampf wurde für UFC 153 neu angesetzt, fand aber wieder nicht statt, da Koch sich vor dem Kampf verletzte. Nicht mal ein Jahr später spricht keiner mehr von einem Titelkampf für Koch. Nach Niederlagen gegen Ricardo Lamas und jetzt Poirier hat sich Koch erstmal aus dem Titelrennen verabschiedet. Ähnlich erging es zuletzt Dennis Siver, der mehrfach kurz vor einem Titelkampf stand, den letzten Schritt aber nie gehen konnte. Deswegen würde ein Kampf gegen Koch nicht nur Sinn machen, sondern den Fans auch noch ein unterhaltsames Duell liefern.