Ergebnisse

UFC 129: St. Pierre vs. Shields

Klotzen statt kleckern war das Motto der Ultimate Fighting Championship für ihr Debüt im wunderschönen Toronto, Ontario, Kanada. Nachdem die Fight-Fans dort lange Zeit auf die Legalisierung des MMA-Sports warten mussten, hat die UFC für ihren ersten Besuch die ganz schweren Geschütze aufgefahren. Gleich zwei Titelkämpfe und die Begegnung zwischen Hall of Famer Randy Couture und Ex-Champion Lyoto Machida bildeten den Rahmen für den größten UFC-Event aller Zeiten.

Mehr als 55.000 Menschen verfolgten das unglaubliche Spektakel im Rogers Center von Toronto.

Weltergewichtstitelkampf: Georges St. Pierre vs. Jake Shields
Beide Kämpfer tauschten fast die gesamte erste Runde über Einzelaktionen aus – Kicks und Schläge – und schienen sich ein wenig zu belauern. Zwei Single-Leg Takedown-Versuche Shields verteidigte St. Pierre gut. Gegen Ende der Runde wurde er zudem lockerer und landete mehr und mehr Treffer.

In den Runden zwei und drei das gleiche Bild: GSP war deutlich beweglicher auf den Beinen und attackierte mit schnellen und akkuraten Faustschlägen und Kicks.  Auch Shields konnte allerdings einige Treffer versetzte St. Pierres Gesicht einige Schwellungen. Zum Bodenkampf kam es allerdings nicht. Sobald Shields die Distanz zu St. Pierre verkürzen konnte und clinchte, schob der ihn sofort wieder Weg und legte ihn sich in der Halbdistanz zurecht. Erst gegen Ende der dritten Runde kam Abwechslung in die Situation, als St. Pierre seinen Herausforderer per Double-Leg Takedown zu Boden brachte. Die Zeit war jedoch zu kurz, um etwas damit anfangen zu können.

Die vierte Runde begann zunächst wie alle anderen davor auch, St. Pierre blieb in der Distanz und bearbeitete Shields mit langen Händen. In der Mitte der Runde traf er jedoch plötzlich mit einem linken Highkick und schickte Shields damit zu Boden. Der drehte sich sofort zu einem Bein St. Pierres, bekam ihn aber nicht zu Boden. Stattdessen poundete der Kanadier nach unten, Shields ergriff erneut ein Bein. Zwar gelang ihm wieder kein Takedown, aber er kam wenigstens wieder auf die Beine, wo das schon bekannte Spiel weiterging. Shields forderte seinen Gegner mehrmals auf, ihn zu schlagen, wollte ihn wohl etwas aus der Reserve locken, doch GSP blieb seiner Taktik treu und riskierte nichts.

Genauso wie in Runde fünf. Auch hier nahm er Shields aus der Distanz auseinander, nahm aber auch selbst wieder einige Treffer. Sein Gesicht sah nach dem Kampf deutlich lädierter aus, als das seines Herausforderers. Kurz vor Ende der Runde versuchte er selbst einen Takedown, Shields verteidigte jedoch und so endete der Kampf im Clinch am Käfig. Das Ergebnis der Punktrichter war nun keine Überraschung mehr: St. Pierre verteidigte seinen Titel mit 50-45, 48-47 und 48-47.

Federgewichtstitelkampf: Jose Aldo vs. Mark Hominick
Der Kampf begann wie erwartet, Aldo attackierte mit seinen blitzschnellen Schlag-Kick-Kombinationen, musste aber auch einige Hände von Hominick einstecken. Deshalb suchte er schließlich den Takedown und landete in der Guard des Kanadiers, wo er erst einmal einen Armbar zu verteidigen hatte. Nachdem ihm dies gelungen war, attackierte er stoisch mit kurzen Ellenbogen. Hominick blockierte allerdings recht gut, so dass Referee John McCarthy beide Kämpfer wieder aufrichtete. Bis zur Pause passierte jedoch nichts mehr.

In der zweiten Runde schien Hominick seinen Rhythmus gefunden zu haben und traf nun besser. Aldo wurde dagegen langsamer und begann, sich einen Boxkampf mit Hominick zu liefern, statt sich auf seine Stärken zu verlassen. Wieder sicherte er schließlich einen Takedown, konnte aus Hominicks Guard aber nichts Nennenswertes landen. Nach einem erneuten Standup durch McCarthy wirkte Aldo erschöpft, schaute auf die Uhr. Sofort sicherte er einen weiteren Takedown, doch auch bei diesem Mal landete er keine signifikanten Treffer.

Im dritten Durchgang lieferten sich beide Kämpfer erneut einen Boxkampf – unverständlich bei Aldo, der dem technischen Boxer Hominick eigentlich anders beikommen sollte. Hominick setzte die klareren Treffer, war der deutlich schnellere Mann, musste aber kurz vor Ende eine harte rechte Gerade einstecken und ging zu Boden. Aldo setzte sofort nach und McCarthy war kurz davor dazwischen zu springen, doch Hominick behielt die Ruhe und konnte sich die Guard holen. Somit überstand er die dritte Runde.

Direkt zu Beginn des vierten Durchgangs wurde Hominick von einer linken Geraden gerockt. Auch er wurde nun langsamer, Aldo trat wieder etwas fitter auf. Eine rechte Gerade schickte den Kanadier schließlich erneut zu Boden, wo Aldo mit Ellenbogen Attackierte. Mittlerweile hatte sich eine groteske Beule auf der Stirn Hominicks gebildet. Der Arzt schaute sich das Ungetüm an, befand es aber für harmlos und ließ den Lokalmatador unter frenetischem Jubel weiterkämpfen. Aldo brachte ihn sofort erneut zu Boden und fuhr seine Taktik weiter.

In der fünften und letzten Runde war es Hominick, der den Takedown suchte und auch bekam. Fast die gesamten fünf Minuten lang attackierte er Aldo daraufhin mit Ground and Pound aus dessen Guard und Halfguard. Für den Sieg reichte es jedoch nicht mehr, Jose Aldo nahm den einstimmigen Punktsieg (50-43, 48-46, 49-46) mit nach Hause.

"Ich habe zu wenig Kombinationen geschlagen und zu viele Einzelaktionen. Ich wollte ihm immer einen Schritt voraus sein, letztlich war er mir einen Schritt voraus", so Hominick nach dem Fight. "Auch auf dem Boden hätte ich aktiver sein müssen. Ich hatte erwartet, dass er mich mehr attackiert, statt mich nur unten zu halten. Ich habe alles für euch gegeben Leute und hoffe, euch hat der Kampf gefallen."

"Ich möchte auch John McCarthy dafür danken, dass er den Kampf nicht abgebrochen hat. Ich hätte niemals aufgegeben."

Randy Couture vs. Lyoto Machida
Die erste Runde war deutlich geprägt vom Respekt, den beide Kämpfer voreinander besitzen. Beide tauschten im Stand immer wieder Einzelaktionen aus und konnten auch beide Treffen. Es war jedoch Machida, der mit zwei guten Kniestößen und zwei verteidigten Takedowns die Runde für sich entschied.

Das Ende kam in Rune zwei. Lyoto Machida schickte Couture mit einem eingesprungenen Frontkick zu Boden und setzte sofort nach. Der Referee ging dazwischen und beendete richtigerweise den Kampf. Couture kam schnell wieder zu sich und schien wohlauf zu sein, lediglich einen Zahn hat ihn der Kick gekostet. Ein Finish, bei dem laut Machida Steven Seagal - der schon für Anderson Silvas spektakulären Frontkick gegen Vitor Belfort verantwortlich war - seine Finger mit im Spiel hatte.

"Mein Vater hat mir beigebracht, dass man im Kampfsport immer neue Wege beschreiten und sich um neue Techniken bemühen muss", erklärte Machida nach dem Kampf. "Im Alter von 18 Jahren habe ich davon geträumt, gegen Randy Couture zu kämpfen. Ich dachte, dass ich niemals diese Chance bekommen würde, weil ich damals zu jung war. Es war mir eine Ehre gegen ihn anzutreten, er ist eine Legende."

"Machida ist ein toller Kämpfer. Ich dachte, ich hätte noch alles im Griff, als er mich mit diesem Kick erwischt hat", so Randy Couture nach dem Kampf. "Das war's. Das letzte mal als ich hier Stand hatte ich noch alle meiner Zähne", scherzte er mit Rogan. "Die Fans haben mir immer alles gegeben. Hier auf dieser großen Bühne abzutreten ist etwas ganz besonderes für mich."

Jason Brilz vs. Vladimir Matyushenko
Vladimir Matyushenko hatte einen recht kurzen Arbeitstag im Rogers Center. Mit einer Rechts-Links-Kombination schickte er Brilz nach nur wenigen Sekunden zu Boden. Matyushenko setzte sofort nach und zwang Referee Dan Miragliotta, nach einigen Hammerfaustschlägen einzuschreiten.

Mark Bocek vs. Ben Henderson
Bocek versuchte sofort einen Double-Leg Takedown, den Henderson jedoch verteidigen konnte. Beide landeten im Clinch am Käfig, wo Referee Yves Lavigne sie nach längerer Inaktivität entfernte. Zurück in der Halbdistanz landete Henderson einige knackige lange Hände und schöne Kicks und sicherte sich so die klareren Treffer. Bocek versuchte einen Single-Leg Takedown, musste zwar einige Faustschläge dafür einstecken, bekam ihn aber schlussendlich. Die Runde endete für ihn in der Butterfly Guard von Henderson.

Wieder versuchte Bocek im zweiten Durchgang einen Single-Leg Takedown, wieder musste er hart dafür arbeiten und wieder gelang er letztlich doch. Henderson versuchte einen Guillotine Choke, bekam ihn nicht, konnte aber wieder aufstehen. Einen weiteren Takedown-Versuch Boceks sprawlte Henderson und sicherte seinerseits einen Trip Takedown. Er stand in der Guard von Bocek und poundete, verteidigte außerdem einen Kneebar und einen Heelhook des Submission-Asses Bocek. Wieder gelangten beide Kämpfer auf die Füße, wo Bocek Henderson aus dem Clinch wieder zu Boden drückte und dort in einen Guillotine Choke sprang. Henderson befreite sich und feuerte nun gnadenlos im Stand. Kniestöße und Kicks schlugen bei Bocek ein und nahmen ihm sichtlich den Wind aus den Segeln.

Henderson machte in Runde drei dort weiter wo er zuvor aufgehört hatte und attackierte kurz im Stand, bevor er einen Takedown landete. Wieder poundete er im Stehen und verteidigte die Beinangriffe Boceks. Dabei gelang es Bocek aufzustehen und in die Backmount zu springen. Henderson schüttelte ihn jedoch problemlos ab und brachte ihn per Trip Takedown erneut zu Boden. Das Spiel wiederholte sich. Bocek stand auf und musste wieder auf herunter. Wieder zurück im Stand landete Henderson einige Knie und Ellenbogen aus dem Clinch. Lediglich in den letzten Sekunden feuerte Bocek ein wenig zurück, auch hier waren die deutlichen Treffer aber beim Ex-WEC-Champion. Dementsprechend entschieden alle drei Punktrichter auch mit 30-27 für ihn.

"Es fühlt sich gut an, gewonnen zu haben", so Henderson nach dem Fight. "Ich hasse es zu verlieren und hatte gerade erst eine Niederlage hinter mir. Das war schon ein großer Moment heute, es ist schließlich eine große Nacht. Ich habe aber schon um Championtitel gekämpft, von daher konnte ich recht ruhig bleiben."

Nate Diaz vs. Rory MacDonald
Diaz fuhr von Beginn an seinen typischen Stil. Mit einladenden Bewegungen und ununterbrochenem Gerede verfolgte er MacDonald. Die langen Hände des Stockton-Bad Boys konterte MacDonald mit schönen Front- und Lowkicks. Beide clinchten am Käfig, MacDonald versuchte einen Single-Leg Takedown, doch Diaz sweepte und brachte MacDonals seinerseits zu Boden. Beide standen jedoch sofort wieder auf. Zwei Single-Leg Takedown-Versuche von Diaz wehrte MacDonald gut ab und so ging es in die erste Pause.

MacDonald landete sofort einen Takedown, doch Diaz konnte schnell aufstehen und hatte Glück, nicht von einem Kick erwischt zu werden. Kurz darauf wurde er erneut zu Boden gebracht und Diaz konnte wieder recht schnell aufstehen. Diaz baute immer mehr ab, die klareren Treffer lagen gegen Ende der Runde immer mehr bei MacDonald. Diaz lag nun zwei Runden hinten und musste etwas tun, um das Octagon hier noch als Sieger zu verlassen.

Die imposantesten Aktionen kamen in der dritten Runde jedoch vom Kanadier. Gleich mit drei spektakulären Belly to Back-Suplessen brachte er Diaz zu Boden und nahm ihn dort systematisch auseinander. Submissionversuche wehrte er dabei gekonnt ab und poundete stur weiter. Nach dem Schlusssignal entschieden die Punktrichter mit 30-26, 30-27 und 30-26 für MacDonald und die anwesenden Zuschauer drückten lautstark ihre Zustimmung aus.

"Ich respektiere seine Fähigkeiten", versicherte MacDonald nach dem Kampf. "Er ist ein zäher Typ." Für die drei imposanten Slams hat er im Übrigen eine recht einfache Erklärung: "Er hat mir den Rücken zugedreht, diese Bewegung war dann für mich einfach natürlich.Ich fühle mich in dieser Position sehr stark und war wirklich überrascht, dass er mir immer wieder den Rücken zugedreht hat. Ich dachte schon, ich würde ihn jetzt bis zum Ende der Runde durch die Gegend slammen", scherzt der glückliche Sieger.

Jake Ellenberger vs. Sean Pierson
Nach kurzer Abtastphase suchte der starke Ringer Ellenberger den Double-Leg Takedown und überbrückte mit den Shoot eine sehr große Distanz. Er bekam Pierson zu Boden, doch der Lokalmatador stand sofort wieder auf. Zurück im Stand schlugen beide Kämpfer harte linke Haken und trafen beide nicht. Noch nicht, denn wenig später konterte Ellenberger eine linke Gerade Piersons mit einem weiteren knackigen linken Haken. Diesmal saß die Faust und Pierson fiel langsam vornüber zu Boden. Ellenberger setzte beim fallenden Pierson noch mit einem rechten Haken zum nach, bevor der Referee den Kampf nach 2:42 abwinkte.

"In dem Stadion sind so viele Leute, da ist es echt schwer ruhig zu bleiben. Ich habe gar nicht mitbekommen, dass ich ihn erwischt habe, bis er zu Boden ging. Er schlug ein paar Jabs und ich habe ihn mit einem Haken erwischt. Ich war ein bisschen besorgt, weil ich recht spät als Ersatzmann eingesprungen bin, doch letztlich habe ich gewonnen und bin glücklich", so Ellenberger. "Ich war bereit dafür drei Runden zu gehen, aber auf dieses Publikum kann einen nichts und niemand vorbereiten. Ich war schon auf vielen UFC-Shows, aber sowas habe ich noch nicht erlebt. Es ist schwer zu beschreiben, man kann im Kampf einfach nicht ruhig bleiben."

Claude Patrick vs. Daniel Roberts
Patrick suchte sofort den Takedown und landete in der Half-Guard von Roberts. Der versuchte einen Arm zu attackieren, um Patrick damit zu sweepen. Der Sweep gelang ihm nicht, aber er schaffte es zurück auf die Füße. Dort suchte Patrick sofort den Clinch, wo beide Kämpfer eine ganze Weile blieben. Gut eine Minute vor Rundenende schaffte Patrick schließlich einen Takedown aus dem Clinch und landete wieder in der Half-Guard seines Gegners. Und wieder gelangte der recht schnell zurück auf die Füße. Dort konnte Patrick ihm mit harten Schlägen zusetzen, zum vorzeitigen Ende kam es dank des Pausensignals jedoch nicht.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs fing Roberts einen Kick seines Gegners ab und stieß in zu Boden. Aus dessen Guard konnte er jedoch nicht viel anrichten und beide Gegner gelangten zurück auf die Füße. Dort musste Robert ein schönes Knie im Thai-Clinch von Patrick einstecken. Nach einigem Abtasten gelang Patrick der Double-Leg Takedown. Robertson versuchte, einen Guillotine Choke anzubringen, doch daraus wurde nichts. Er drehte Patrick und befand sich plötzlich in Sidecontrol. Der Versuch, sich den Rücken zu holen, klappte ebenfalls nicht – stattdessen ließ er Patrick entkommen. Der versuchte einen weiteren Trip-Takedown, der klappte aber ebenfalls nicht.

In der dritten Runde clinchte Patrick nach einigem Abtasten erneut. Roberts verteidigte Kniestöße mit einem angezogenen Bein. Keine gute Idee, denn das verbliebene Standbein zog Patrick weg und saß ein weiteres Mal in Halfguard. Nach einigen Ground and Pound schaffte es Roberts schon wieder zurück in den Stand. Dort passierte jedoch nichts, bevor Roberts wieder den Clinch suchte. Auch dort geschah nichts nennenswertes und Referee Dan Miragliotta trennte beide Kämpfer. Roberts shootete verzweifelte zu einem Takedown und wurde in einem Guillotine Choke abgefangen. Er entkam, doch konnte bis zum Ende der Runde keine Aktion zeigen, die Patrick den Punktsieg in irgendeiner Weise hätte streitig machen können. Er nahm den Sieg mit dreimal 29-28 Punkten nachhause.

"Dieser Kerl hat am Computer jede Menge Müll über mich verbreitet. Ich habe das nich mal gelesen, denn in der Wettkampfvorbereitung sitze ich nicht am Computer. Er hat sich mit einem blöden Video über die größe meines Kopfes lustig gemacht, deshalb bin ich in der ersten Runde so aggressiv hinter ihm hergewesen und habe meine Fäuste sprechen lassen", erklärte Patrick.

Ivan Menjivar vs. Charlie Valencia
Nachdem in den ersten Sekunden des Fights nur das übliche Abtasten zu sehen war, landete Menjivar plötzlich einen krachenden linken Ellenbogen und schickte Valencia damit zu Boden. Sofort positionierte er sich über seinem angeschlagenen Gegner und setzte mit harten Folgeschlägen nach. Der heute zur UFC zurückgekehrte Referee „Big“ John McCarthy ging dazwischen und winkte den Kampf nach 1:13 ab.

"Wir haben geclincht und gegenseitig Kniestöße verteilt, da habe ich aus Reflex meinen linken Ellenbogen hochgezogen und getroffen. Das hat ihn umgehauen, also folgte ich ihm und setzte nach, das war's", erklärte Menjivar kurz und knapp sein spektakuläres Finish.

Jason MacDonald vs. Ryan Jensen
Jensen stürmte sofort mit langen Händen auf MacDonald zu, der versuchte zum Double-Leg Takedown zu gehen, wurde jedoch in einem Guillotine Choke gefangen. Den verteidigte der versierte Grappler jedoch problemlos und holte sich schnell den Rücken Jensens. Ein Rear-Naked Choke gelang ihm nicht, Jensen gelang es, sich zu drehen. Nun lag er in der Guard McDonalds. Kein Platz wo man als Kämpfer sein möchte, denn MacDonald zwang ihn sofort in einen Triangle Choke. Jensen versuchte sich mit einem Slam zu befreien, machte den Choke dadurch nur noch enger und klopfte nach 1:37 ab.

"Ich kann gar nicht in Worte fassen wie ich mich gerade fühle", so MacDonald, der heute von einer schweren Verletzung zurückgekommen ist. "Ich hatte den Triangle zugemacht und mir war klar, dass er mich slammen würde. Ich wusste genau, dass das kein Problem ist, solange ich eng an ihm dranbleibe."

John Makdessi vs. Kyle Watson
Nach anfänglichem Abtasten kassierte Watson immer und immer wieder linke Haken und Overhands vom deutlich schnelleren und akkurateren John Makdessi. Halbherzige Clinch- und Takedownversuche Watsons wehrte Makdessi problemlos ab, so dass Watson weitere Hände nehmen musste und mit einer rechten Gesichtshälfte in die Pause ging, die deutlich geröteter war, als die linke.

Die zweite Runde brachte wenig Neues. Watson versuchte nun, sich Makdessi mit vereinzelten Kicks vom Leib zu halten. Der fand jedoch immer wieder seinen Weg, um die Distanz zu überbrücken und Treffer zu landen.

War der Kampf bis zur dritten Runde eher mäßig mitreißend, machte Makdessi mit einem spektakulären Finish alles wieder gut. Er täuschte einen rechten Lowkick an, drehte sich aber weiter und attackierte mit einer linken Spinning Backfist – und die saß. Watson ging sofort zu Boden und befand sich im Reich der Träume und wurde sehr lange im Octagon verarztet.

"Ich habe sofort gemerkt, dass ich ihn gut getroffen habe, ich wusste nicht, dass ich ihn ausgeknockt hatte", erklärte Makdessi nach dem Kampf. Ich schätze, wenn man so viel trainiert, ist einfach Gefühlssache wie man solche Techniken einsetzt. Ich muss meinen Gegner vorher nur ein wenig abtasten. Diese Backfist geht auf das Konto meiner tollen Trainer."

UFC-Präsident Dana White twitterte sofort, dass dieser Ellenbogen definitiv den Bonus für den KO des Abends verdient hätte. "Das wird mein Leben verändern", sagte ein überglücklicher Makdessi dazu.

Pablo Garza vs. Yves Jabouin
Garza zwang Jabouin zu Beginn des Kampfes in einen Thai-Clinch und attackierte ihn mit Kniestößen. Als Jabouin sich befreien konnte, bearbeitete er den Oberschenkel seines Gegners mit harten Lowkicks. Garza ging davon sogar mehrfach zu Boden. Als es ihm zuviel wurde, sprang er aus dem Stand in einen Triangle Choke. Jabouin verteidigte den Würger zäh und musste dabei einige Ellenbogenschläge einstecken. Zwischendurch versuchte Garza, sich zusätzlich zum Choke auch noch einen Arm zu schnappen. Es gelang jedoch nicht. Nachdem beide Kämpfer – noch immer in Triangle-Position – eine Rolle auf dem Boden gemacht hatten, konnte Garza den Würger komplett dicht machen und Jabouin blieb nichts anderes übrig, als abzuklopfen.

“Der Armbar hat nicht geklappt, aber mit dem Triangle habe ich ihn gekriegt", so Garza nach dem Kampf. "Er versuchte sich herauszurollen, aber ich habe das Ding fest zugezogen. Ich fand meinen letzten Kampf schon super, aber das hier war der Hammer! [...] Die Lowkicks haben mich nicht gestört. Ich war nur etwas aufgeregt, das ist hier die größte Halle in der ich je gekämpft habe. Es dauerte eine Weile, bis ich mich daran gewöhnt hatte und mich auf den Kampf konzentrieren konnte."

UFC 129: St. Pierre vs. Shields
30. April 2011
Rogers Centre in Toronto, Ontario, Kanada

UFC-Weltergewichtstitelkampf
Georges St. Pierre bes. Jake Shields einstimmig nach Punkten (50-45, 48-47, 48-47)

UFC-Federgewichtstitelkampf
Jose Aldo bes. Mark Hominick einstimmig nach Punkten (50-43, 48-46, 49-46)

Hauptkämpfe
Lyoto Machida bes. Randy Couture via KO (Kick) nach 1:05 in Rd. 2
Vladimir Matyushenko bes. Jason Brilz via TKO (Schläge) nach 0:20 in Rd. 1
Ben Henderson bes. Mark Bocek einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27, 30-27)

Vorkämpfe (Spike TV)
Rory MacDonald bes. Nate Diaz einstimmig nach Punkten (30-26, 30-27, 30-26)
Jake Ellenberger bes. Sean Pierson via KO (Schlag) nach 2:42 in Rd. 1

Vorkämpfe (Facebook)
Claude Patrick bes. Daniel Roberts einstimmig nach Punkten (29-28, 29-28, 29-28)
Ivan Menjivar bes. Charlie Valencia via TKO (Schläge) nach 1:13 in Rd. 1
Jason MacDonald bes. Ryan Jensen via Submission (Triangle Choke) nach 1:37 in Rd. 1
John Makdessi bes. Kyle Watson via KO (Spinning Backfist) nach 1:27 in Rd. 3
Pablo Garza bes. Yves Jabouin via Submission (Triangle Choke) nach 4:31 in Rd. 1

Mark Bergmann ist Chefredakteur von GroundandPound. Er berichtet über Boxen und Mixed Martial Arts. Folgt ihm auf Twitter: @MarkBergmann.