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Die Nachwehen von UFC 127

Dennis Siver (Foto via Zuffa LLC)

Wiedermal präsentierte die UFC den Fans einen unterhaltsamen Abend voller Überraschungen – sowohl bei den Kampfausgängen als auch auf den Punkrichterzetteln. Die größten Gewinner bei UFC 127 waren wohl Dennis Siver und Brian Ebersole, die ihre jeweiligen Gegner kurz vor deren Chancen auf einen Titelkampf zurück auf den Boden geholt und sich damit selber in eine gute Position in ihren Gewichtsklassen gebracht haben.

BJ Penn vs. Jon Fitch endet unentschieden

BJ Penn hatte eine Überraschung für Jon Fitch parat: Im Gegensatz zur allgemeinen Meinung vor dem Kampf, versuchte Penn nicht den Kampf im Stehen zu führen. Er suchte selber den Takedown und verwirrte damit seinen Gegner. Dieser gestand auch in der anschließenden Pressekonferenz, dass er bis in die Mitte der zweiten Runde brauchte, um seine Strategie anzupassen. Dieses spiegelte sich auch im Kampfverlauf wieder. Während Penn die erste Runde bestimmte, war die zweite schon wesentlich ausgeglichener und die dritte dominierte Fitch eindrucksvoll. Zu dem Unentschieden kam es dadurch, dass zwei Punktrichter die letzte Runde 10:8 für Fitch werteten, ein Ergebnis, das man nachvollziehen kann, wenn man einen Blick auf die Statistik von CompuStrike wirft. Demnach hat Fitch in der letzten Runde 134 Treffer gelandet und Penn, der die ganze Runde auf seinem Rücken verbrachte, keinen einzigen.

Jon Fitch & BJ Penn

Ein Rückkampf dürfte für beide wohl am wahrscheinlichsten sein, auch wenn beide davon nach dem Kampf nicht sonderlich angetan schienen. Sollte George St. Pierre seinen Weltergewichtstitel gegen Jake Shields verteidigen, wird GSP wohl die Gewichtsklasse wechseln, wodurch Penn und Fitch wahrscheinlich um den dann vakanten Titel kämpfen würden. Sollte GSP gegen Shields verlieren, würde dies mit Sicherheit einen sofortigen Rückkampf nach sich ziehen und der UFC Zeit geben einen klaren Nummer-1-Herausforderer zu küren, womit wir wieder bei Penn vs. Fitch 2 wären.

Michael Bisping besiegt Jorge Rivera durch TKO

Die Fans konnten in diesem Kampf sehen, dass man Michael Bisping vor einem Kampf besser nicht verärgert. In der Mitte der erste Runde streckte er Jorge Rivera mit einem illegalen Kniestoß zu Boden, als Rivera bereits auf beiden Knien war. Obwohl Bisping mehrfach versicherte, dass dies unbeabsichtigt war, nehmen ihm das wohl nur Leute ab, die den Kampf nicht gesehen. Rivera war nach dem Treffer offensichtlich angeschlagen, während Bisping in seiner Ecke feierte. Rivera setzte zwar den Kampf fort, konnte dem Druck von Bisping in der zweiten Runde jedoch nicht mehr Stand halten und ging, kurz nachdem er Bisping mit einem guten Treffer selber ins Wanken gebracht hatte, zu Boden.

Michael Bisping

Auch wenn Bisping mit diesem Kampf nicht viele Fans gewonnen hat, so hat er doch einen wichtigen Sieg eingefahren, der ihm in seinem nächsten Kampf wohl einen Gegner aus den Top 10 der UFC bescheren sollte. Ein Kampf gegen Demian Maia wäre dabei ebenso möglich wie eine „Willkommen Zurück Party“ gegen Chael Sonnen, wenn dieser wieder in die UFC zurückkehren sollte. Je nachdem, wie sich die Situation um den Superkampf zwischen Anderson Silva und Georges St. Pierre entwickelt, könnte Yushin Okami in den sauren Apfel beißen und seinen Platz als Nummer-1-Herausforderer gegen Bisping verteidigen müssen und natürlich hat der Engländer mehrfach gesagt, dass er gerne einen Rückkampf gegen Wanderlei Silva hätte.

Jorge Rivera

Mit dieser Niederlage dürfte sich ein Titelkampf zum Ende seiner Karriere erledigt haben. Vielmehr hat sich gezeigt, dass Rivera zurecht nicht zu den Besten seiner Gewichtklasse gezählt wurde. Dementsprechend wird er in seinem nächsten Kampf sicherlich nicht nochmal einen Gegner vom Kaliber eines Bsiping bekommen. Wesentlich wahrscheinlicher wäre ein Kampf gegen den Verlierer des Kampfes Alessio Sakara gegen Chris Weidman, die am Donnerstag bei UFC Live: Sanchez vs. Kampmann gegeneinander antreten.

Dennis Siver besiegt George Sotiropoulos nach Punkten

Dennis Siver gelang die Überraschung des Abends gegen den hoch favorisierten George Sotiropoulos. Der Deutsche musste nur in der ersten Runde hart kämpfen, um die Takedown-Versuche des Australiers zu verteidigen. Nachdem dieser in seiner Heimat in der ersten Runde zwei Mal von Siver hart getroffen und zu Boden geschickt wurde, hatte Siver in den folgenden Runden kaum Probleme den Kampf auf den Beinen zu halten. Dort war Sotiropoulos zwar aktiv und konnte die zweite Runde auf vielen Punktzetteln für sich entscheiden, aber am Ende setzte sich der bessere Kickboxen nach Punkten durch.

Dennis Siver

Dieser Sieg gegen einen potenziellen Titelherausforderer öffnet Siver viele Türen in der UFC. Er hat gezeigt, dass er Takedowns verteidigen kann – wenigstens gegen einen BJJ-Kämpfer. Wie aber sähe es gegen einen Ringer und ehemaligen UFC Champion wie Sean Sherk aus? Siver hatte zudem geäußert, dass er gerne Rückkämpfe gegen Ross Pearson und Melvin Guillard hätte, allerdings wäre er sicherlich einem Kampf um den Platz des Nummer-1-Herausforderers gegen Jim Miller nicht abgeneigt. Viele Möglichkeiten für den erfolgreichsten deutschen MMA-Kämpfer.

George Sotiropoulos


Ein herber Rückschlag für den zuletzt so hoch gelobten Sotiropoulos. Allerdings ist das ein Schicksal, was er mit Evan Dunham teilt, weswegen ein Kampf zwischen den Beiden Sinn machen würde. Weitere potenzielle Gegner in der dichtbesetzten Leichtgewichtsdivision wären Takanori Gomi oder der Verlierer zwischen Clay Guida und Anthony Pettis.

Brian Ebersole besiegt Chris Lytle nach Punkten

In einem sehr unterhaltsamen Kampf für den beide Kämpfer zurecht den Bonus für den Kampf des Abends erhielten, setzte sich der UFC Debütant Brian Ebersole gegen den UFC Veteranen Chris Lytle durch. Der Unterschied in dem sehr ausgeglichenen Kampf waren die vereinzelten Takedowns von Ebersole und ein guter Treffer mit dem Knie, der Lytle in der zweiten Runde auf die Matte schickte. Dazu gelang es Ebersole mehrfach, sich aus den Guillotine Chokes von Lytle zu befreien.

Brian Ebersole

Ebersole machte das Beste aus seinem UFC Debüt und besiegte den in letzter Zeit sehr erfolgreichen Lytle. Dennoch wird ihm die UFC keinen ihrer besten Weltergewichtskämpfer vorsetzen. Wahrscheinlich wäre ein Kampf gegen den Gewinner zwischen Nate Diaz und Rory MacDonald oder Dennis Hallman und TJ Waldburger.

Chris Lytle

Die Niederlage gegen den Underdog dürfte Lytle seine letzte Chance auf einen Titelkampf zum Ende seiner Karriere gekostet haben. Allerdings ist er immer für einen unterhaltsamen Kampf gut und den sollte es geben, wenn er gegen den Verlierer von entweder Dan Hardy gegen Anthony Johnson oder Amir Sadollah gegen Duane Ludwig antritt.

Kyle Noke besiegt Chris Camozzi via Rear Naked Choke

Nach einigen Kicks von Camozzi, beschloss Noke den Kampf auf den Boden zu bringen und nur ein paar Sekunden später musste Camozzi in einem Rear-Naked Choke aufgeben. Ein beeindruckender Auftritt von Noke vor heimischem Publikum.

Kyle Noke

Noke weist damit drei Siegen in seinen drei UFC Kämpfen auf und empfiehlt sich langsam für höhere Aufgaben. Eine Möglichkeit für den Australier wäre ein Kampf gegen den ebenfalls an diesem Abend erfolgreichen und noch immer ungeschlagenen Nick Ring. Ein Kampf gegen Court McGee, Gewinner der elften Staffel von The Ultimate Fighter, würde Noke noch weiter ins Rampenlicht rücken.

Chris Camozzi

Für Camozzi stehen nach seiner ersten UFC Niederlage dagegen eher Kämpfe gegen Leute vom Kaliber eines Rafael Natal oder eines Rich Attonito an.