Kolumnen

Die Nachwehen von UFC 128

UFC 128 (Poster via Zuffa LLC)

An eine Abend, an dem alle Favoriten in den Hauptkämpfen erfolgreich waren, gab es doch eine Überraschung: Die Dominanz, mit der Jon Jones den Titelkampf bei UFC 128 gegen Champion Mauricio „Shogun“ Rua gewann, ließ viele mit der Frage zurück: Wer soll diesen Mann stoppen. Als jüngster Champion thront er nun über dem Halbschwergewicht und lässt bereits Rufe nach einem Superkampf gegen Anderson Silva laut werden.

Jon Jones besiegt Mauricio „Shogun“ Rua durch TKO in der dritten Runde

Bereits nach der ersten Runde rieben sich viele Zuschauer überrascht die Augen. Jones war zwar der 2:1 Favorit gegen „Shogun“, aber dass er den Brasilianer so dominieren würde, hatten nur die Wenigstens gedacht. Nach einem Takedown und Ground and Pound gelang es Jones auch noch Rua im Stand hart zu treffen, so dass der Champion bereits schwer angeschlagen in die erste Pause ging. Ein erschöpfter Rua hatte Jones auch in der zweiten und dritten Runde nichts entgegenzusetzen und wurde schließlich vom Ringrichter gerettet.

Jon Jones

Jones wird den neugewonnenen Titel gegen Rashad Evans auf Spiel setzen. Nachdem die beiden ehemaligen Teamkollegen zuvor betont hatten, dass sie nicht gegeneinander kämpfen würden, hat Evans das Team von Greg Jackson mit den Worten „Ich bin mit Greg Jackson fertig“ verlassen und damit den Weg zu diesem Titelkampf geebnet.

Mauricio „Shogun“ Rua

War Jones wirklich so gut oder waren es die Nachwirkungen der Knie-OP? „Shogun“ wirkte nicht annähernd wie der Mann, der Lyoto Machida KO geschlagen hat. Die UFC lässt nicht gerne Kämpfe mit unterschiedlichen Ergebnissen in ihren letzten Kämpfen gegeneinander antreten, aber Rückkämpfe gegen Quinton „Rampage“ Jackson und Forrest Griffin wären für den ehemaligen Champion sicher interessant. Ryan Bader würde zwar nicht so viele Zuschauer in die Hallen locken, wäre aber mit Sicherheit ein guter Test für Rua.

Urijah Faber besiegt Eddie Wineland nach Punkten

Nachdem Wineland den Kampf in der ersten Runde noch auf den Beinen und damit ausgeglichen halten konnte, gelang Faber in der zweiten und dritten Runde der Takedown. Auf dem Boden dominierte er Wineland und verdiente sich damit und durch die besseren Treffer in der zweiten und dritten Runde den einstimmigen Punktsieg.

Urijah Faber

Der ehemalige Federgewichtschampion der WEC bekommt die Chance, um den Bantamgewichtstitel der UFC zu kämpfen. Dies wurde nach UFC 128 bekannt gegeben. Ob Faber und der amtierende Champion Dominick Cruz wie von vielen vermutet auch als Trainer bei der 14. Staffel von The Ultimate Fighter antreten werden, ist dagegen noch ungewiss.                

Eddie Wineland

Für Wineland war dies ein herber Rückschlag, auch wenn er sich gut verkauft hat. Wegen seiner guten Vorstellung, könnte er sich in seinem nächsten Kampf trotzdem einem weiteren bekannten Gegner wie Norifumi „KID“ Yamamoto gegenüber sehen.

Jim Miller besiegt Kamal Shalorus durch TKO in der dritten Runde

Shalorus hat bei UFC 128 eines bewiesen: Er kann einstecken. Am Ende siegte in einem Kampf, der zum größten Teil im Stand ausgetragen wurde, Technik über Kraft. Shalorus versuchte immer wieder, Miller mit Schwingern zu treffen, verfehlte jedoch meistens das Ziel. Miller traf dagegen mit den wesentlich sauberen Schlägen und schickte Shalorus in der dritten Runde einer Reihe von Schlägen und einem Knie zum Kopf zu Boden.

Jim Miller

Miller ist einer der Leidtragenden der WEC Übernahme und des Unentschiedens zwischen Frankie Edgar und Gray Maynard in deren Titelkampf bei UFC 125. So steht immer noch der Rückkampf zwischen den Beiden an und anschließend trifft der Sieger zwischen Anthony Pettis und Clay Guida auf den dann amtierenden Champion. Womit Miller wohl noch einen weiteren Sieg einfahren muss, um den inzwischen hochverdienten Titelkampf zu bekommen. Möglicher Gegner wäre Carlos Condit, der seinen Kampf gegen Chris Lytle bei UFC 127 verletzungsbedingt absagen musste. Wenn Condit wieder fit ist, wäre dies ein würdiger Kampf um den Platz des Nummer-1-Herausforderers in der Leichtgewichtsdivision.

Kamal Shalorus

Shalorus hat mal wieder gezeigt, dass er einiges einstecken kann und immer für einen unterhaltsamen Kampf gut ist. Ein Kampf gegen den bei UFC 128 ebenfalls erfolglosen Anthony Njokuani könnte zu einem spannenden Schlagabtausch werden.

Nate Marquardt besiegt Dan Miller einstimmig nach Punkten

Dieser Kampf war enger, als viele es gedacht hatten und es das Ergebnis am Ende aussagte. 30:27 auf allen Punktrichterkarten sprechen eine deutlich Sprache. Dennoch gelang es Miller mehrfach Marquardt durch Guillotine Choke-Versuche in Gefahr zu bringen. Der mehrfache King of Pancrase konnte sich jedoch immer wieder befreien und den Kampf durch seine Take Downs, Ground and Pound und die besseren Treffer im Stand gewinnen.

Nate Marquardt

Im Moment wollen viele Kämpfer Michael Bisping vor die Fäuste bekommen und Marquardt ist einer von ihnen. Ob er diesen Wunsch schließlich erfüllt bekommt, bleibt abzuwarten. Dazu erklärte Marquardt nach dem Kampf, dass er ernsthaft darüber nachdenke, ins Weltergewicht zu wechseln.

Dan Miller

Für Miller wird es dagegen wohl wieder einen Platz in den Vorkämpfen geben. Sicherlich ist es ihm hochanzurechnen, dass er den Kampf gegen Marquardt angenommen hat, allerdings konnte man wieder sehen, dass er mit den Besten in der Gewichtsklasse nicht mithalten kann.

Brendan Schaub besiegt Mirko „Cro Cop“ Filipovic durch TKO in der dritten Runde

Fast sechs Minuten hat es gedauert, bis die „Cro Cop“ Fans den ersten Kick des Kroaten im Kampf gegen Schaub bejubelten. Der gefürchtete Headkick wurde geblockt und „Cro Cop“ sofort von Schaub auf die Matte gebracht. Das war auch die Geschichte des Kampfes. Immer, wenn man das Gefühl hatte, Filipovic könnte etwas erreichen, kam Schaub mit einem Takedown und Ground and Pound und letztendlich mit dem KO-Schlag durch.

Brendan Schaub

Für Schaub steht ein weiterer großer Schritt in Richtung Spitze der Gewichtklasse an. Im Moment sind die meisten Schwergewichtskämpfer bereits verplant, aber ein Kampf gegen den Sieger zwischen Roy Nelson und Frank Mir würde zeigen, wie sehr sich Schaub seit seinem Auftritt bei TUF wirklich verbessert hat.

Mirko „Cro Cop“ Filipovic

Nach diesem Kampf sollte eindeutig sein, dass „Cro Cop“ nicht mehr in den Käfig gehört. Wenn er dies selber nicht einsieht, sollten ihn seine Freunde schützen – wie im Fall von Chuck Liddell. Dana White hat bereits angedeutet, dass dies der letzte Kampf für „Cro Cop“ war und dabei sollte es auch bleiben.