Kolumnen

Die Nachwehen von UFC 124

GSP und seine Betreuer nach seinem Sieg. (Foto via Zuffa LLC)

UFC 124 hat für einen Zuschauerrekord in Nordamerika gesorgt und Georges St. Pierre hat seine Fans nicht enttäuscht. Ein weiterer dominanter Sieg über einen der besten Weltergewichtler macht einen Superkampf gegen Anderson Silva immer wahrscheinlicher.

Georges St. Pierre besiegt Josh Koscheck

Zum ersten und wahrscheinlich auch letzten Mal haben die Zuschauer den Bonus für den Kampf des Abends bestimmt. Dass die meisten für einen äußerst einseitigen Hauptkampf gestimmt haben, in dem Koscheck nie auch nur den Hauch einer Chance hatte, verärgerte Dana White sichtlich. Es gelang Koscheck zwar, die Takedowns von St. Pierre zu stoppen, dafür hatte er ihm im Stand nicht viel entgegenzusetzen. GSP brach Koschecks Augenhöhlenknochen, woraufhin dessen rechtes Auge zu schwoll und er nur noch auf einer Seite sehen konnte. Ein chancenloser Koscheck schaffte es zwar über die Distanz zu gehen, aber an einem weiteren dominanten Punktsieg für GSP gab es nie Zweifel.

Georges St. Pierre

St. Pierre fehlt nur noch ein Sieg gegen Jake Shields, um die Gewichtsklasse vollkommen leergeräumt zu haben. Dieser Kampf wird als nächstes stattfinden und sollte auch Anderson Silva weiter gewinnen, dann kommen die Fans vielleicht doch noch in den Genuss, diese beiden Pound-for-Pound-Größen gegeneinander kämpfen zu sehen.

Josh Koscheck

Koscheck wird erstmal einige Zeit pausieren müssen – nicht nur, um den Knochen heilen zu lassen, sondern auch um diese schmerzhafte Niederlage zu verdauen. Danach wäre ein Kampf gegen Dan Hardy oder gegen den Verlierer zwischen Carlos Condit und Chris Lytle möglich.

Stefan Struve besiegt Sean McCorkle

Nach guten Ansätzen zu Beginn der ersten Runde, wo sich Struve aus einem Kimura-Ansatz befreien und gegen das Ground and Pound von McCorkle verteidigen musste, kam Struve besser ins Spiel. Er dreht McCorkle, landete im Full Mount und schlug so lange auf seinen Gegner ein, bis der Ringrichter den Kampf abbrach. Ein weiterer Sieg für den jungen Struve, der seine Position in der UFC damit festigen konnte.

Stefan Struve

Struve hält sich weiterhin in der gehobenen Mittelklasse des Schwergewichts. Dieser Sieg sollte ihm einen weiteren Kampf gegen einen etwas bekannteren Gegner gesichert haben. Dazu gehört nicht nur der in letzter Zeit sehr erfolgreiche Brendan Schaub, sondern auch der Gewinner des Kampfes zwischen Pat Barry und Joey Beltran.

Sean McCorkle

Für den zuvor ungeschlagenen McCorkle wird es dagegen in seinem nächsten Kampf schon eng. Ein Kampf gegen den Verlierer zwischen Tim Hague und Matt Mitirone (sofern es nicht Mitrione wird...) könnte bestimmen, ob er weiter in der UFC bleiben wird.

Jim Miller besiegt Charles Oliveira

Miller brachte Oliveira schnell zu Boden, nur um sich dort gegen diverse Submissionversuche des Brasilianers verteidigen zu müssen. Einen Beinhebelversuch konterte Miller mit einer Kneebar seinerseits und stoppte damit den rasanten Aufstieg des 21-Jährigen.

Jim Miller

Miller hat damit sechs Kämpfe in Folge in der UFC gewonnen, seine letzte Niederlage musste er gegen Gray Maynard einstecken, weswegen ein Kampf gegen diesen natürlich sehr gut vermarktet werden könnte. Sollte Maynard jedoch den Titel gewinnen, steht dessen nächster Kampf bereits fest. Deswegen wäre ein Kampf gegen den Sieger zwischen Dennis Siver und George Sotiropoulos wahrscheinlicher, aber auch der Sieger zwischen Clay Guida und Takanori Gomi wäre sicherlich möglich.

Charles Oliveira

Für den jungen Oliveira war es die erste Niederlage seiner Karriere, allerdings gibt es in der dicht besetzten Leichtgewichtsdivision keine Aufbaukämpfe, weswegen er wohl nicht an Gegnern von dem Kaliber eines Andre Winner oder Joe Stevenson vorbeikommt.

Mac Danzig besiegt Joe Stevenson


Die Abtastphase des Kampfes war gerade erst vorbei, da lag Stevenson schon auf der Nase. Ein linker Haken im Rückwärtsgang von Danzig schickte Stevenson zum ersten Mal in seiner UFC Karriere ins Land der Träume.

Mac Danzig

Dieser eindrucksvolle Sieg öffnet dem Sieger der sechsten Staffel von The Ultimate Fighter wieder einige Türen, nachdem er nach drei Niederlagen in Folge schon fast aus der UFC war. Ein Kampf gegen den Gewinner des Kampf zwischen Evan Dunham und Melvin Guillard ist nun ebenso möglich, wie ein Kampf gegen Nik Lentz.

Joe Stevenson

Mit nun vier Niederlagen in seinen letzten Kämpfen und der Übernahme der WEC durch die UFC, steht Stevenson wohl auf der Liste für mögliche Entlassungen. Allerdings dürfte sein Bekanntheitsgrad dem ehemaligen Herausforderer auf den Leichtgewichtstitel noch einen weiteren Kampf bescheren. Dabei würde ein Kampf gegen Charles Oliveira zeigen, ob er noch einen Platz in der UFC hat. Außerdem wäre er ein guter Kandidat, um einen WEC-Kämpfer wie Jamie Varner oder Shane Roller in der UFC zu begrüßen.

Thiago Alves besiegt John Howard

Alves zeigte an diesem Abend, warum er zu den besten Muay-Thai-Kämpfern in der Weltergewichtsdivision gehört. Schöne Kombinationen im Stand, gepaart mit harten Legkicks, Kniestößen und vereinzelten Takedowns ließen Howard durchschnittlich aussehen und etablierten Alves wieder an der Spitze der Gewichtsklasse. Der Kampf, der durchaus den Bonus für den Kampf des Abends verdient hätte, endete mit einem eindeutigen Punktsieg für Alves.

Thiago Alves

Für Alves sind die meisten Gegner bereits anderweitig verplant. Da die UFC nur selten Kämpfer gegeneinander antreten lässt, die unterschiedliche Ergebnisse in ihren letzten Kämpfen hatten, scheint ein Rückkampf gegen Koscheck unwahrscheinlich. Als mögliche Gegner blieben damit die Gewinner der Kämpfe zwischen Carlos Condit und Chris Lytle oder Nate Diaz und Dong Hyun Kim.

John Howard

Howard muss sich wieder hinten anstellen. Niederlagen gegen Jake Ellenberger und nun Alves haben gezeigt, dass er mit den Spitzenkämpfern der Gewichtsklasse nicht mithalten kann. Sollte die UFC einen unterhaltsamen Kampf suchen, bestünde dennoch die Möglichkeit, dass sie ihn gegen Dan Hardy in den Käfig schicken. Aber auch ein Kampf gegen Marcus Davis sollte einen schönen Schlagabtausch und Howard die Möglichkeit bieten, sich zu rehabilitieren.