Kolumnen

Die Nachwehen von UFC 161

UFC 161

Nach der Rekordveranstaltung UFC on Fuel TV 10, bei der die Kämpfer mit acht Submission-Siegen die Zuschauer begeisterten, gab es bei UFC 161 wieder Hausmannskost. Abgesehen von dem schnellen K.o.-Sieg von Shawn Jordan über Pat Barry gingen alle anderen Kämpfe im Hauptprogramm über die volle Kampfdistanz. Abgeschlossen wurde der Abend dazu mit einem umstritten geteilten Punktsieg von Rashad Evans über Dan Henderson.

Rashad Evans besiegt Dan Henderson nach Punkten

In einem sehr ausgeglichen Kampf lieferten sich die beiden Ringer Rashad Evans und Dan Henderson ein Duell im Stand, in dessen Verlauf Henderson die erste Runde für sich entscheiden konnte. Ab der zweiten Runde wurde der ehemalige PRIDE-Champion jedoch etwas zurückhaltender, wodurch Evans die dritte Runde auf den Punktrichterzetteln für sich verbuchen konnte. Damit war die zweite die alles entscheidende Runde und in dieser hatten zwei der drei Punktrichter Evans vorne, womit dieser am Ende mit 29:28, 29:28 und 28:29 das Octagon als Sieger verließ.

Rashad Evans

Evans hat nach dem Kampf einem möglichen Wechsel ins Mittelgewicht endgültig ausgeschlossen. Damit steht die UFC vor der Frage, wie sie weiter mit Evans verfahren soll, da er so schnell keinen weiteren Titelkampf gegen Jones bekommen wird, aber für jeden Kämpfer in der Gewichtsklasse eine Gefahr darstellt. Sollte die UFC genügend Zuversicht in die Fähigkeiten von Glover Teixeira haben, könnte sie Evans für ihn als Sprungbrett für einen Titelkampf nehmen. Ansonsten wäre ein Rückkampf gegen Lyoto Machida möglich, wenn dieser Phil Davis bei UFC 163 besiegen sollte. Dazu wartet Ryan Bader noch auf einen neuen Gegner.

Dan Henderson

Mit der zweiten knappen Punktniederlage hintereinander hat sich Henderson wohl endgültig aus dem Titelrennen verabschiedet. Als Gegner für Kämpfer wie Teixeira oder Davis dürfte er der UFC allerdings zu gefährlich sein, weswegen ein Rückkampf gegen Antonio Rogerio Nogueira eine interessante Möglichkeit für seinen nächsten Kampf wäre. Dazu wäre er ein interessanter Test für Bader, ob dieser sich tatsächlich in die Top 5 der Gewichtsklasse hocharbeiten könnte.

Stipe Miocic besiegt Roy Nelson einstimmig nach Punkten

In einem sehr einseitigen Kampf sah es nur in der ersten Runde so aus, als ob Roy Nelson seinem Gegner mit seinen harten Schlägen gefährlich werden könnte. Aber bereits zum Ende der Runde ließ die Kondition von Nelson nach und Miocic punktete ihn daraufhin auf den Beinen aus. Über drei Runden landete er die besseren Treffer und ließ Nelson immer wieder langsam aussehen, weswegen an einem klaren Punktsieg für Miocic nie ein Zweifel bestand. Am Ende hieß es deswegen zurecht 30:27 auf allen Punktrichterzetteln.

Stipe Miocic

Nach der ersten Niederlage in seiner Karriere gegen Stefan Struve kehrte Miocic erfolgreich ins Octagon zurück und besiegte einen Top-10-Kämpfer relativ mühelos. Wenn Miocic in seinem nächsten Kampf allerdings gegen einen ähnlich bekannten Namen kämpfen möchte, dann muss er etwas warten oder darauf hoffen, dass sich ein Kämpfer verletzt, da Frank Mir, Josh Barnett, Alistair Overeem, Junior Dos Santos und Cain Velasquez bereits alle ihre nächsten Kämpfe angesetzt bekommen haben.

Es ist relativ unwahrscheinlich, dass die UFC ihn gegen Fabricio Werdum antreten lassen würde, da dieser im Moment der einzige offensichtliche Nummer-1-Herausforderer im Schwergewicht ist. Somit blieben ihm lediglich Kämpfer, die ihren letzten Kampf verloren haben, wie Antonio Silva oder Antonio Rodrigo Nogueira, oder Miocic müsste sich mit einem weniger bekannten Gegner wie Shawn Jordan begnügen.

Roy Nelson

Nelson hat hoch gepokert und hoch verloren. Wie Cheick Kongo war er mit dem Angebot, das die UFC ihm vor seinem letzten Kampf seines aktuellen Vertrages gemacht hatte, nicht einverstanden, und lehnte dieses ab. Und wie Kongo hat er seinen letzten Kampf verloren und nun keine besonders gute Ausgangslage, um große Ansprüche zu stellen. Sicherlich ist Nelson ein Publikumsliebling, aber es ist auch bekannt, dass UFC-Präsident Dana White kein großer Freund von ihm ist, deswegen darf man gespannt sein, ob die UFC sich mit ihm auf einen neuen Vertrag einigen kann, oder ob er das Schicksal von Kongo teilen wird. Sollte er in seinem nächsten Kampf wieder im Octagon stehen, wäre eine Kampf gegen Antonio Silva sicherlich interessant.

Ryan Jimmo besiegt Igor Pokrajac einstimmig nach Punkten

Ryan Jimmo und Igor Pokrajac lieferten sich einen der weniger unterhaltsamen Kämpfe des Abends. Immer wieder landeten beide Kämpfer im Clinch gegen den Käfig und immer wieder wurden sie vom Ringrichter getrennt. Über den ganzen Kampf hinweg war Jimmo jedoch der bestimmende Kämpfer und konnte Pokrajac in der zweiten Runde auch mit einer harten Rechten zu Boden schicken, dazu konnte er in der dritten Runde nach einem Takedown am Boden mit Ground and Pound punkten und sich damit den klaren Punktsieg mit 30:27 auf allen Punktrichterzetteln sichern.

Ryan Jimmo

Auch wenn Jimmo sich mit diesen Sieg von seiner ersten Niederlage seit 2007 erhalt hat, konnte er mit seiner Leistung niemanden davon überzeugen, dass er in seinem nächsten Kampf gegen einen bekannteren Gegner kämpfen sollte. Dementsprechend sollte er im August gut aufpassen, wenn Ednaldo Oliveira und Robert Drysdale sowie Ovince Saint Preux und Cody Donovan aufeinandertreffen, da einer der Sieger dieser beiden Kämpfe sein nächster Gegner sein könnte.

Igor Pokrajac

Für Pokrajac war es der dritte sieglose Kampf hintereinander und Dana White wollte nach dem Kampf nicht bestätigen, dass der Kroate auch bei seinem nächsten Kampf wieder im Octagon stehen wird. Betrachtet man die letzten Entscheidungen der UFC, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass Pokrajac die UFC nach dieser wenig überzeugenden Leistung verlassen muss.

Alexis Davis besiegt Rosi Sexton einstimmig nach Punkten

Im einzigen Frauenkampf des Abends bestimmte Alexis Davis den Kampf gegen Rosi Sexton auf der Matte. Immer wieder versuchte sie, Sexton mit Aufgabegriffe zum Abklopfen zu zwingen, was ihr aber nicht gelang. Nach drei unterhaltsamen Runden ging es somit an die Punktrichter, die den Kampf mit 29:28, 29:27 und 29:28 an Davis gaben.

Alexis Davis

Davis war als klare Favoritin in den Kampf gegangen und hatte mehr Probleme mit Sexton, als viele Experten vor dem Kampf erwartet hatten. Damit ist ihre einzige Niederlage in den letzten drei Jahren eine mehrheitliche Punktniederlage gegen Sarah Kaufmann. Sollte die UFC an Cat Zingano als Nummer-1-Herausforderin festhalten, wäre es möglich, dass Davis in ihrem nächsten Kampf auf die Siegerin des Duells zwischen Kaufmann und Sara McMann trifft, die bei UFC on Fox Sports 1: Condit vs. Kampmann aufeinandertreffen werden.

Rosi Sexton

Trotz ihrer Niederlage hat Sexton eine gute Leistung gezeigt, die den Fans gefallen hat, und wird damit auch in ihrem nächsten Kampf wieder im Octagon stehen. Aus deutscher Sicht wäre natürlich ein Kampf gegen Sheila Gaff eine sehr interessante Option.

Shawn Jordan besiegt Pat Barry durch K.o.

Shawn Jordan läutete das Hauptprogramm mit einem Knall ein, als er für den einzigen K.o. des Abends sorgte. Nach nicht mal einer Minute in der ersten Runde zwangen einige harte Schläge Barry in die Knie. Jordan setzte nach, bis der Ringrichter den Kampf schließlich abbrach.

Shawn Jordan

Für Jordan war es der dritte Sieg im vierten Kampf in der UFC, und jeden seiner Siege konnte er vorzeitig einfahren. Damit arbeitet er sich langsam im Schwergewicht nach oben und könnte sich in seinem nächsten Kampf wieder einem bekannten Namen gegenüber sehen. So hat die UFC bisher noch keinen neuen Gegner für Todd Duffee bekannt gegeben. Dazu könnte er sich einen schönen Schlagabtausch mit dem Sieger des bei UFC on Fox 8 stattfindenden Kampfes zwischen Brendan Schaub und Matt Mitrione liefern.

Pat Barry

Mit einer Kampfbilanz von fünf Siegen und sechs Niederlagen ist es hauptsächlich die Beliebtheit von Barry, die ihn in der UFC hält, und auch nach dieser Niederlage wird er sich auf diese verlassen können. Dabei setzt ihm die UFC immer wieder Kämpfer vor, die im Stand gegen ihn kämpfen wollen, und so wird es auch in seinem nächsten Kampf sein, in dem er auf den Verlierer des Duells zwischen Schaub und Mitrione treffen könnte. Dazu wäre aber auch ein Kampf gegen den Verlierer des Duells zwischen Brandon Vera und Ben Rothwell, die bei UFC 164 aufeinandertreffen werden, interessant.