Kolumnen

Die Nachwehen von UFC 154

Georges St. Pierre kehrte bei UFC 154 erfolgreich ins Octagon zurück

Bei UFC 154 kehrte der amtierende Weltergewichtschampion der UFC, Georges St. Pierre, nach einer langen Verletzungspause wieder ins Octagon zurück und überzeugte mit seiner Leistung Fans und Kritiker. Er verteidigte seinen Titel gegen Interimschampion Carlos Condit, während Johny Hendricks sich mit einem eindrucksvollen KO-Sieg über Martin Kampmann zum Nummer-1-Herausforderer kürte. Weniger überzeugen konnte Francis Carmont bei seinem Punktsieg über Tom Lawlor und die Kanadier Mark Hominick und Mark Bocek mussten gar Niederlagen vor ihrem Heimpublikum gegen Pablo Garza bzw. Rafael dos Anjos einstecken.

Georges St. Pierre besiegt Carlos Condit einstimmig nach Punkten

Es wirkte beinahe so, als ob George St. Pierre nie verletzt gewesen wäre. Der kanadische Weltergewichtschampion dominierte Interimschampion Carlos Condit über fünf Runden mit seinem Ringen, lediglich in der dritten Runde mussten seine Fans um St. Pierre bangen, als dieser nach einem Headkick von Condit zu Boden ging. Der Champion erholte sich schnell und konnte die Runde noch auf zwei der drei Punktrichterzettel für sich entscheiden. Somit hieß es am Ende 50:45, 50:45 und 49:46 für den alten und neuen Weltergewichtschampion Georges St. Pierre.

Georges St. Pierre

GSP wollte nach dem Kampf keine definitive Aussage bezüglich eines Super-Fights gegen Anderson Silva machen. Ginge es aber nach UFC-Präsident Dana White, wäre das der nächste Kampf, den die beiden Champions bestreiten würden. Sollte St. Pierre sich gegen einen Gewichtsklassenwechsel oder einen Catchweight-Kampf entscheiden, stünde mit Johny Hendricks allerdings schon ein eindeutiger Nummer-1-Herausforderer fest.

Carlos Condit

Condit hatte GSP angeschlagen und hätte beinahe die Überraschung geschafft, so aber steht am Ende ein eindeutiger Punktsieg für den Champion und die erste Niederlage in einem Titelkampf für Condit auf dem Papier. Allerdings dürfte sich Condit nach dieser Leistung durchaus Hoffnung auf einen Rückkampf machen, nachdem er einige Siege eingefahren hat. Den ersten Schritt könnte er dabei in einem Duell mit Martin Kampmann machen, aber auch der Verlierer des bei UFC on Fox 5 stattfindenden Duells zwischen BJ Penn und Rory McDonald wäre ein interessanter Gegner.

Johny Hendricks besiegt Martin Kampmann durch KO

Johny Hendricks brauchte zwar etwas länger, als bei seinem Sieg über Jon Fitch, dennoch war der KO-Sieg nach 46 Sekunden über Martin Kampmann nicht weniger beeindruckend. Nach einer krachenden Linken landete der Däne auf seinem Rücken und musste dort noch einen weiteren harten Schlag einstecken, bevor der Ringrichter dazwischen gehen konnte.

Johny Hendricks

Für Hendricks hängt viel davon ab, ob GSP als Nächstes gegen Silva kämpft oder nicht. Sollte der Champion sich in seinem nächsten Kampf mit einem Weltergewichtskämpfer messen wollen, führt kaum ein Weg an Hendricks vorbei, der sich mit fünf Siegen in Folge, dabei drei nacheinander gegen Top-10-Kämpfer, diesen Titelkampf verdient hat. Sollte es jedoch nicht zu diesem Kampf kommen, wäre sicherlich ein Duell gegen den Sieger des zuvor bereits angesprochenen Kampfes zwischen Penn und McDonald interessant.

Martin Kampmann

Für Kampmann war es eine weitere Niederlage kurz vor einem Titelkampf. Mit 30 Jahren sollte Kampmann seine Jagd nach einem Titel allerdings noch nicht aufgeben, auch wenn das Zeitfenster für den Dänen immer kleiner wird. In seinem nächsten Kampf könnte er sich mit einem überzeugenden Sieg gegen den Verlierer des Duells zwischen Mike Swick und Matt Brown wieder zurückmelden. Ein Duell gegen den hochgelobten Erik Silva könnte ihm ebenfalls dabei helfen, die kommende Richtung seiner Karriere zu bestimmen.

Francis Carmont besiegt Tom Lawlor nach Punkten

Es war nicht die erhoffte Coming-out-Party von Francis Carmont, die viele erwartet hatten. Der Franzose war über drei Runden sehr zurückhaltend und konnte nur vereinzelt mit Legkicks und Schlägen punkten. Allerdings konnte auch Lawlor nur in der zweiten Runde mit Takedowns alle Punktrichter für sich gewinnen, weswegen es nach diesem relativ ereignislosen Kampf am Ende 29:28, 29:28 und 28:29 für Carmont hieß.

Francis Carmont

Carmont war als klarer Favorit in diesen Kampf gegangen, konnte diese Stellung aber kaum rechtfertigen. Dennoch war es der vierte Sieg in Folge für Carmont in der UFC, wodurch er sich in seinem nächsten Kampf einem etwas namenhafteren Gegner gegenübersehen dürfte. Ein möglicher Prüfstein wäre Brian Stann, allerdings würde Carmont sich auch anbieten, um Strikeforce-Kämpfer wie Tim Kennedy in der UFC zu begrüßen.

Tom Lawlor

Für Lawlor dürfte es nach der fünften Niederlage in seinen letzten sieben Kämpfen in der UFC langsam eng werden. Auch wenn er nach dieser knappen Punktniederlage wohl noch nicht vor die Tür gesetzt werden dürfte, sollte ihm in seinem nächsten Kampf wieder ein Sieg gelingen, wenn er sich nicht nach einem neuen Arbeitgeber umsehen möchte. In einer ähnlichen Situation befindet sich Alessio Sakara, der nach zwei Niederlagen in Folge bei UFC 154 nach mehreren illegalen Schlägen gegen Patrick Coté disqualifiziert wurde, nachdem er diesen mit einem schönen Ellenbogen kurz vor dem KO hatte, weswegen ein Kampf gegen Sakara durchaus Sinn ergeben würde.

Rafael dos Anjos besiegt Mark Bocek einstimmig nach Punkten

Nachdem Nick Ring seinen Kampf gegen Constantinos Philippou krankheitsbedingt absagen musste, rutschten Rafael dos Anjos und Mark Bocek in die Hauptkämpfe vor. Dos Anjos nutzte die Gelegenheit und dominierte seinen Gegner über drei Runden. Der Brasilianer wehrte die Takedown-Versuche von Bocek immer wieder ab und brachte den Kanadier seinerseits ab der zweiten Runde immer wieder zu Boden. Auch im Stand bot dos Anjos eine bessere Leistung und gewann somit verdient 30:27 auf allen drei Punktrichterzetteln.

Rafael dos Anjos

In seinem elften Kampf in der UFC lieferte dos Anjos eine seiner besten Leistungen für die Organisation ab und dürfte sich nach drei Siegen in Folge langsam der Top-10 im Leichtgewicht nähern. Bevor er gegen die Besten der Gewichtsklasse antreten darf, wartet Takanori Gomi nach seinem Sieg über Mac Danzig noch auf einen neuen Gegner. Eine gute Standortbestimmung wäre zudem ein Kampf gegen den Sieger des Duells zwischen Melvin Guillard und Jamie Varner, die beim Finale der aktuellen The Ultimate Fighter Staffel gegeneinander antreten sollen.

Mark Bocek

Boceks letzten Niederlagen in der UFC waren gegen Benson Henderson und Jim Miller, zwei Kämpfer, gegen die man durchaus verlieren kann. Die Niederlage gegen dos Anjos wirft ihn in dieser dicht besetzten Gewichtsklasse dagegen etwas weiter zurück. Dementsprechend dürfte er sich in seinem nächsten Kampf Gegnern vom Kaliber eines Danny Castillo oder Mac Danzig gegenübersehen.

Pablo Garza besiegt Mark Hominick einstimmig nach Punkten

In der ersten Runde sah die Welt für Mark Hominick noch in Ordnung aus. Er konnte im Stand gute Treffer landen und Garza mit einem Körpertreffer zu Boden schicken, allerdings gelang es Garza, Hominick einen Cut zuzufügen und die Runde noch auf einem der drei Punktrichterzettel für sich zu entscheiden. Anschließend dominierte Garza Hominick am Boden und sorgte mit starkem Ground and Pound in der zweiten Runde dafür, dass zwei Punktrichter die Runde mit 10:8 an ihn gaben. Auch die dritte Runde bestimmte Garza größtenteils am Boden, womit es am Ende 29:27, 30:26 und 29:28 für den Amerikaner hieß.

Pablo Garza

Garza schaffte mit diesem Sieg die größte Überraschung des Abends und rettete nach zwei Niederlagen in Folge wohl seine UFC-Karriere. Als mögliche Gegner für Garza kämen Antonio Carvalho, der bei UFC 154 seinen zweiten UFC-Kampf gewinnen konnte, oder Diego Brandao, der nach seiner ersten Niederlage in der UFC bei UFC 153 mit einem Sieg über Joey Gambino wieder zurück in die Spur gefunden hatte, in Frage.

Mark Hominick

Für Hominick war dies die vierte Niederlage in der UFC in Folge und besonders die Deutlichkeit, mit der er die zweite und dritte Runde verloren hat, dürfte die UFC-Verantwortlichen dazu bringen, den Kanadier, nur drei Kämpfe nach seiner Niederlage im Titelkampf gegen Jose Aldo, vor die Tür zu setzen.