Ergebnisse

UFC 108 Bericht

Rashad Evans (r.) wieder obenauf.

UFC 108 stand unter keinem guten Stern, Verletzungen en masse setzten der Veranstaltung im Vorfeld schwer zu. Jeder Topkämpfer, der am 2. Januar kämpfen sollte, musste seine Teilnahme absagen. Medien und Fans schimpften gleichermaßen, dass es keinen richtigen Hauptkampf gäbe, das Programm viel zu schlecht wäre und keinen Kauf rechtfertigen würde. Gestern wurden sie von den bemerkenswerten Leistungen der Sportler Lügen gestraft.

Im Hauptkampf, der angeblich keiner war, standen sich Rashad Evans und Thiago Silva gegenüber, denen im vergangenen Jahr durch Lyoto Machida die einzige Niederlage ihrer Karriere zugefügt wurde. Silva kam anschließend gestärkt zurück und zerstörte Keith Jardine, einen guten Freund und Trainingspartner von Evans, was diesem Duell zusätzlich etwas Würze verlieh.

Der ehemalige Halbschwergewichtschampion Evans besann sich im Kampf gegen Silva auf seine starken ringerischen Wurzeln zurück. Er bereitete jedes seiner Takedowns mit Schlagkombinationen vor, was dazu führte, dass Silva in den ersten beiden Runden kein einziges davon abwehren konnte. Allerdings gelang es Evans nicht, den Brasilianer längere Zeit auf dem Boden zu halten – selbst, als er sich in der Mountposition befand.

Neben den zahlreichen Takedowns landete Evans auch die besseren Treffer im Stand. In der dritten Runde wäre ihm der sicher geglaubte Punktsieg beinahe aus den Händen geglitten. Silva, sichtlich von Evans’ Vorstellung frustriert, begann ihn zu provozieren und Faxen zu machen. Prompt lief Evans in eine Rechte von Silva und fiel um, jedoch hatte der nicht mehr die Power und Kondition, um den Kampf zu seinen Gunsten zu beenden. Evans hatte genug Zeit, sich von dem Niederschlag zu erholen und sich über die Zeit zu retten.

Nach drei Runden hieß der einstimmige und verdiente Punktsieger Rashad Evans. Seinem mit Spannung erwarteten Kampf gegen Quinton „Rampage“ Jackson, der voraussichtlich im Mai stattfinden wird, steht nun nichts mehr im Wege.

Seit bekannt wurde, dass Dustin Hazelett den verletzten Carlos Condit kurzfristig ersetzen würde, prahlte sein Gegner Paul „Semtex“ Daley damit, dass er das Grapplingwunderkind KO schlagen wird. Nichts weniger hat er bei UFC 108 auch getan. Beide tauschten zu Beginn ein paar Schläge und Tritte aus, dann konterte Daley einen Angriff von Hazelett mit seinem berüchtigten linken Haken. Hazelett ging zu Boden und der Engländer knockte ihn mit zwei weiteren Schlägen aus.

Joe Lauzon gab gegen Sam Stout nach fast einjähriger Verletzungspause sein Comeback. Lauzon setzte den Kanadier in der Anfangsphase gehörig unter Druck. Er brachte ihn um ein Haar mit einem blitzschnell angesetzten Kimura zur Aufgabe und öffnete mittels eines Ellenbogenschlags einen Cut. Ab der zweiten Runde schien es so, als hätte Lauzon sein gesamtes Pulver im ersten Durchgang verschossen, denn von nun an agierte nur noch Stout. Er wehrte fast jedes Takedown von Lauzon ab und traf ihn im Stand nach Belieben mit Schlagkombinationen und Kicks zum Körper und den Beinen. Diese Dominanz im Striking bescherte ihm nach drei Runden den einstimmigen Punktsieg.

Jim Miller verabreichte dem Rückkehrer Duane „Bang“ Ludwig, der kurzfristig für Sean Sherk eingesprungen war, eine Dosis seiner eigenen Medizin. Der quirlige Ringer schlug den Thaiboxer mit einem rechten Haken nieder und verwickelte ihn anschließend in den Bodenkampf. Dort war es Miller ein leichtes, Ludwig in einen Armhebel zu nehmen und zur Aufgabe zu zwingen.

Junior Dos Santos wird von Kampf zu Kampf immer beeindruckender. Gegen den holländischen Veteranen Gilbert Yvel, der bei UFC 108 im Octagon debütierte, erkämpfte sich Dos Santos den vierten Sieg in Folge in der UFC. Er konterte Yvel mit einem rechten Haken aus und schickte ihn damit auf die Matte. Sofort setzte Dos Santos mit Schlägen nach, bis der Ringrichter dazwischen ging und den Kampf abbrach. Der Schützling von Anderson Silva und den Nogueira-Brüdern hat hintereinander Fabricio Werdum, Stefan Struve, Mirko Cro Cop und Yvel auseinander genommen und dürfte nun mittendrin im Titelgeschehen stecken.

Martin Kampmann setzte nach seiner TKO-Niederlage gegen Paul Daley ein Zeichen und fertigte den zähen Jacob Volkmann gekonnt ab. Volkmann rückte dem Dänen mit wilden Schlägen auf die Pelle, aber Kampmann ließ sich davon nicht beirren, fand sein Timing und schlug Volkmann zweimal mit einem rechten Haken nieder. Volkmann wollte dem Ground & Pound, das nach dem zweiten Niederschlag folgte, entgehen und lief direkt in einen abgewandelten Guillotine Choke, in dem er in kürzester Zeit aufgeben musste.

Cole Miller sicherte sich mit seinem Sieg über Dan Lauzon, Joe Lauzons jüngeren Bruder, den Bonus für den besten Aufgabegriff des Abends. Nachdem er von Lauzon mit einem linken Haken gefällt wurde, agierte Miller etwas überlegter. Lauzon wollte ihm auf den Rücken springen, aber Miller drehte den Spieß um und landete in der Sidecontrol. Von dort aus setzte er einen Inverted Triangle Choke an und nahm Lauzon in einen Kimura. Der wusste sich nicht mehr zu verteidigen und gab auf.

Mark Munoz findet immer mehr zu seiner früheren Form zurück. Er setzte Ryan Jensen im Stand zu, warf ihn auf den Boden und startete sein gewaltiges Ground & Pound. Jensen klopfte unter dem Schlaghagel ab. Jake Ellenberger holte Mike Pyle in der zweiten Runde ihres Kampfes mit einem rechten Haken von den Beinen und folgte mit harten Schlägen nach, um einen TKO-Sieg einzufahren. In der ersten Auseinandersetzung des Abends setzte sich Rafaello Oliveira gegen den Rückkehrer John Gunderson einstimmig nach Punkten durch.

UFC 108 – Evans vs. Silva
2. Januar 2010
MGM Grand Garden Arena in Las Vegas, Nevada, USA


Rashad Evans bes. Thiago Silva nach Punkten (einstimmig)
Paul Daley bes. Dustin Hazelett via KO nach 2:24 in Rd. 1
Sam Stout bes. Joe Lauzon nach Punkten (einstimmig)
Jim Miller bes. Duane Ludwig via Armhebel nach 2:31 in Rd. 1
Junior Dos Santos bes. Gilbert Yvel via TKO nach 2:07 in Rd. 1

Martin Kampmann bes. Jacob Volkmann via Guillotine Choke nach 4:03 in Rd. 1
Cole Miller bes. Dan Lauzon via Kimura nach 3:05 in Rd. 1
Mark Munoz bes. Ryan Jensen via Aufgabe nach 2:30 in Rd. 1
Jake Ellenberger bes. Mike Pyle via TKO nach 0:22 in Rd. 2
Rafaello Oliveira bes. John Gunderson nach Punkten (einstimmig)