Ergebnisse

UFC Liverpool: Till bezwingt Thompson im Taktik-Duell

Darren Till (re.) setzte sich hauchdünn in Liverpool durch (Foto: Florian Sädler/GNP1.de)

UFC Liverpool ist Geschichte. Und ganz, wie es sich die UFC das vorgestellt hatte, verwandelte Lokalmatador Darren Till die Echo Arena beim Einmarsch noch vor dem ersten Schlag in ein Tollhaus. Am Ende stand er als großer Sieger im Käfig.

Von Beginn an war es der Lokalmatador, der den Vorwärtsgang suchte. Stephen Thompson blieb abwartend auf der Außenbahn und suchte seine Lücke. Beide Weltergewichte belauerten sich, ohne große Treffer zu setzen. Diese folgten erst im zweiten Durchgang, als Till mit Side Kicks gegen Thompsons Knie arbeitete und den Amerikaner immer wieder zum Wechsel der Auslage zwang. Der „Wonderboy“ hatte hingegen sichtlich Probleme mit der Länge Tills, seine Angriffe verpufften meist ohne Wirkung. Till hingegen vermochte es nur selten, Thompson am Käfig zu stellen.

Der Engländer wurde mit der dritten Runde ungeduldiger ging aggressiver nach vorne, während Thompson weiterhin um den Engländer herum und am Käfig entlang zirkelte. Nun machte sich auch Tills Kondition bemerkbar. Der „Gorilla“ nahm Tempo heraus und versuchte, seine Schläge aufzuladen. Thompson nutzte den Freiraum, um mit seinen schnellen Vorstößen zu punkten. Till erhielt eine kurze Verschnaufpause, nachdem er einen Finger ins Auge bekam. Ein Foul, dass das Publikum lautstark kommentierte.

Damit hatte Till aber sein Pulver nahezu verschossen. Er wurde passiver, die Attacken seltener. Thompson tänzelte unterdessen weiterhin leichtfüßig um den Engländer und ging weiterhin kein großes Risiko ein. Gerade als man sich gedanklich auf einen Thompson-Sieg einstellte, landete Till aus dem Nichts eine Linke und schickte den Amerikaner zwei Minuten vor Schluss auf die Bretter. Zwar konnte der Engländer den Sack nicht zumachen, nach fünf äußerst engen Runden hatte er die Punktrichter jedoch von sich überzeugt. Sie werteten den Kampf überraschend deutlich mit 48:47, 49:46 und 49:46 für den Lokalmatador.

Neil Magny erfüllt Pflichtaufgabe

Neil Magny erfüllte vorher die in ihn gesetzten Erwartungen. Ursprünglich gegen Gunnar Nelson eingeplant, machte er mit dem Ersatzkämpfer Craig White kurzen Prozess. Immer wieder ging es in den Clinch, eigentlich die Stärke Whites. Doch Magny zeigte keine Schwäche, bestimmte immer wieder das Tempo und Geschehen und landete dann einen harten Kniestoß, der White durchrüttelte.

White versuchte, Magny zu werfen, aber dieser drückte ihn zu Boden und bearbeitete ihn solange mit Schlägen, bis der Ringrichter eine halbe Minute vor Rundenende eingriff. Im Anschluss an den Pflichtsieg forderte Magny Kamaru Usman zum Kampf.

Comebacks enden mit Siegen

Arnold Allen ist zurück. Der Engländer besiegte in Liverpool Mads Burnell, benötigte jedoch erneut eine starke letzte Runde. Der Däne verpasste Allen zuvor zwei Runden lang eine Lehrstunde in Sachen Ringen. Burnell setzte den Engländer ununterbrochen unter Druck, brachte ihn mehrfach zu Boden und kontrollierte ihn nach Belieben. Als er im letzten Durchgang einen Single-Leg Takedown versuchte, schnappte sich Allen den Kopf des Dänen, zog einen Front Choke an und zerrte den Dänen auf die Matte, wo dieser dann den sicher geglaubten Sieg aufgeben musste.

Auch „Mr. Finland“ Makwan Amirkhani kehrte nach über einem Jahr Pause in den Käfig zurück und lieferte sich mit Jason Knight eine spannende erste Runde, in der er erst den Kampf bestimmte, dann übermütig wurde und zwei Mal auf die Bretter geschickt wurde und sich zum Ende der Runde aus einem Triangle Choke befreien musste. In der Folge verlagerte sich das Geschehen hauptsächlich auf die Matte, wo Amirkhani zumeist in der Oberlage landete und damit schließlich den geteilten Punktsieg für sich verbuchen konnte.

Die längste Auszeit hatte indes Claudio Silva hinter sich. Der Brasilianer meldete sich nach über drei Jahren verletzungsbedingter Abstinenz in der UFC zurück und die Pause war ihm kaum anzusehen. Gegen Nordine Taleb hielt er anfangs im Stand gut mit und nutzte dann die sich bietende Gelegenheit, den Franzosen mit einem Rear-Naked Choke zum Abklopfen zu bringen. Der Londoner Darren Stewart eröffnete das Hauptprogramm mit einem technischen K.o. gegen den Amerikaner Eric Spicely. Für Stewart der erste Sieg im fünften UFC-Kampf.

Im Vorprogramm feierte Tom Breese ein erfolgreiches Comeback in den Käfig. Der Engländer schickte Dan Kelly mit einem Uppercut in Richtung Käfig und machte mit kurzen Treffern den Sack zu. Molly McCann, neben Till die zweite Vertreterin der Scousers, konnte ihre Fans nicht zum Jubeln bringen. Sie unterlag im Vorprogramm der überlegenen Grapplerin Gillian Robertson und schlief in der zweiten Runde in einem Rear-Naked Choke ein.

Die Ergebnisse im Überblick:

UFC Fight Night 130: Thompson vs. Till
27. Mai 2018
Echo Arena in Liverpool, England

Darren Till bes. Stephen Thompson einstimmig nach Punkten (48:47, 49:46, 49:46)
Neil Magny bes. Craig White via T.K.o. (Knie & Schläge) nach 4:32 in Rd. 1
Arnold Allen bes. Mads Burnell via Front Choke nach 2:41 in Rd. 3
Makwan Amirkhani bes. Jason Knight geteilt nach Punkten (29:28, 27:30, 29:28)
Cláudio Silva bes. Nordine Taleb via Rear-Naked Choke nach 4:31 in Rd. 1
Darren Stewart bes. Eric Spicely via T.K.o. (Schläge) nach 1:47 in Rd. 2

Vorprogramm
Tom Breese bes. Dan Kelly via K.o. (Schläge) nach 3:33 in Rd. 1
Lina Länsberg bes. Gina Mazany einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 29:28)
Carlo Pedersoli Jr. bes. Brad Scott geteilt nach Punkten (29:28, 28:29, 29:28)
Gillian Robertson bes. Molly McCann via Rear-Naked Choke nach 2:05 in Rd. 2
Elias Theodorou bes. Trevor Smith einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 29:28)