Kolumnen

Deutsche Medien berichten positiver über MMA und UFC

Blutrünstiges Spektakel, barbarische Schlägerei, menschenunwürdige Straßenkämpfe – so oder so ähnlich berichteten die deutschen Medien 2009 vom bevorstehenden Deutschland-Debüt der UFC. Als die UFC in diesem Jahr zum dritten Mal zu uns kam, schien es, als hätten sich die deutschen Medien mittlerweile mit dem MMA-Sport angefreundet. Groundandpound.de wollte es genauer wissen und hat ein großes Korpus journalistischer Texte über MMA und UFC korpuslinguistisch analysiert.

Grafik 1 zeigt den Gebrauch bestimmter Wörter mit negativer Bedeutung im Vergleich von 2009 zu 2014. Zu der blauen „Gewalt“-Linie gehören Wörter wie gewalttätig, gewaltsam oder gewaltverherrlichend. Die orangefarbene „brutal“-Linie umfasst Wörter wie Brutalität oder Brutalisierung. Die graue „Blut“-Linie enthält Wörter wie blutig, blutend oder blutverschmiert.

Ermittelt wurde die relative Wortfrequenz dieser Wörter im Verhältnis zum Gesamtkorpus, gemessen in „Instanzen pro Million Wörter“. Das bedeutet beispielsweise: In einem Text von 2009, der eine Million Wörter enthält, kommen ungefähr 2147 Wörter aus dem „Gewalt“-Spektrum vor, 2014 nur noch ungefähr 538.

Die Grafik zeigt, dass der Gebrauch von bestimmten Wörtern mit negativer Bedeutung zwischen 2009 und 2014 rapide abgenommen hat. Die Häufigkeit solcher Wörter ist auch 2014 noch relativ hoch – bei Spiegel Online hat „Gewalt“ beispielsweise nur eine Häufigkeit von knapp 100 und bei Bild Online sogar nur von knapp 73 – aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Grafik 2 veranschaulicht unterschiedliche Bezeichnungen für den MMA-Sport, erneut gemessen in „Instanzen pro Million Wörter“. Es ist zu sehen, dass die unpassenden Bezeichnungen „Ultimate Fighting“, „Freefight“ und „Käfigkämpfe“ in diesem Jahr deutlich weniger verwendet wurden als noch 2009. Dafür hat sich der Gebrauch von „Mixed Martial Arts“ fast vervierfacht.

Dies lässt einerseits den Schluss zu, dass die deutschen Journalisten den Unterschied zwischen „Mixed Martial Arts“ und „Ultimate Fighting Championship“ als Veranstalter erkannt haben und andererseits, dass sie MMA verstärkt als einen ernsthaften Sport wahrnehmen und nicht als eine „Prügelshow“.

In Grafik 3 ist dargestellt, wie viel Prozent der Anteil negativer Wörter am Gesamtkorpus beträgt. Zu diesen negativen Wörtern zählen unmenschlich, blutrünstig, brutal, Gewaltverherrlichung, enthemmt, Prügelei usw. Wie zu sehen ist, hat sich der Anteil dieser negativen Wörter am Gesamtkorpus von 2009 zu 2014 ungefähr halbiert.

Grafik 4 liefert einen Überblick über die Tonalität von journalistischen Artikeln über die UFC, also werden UFC und MMA insgesamt eher positiv, eher negativ oder eher neutral dargestellt. 2009 waren noch 86 % der Artikel negativ, 7 % neutral und 7 % positiv. 2014 waren nur noch 10 % der Artikel negativ, 17 % immerhin neutral und sagenhafte 73 % positiv.

Insgesamt zeigt sich, dass die Berichterstattung über UFC und MMA in deutschen Medien in den vergangenen fünf Jahren deutlich positiver geworden ist. Nichtsdestotrotz ist der MMA-Sport noch weit von der Akzeptanz anderer Sportarten entfernt. Die Entwicklung ist jedoch positiv und wenn sie in der Form beibehalten wird, könnte der MMA-Sport in den kommenden fünf Jahren einen weiteren Schritt nach vorne machen.