Ergebnisse

Youngster und Lokalmatadore überzeugen bei Superior FC

Superior FC Tournament 2012 - Part 2

Die Jungen Wilden und die Lokalmatadore aus dem Schwabenländle waren es, die der gestrigen Veranstaltung von Superior FC in Göppingen ihren Stempel aufdrückten. Die vierzehn Kämpfe, die in der fast ausverkauften WerftHalle stattfanden, endeten allesamt vorzeitig. Wenn am Ende der einzige Wermutstropfen war, dass das oberste Ringseil kurzzeitig seinen Dienst aufgab, kann man aus Sicht der hessischen MMA-Organisation mit Sicherheit sehr zufrieden sein.

Es braucht nur einen Schlag – das hört man im MMA-Sport immer und immer wieder. Im Fall von dem Österreicher Philipp Schranz und dem bislang unbeschriebenen Blatt Ali Hassan war es ein rechter Haken, der für einen riesengroßen Schock sorgte. Schranz, der erfahrene Cage Fight Live Leichtgewichtschampion, traf im Hauptkampf der Veranstaltung auf Hassan vom Fight Club Rathenow, dessen Profibilanz mit zwei Siegen und einer Niederlage angegeben war.

Hassan versuchte, den kleineren Schranz mit Lowkicks und Frontkicks auf Distanz zu halten. Schranz antwortete mit seinen eigenen Lowkicks. Als Schranz immer besser seinen Schlagrhythmus fand, schickte Hassan ihn urplötzlich mit einem rechten Haken zu Boden. Hassan sprang hinter Schranz her und hämmerte mit wuchtigen Schlägen auf ihn ein. Ringrichter Kurt Braun gab Schranz alle Zeit der Welt, sich zu verteidigen, brach dann schlussendlich aber doch ab – und die Überraschung war perfekt.

David Zawada erhöht seine Kampfbilanz auf 5-0

In einem Superfight im Weltergewicht bewies der 21 Jahre junge Düsseldorfer David Zawada, dass er auf dem besten Wege ist, in die Fußstapfen seines erfolgreichen Bruders Martin Zawada zu treten – auch wenn der als amtierende Nr. 1 im Mittelgewicht nach wie vor dick im Geschäft ist.

Zawada stand dem bislang ungeschlagenen Nürnberger Garcia Chambe gegenüber. Sofort entwickelte sich ein wilder Schlagwechsel, in dem beide ihre Treffer landeten. Zawada beförderte Chambe auf die Matte und passierte in die Side Control. Von dort aus, sowie zwischenzeitlich aus dem Kruzifix, attackierte er mit Schlägen.

Zawada ließ Chambe wieder aufstehen und machte im Stand mit knackigen Schlagkombinationen und Kniestößen weiter. Dann brachte er Chambe wieder zu Boden, doch ließ er ihn schnell auf die Beine kommen. Es entwickelte sich erneut ein wilder Schlagwechsel, in dem Zawada Schläge, Kniestöße und Kicks einsetzte. Chambe zeigte dabei ausgezeichnete Nehmerqualitäten und großen Kampfgeist.

Zawada sah ihn einen Moment lang ungläubig an, als wundere er sich: „Mit was muss ich ihn denn noch treffen, damit er endlich zu Boden geht?“ Dann stellte Zawada seinen Gegner aber in der Ringecke und bearbeitete ihn mit einer Schlagsalve nach der anderen. Chambe war stehend KO, woraufhin seine Ringecke das Handtuch warf und der Kampf beendet wurde.

Start-Ziel-Sieg für Jessin Ayari

Ebenfalls im Weltergewicht, allerdings im Turnier, überzeugte der 19 Jahre junge Nürnberger Jessin Ayari, der gegen Matthias Merkle vom German Top Team in Reutlingen kämpfte – der einzige Lokalmatador aus dem Schwabenländle, der nicht mit einem Sieg nach Hause fahren durfte.

Nach einem anfänglichen Schlagabtausch sprang Ayari Merkle mit einem Kniestoß an. Ayari setzte anschließend nicht mit Schlägen nach, sondern nahm Merkle im Stand in den Guillotine Choke. Als der nicht den gewünschten Erfolg brachte, zog Ayari ein Takedown in die Half Guard durch.

Ayari setzte zum D’Arce Choke an, aber Merkle behielt die Ruhe und griff dann Ayaris Bein an. Der verteidigte sich mit harten Schlägen zum Kopf gegen den Hebel. Merkle ließ los, und Ayari befand sich nun in der Turtle-Position. Von dort aus schlug er weiter auf Merkle ein, ehe er einen Befreiungsversuch nutzte, um ihm auf den Rücken zu klettern. Ab da an arbeitete Ayari auf einen Rear Naked Choke hin, der ihm schließlich den Aufgabesieg bescherte.

Der zweite Weltergewichtsturnierkampf zwischen dem Münchner Patrick Simon und dem Nürnberger Andrej Lichtenwald fand nicht statt, da sich Lichtenwald eine Woche zuvor bei einem K-1-Kampf verletzt hatte. Simon zieht somit wohl kampflos in die nächste Runde ein.

Fight-Gym-Aarau-Kämpfer bleiben unbesiegt

Im Leichtgewichtsturnier gelang dem 20 Jahre jungen Schweizer Gabriel Sabo einer der wohl kuriosesten Knockouts, den es je in Deutschland gegeben hat. Sabo stand mit dem Judoka Vitali Kobahidze im Ring, der ihn zu Beginn mit Schwingern überrennen wollte. Dies gelang ihm nicht, und so hielt Sabo ihn mit Bodykicks und Lowkicks auf Distanz.

Kobahidze überbrückte die Distanz und warf Sabo auf die Matte. Sabo setzte aus der Guard zum Triangle Choke an, doch sein Bein hatte sich im Ringseil verheddert, und so wurde der Kampf im Stand fortgeführt.

Kobahidze warf Sabo erneut auf den Boden, hielt ihn dann aber nur unten. Erst als Sabo zum Armhebel ansetzte, löste sich Kobahidze und traf mit ein paar Schlägen. Kurz vor Schluss der Runde gelang Sabo dann noch ein Reversal in die Half Guard.

Die zweite Runde begann mit einem kurzen Schlagabtausch und einem Takedown-Versuch von Kobahidze. Sabo konterte und wollte ihm auf den Rücken kletterte, rutschte aber ab – allerdings hatte er Kobahidze direkt im Triangle Choke gefangen. Anstatt den Würgegriff aber zuziehen, schlug er mit beiden Fäusten auf den gefangenen Kobahidze ein, der nach einigen Treffern KO am Boden liegen blieb.

Azdren Thaqi, Sabos 18 Jahre junger Teamkollege vom Fight Gym Aarau, behielt ebenfalls seine weiße Weste. Er überstand den anfänglichen Schlagsturm des Merseburgers Mike Taubig und verlagerte den Kampf mit einem Trip-Takedown auf den Boden. Mit kräftigem Ground and Pound erarbeitete sich Thaqi die Side Control, von wo aus er weitere Schläge anbrachte.

Dann ging Thaqi zur Mount-Position über und arbeitete weiter mit Ground and Pound. Taubig wechselte zwischen Klammern und Doppeldeckung und hielt so eine Weile durch. Letzten Endes verfehlten Thaqis Schläge jedoch nicht ihre Wirkung, und so brach der Ringrichter den Kampf schlussendlich an.

Soufian Haj Haddou gewinnt Städteduell

Düsseldorf gegen Düsseldorf hieß es beim Federgewichtsturnierkampf zwischen Soufian Haj Haddou vom Pride Gym und Mohammad Assadi vom Team Alpha.

Haj Haddou, der von seinem Cousin, dem „Ultimate Fighter 13“-Teilnehmer Nordin Asrih, begleitet wurde, gehörte die erste Runde. Er brachte Assadi zu Boden und attackierte aus dessen Guard heraus mit Hammerschlägen. Damit arbeitete er sich in die Side Control vor. Nach einem Escape von Assadi befand sich Haj Haddou in der Rücklage, doch er stieß Assadi von sich weg und holte sich noch einmal ein Takedown.

In der zweiten Runde beförderte Haj Haddou Assadi in die Side Control. Bei Assadis Befreiungsversuch wollte Haj Haddou ihm auf den Rücken klettern, doch er rutschte ab und landete in der Guard. Assadi griff mit Ground and Pound an, aber dann gelang Haj Haddou ein Sweep in die Mount. Assadi kam allerdings auf die Beine zurück und revanchierte sich mit einem Takedown.

Auch die dritte Runde begann Haj Haddou mit einem Takedown und Ground and Pound. Assadi befreite sich und setzte selbst zum Takedown an. Haj Haddou konterte und landete in der Mount-Position, von wo aus er sich einen Armhebel erarbeitete, mit dem er Assadi zur Aufgabe zwang.

Schwergewichtige Lokalmatadore begeistern die Zuschauer

Eines wollte Alexander Petrajtis vom Stallion Cage in Stuttgart nicht: Sich vor heimischem Publikum die Blöße geben. Dementsprechend groß war auch der Druck, der auf dem Deutschen Grappling Meister lastete. Im Kampf gegen Jürgen Dolch merkte man davon jedoch nichts.

Petrajtis ging sofort in den Clinch, um gegen den im Standkampf erprobten Dolch kein Risiko einzugehen. Es dauerte etwas, dann hatte Petrajtis Dolch mit einem Trip-Takedown in die Half Guard von den Beinen geholt. Schneller ging es im Anschluss mit dem Einnehmen der Mount-Position, das gelang ihm ruck-zuck.

Petrajtis bearbeitete Dolch zunächst mit Ground and Pound, dann schnappte er sich einen Arm und holte sich mit einem Armhebel den Aufgabesieg.

Furios ging es im Kampf zwischen Nugzar Beridze, dem Karateka aus Winnenden, und dem Österreicher Ivica „Ivo“ Cuk zu, der seinen ersten Kampf in Deutschland bestritt. Cuk eröffnete die Auseinandersetzung mit einem Bodykick, Beridze antwortete mit Schlägen und Kniestößen. Als nächstes traf Cuk mit einem Spinning-Back-Kick, dann brachte er Beridze mit einem Frontkick ins Straucheln. Beridze fing sich aber schnell wieder und preschte mit einer Schlagsalve vorwärts.

Cuk ging in den Clinch und sprang aus dem Stand in einen Guillotine Choke. Beridze zog seinen Kopf heraus, passierte die Guard in die Side Control und holte sich die Mount-Position. Cuk sweepte ihn und hätte dabei fast die Back Mount gehabt, doch dann zog Beridze wiederum ein Reversal durch und landete in der Mount, wo er mit Ground and Pound arbeitete. Cuk sweepte ihn erneut und agierte dann ebenfalls aus der Mount-Position.

In der zweiten Runde ging Cuk früh in den Clinch, aber Beridze löste sich und es entstand ein wilder Schlagwechsel. Eine Mischung aus Niederschlag und Ausrutscher sorgte dafür, dass Cuk auf dem Boden landete. Beridze setzte sofort mit Ground and Pound nach. Cuk machte eine Klopfbewegung auf der Matte, woraufhin der Ringrichter den Kampf abbrach.

Erster Profisieg für Benjamin Nüßle

Was lange währt... Benjamin Nüßle vom German Top Team in Reutlingen hatte keinen leichten Start in seine Profikarriere. Nach Erfolgen beim Amateur-Shooto kehrte er ins Profilager zurück, und gestern zeigte sich dann endlich, dass sich seine Mühen gelohnt haben.

Der Bulgare Veselin Dimitrov von der Fight Fabrik Bremerhaven holte sich aus dem Clinch ein Takedown, doch beförderte er sich damit selbst in Nüßles Welt. Der setzte sofort zum Triangle Choke an. Nach etwas Nachjustieren klopfte Dimitrov ab und Nüßle konnte in weniger als einer Minute seinen ersten Profisieg feiern.

Die Kämpfe im Halbschwergewichtsturnier

Hin und her ging es im Kampf zwischen dem debütierenden Münchner Stephan Pütz und dem Rosenheimer Ruben Wolf. Wolf zeigte in der ersten Runde einen krachenden Slam und einen schönen Suplex und er setzte Pütz anschließend mit Ground and Pound zu. Nach einem vergeigten Armhebelversuch von Wolf nahm Pütz die Mount ein und revanchierte sich mit Ground and Pound. Dann setzte er selbst zum Armhebel an, aber Wolf befreite sich daraus.

In der zweiten Runde hieß Wolfs Programm wieder Takedown, Mount und Ground and Pound. Pütz entkam jedoch der misslichen Lage und ging dann im Stand gehörig in die Offensive. Er deckte den müde wirkenden Wolf mit Kicks und Kniestößen ein, stellte ihn dann in einer Ringecke und feuerte einige Schläge ab. Wolf zeigte sich sehr widerstandsfähig und ging trotz Pützs Schlägen und Kniestößen nicht zu Boden. Dafür warf aber seine Ecke das Handtuch, woraufhin der Kampf beendet wurde.

Aller guten Dinge sind drei – den Wahrheitsgehalt dieses Spruchs bewies der Bremer Sascha Ernst, der gegen den Mainzer Christoph Kuolt nach zwei Niederlagen seinen ersten Sieg bei Superior FC feierte. Ernst übernahm früh die Kontrolle über den Kampf und holte sich nach einem Takedown in die Side Control die Mount.

Kuolt sweepte Ernst, aber der griff bereits mit einem Kimura an. Ernst nutzte den Kimura, um Kuolt zu sweepen. Kuolt drehte sich weiter durch, aber Ernst ließ nicht los und landete am Ende wieder in der Side Control. Er zog den Schulterhebel noch einmal ein und brachte Kuolt damit zur Aufgabe.

„Bayrischer Löwe“ verliert Deutschland-Debüt

Es hätte das große Deutschland-Debüt des ehemaligen Thai- und Kickboxers Markus Grosse werden sollen, dem „Bayrischen Löwen“ aus Rosenheim, der bislang nur in England aktiv war. Allerdings hatte der Mannheimer Tomislav Iverac aus der Martial Arts Academy da noch ein Wörtchen mitzureden.

Iverac, der amtierende Deutsche Meister im Amateur-Shooto, ging gleich zu Beginn zum Takedown über, aber Grosse sprawlte gut und antwortete mit Schlägen. Danach zog Grosse in der Ringecke ein Takedown durch, doch damit spielte er Iverac genau in die Hände. Iverac konterte mit einem Guillotine Choke und ließ Grosse darin abklopfen – ein gelungenes Profidebüt.

Derwisch Cidar gewinnt Combat-Sambo-Duell

Nur wenige Tage vor der Veranstaltung war Derwisch Cidar eingesprungen, um im Mittelgewichtsturnier gegen den erfahrenen Willi Frank anzutreten. Beide haben einen Background im Combat Sambo, doch während Cidar sein MMA-Debüt gab, hat Frank bereits gegen Christian Eckerlin und Maurice van Waeyenberghe gekämpft.

Cidar holte Frank schnell mit einem Takedown von den Beinen und verbrachte anschließend den Rest der ersten Runde damit, seinen klammernden Gegner mit einzelnen Schlägen zu treffen.

In der zweiten Runde versuchte Frank, den Kampf auf den Boden zu verlagern, aber Cidar fing ihn mit einem Guillotine Choke ab und zwang ihn damit zur Aufgabe.

John Isac schlägt Alexander Becker

Der Bremerhavener Alexander Becker fand recht gut in den Kampf gegen den jungen John Isac aus Wittlich. Becker traf mit einem rechten Haken und brachte Isac dann mit einem Trip-Takedown zu Boden. Aus der Guard setzte Isac zu einem Armhebel an. Becker befreite sich und stand auf, um sich in einen Fußhebel zurückfallen zu lassen. Isac tat dasselbe, war aber schneller und erkämpfte sich so den Aufgabesieg.

Superior FC Tournament 2012 – Part 3

Unbedingt vormerken: Der dritte Teil der diesjährigen Turnier-Serie von Superior FC findet am 2. Juni in der Phönix Halle in Mainz statt. Aktuell sind zwölf Turnierkämpfe und zwei Superfights geplant. Genauere Informationen erhaltet ihr in den kommenden Wochen hier bei Ground and Pound.

Die Ergebnisse in der Übersicht:

Superior FC Tournament 2012 - Part 2
31. März 2012
WerftHalle in Göppingen, Deutschland

Superfight
Ali Hassan bes. Philipp Schranz via TKO nach 1:17 in Rd. 1

Superfight
Tomislav Iverac bes. Markus Grosse via Guillotine Choke nach 1:15 in Rd. 1

Weltergewichtsturnier
Jessin Ayari bes. Matthias Merkle via Rear Naked Choke nach 2:09 in Rd. 1

Mittelgewichtsturnier
Benjamin Nüßle bes. Veselin Dimitrov via Triangle Choke nach 0:49 in Rd. 1

Leichtgewichtsturnier
Gabriel Sabo bes. Vitali Kobahidze via KO nach 1:12 in Rd. 1

Schwergewichtsturnier
Nugzar Beridze bes. Ivica Cuk via TKO nach 1:07 in Rd. 2

Halbschwergewichtsturnier
Stephan Pütz bes. Ruben Wolf via TKO nach 4:16 in Rd. 2

Federgewichtsturnier
Azdren Thaqi bes. Mike Taubig via TKO nach 3:02 in Rd. 1

Halbschwergewichtsturnier
Sascha Ernst bes. Christoph Kuolt via Kimura nach 2:00 in Rd. 1

Superfight
David Zawada bes. Garcia Chambe via TKO nach 4:37 in Rd. 1

Schwergewichtsturnier
Alexander Petrajtis bes. Jürgen Dolch via Armhebel nach 2:54 in Rd. 1

Mittelgewichtsturnier
Derwisch Cidar bes. Willi Frank via Guillotine Choke nach 1:38 in Rd. 2

Federgewichtsturnier
Soufian Haj Haddou bes. Mohammad Assadi via Armhebel nach 2:11 in Rd. 3

Leichtgewichtsturnier
John Isac bes. Alexander Becker via Fußhebel nach 1:40 in Rd. 1

Weitere Informationen findet ihr auf der offiziellen Internetpräsenz unter www.superior-fc.com.