Ergebnisse

Zimmerman mit Blitz-KO

Der Bericht zur 4. Merseburger Fight Night. Foto: Der Sieger des Hauptkampfes: Errol Zimmerman (mitte). Alle Bilder: Sabine Ziran/GroundandPound.

Die vierte Ausgabe der Merseburger Fight Night ist vorüber und hat wieder einmal gezeigt, was in Mitteldeutschland im Kampfsport möglich sein kann. Ein Hauptkampf mit Beteiligung eines Golden Glory-Stars, ein hochspannendes K-1-Turnier, drei Titelfights, und ein Rückkampf zweier Kontrahenten, die sich aus tiefstem Herzen hassen. Und das war noch lange nicht alles…

Der heiß erwartete Hauptkampf zwischen Nikolaj Falin und K-1-Star Errol Zimmerman endete nach nur 0:15 Sekunden mit einem perfekt platzierten, linken Konterhaken Zimmermans, der Falin sofort auf die Bretter schickte. Der Dortmunder versuchte, wieder auf die Beine zu kommen, es gelang ihm jedoch nicht. Der Referee winkte den Kampf daraufhin ab.

Nikolaj Falin nach dem brutalen Blitz-KO durch Errol Zimmerman.

Den Kampf des Abends lieferten sich zweifellos Baker Barakat und Alban Ahmeti, im Finale des großen K-1-Turniers. Über drei Runden feuerten beide Kämpfer ein Kickbox-Spektakel par excellence ab und zeigten einen ultra-spannenden und ultra-knappen Fight. Die Punktrichter entschieden letztlich für GnP Award-Gewinner Barakat – doch das Duell hätte gut und gerne auch für Ahmeti ausgehen können. Nicht wenige hätten sich eine Extrarunde gewünscht. Barakat sicherte sich mit dem Turniersieg einen Scheck über 2.000 Dollar. Größer ist die Freude wohl aber über den Sieg an sich, beide Kämpfer standen sich schon dreimal im Ring gegenüber, beide Male ging Ahmeti als Sieger hervor.

Kampf des Abends: Ahmeti (r.) vs. Barakat.

Einer der meisterwarteten Fights der 4. Merseburger Fight Night war der Rückkampf zwischen den beiden verhassten Kontrahenten Robert Scott Westermann und Johan Croes. Wie so oft konnte das „Grudge Match“ die hohen Erwartungen nicht ganz erfüllen, bot aber dennoch 15 Minuten guter Unterhaltung.

Der Fight war ähnlich knapp wie das erste Duell; beiden Kämpfern merkte man den Respekt voreinander deutlich an, lange Abtastphasen bestimmten den Kampfverlauf. Croes schien in den zwei Jahren seit dem letzten Aufeinandertreffen stark an seiner Takedown-Defense gearbeitet zu haben und konnte viele Double-Leg Takedownversuche des Stallion Cage-Fighters abwehren. Dennoch gelang es Westermann, den Holländer zweimal zu Boden zu bringen, wo er ihn aus der Guard mit Ground and Pound eindeckte. Im Stand kämpfte Westermann dagegen aber zu verhalten, stand oft in der Halbdistanz ohne die Hände fliegen zu lassen. Auch Croes wollte sich auf längere Schlagabtausche nicht einlassen, punktete aber mit Einzelaktionen. Die Punktrichter entschieden nach drei Runden einstimmig für Croes.

Westermanns Teamkollege, die deutsche Nummer eins im Federgewicht Alan Omer, griff sich nach der Urteilsverkündung das Mikrofon: „Next time I wanna fight you“, forderte er. Ein Kampf, gegen den sicher kaum ein MMA-Fan etwas einzuwenden hätte.

Hassmatch: Westermann (o.) und Croes.

Einen enorm starken Sieg konnte Dardan Morina einfahren. Er stoppte Andre Staffen in der zweiten Runde und sicherte sich somit den Weltmeistertitel des International Muaythai Council. Staffen, ein enorm erfahrener und fähiger Kämpfer, fand von Anfang an kein Mittel gegen den bedingungslos marschierenden Morina, der den Erfurter mit brutalen Kniestößen und sehenswerten Kombinationen eindeckte. Ein Knie zum Körper zwang Staffen im zweiten Durchgang schließlich zu Boden. Seine Ecke warf nach dem Anzählen das Handtuch.

Neuer Weltmeister: Dardan Morina (2. v. l.)

„Ironhead“ Norman Jendrejczyk begab sich auf ungewohntes Terrain und bestritt einen K-1-Fight gegen den Magdeburger „Bomber“ Jerry Otto. Der verfolgte eine clevere Taktik und begann sofort zu clinchen, bevor Jendrejczyk dazu kam, am Mann seine gefürchteten Bomben zu schlagen. Dafür attackierte Otto seinerseits mit harten Kicks zum Oberschenkel und langen Händen. Eine solche lange Hand beendete das Duell schließlich nach 2:25 Minuten in der ersten Runde. Jendrejczyk wurde beim Lösen aus dem Clinch von einer rechten Geraden getroffen und signalisierte, dass er genug hatte, musste aber noch einige Folgetreffer nehmen, bevor der Referee das Duell abwinkte.

Ludus Magnus-Headcoach Sandro Zanke beendete seinen Kampf gegen den erfahrenen und stets gefährlichen La Onda-Veteranen Mike Stumbries durch einen Nord-Süd-Choke in der ersten Runde. Nach kurzer Abtastphase verfehlte Stumbries einen rechten Schwinger, Zanke clinchte, tauchte ab zum Double-Leg Takedown, und brachte seinen Gegner zu Boden. Dort wollte er zum Americano gehen, Stumbries schien jedoch durch die Hintertür zu entgleiten und so wechselte Zanke sofort in die Nord-Süd-Position. Stumbries kämpfte lange gegen den Tapout an, nach 1:30 Minute blieb ihm jedoch nichts anderes übrig als zu klopfen.

Abgewürgt: Sandro Zanke (o.) siegt durch Nord-Süd-Choke.

Einen enorm unterhaltsamen Kampf lieferten sich Plamena Dimova und Tamara Platter. Die Weltmeisterschaft des IMC stand dabei auf dem Spiel. Über fünf Runden boten die Damen Muay Thai vom feinsten, das Publikum dankte es entsprechend. Dass Platter in der letzten Runde den ersten Schlag nach dem Shake-Hands etwas verfrüht abfeuerte, war wohl der größte Fehler des Kampfes. Die sowieso sehr aggressiv agierende Dimova legte danach nämlich noch einen Gang zu und ließ ihrer Wut freien Lauf. Es könnte das Zünglein an der Waage gewesen sein. Das Punktgericht entschied nach fünf Runden einstimmig für die Merseburgerin Dimova, die sich ihren neuen WM-Gurt wirklich hart erkämpft hat.

Neue Weltmeisterin: Plamena Dimova (3. v. l.)

Der erste MMA-Fight des Abends wurde schnell entschieden, als Lokalmatador Maik Täubig bei einem Superman-Punch stürzte und Gegner Christopher "Joker" Henze die Chance nutze, um sofort in die Mount zu steigen. Dort poundete er mit allem herab was er hatte, bis Ringrichter Christian Schwäblein dazwischen ging und das Duell nach 1:20 Minute beendete.

Der Joker: Christopher Henze siegt durch Ground and Pound.

Der Reservekampf für das Turnier nahm ein kurzes und unglückliches Ende. Gracian Szmajdzinski fuhr mit einem unbefriedigenden Sieg heim, denn Gegner Johan Dederer stürzte nach nur 0:30 Minuten auf dem rutschigen Ringboden unglücklich und verletzte sich am Knie.

Im zweiten Vorrundenkampf traf GnP Award-Gewinner Baker Barakat auf den Mike’s Gym-Schüler Egon Racz. Favorit Barakat tat sich schwer mit dem Holländer, zeigte aber dennoch einige schöne und spektakuläre Aktionen. Der unorthodoxe Kämpfer Racz hielt es simpel – aber effektiv. Nach drei Runden konnten sich die Punktrichter auf keinen Sieger einigen und so ging es in eine Extrarunde. Diese entschied Barakat haarscharf für sich und stand damit im Finale.

Knapp gewonnen: Baker Barakat (l.) vs. Egon Racz

Im ersten Vorrundenkampf des großen K-1 Turniers traf Alban Amethi auf Omar Tekin. Nach kurzer Abtastphase konnte Amethi Spinning-Back Fists und Back Kicks landen, Tekin brachte dagegen Basistechniken – die aber hart und akkurat. Im zweiten Durchgang schickte Amethi seinen Gegner schließlich zweimal kurz gefolgt mit harten Lowkicks auf die Bretter. Der Referee winkte den Kampf daraufhin ab. Auch Alban Amethi konnte somit ins Turnierfinale inziehen.

Alban Ahmeti (l.) vs. Omar Tekin.

Das erste Duell des Hauptprogramms war ein Kampf um die Deutsche Meisterschaft, nach Version des IMC. Lokalmatador Peter Chobanov legte sofort den Vorwärtsgang ein und attackierte den Kehlheimer Wowa Beller mit langen Händen sowie zerstörerischen Ellenbogenstößen am Mann. Ein Serie dieser Ellenbogen leitete schließlich nach nur 2:30 Minuten das schnelle Ende ein. Nachdem Beller einmal zu Boden musste, steckte er kurz darauf eine weitere Ellenbogenserie ein und ging mit einer Platzwunde am Kopf zu Boden. Seine Ecke warf daraufhin das Handtuch.

Neuer Deutscher Meister: Peter Chobanov (2. v. l.)

Das La Familia-Talent Maximilian Birkner machte kurzen Prozess mit Gegner Ionel Greku. Nachdem der in der ersten Runde bereits einen harten Kniestoß zum Kopf nehmen musste und gehörig durchgerüttelt wurde, sah er im zweiten Durchgang nicht mehr viel Land. Seine Betreuer warfen nach 0:50 Minuten das Handtuch.

Orhan Karalioglu, von Golden Glory Berlin, hatte einen sehr unbequemen, weil großen Gegner in Daley Haan, aus dem Oosterbaan Gym in Holland. Nachdem der Berliner die erste Runde aufgrund der Kicks des langen Haan abgeben musste, entschied er den zweiten Durchgang mit harten Overhands zum Kopf und deftigen Körpertreffern deutlich für sich. Die dritte Runde war knapper, die Punktrichter entschieden dennoch gerechtfertigt für Karalioglu.

Ein kurzes Spektakel war die Begegnung zwischen Andre Langen und dem Holländer Sam Tevett. Nach nur 1:14 nahm der Referee Langen aus dem Kampf. Der Dortmunder war nach einem Niederschlag gerade wieder auf den Beinen, als er einen perfekt getimten Aufwärtshaken nahm und erneut auf die Bretter musste.

Der Apoldaer Alexander Halusa war kurzfristig eingesprungen und fand von Beginn an kein adäquates Mittel gegen den ununterbrochen nach vorn stürmenden La Onda-Fighter Steven Schmidt. In der Pause zur dritten Runde warf seine Ecke schließlich das Handtuch.

Im Opener besiegte der erfahrene Bajram Nrecaj den Zeitzer Newcomer Felix Schmidt in einem wilden Fight einstimmig nach Punkten.

Errol Zimmerman

4. Merseburger Fight Night
28. August 2011
Jahrhunderthalle in Spergau, Sachsen-Anhalt

K-1 Superfight
Errol Zimmerman bes. Nikolaj Falin via KO nach in Rd. 1

K-1 Turnier Finalkampf
Baker Barakat bes. Alban Ahmeti einstimmig nach Punkten

MMA-Superfight
Johann Croes bes. Robert Scott Westerman einstimmig nach Punkten

IMC Weltmeisterschaft im Thaiboxen
Dardan Morina bes. Andre Staffen via TKO (Aufgabe) nach 0:40 in Rd. 2

K-1 Fight
Jerry Otto bes. Norman Jendrejczyk via TKO (Abbruch) nach 2:25 in Rd. 2

MMA-Superfight
Sandro Zanke bes. Maik Stumbries via Submission (Nord-Süd-Choke) nch 1:30 in Rd. 1

IMC Weltmeisterschaft im Full Muay Thai
Plamena Dimova bes. Tamara Platter einstimmig nach Punkten

MMA
Christopher Henze bes. Maik Täubig via TKO (Ground & Pound) nach 1:20 in Rd. 1

K-1 Turnier Reservekampf
Gracian Szmajdzinski bes. Johan Dederer via TKO (Verletzung) nach 0:30 in Rd. 1

K-1 Turnier Vorrunde
Baker Barakat bes. Egon Racz einstimmig nach Punkten (nach 1 Extrarunde)
Alban Amethi bes. Omar Tekin via RSC nach 0:40 in Rd. 2

IMC Deutsche Meisterschaft im Full Muay Thai
Peter Chobanov bes. Wowa Beller via TKO (Aufgabe) nach 2:30 in Rd. 1


Vorprogramm:

K-1
Max Birkner bes. Ionel Greku via TKO (Aufgabe) nach 0:50 in Rd. 2
Orhan Karalioglu bes. Daley Haan einstimmig nach Punkten
Sam Tevett bes. Andre Langen via RSC nach 1:14 in Rd. 1
Steven Schmidt bes. Alexander Halusa via TKO (Aufgabe) nach 0:00 in Rd. 3
Bajram Nrecaj bes. Felix Schmidt einstimmig nach Punkten