Kolumnen

Die Nachwehen von UFC 158

Georges St. Pierre überzeugte bei UFC 158 gegen Nick Diaz.

Bei UFC 158 kam es zum lange erwarteten Duell zwischen Georges St. Pierre und Nick Diaz. St. Pierre dominierte den Herausforderer über fünf Runden und verteidigte erneut seinen Titel. Zudem lieferten sich Johny Hendricks und Carlos Condit ein sehr unterhaltsames Duell und Jake Ellenberger schickte Nate Marquardt ins Land der Träume.

Georges St. Pierre besiegt Nick Diaz nach Punkten

Für viele Fans verlief das Duell zwischen Weltergewichtschampion Georges St. Pierre und Herausforderer Nick Diaz so, wie sie es sich vorgestellt hatten. GSP punktete den ganzen Kampf über mit Takedowns, und auch wenn es Diaz hin und wieder gelang, wieder auf die Beine zu kommen oder einen Takedown abzuwehren, konnte er im Stand nicht das zeigen, was er eigentlich kann. St. Pierre traf Diaz häufiger und sicherte sich damit einen sehr einseitigen Punktsieg. 50:45 hieß es am Ende auf allen Punktrichterzetteln.

Georges St. Pierre

Auch wenn man es vor zwei, drei Jahren nicht für möglich gehalten hätte, stehen die Herausforderer im Weltergewicht im Moment Schlange. Johny Hendricks ist der Nächste auf GSPs Liste, dahinter warten mit Jake Ellenberger, Demian Maia und Rory MacDonald drei weitere hochkarätige Kämpfer und der ein oder andere Fan hofft immer noch auf einen Superkampf gegen Mittelgewichtschampion Anderson Silva.

Nick Diaz

Nach dem Kampf sprach Diaz wieder von einem Rücktritt vom MMA. Dies widerrief er allerdings wenig später bei einem Interview wieder und sagte, dass er gerne einen Rückkampf gegen St. Pierre hätte. Dazu werde es laut UFC-Präsident Dana White so schnell nicht kommen, weswegen man gespannt sein darf, wie es mit Diaz weitergeht – wenn er nicht wieder positiv auf Marihuana getestet wird.

Johny Hendricks besiegt Carlos Condit nach Punkten

Den Kampf des Abends bestritten Johny Hendricks und Carlos Condit. Die beiden Weltergewichte lieferten sich über drei Runden eine Schlacht im Stand, während der Hendricks immer wieder mit Takedowns punktete. Auch wenn es Hendricks nie gelang, am Boden gute Aktionen zu zeigen oder Condit auf der Matte zu halten, machten diese Takedowns am Ende den Unterschied aus. Denn trotz der besseren Treffer von Condit im Stand, in den letzten beiden Runden, gaben die Punktrichter den Kampf jeweils mit 29:28 an Johny Hendricks.

Johny Hendricks

Hendricks hat sich mit diesem Sieg offiziell zum Pflichtherausforderer gemacht. Wenn sich also nicht wieder ein Kämpfer dazwischen redet, dann sollte Hendricks sich beim nächsten Besuch im Octagon GSP gegenübersehen.

Carlos Condit

Condit hatte auf einen Rückkampf mit GSP gehofft, und obwohl beide Kämpfer einen sehr unterhaltsamen Kampf abgeliefert haben, muss Condit sich im immer dichter werdenden Weltergewicht wieder hinten anstellen. Auch wenn die UFC nicht gerne Kämpfer mit unterschiedlichen Ergebnissen in ihren letzten Kämpfen gegeneinanderstellt, währe ein Duell gegen Robbie Lawler sehr interessant und mit Sicherheit unterhaltsam. Aber auch ein Kampf gegen Martin Kampmann, ein weiteres „Opfer“ von Johny Hendricks, würde die Zuschauer mit Sicherheit von ihren Sitzen holen.

Jake Ellenberger besiegt Nate Marquardt durch T.K.o.

Nate Marquardt war im Duell gegen Jake Ellenberger zunächst der aktivere Kämpfer und konnte auch einige gute Treffer landen, während Ellenberger sich das Ganze erstmal in Ruhe ansah. Nach drei Minuten stürmte Ellenberger dann auf Marquardt zu, traf ihn mit einigen harten Schlägen und schickte ihn ins Land der Träume.

Jake Ellenberger

Da Hendricks wohl den Titelkampf bekommen wird, muss Ellenberger sich noch ein wenig gedulden. In einem Duell mit Rory MacDonald oder Demian Maia könnte die UFC allerdings schon den nächsten Titelherausforderer bestimmten.

Nate Marquardt

Für Marquardt war es die zweite Niederlage in Folge, und da er auch nicht der günstigste Kämpfer ist und eine etwas schwierige Vergangenheit mit der UFC hat, wäre es nicht verwunderlich, wenn Marquardt sich nach dieser Niederlage nach einem neuen Arbeitgeber umsehen muss. Da Marquardt aber immer noch ein bekannter Name ist, wäre es durchaus vorstellbar, dass man ihn als weiteren Test für den hochgehandelten Erik Silva nutzt.

Chris Carmozzi besiegt Nick Ring nach Punkten

Die erste Runde zwischen Nick Rind und Chris Carmozzi war ziemlich ausgeglichen, da beide Kämpfer im Stand einige Treffer landen konnten, ohne jedoch groß Wirkung zu erzielen. In der zweiten Runde bestimmte Ring das Geschehen, war aktiver und konnte mehr Treffer landen, allerdings schien ihn in der dritten Runde seine Kondition etwas im Stich zu lassen, wodurch Carmozzi die Nase in dieser Runde vorne hatte. Damit kam es am Ende auf die erste Runde an. Zwei Punktrichter gaben diese an Carmozzi und nur einer an Ring, womit Carmozzi sich den Punktsieg mit 29:28, 29:28 und 28:29 sicherte.

Chris Carmozzi

Carmozzi hat seine letzten vier Kämpfe gewonnen und ist 4:1 seit seiner Rückkehr in die UFC. Damit wird es langsam Zeit, dass die UFC ihm einen bekannteren Namen gegenüberstellt. Auch wenn er in seinem nächsten Kampf noch keinen Gegner aus den Top Ten bekommen wird, so wäre TUF-Gewinner Court McGee eine interessante Möglichkeit. Zudem könnte Carmozzi mit einem Sieg über den Sieger des bei UFC on Fox 7 stattfindenden Kampfes zwischen Francis Carmont und Lorenz Larkin beweisen, wie sehr er sich in den letzten Jahren verbessert hat.

Nick Ring

Für Nick Ring war es erst die zweite Niederlage seiner Karriere, aber sein Weg nach oben wurde damit gestoppt. Somit wird sich Ring in seinem nächsten Kampf in einem der Vorkämpfe gegen Gegner vom Kaliber eines Riki Fukuda oder Andrew Craig wiederfinden.

Mike Ricci besiegt Colin Fletcher nach Punkten

Im Duell der beiden TUF-Veteranen bestimmte Mike Ricci das Geschehen zum größten Teil im Stand. Ricci landete die klareren Treffer und sicherte sich in der dritten Runde zudem einen Takedown, womit er den Kampf auf allen drei Punktrichterzetteln mit 30:27 für sich entscheiden konnte.

Mike Ricci

Auch wenn Ricci mit diesem Sieg seiner Entlassung aus dem Weg gegangen ist, konnte er mit seiner Leistung nicht wirklich überzeugen. Dementsprechend dürfte es für ihn schwer werden, in seinem nächsten Kampf einen Platz im Hauptprogramm und einen größeren Namen zu bekommen. Wahrscheinlich wäre ein Kampf gegen einen Gegner vom Kaliber eines John Makdessi, der bei UFC 158 ebenfalls erfolgreich war, oder der Sieger des Duells zwischen Reza Madi und Michael Johnson, die bei UFC on Fuel TV 9 aufeinandertreffen werden.

Colin Fletcher

Auch wenn es für Fletcher erst die zweite Niederlage in der UFC war, so wird er nach dieser schwachen Leistung und der derzeitigen Entlassungspolitik der UFC seinen nächsten Kampf wahrscheinlich in einer anderen Organisation bestreiten müssen.