Kolumnen

Die Nachwehen von UFC 152

Jon Jones konnte seinen Titel bei UFC 152 erfolgreich verteidigen.

Nach langer Pause wurde am vergangenen Wochenende wieder das Octagon aufgebaut. Bei UFC 152 verteidigte Jon Jones überzeugend seinen Halbschwergewichtstitel und Demetrious Johnson wurde zum ersten Fliegengewichtschampion der UFC. Außerdem meldete sich Matt Hamill mit einem Sieg aus dem Ruhestand zurück und Michael Bisping hielt die englischen Hoffnungen für einen Landsmann als möglichen UFC-Titelträger am Leben.

Jon Jones besiegt Vitor Belfort durch Submission in Runde 4

In der ersten Runde wäre Vitor Belfort beinahe die Überraschung gelungen. Er hatte Jon Jones in einem Armhebel und es sah so aus, also ob der Champion abklopfen musste. Jones konnte sich befreien und anschließend bot sich das Bild, das die meisten Außenstehenden vor dem Kampf erwartet hatte. Jones dominierte den Kampf mit seinen Reichweitenvorteilen und zwang Belfort schließlich in der vierten Runde mit einem Kimura zum Abklopfen.

Jon Jones

Jones musste zwar nicht in der ersten Runde abklopfen, ganz unbeschadet kam er trotzdem nicht aus dem Armhebel heraus. Deswegen muss erstmal abgewartet werden, wie lange der nächste UFC-Champion ausfällt. Wenn man den Gerüchten glauben darf, könnte er dann auf den Sieger des hinter vorgehaltener Hand gehandelten Kampfes zwischen Dan Henderson und Lyoto Machida treffen. Allerdings könnte sich der Sieger zwischen Mauricio „Shogun“ Rua und Alexander Gustafsson bei einer ansprechenden Leistung vielleicht noch vordrängeln.

Vitor Belfort

Ein paar Sekunden lang hätte man fast vergessen können, dass Belfort eigentlich gar nicht in der Gewichtsklasse von Jones kämpft. Sollte der ehemalige Halbschwergewichtschampion allerdings nicht wieder spontan einspringen, wird sein nächster Kampf wieder im Mittelgewicht stattfinden und dort finden sich genügend Herausforderungen. Schließlich steht immer noch das zweite Duell mit TUF Brazil Rivalen Wanderlei Silva aus. Dazu sucht Anderson Silva einen bekannten Namen als nächsten Titelherausforderer. Ein Duell zwischen Belfort und Michael Bisping würde einen würdigen Herausforderer bieten, der auch für gute Pay-per-View-Zahlen sorgen dürfte.

Demetrious Johnson besiegt Joseph Benavidez nach Punkten

Demetrious Johnson und Joseph Benavidez lieferten sich ein ausgeglichenes Duell, das seine Highlights in der vierten Runde hatte, als Benavidez seinen Gegner zu Boden schicken und fast mit einem Guillotine Choke zur Aufgabe zwingen konnte. Ansonsten schien Johnson meistens einen Schritt zu schnell für Benavidez zu sein, was sich am Ende knapp im Punkteurteil widerspiegelte. Auf den Punktrichterzetteln lag Johnson mit 48:47, 49:46 und 47:48 vorne und ist damit der erste Fliegengewichtschampion der UFC.

Demetrious Johnson

Nach dem Sieg im Fliegengewichtsturnier ist Johnson nicht nur erster Fliegengewichtschampion, sondern auch unangefochtener Kopf der Gewichtsklasse, die immer noch sehr dünn besetzt ist. Mit TUF 14 Sieger John Dodson und Jussier da Silva stehen sich bei UFC on FX: Browne vs. Big Foot allerdings bereits die nächsten beiden Anwärter auf einen Titelkampf gegenüber. Ansonsten bleibt abzuwarten, wie sich Louis Gaudinot nach seiner Verletzung erholt, und wie Yasuhiro Urushitani seine Niederlage gegen Benavidez verkraftet hat.

Joseph Benavidez

Das war der zweite Titelkampf von Benavidez und seine zweite Niederlage – wieder geteilt nach Punkten. Allerdings befindet er sich in einer guten Gewichtsklasse, um einen weiteren Titelkampf zu bekommen. Ein oder zwei überzeugende Siege gegen Kämpfer vom Kaliber eines Gaudinot oder Darren Uyenoyama und er wird seinen dritten Titelkampf bekommen.

Michael Bisping besiegt Brian Stann einstimmig nach Punkten

In der ersten Runde gelang es Brian Stann, Michael Bisping ordentlich durchzuschütteln. Der Engländer konnte allerdings auf den Beinen bleiben und bestimmte den Kampf anschließend mit seinen Takedowns. Auch wenn er am Boden nicht zu viel Schaden verursachen konnte, reichten die Aktionen und einige Treffer im Stand, um die letzten beiden Runden auf den Punktrichterzetteln für sich zu entscheiden. Drei Mal hieß es am Ende 29:28 für Bisping.

Michael Bisping

Dana White scheint immer nicht sonderlich von einem Kampf zwischen Bisping und Mittelgewichtschampion Anderson Silva angetan zu sein. Sollte es aber jemals zu diesem Kampf kommen, dann wird es langsam Zeit. Bisping gehört definitiv in die Top 10 im Mittelgewicht, aber ob er gegen Tim Boetsch, Chris Weidman, Vitor Belfort, Yushin Okami und Mark Munoz im direkten Duell immer als Sieger das Octagon verlassen würde, ist fraglich. Deswegen wird man im nächsten Kampf von Bisping sehen, was die UFC mit ihm geplant hat. Sollte er den oben genannten Namen aus dem Weg gehen und dafür auf Jake Shields oder Rousimar Palhares treffen, dann könnte es vielleicht doch noch irgendwann um den Titel gehen.

Brian Stann

Eine weitere Niederlage von Stann gegen einen der Top-Mittelgewichtskämpfer der UFC. Damit dürfte ihm inzwischen klar sein, dass es wohl nicht für einen Titelkampf in der UFC reichen wird. Allerdings kann man davon ausgehen, dass die UFC ihm weiterhin interessante Kämpfe bieten wird. So wäre beispielsweise der Verlierer des Kampfes zwischen Cung Le und Rich Franklin eine interessante Option. Außerdem hat die UFC noch keinen neuen Gegner für Wanderlei Silva und auch Patrick Cote wäre ein durchaus bekannter, aber schlagbarer Gegner für Stann.

Matt Hamill besiegt Roger Hollett einstimmig nach Punkten

Matt Hamill bestimmte den kompletten Kampf mit seinem starken Ringen. Lediglich in der ersten Runde konnte Hollett einige Akzente setzen, allerdings war er am Ende nichts anderes als ein willkommener Aufbaugegner für Hamill, der nur auf einem Punktrichterzettel eine Runde abgeben musste. Dementsprechend hieß es abschließend 29:28, 30:27, 30:27 für den ehemaligen Rentner.

Matt Hamill

Ein überzeugender Auftritt nach zwei Niederlagen in Folge und einem Jahr Abwesenheit vom Octagon. Für eine richtige Standortbestimmung war der Gegner allerdings nicht stark genug. Interessanter wäre da schon ein Duell mit Vladimir Matyushenko, gegen den Hamill übergangsweise bei UFC 152 kämpfe sollte, bevor dieser sich verletzte. Ansonsten wäre sicherlich ein Duell mit dem ebenfalls an diesem Abend erfolgreichen UFC-Rückkehrer Vinny Magalhães ein guter Test für Hamill.

Roger Hollett

Hollett hatte vor UFC 152 fünf Kämpfe hintereinander gewonnen – alle außerhalb der UFC. Der Kampf gegen Hamill dürfte ein interessanter Weckruf für den Kanadier gewesen sein. Dieser wird sich in seinem nächsten Kampf im Vorprogramm wiederfinden und dort gegen Kämpfer vom Kaliber eines Kyle Kingsbury oder Jimi Manuwa, die am kommenden Wochenende bei UFC on Fuel TV 5 aufeinandertreffen werden, kämpfen.

Cub Swanson besiegt Charles Oliveira durch KO in Runde 1

Vor dem Kampf hieß es von vielen, dass Charles Oliveira den Kampf nur zu Boden bringen müsste, um zu gewinnen. Oliveira brachte Cub Swanson auch zu Boden, aber dieser kam wieder auf die Beine und schlug Oliveira zum Dank nach 2:40 Minuten KO.

Cub Swanson

Das war der dritte KO-Sieg für Swanson hintereinander und zum zweiten Mal bekam er dazu noch den Bonus für den KO des Abends. Viel wichtiger dürfte für Swanson aber sein, dass er sich langsam die Aufmerksamkeit der Verantwortlichen sichert. Deswegen dürfte er im nächsten Kampf auf einen Gegner aus dem oberen Drittel der Gewichtsklasse treffen. Möglich wäre da der Sieger des bei UFC on FX: Browne vs. Big Foot stattfindenden Kampes zwischen Bart Palaszewski und Diego Nunes, aber auch ein Duell gegen den zuletzt sehr erfolgreichen Darren Elkins wäre interessant.

Charles Oliveira

Ein herber Rückschlag für Oliveira, der nach seinem Wechsel ins Federgewicht wieder zurück in die Siegesspur gefunden hatte und von vielen als Favorit im Kampf gegen Swanson gehandelt wurde. Somit muss Oliveira einen neuen Anlauf starten, um die Erwartungen, die man nach dem Karrierebeginn von 14 Siegen in Folge in ihn gesteckt hatte, zu erfüllen. Mögliche Gegner wären da TUF-15-Teilnehmer Justin Lawrence oder Nam Phan, aber auch Anthony Njokuani würde für ein unterhaltsames Duell sorgen.