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UFC 112: Die Ergebnisse

Es sollte eine mehr als seltsame Nacht werden, in der Konzertarena von Yas Island, Abu Dhabi. Die UFC feierte ihr Debüt im arabischen Emirat und wollte den anwesenden Fans natürlich eine ganz besondere Show bieten. Zwei Titelkämpfe standen auf der Fightcard, zusätzlich zu einem Kampf zweier Veteranen.

Den Opener der Hauptveranstaltung bestritten Kendall Grove und Mark Munoz. Letzterer hatte zu Beginn des Kampfes offensichtliche Schwierigkeiten mit dem TUF-Sieger Grove, zog im Stand den Kürzeren und musste sich am Boden mehrerer Submissionsversuche erwehren. Der Phillipino bewies allerdings Kämpferherz, shootete mehrfach, nachdem er von harten Treffern gerockt wurde und steckte einiges ein. Auch wenn ihm die Takedowns zunächst nicht gelangen, konnte er in Runde zwei den Fight plötzlich zu seinen Gunsten drehen. Er kam wild schwingend aus der Pause, bekam Grove schließlich zu Boden und attackierte mit wildem Ground and Pound. Dabei verteidigte er Groves Upkicks gut und überwand immer wieder die Verteidigungshaltung seines schlaksigen Gegners mit harten, eingesprungenen Händen. Kurz darauf stieg der Ref dazwischen, bevor Munoz weiteren Schaden anrichten konnte.

Im Kampf zwischen Terry Etim und Rafael dos Anjos schien Etim zunächst die Oberhand zu haben, attackierte mit harten Lowkicks und konnte den BJJ-Spezialisten dos Anjos fast in einem Guillotine-Choke finalisieren. Letztendlich konnte der Brasilianer aber der Kampf beenden, indem er zunächst versuchte, Etim in einen Kimura zu zwingen und von dort aus direkt in einen Armbar wechselte, der Etim zum tappen zwang.

Das Aufeinandertreffen von Matt Hughes und Renzo Gracie konnte man getrost als enttäuschend bezeichnen. Beide Kämpfer vermieden konsequent den Bodenkampf, da Gracie offenbar das Ground and Pound des ehemaligen UFC Champions fürchtete und Hughes umgekehrt das BJJ des Brasilianers. Nach einem langatmigen Gefecht im Stand, ohne nennenswerte Wirkungstreffer auf beiden Seiten, gelang es Hughes schließlich in Runde drei einen sichtlich erschöpften Gracie in die Enge zu treiben und mit harten Treffern zunächst auf den Boden zu befördern und dort zu finalisieren.

Der nächste Kampf war wieder einmal ein Beweis dafür, dass im MMA-Sport mehr als alles möglich ist. Viel wurde im Vorfeld über die Ansetzung BJ Penn vs. Frankie Edgar diskutiert. Letztendes schockte Underdog Edgar die Welt – und besiegte Champion Penn einstimmig nach Punkten. Von Beginn an sahen seine Bewegungen akkurat und schnell aus, Penn hingegen wirkte eher abwartend und verhalten. Was zunächst wie reines Taktieren erschien, wurde im Laufe des Kampfes zum Problem für den Hawaianer. Zwar konnte er die Takedownversuche Edgars zunächst noch mühelos abschütteln, landete aber im Stand kaum klare Treffer. Im Gegensatz zu Edgar, der zirkelte und viele Meter im Octagon zurücklegte. Während kurzer Schlagabtausche schien Edgar besser wegzukommen, bewegte sich immer wieder rein und raus.  In den letzten Runden gelangen dem Herausforderer gar einige Takedowns – etwas, das im Leichtgewicht seit sechs Jahren niemand mit BJ Penn geschafft hat. Der war sichtlich gezeichnet, hatte bereits nach Runde zwei einen kleinen Cut unter dem Auge und begann im Gesicht anzuschwellen. Nach fünf Runden verkündeten die Punkrichter das Ergebnis: einstimmiger Sieger nach Punkten war Frankie Edgar.

Nach einem solchen Upset bekam man als Zuschauer Hoffnung, dass es vielleicht auch im zweiten Titelkampf des Abends ähnlich laufen würde. Auch hier galt der Titelherausforderer Demian Maia als klarer Außenseiter. Leider blieb die erhoffte Überraschung in diesem Kampf aus. Maia war im Stand hoffnungslos unterlegen, Takedownversuche wehrte Anderson Silva mit geradezu furchteinflößender Leichtigkeit ab. Zu Beginn wirkte es so, als ob der Champion kurzen Prozess machen wolle. So landete er einen harten Kniestoß und unzählige blitzschnelle Jabs, die Maias Nase cutteten und den Rest seines Gesichtes arg verunstalteten. Ab Runde zwei begann der Champion jedoch mit seinem Gegner zu spielen, kniete sich vor ihm auf den Boden, stand mit Händen in der Hüfte in der Halbdistanz und forderte Demian Maia mit unzähligen Rufen und teils lächerlichen Gesten zum Standkampf auf. Dafür erntete Silva die Buhrufe des Publikums. Vor allem wohl auch deshalb, weil es ihm trotz dieser respektlosen Gesten nicht gelang, den Kampf gegen Maia zu beenden. Ab Runde drei schien der Muay-Thai-Virtuose einzubrechen, bewegte sich ohne erkennbaren Grund nur noch rückwärts. Für einen Punktsieg reichte es dennoch, neue Fans hat der Champ mit dieser Vorstellung allerdings nicht gewonnen.