Ergebnisse

UFC Glasgow: Die Ergebnisse

UFC Glasgow war die erste UFC-Show in Schottland (Foto: Zuffa LLC).

Die UFC war zum ersten Mal in Schottland zu Gast und lieferte vor ausverkauftem Haus eine größtenteils gelungene Show ab. Vor allem das Vorprogramm brachte die knapp zehneinhalbtausend Zuschauer in Glasgow mit einer Reihe spektakulärer Knockouts in Stimmung. Auf dem Hauptprogramm gingen anschließend zwar vier von sechs Duellen über die volle Distanz, trotzdem zeigten einige Kämpfer dabei überzeugende Leistungen.

Wir haben für euch die Ergebnisse:

Michael Bisping vs. Thales Leites
Standkämpfer gegen Grappler sollte dieses Duell zwischen den Mittelgewichtsveteranen Michael Bisping und Thales Leites sein. Stattdessen hat sich der Hauptkampf von UFC Glasgow die vollen fünf Runden über beinahe ausschließlich im Stand abgespielt, wo BJJ-Experte Leites mehr Erfolg hatte, als ihm im Vorfeld zugetraut worden war. Zwar war er dem langjährigen Kickboxer Bisping technisch unterlegen, besaß dafür aber deutlich mehr Schlagkraft und kontrollierte fast die gesamten 25 Minuten über das Zentrum des Octagons. Bisping konnte mit seinen Box- und Kick-Kombinationen zwar weniger Schaden anrichten, war aber aktiver und nutzte Leites nicht ganz ausgereifte Beinarbeit aus, um sich so selten wie möglich am Käfigzaun stellen zu lassen und im Notfall zu den Seiten auszuweichen.

Auf diese Weise sammelte Bisping über weite Strecken durch Volumen Punkte, während Leites zwar recht passiv agierte, die Runden aber durch Lowkicks und gelegentliche, harte Kombinationen stets knapp hielt. Angesichts Bispings kickboxerischer Klasse allerdings bestanden diese zu häufig aus etwas zu wilden Geraden und Schwingern. Den deutlichsten Akzent konnte zu Beginn der dritten Runde Leites setzen, als er Bisping mit einer harten Rechten treffen und kurzzeitig am Zaun bearbeiten konnte, bevor er ihm wieder Raum gab und somit vom Haken ließ.

In der fünften Runde schien Leites zu realisieren, dass das Ergebnis völlig in der Luft hing und wurde etwas aggressiver, der für seine Kondition bekannte Bisping schaltete aber ebenfalls noch einmal einen Gang hoch und überzeugte so vermutlich letztlich zwei der drei Punktrichter, einen wirklich knappen Kampf an ihn zu geben. Nachdem er seit 2012 präzise zwischen Sieg und Niederlage gewechselt hatte, konnte Bisping damit nach seinem Punktsieg gegen C.B. Dollaway im April zum ersten Mal wieder zwei Kämpfe in Folge gewinnen. Leites dagegen verlor zum ersten Mal seit 2010.
Michael Bisping bes. Thales Leites geteilt nach Punkten (48:47, 47:48, 48:47)

Ross Pearson vs. Evan Dunham
Der Co-Hauptkampf zwischen den beiden erfahrenen Leichtgewichten Ross Pearson und Evan Dunham schien beste Voraussetzungen für den „Fight of the Night“ zu haben, letztlich entpuppte sich die Paarung als zwar dominanter, dabei aber meist wenig spektakulärer Kampf zwischen zwei Kämpfern mit völlig verschiedenen Strategien.

Evan Dunham schien mit den harten Händen Pearsons nichts zu tun haben zu wollen und setzte den Briten schon früh mit Takedownversuchen unter Druck. Hin und wieder konnte Pearson zwar verteidigen, früher oder später aber landete er in den ersten beiden Runden immer auf der Matte und überstand nur durch puren Willen einen komplett durchgezogenen Armbar Dunhams. Zwischen der zweiten und der dritten Runde animierte Pearsons Ecke ihn eindringlich, Dunham um jeden Preis mit seinen Boxkombinationen auszuknocken, er schien nach den vielen Takedowns jedoch verunsichert und fand sich nach recht kurzer Zeit erneut auf dem Rücken wieder. Anschließend kontrollierte Dunham seinen Gegner bis zum Ende des Kampfes auf dem Boden. Die Zuschauer in der Arena waren wenig begeistert, Dunham aber sicherte sich so den zweiten Sieg in Folge nach zuletzt drei aufeinanderfolgenden Niederlagen.
Evan Dunham bes. Ross Pearson einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 29:28)

Joe Duffy vs. Ivan Jorge
„Irish“ Joe Duffy ging als haushoher Favorit in seinen zweiten UFC-Kampf gegen den brasilianischen Veteranen Ivan Jorge und zeigte schnell, warum dem so war. Nach einigen wenigen Schlagwechseln im Stand versuchte BJJ-Schwarzgurt Jorge, seinen im Profiboxen erfahrenen Gegner auf die Matte zu bringen, Duffy schaffte es jedoch, noch im Fallen seine Beine um Jorges Hals zu werfen. Ein paar Anpassungen später saß der Triangle Choke, in dem Jorge daraufhin abklopfte.
Joe Duffy bes. Ivan Jorge via Aufgabe (Triangle Choke) nach 3:05 in Rd. 1

Joanne Calderwood vs. Casey Cortney-Sanchez
Nach Bec Rawlings verletzungsbedingtem Ausfall war die amerikanische UFC-Newcomerin Casey Cortney-Sanchez kurzfristig gegen die Schottin Joanne Calderwood eingesprungen, schlug sich vor diesem Hintergrund aber beachtlich.

Die Anfangsphase des Kampfes ähnelte stark Calderwoods Niederlage gegen Maryna Moroz im April in Krakau: Cortney-Sanchez setzte Calderwood mit harten Fäusten unter Druck und schien sie kurzzeitig am Rand einer vorzeitigen Niederlage zu haben, bevor sie die Schottin in ihre Guard zog und dabei einen Armbar ansetzen wollte. Calderwood verteidigte jedoch und übernahm zurück auf den Beinen langsam aber sicher die Kontrolle über den Kampfverlauf. Cortney-Sanchez hielt zwar die vollen drei Runden über stark dagegen, letztlich sicherten Calderwoods Kombinationen im Stand und Treffer aus dem Clinch sowie Kontrolle auf der Matte ihr aber den verdienten Punktsieg.
Joanne Calderwood bes. Casey Cortney-Sanchez einstimmig nach Punkten (30:27, 29:28, 30:27)

Leon Edwards vs. Pawel Pawlak

Im Weltergewicht sicherte der englische Thaiboxspezialist Leon Edwards einen soliden, wenn auch wenig spektakulären Punktsieg gegen Pawel Pawlak. Edwards war dem Polen im Stand technisch voraus, ging jedoch wenige Risiken ein. Gegen Ende des Kampfes schickte „Rocky“ Edwards seinen Gegner mit einem Headkick auf die Bretter und setzte damit den größten Akzent des Duells. Pawlak überstand den Niederschlag zwar, musste aber wenig später zusehen, wie Bruce Buffer Edwards als Sieger ausrief.  
Leon Edwards bes. Pawel Pawlak einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27)

Steven Ray vs. Leonardo Mafra
Als einer von drei Schotten auf dem Programm mögen auf Stevie Ray besonders hohe Erwartungen gelegen haben, angemerkt hat man „Braveheart“ davon jedoch nichts. Nach einigen Schlagwechseln nahm Ray dem Brasilianer Leonardo Mafra mit einem rechten Haken das Gleichgewicht und ließ nicht von ihm ab, bis sein Gegner rückwärts gegen den Käfig stolperte und der Ringrichter den Kampf einige Folgeschläge später abwinken musste.
Steven Ray bes. Leonardo Mafra via T.K.o. (Schläge) nach 2:30 in Rd. 1

Vorprogramm
Besonders überzeugen konnten bei UFC Glasgow die sechs Vorkämpfe, die den Zuschauern in der Halle und vor den Bildschirmen jede Menge Action boten. Im letzten Kampf des Vorprogramms überzeugte der Ire Paddy Holohan in einem Grappling-Kampf gegen den Briten Vaughan Lee. Nachdem er in der ersten Runde um ein Haar in einem Rear Naked Choke abklopfen musste, nahm Holohan in den letzten beiden Runden das Ruder in die Hand und kontrollierte das Geschehen auf der Matte und später im Stand auf dem Weg zu einem einstimmigen Punktsieg.

Zuvor konnten Ilir Latifi, Robert Whiteford, Daniel Omielanczuk und UFC-Newcomer Jimmie Rivera mit Erstrunden-Knockouts überzeugen, die die Stimmung in der Arena schon früh ordentlich anheizten.


Anbei alle Ergebnisse im Überblick.

UFC Fight Night 72: Bisping vs. Leites
Samstag, 18. Juli 2015
SSE Hydro in Glasgow, Schottland


Hauptprogramm
Michael Bisping bes. Thales Leites geteilt nach Punkten (48:47, 49:46, 48:47)
Evan Dunham bes. Ross Pearson einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 29:28)
Joseph Duffy bes. Ivan Jorge via Aufgabe (Triangle Choke) nach 3:05 in Rd. 1
Joanne Calderwood bes. Cortney Casey-Sanchez einstimmig nach Punkten (30:27, 29:28, 30:27)
Leon Edwards bes. Pawel Pawlak einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27)
Steven Ray bes. Leonardo Mafra via T.K.o. (Schläge) nach 2:30 in Rd. 1

Vorprogramm

Paddy Holohan bes. Vaughan Lee einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27)
Ilir Latifi bes. Hans Stringer via K.o. (Schläge) nach 0:56 in Rd. 1
Mickael Lebout bes. Teemu Packalén einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 30:27)
Robert Whiteford bes. Paul Redmond via K.o. nach 3:04 in Rd. 1

Jimmie Rivera bes. Marcus Brimage via T.K.o. (Schläge) nach 1:29 in Rd. 1
Daniel Omielanczuk bes. Chris De La Rocha via T.K.o. (Schläge) nach 0:48 in Rd. 1