Kolumnen

Die Nachwehen von UFC 142

UFC 142: Jose Aldo (l.) besiegt Chad Mendes. (Foto: Josh Hedges/Zuffa LLC)

Auch bei der zweiten UFC Veranstaltung in Brasilien innerhalb weniger Monate sahen die Fans unterhaltsame Kämpfe. Alle Hauptkämpfe endeten vorzeitig und jedes Mal wurde ein Brasilianer zum Sieger erklärt. Als krönenden Abschluss rannte der weiterhin amtierende Federgewichtschampion Jose Aldo nach seinem Sieg über Chad Mendes in die Zuschauerränge und feierte mit den Fans.

Jose Aldo besiegt Chad Mendes durch KO

Bei UFC 142 zeigte Jose Aldo wieder, warum er zu einem der besten Kämpfer gewichtsübergreifend zählt. Er wehrte die Takedown-Versuche von dem zuvor ungeschlagenen Chad Mendes problemlos ab und landete seinerseits mehrfach seine gefürchteten Legkicks. Kurz vor Ende der ersten Runde löste Aldo im Stehen den Griff von Mendes, drehte sich in seinen Gegner, der wieder der Takedown versuchen wollte, und schickte den Herausforderer mit einem Knie zu Boden. Aldo stürzte sich sofort auf Mendes und beendete den Kampf mit einigen guten Treffern, die den Amerikaner endgültig ins Land der Träume schickten.

Jose Aldo

Nach zwei nicht so überzeugenden Auftritten in seinen ersten UFC Kämpfen, ließ Aldo Mendes keine Chance und zeigte auch den UFC Fans, warum er im Moment im Federgewicht allein auf weiter Flur steht. Sicher kann man den Sieger des für UFC 144 angesetzten Kampfes zwischen Hatsu Hioki und Bart Palaszewski als nächsten Herausforderer sehen, aber viel interessanter wäre ein Kampf gegen Frankie Edgar, wenn dieser Benson Henderson in Japan besiegen sollte. Sollte Aldo nicht ins Leichtgewicht wechseln, wäre auch ein Catchweight-Kampf gegen Edgar interessant.

Chad Mendes

Mendes muss jetzt seine erste Niederlage verdauen und dann auch noch eine sehr einseitige. Da die UFC allerdings noch nicht viele Kämpfer als Federgewichtsattraktion aufgebaut hat, wird Mendes als nächstes wieder auf einen bekannten Namen treffen. Möglich wäre z. B. ein Kampf gegen Mark Hominick oder den Verlierer des bereits angesprochenen Kampfes zwischen Hioki und Palaszewski.

Vitor Belfort besiegt Anthony Johnson durch Submission

Vitor Belfort brauchte bei UFC 142 zwar etwas die Unterstützung vom Ringrichter, der die beiden Kämpfer unverhältnismäßig schnell nach Takedowns von Anthony Johnson wieder auf die Beine stellte. Ob der Größenunterschied des wesentlich schwereren Johnson, der das Gewichtslimit um 5kg verpasste, eine Rolle bei diesen Entscheidungen spielte oder die ungeduldigen Fans, kann nur der Ringrichter beantworten. Nach einem missglückten Takedown-Versuch von Johnson, bekam Belfort den Rücken des Amerikaners und beendete den Kampf schließlich mit einem Rear-Naked Choke.

Vitor Belfort

Für Belfort stand der nächste Kampf bereits vor UFC 142 fest. Er wird neben Wanderlei Silva als Trainer die erste ausländische Staffel von The Ultimate Fighter in Brasilien drehen und anschließend gegen den ehemaligen PRIDE Champion in den Käfig steigen.

Anthony Johnson

Selbst Johnson sollte nach der Niederlage gewusst haben, dass er seinen Job in der UFC verloren hatte. Nachdem er bereits zuvor zwei Mal im Weltergewicht das Gewichtslimit nicht einhalten konnte und bei UFC 142 auch die Grenze des Mittelgewichts so weit überschritten hatte, war die Entlassung die einzig logische Entscheidung. Allerdings ist eine Rückkehr in die UFC nach ein paar Siegen in kleineren Organisationen durchaus wahrscheinlich.

Rousimar Palhares besiegt Mike Massenzio durch Submission

Vor seinem Heimpublikum konnte Rousimar Palhares zeigen, dass er zu einem der besten Mittelgewichtskämpfern in der UFC gehört, wenn er seine Nerven im Griff hat. Der Brasilianer ließ Mike Massenzio keine Chance und beendete den Kampf nach etwas über einer Minute in der ersten Runde mit einem seiner gefürchteten Beinhebel.

Rousimar Palhares

Palhares sollte bei UFC on Fox 2 ganz genau aufpassen. Je nachdem wie sich das Titelrennen im Mittelgewicht und die Verletzung von Anderson Silva entwickelt, könnte er dort seinen nächsten Gegner sehen. Michael Bisping trifft an dem Abend auf Demian Maia und Chael Sonnen wird gegen Mark Munoz in den Käfig steigen. Für viele Fans wäre sicherlich ein Kampf der BJJ-Experten zwischen Maia und Palhares sehr interessant.

Mike Massenzio

Massenzio sah nicht gut aus gegen Palhares und obwohl er vier seiner letzten fünf Kämpfe in der UFC verloren hat, wird man ihm wohl noch eine Chance geben, schließlich konnte er seinen vorherigen Kampf gewinnen und ist sehr kurzfristig gegen Krzysztof Soszynski eingesprungen, was ihm den ein oder anderen Pluspunkt gegeben haben dürfte. Potentielle Gegner wären Entlassungskandidat Jason Miller und der Verlierer zwischen Jorge Rivera und Eric Schafer, die am kommenden Freitag aufeinandertreffen werden.

Carlo Prater besiegt Erick Silva nach Disqualifikation

Es dauerte nicht mal 30 Sekunden, bis Erick Silva seinen Gegner mit einem Knie zu Boden und dort mit Ground and Pound besiegt hatte. Das dachten wenigstens die Fans und die Kommentatoren, doch vor der Urteilsverkündung hörte man Ringrichter Mario Yamasaki, wie er erklärte, dass er Silva disqualifiziert hatte, da dieser mehrfach auf den Hinterkopf von Carlo Prater geschlagen hatte. Somit wurde Prater zum Sieger erklärt, was für viele nicht nur unverständlich sondern auch regeltechnisch fragwürdig war.

Carlo Prater

Da Silva wohl Einspruch gegen das Urteil einlegen wird, steht noch nicht fest, was am Ende im Kampfrekord von Prater stehen wird. Sollte es bei einem Sieg bleiben, dürfte dies das einzig gute sein, was Prater aus dem Kampf mitnehmen wird. Dementsprechend wir er sich in seinem nächstem Kampf auch in einem der Vorkämpfe gegen Gegner wie Matthew Riddle oder Sean Pierson wiederfinden.

Erick Silva

Dana White hat bereits gesagt, dass die UFC Silva behandeln würde, als ob er den Kampf gewonnen hätte. Er hat den Siegbonus bekommen und wird in seinem nächsten Kampf wohl auf einen etwas bekannteren Gegner treffen. Auch wenn es noch nicht für einen Gegner aus den Top 10 reichen sollte, könnte er sich in seinem nächsten Kampf Brian Ebersole oder Duane Ludwig gegenüber sehen, wenn dieser am kommenden Freitag gegen Josh Neer gewinnt.

Edson Barboza besiegt Terry Etim durch KO

Edson Barboza bestimmte die ersten beiden Runden mit seinen Legkicks, dazu verteidigte er die Takedown-Versuche von Etim sehr gut. Im Stand ließ Barboza den Engländer ein ums andere Mal ins Leere schlagen und sicherte sich so die ersten beiden Runden. In der dritten Runde holte Barboza den Spinning-Wheel-Kick aus, traf Etim perfekt und sicherte sich den Bonus für den KO des Abends und die Favoritenrolle für den KO des Jahres.

Edson Barboza

Mit einem perfekten Kampfrekord und vier Siegen in vier UFC Kämpfen hat sich Barboza für höhere Aufgaben empfohlen. Es stellt sich nun lediglich die Frage, ob die UFC ihn weiter aufbauen oder richtig testen will. Ein richtiger Test wäre sicherlich der Sieger des am Freitag stattfindenden Kampfes zwischen Jim Miller und Melvin Guillard. Ein auf dem Papier etwas leichterer und für den Kampfrekord sicherlich guter Kampf wäre ein Duell mit Takanori Gomi.

TerryEtim

Für Etim dürfte als nächstes wieder ein Aufbaukampf bei der nächsten UFC Veranstaltung in England anstehen. Anbieten würde sich hier der Verlierer des Kampfes zwischen Michael Johnson und Shane Roller, die bei UFC on Fox 2 aufeinandertreffen werden oder auch Yves Edwards, der immer noch einen bekannten Namen hat, aber weit von seiner Bestform entfernt ist.