Ergebnisse

UFC Live 4: Kongo mit sensationellem KO-Comeback

Poster via Zuffa LLC

UFC Live on Versus 4: Kongo vs. Barry fand gestern Abend im Consol Energy Center in Pittsburgh, Pennsylvania statt. Im Hauptkampf des Abends trafen Cheick Kongo und Pat Barry aufeinander, nachdem Nate Marquardt aus dem vorher geplanten Duell gegen Rick Story gestrichen wurde. Die Veranstaltung wurde auf dem amerikanischen TV-Sender „Versus“ übertragen, die Vorkämpfe konnte man live auf Facebook beobachten. Wir blicken für Euch auf die Ergebnisse des Abends.

Ricardo Lamas und Michael Johnson machten kurzen Prozess mit ihren Kontrahenten und siegten bereits in der ersten Runde via TKO. Lamas traf Grice mit wuchtigen Kicks zum Körper und beendete den Kampf mit wilden Schlägen, die wie ein Blitzgewitter auf Grice einschlugen. Johnson hingegen traf mit harten Knien aus dem Clinch und beendete den Kampf mit massiven Hammerfists.

Charles Oliveira vs. Nik Lentz

Der Kampf ging hin und her, sehr amüsant für die Zuschauer, die lautstark Beifall klatschten. Ein rechter Aufwärtshaken schlug Lentz zu Boden, Oliveira versuchte den liegenden Gegner mit Hammerfists KO zu schlagen, doch Lentz befreite sich aus der gefährlichen Position. Oliveira setzte einen Guillotine Choke an, aus dem sich sein Gegner herauszurollen versuchte. Es dauerte eine Weile bis dies Lentz gelang, doch daraufhin setzte er seinerseits einen Guillotine Choke beim Brasilianer an. Die Zuschauer klatschten Beifall, da beide Kämpfer scheinbar alles gaben. In Runde zwei entwickelte sich der Thriller zu einem Drama, denn Oliveira trat seinem Gegner, der sich mit einem Knie auf dem Boden befand, mit einem somit illegalen KnierStoß an den Kopf, doch der Ringrichter schien nichts bemerkt zu haben und ließ den Kampf weiterlaufen. Die Zuschauer verziehen ihm dies nicht und buhten lautstark. Lentz schien durch diese unfaire Aktion sichtlich angeschlagen, noch dazu öffnete der Regelverstoß Cut unter seinem rechten Auge. Oliveira nutze diese Verwirrung und setzte einen Rear-Naked Choke an, der zum Sieg durch Aufgabe führte. Lautstark machten die Zuschauer ihren Unmut deutlich, indem sie „Bullshit“-Chöre starteten. Joe Rogan teilte im Interview mit, dass die athletische Sportkommission diese Entscheidung untersuchen wird, doch bis dahin steht Oliveira als Sieger auf dem Papier.

Daniel Roberts vs. Rich Attonito

Attonito wurde zu Beginn von Roberts bedrängt, konnte jedoch den anfänglichen Druck überwinden und schien im Laufe des Duells die besseren Treffer zu setzen und dominierte mit gekonnten Takedowns. In der zweiten Runde konnte Roberts kurzweilig den Rücken von Attonito kontrollieren und versuchte den Kampf mit einem Rear-Naked Choke zu beenden, doch dies gelang nicht, Attonito war zu geschickt um auf diese Weise zu verlieren. In der letzten Runde traf Attonito mit einem harten rechten Roundhouse Kick, der Roberts auf die Matte katapultierte. Er schien für kurze Zeit ohnmächtig, kam dann wieder halbwegs zu sich und taumelte durch das Octagon, während er von Attonito verfolgt wurde. Roberts gelang es sich, trotz wackeligen Beinen, über die Zeit zu retten, verlor den Kampf jedoch deutlich nach Punkten: 29-27, 30-27, 29-28.

Joe Lauzon vs. Curt Warburton

Der Brite kündigte vor dem Duell an, allen Fans zeigen zu wollen, dass er zu den besten Kickboxern der Gewichtsklasse gehört: Es sollte sich nicht bewahrheiten. Nach bereits einer Minute wurde deutlich, dass Lauzon der aktivere und bessere Boxer war. Nachdem eine rechte Gerade traf, folgte ein linker Haken der Warburton auf die Bretter schickte. Lauzon sprang hinterher, schlug mit Ground and Pound zu und sicherte daraufhin einen Kimura, mit dem er seinen Gegner über sich rollte und schließlich zur Aufgabe zwang. Nach nur 1:58 Minuten war alles vorbei.

Joe Stevenson vs. Javier Vasquez

Vasquez startete den Kampf mit einem schnellen Takedown und wurde dabei fast mit einem Inverted Armbar auf dem Boden ausgekontert. „Showtime“, wie Vasquez genannt wird, brachte sich aus der misslichen Lage und setzte seinerseits eine Armbar an, aus der sich Stevenson befreite. Wieder auf den Beinen schien Vasquez sich an das Timing seines Gegners gewöhnt zu haben und konnte „Daddy“, so Stevens Spitzname, mit einigen Schlägen zusetzen. Als Stevenson zum Takedown hechtete brachte Vasquez einen Guillotine Choke an, aus dem sich Stevenson nach kurzen Schwierigkeiten befreite, nur um kurz darauf in den Rear-Naked Choke zu geraten. Auch aus dieser misslichen Lage befreite sich der Amerikaner, doch lag er offensichtlich auf den Punktekarten der Richter zurück. Greg Jackson, Stevensons Trainer, befahl seinem Schützling Takedowns anzubringen um damit wertvolle Punkte zu sammeln und das Schicksal noch zu wenden, doch dieser weigerte sich scheinbar und wollte lieber mit Vasquez boxen. Die letzte Runde ging ohne signifikante Treffer von Stevenson zu Ende, so dass die Punktrichter, wenig überraschend, Vasquez zum Sieger erklärten. Das Federgewichtsdebüt von Stevenson fiel damit ohne Erfolg aus, zudem ist dies seine vierte Niederlage in Folge, was mit großer Wahrscheinlichkeit die UFC Entlassung bedeuten wird.

Tyson Griffin vs. Manny Gamburyan

Griffin konnte einige Treffer ans Ziel bringen, doch Gamburyan war der offensivere Mann, der Druck machte und Griffin schließlich auf den Boden brachte. Der Armenier konnte nach einem Clinch den Rücken von Griffin erklimmen und versuchte einen Rear-Naked Choke anzusetzen, doch der Amerikaner verteidigte gut und befreite sich. In der zweiten Runde wurde Griffin zunehmest aktiver, traf Gamburyan jedoch zweimal mit Tiefschlägen, als er Low Kicks anbringen wollte und wurde dafür verwarnt, jedoch ohne Punktabzug. In der letzten Runde arbeitete Gamburyan hart für einen Takedown, der zwar gelang, aber von kurzer Dauer war. Nach drei Runden waren sich die Punktrichter etwas uneinig, werteten jedoch Griffin als Sieger mit 29-28, 29-28 und 29-29.

Matt Mitrione vs. Christian Morecraft

Mitrione provozierte von Beginn an und zog Grimassen um seinen Gegner anzustacheln. Nach einem kurzen Schlagabtausch wurde Morecraft von einer wuchtigen rechten Faust auf den Hosenboden geschlagen, Mitrione ließ ihn jedoch wieder aufstehen und winkte ihn provokant zu sich heran. In der zweiten Runde gelang Morecraft ein Takedown und eine minutenlange Kontrolle am Boden, doch als es kurz darauf wieder in den Standkampf ging, zog Morecraft erneut den Kürzeren und wurde von Mitrione mit mehreren Schlägen an- und schließlich KO-geschlagen.

Matt Brown vs. John Howard

Howard kündigte vor dem Kampf an mit Brown stehen zu wollen und dies tat er zunächst auch. Howard peinigte Brown mit Low Kicks, während „The Immortal“, so Browns Spitzname, in den Infight ging und zu boxen versuchte. Brown übernahm damit zunehmend die Kontrolle und konnte Howard mit einigen harten Schlägen treffen, gefolgt von einem High Kick, der „Doomsday“ sichtlich durchrüttelte. Howard rettete sich mit dem Takedown, konnte jedoch auf dem Boden keinen Schaden zufügen und wurde im weiteren Verlauf des Kampfes, im Stand, von Brown dominiert. Als es wieder auf den Boden ging versuchte Brown einen D'Arce Choke und kurze Zeit später einen Omoplata, doch ohne Erfolg. In der letzten Runde kontrollierte Brown das Geschehen mit gutem Boxen, während Howard vergeblich den Takedown suchte. Nach drei Runden werteten die Punktrichter das Duell mit 29-28, 29-28, 29-28 für Brown.


Rick Story vs. Charlie Brenneman

Brenneman suchte sofort den Takedown, da er sich scheinbar keinem Box Duell mit Story stellen wollte. Dies gelang überraschend einfach und Brenneman kontrollierte seinen Gegner aus dem Full Guard mit vereinzelten Schlägen. Der bisher recht unbekannte Brenneman zeigte deutliche Schwächen bei Story auf und brachte diesen nach Belieben auf den Boden. Nach zwei Runden lag Story hinten und versuchte im letzten Durchlauf noch einmal alles zu geben. Story brachte seinen Gegner auf den Boden und versuchte einen Armbar, sowie einen Triangle Choke, doch Brenneman befreite sich und drehte die Position, so dass er sich am Ende in der Top Position befand, als Runde drei zu Ende ging. Der Ersatz für Nate Marquardt besiegte den hoch favorisierten Rick Story nach Punkten (29-28, 29-28, 29-28) und macht damit einen immensen Sprung in der Karriereleiter.

Cheick Kongo vs. Pat Barry

Kongo hielt Barry zunächst auf Distanz und punktete mit Low Kicks. Barry versuchte die richtige Entfernung zu finden und kassierte dabei weitere Kicks. Als Barry schließlich den Abstand überbrückte traf er mit einem harten rechten Haken, der Kongo auf die Bretter schickte. Barry folgte auf den Boden um den Kampf zu beenden, doch Kongo klammerte und kam wieder auf die Beine. Die Zuschauer standen auf und meldeten sich lautstark, denn Barry merkte, dass Kongo angeschlagen war und warf mit wilden Schwingern um sich. Wieder getroffen fiel Kongo, zu Boden. „It´s over!“, schrie Joe Rogan, doch Referee Dan Miragliotta ließ den Kampf weiterlaufen und Kongo überraschte alle, als er geistesgegenwärtig klammerte und sich damit erneut rettete. Diesmal stand die Halle Kopf, den Zuschauern wurde klar, dass die Begegnung in jeder Sekunde beenden werden würde. Barry suchte den endgültigen KO-Finish und ging auf den angeschlagenen Kongo zu, doch was nun folgte ließ die Zuschauer für einige Sekunden verstummen. Es war einer dieser Momente, in denen die Zeit für einige Sekunden still steht, denn Cheick Kongo kam zurück. Der herankommende Barry wurde von einem rechten Schwinger hinter dem Ohr getroffen und stand plötzlich seinerseits auf wackelnden Beinen. Ein Aufwärtshaken von Kongo traf erneut, diesmal genau das Kinn des Amerikaners und dadurch brannten alle Sicherungen bei Barry durch: Die Lichter wurden ausgeknipst und Barry fiel ohnmächtig zu Boden. Kongo schien schon KO geschlagen und drehte sein Schicksal mit zwei Schlägen. Der Franzose machte laut dem UFC Kommentatoren Team, Joe Rogan und Mike Goldberg, damit das Comeback des Jahres: „Vergesst Pete Sell  (gegen Scott Smith) oder Scott Smith (gegen Cung Le)! Das ist das größte Comeback der MMA Geschichte!“

Kongo feieirt seinen Sieg (Foto via Tracy Lee von Yahoo! Sports)

UFC Live On Versus 4: Kongo vs. Barry
26. Juni 2011
Consol Energy Center, Pittsburgh, Pennsylvania, USA

Hauptkämpfe

Cheick Kongo bes. Pat Barry via KO nach 2:39 in Rd.1
Charlie Brenneman bes. Rick Story via Punktentscheidung (einstimmig)
Matt Brown bes. John Howard via Punktentscheidung (einstimmig)
Matt Mitrione bes. Christian Morecraft via KO nach 4:28 in Rd.2

Vorkämpfe

Tyson Griffin bes. Manny Gamburyan via Punktentscheidung (Mehrheitsentscheidung)
Javier Vasquez bes. Joe Stevenson via Punktentscheidung (einstimmig)
Joe Lauzon bes. Curt Warburton via Kimura nach 1:58 in Rd.1
Rich Attonito bes. Daniel Roberts via Punktentscheidung (einstimmig)
Charles Oliveira bes. Nik Lentz via Rear-Naked Choke nach 1:48 in Rd.2
Ricardo Lamas bes. Matt Grice via TKO nach 4:41 in Rd.1
Michael Johnson bes. Edward Faaloloto via TKO nach 4:42 in Rd.1