Ergebnisse

Tyson Fury verprügelt Wilder, feiert technischen Knockout in Runde 7

Tyson Fury (Foto: BT Sports)

Tyson Fury ist neuer WBC-Weltmeister im Schwergewicht. In Las Vegas setzte sich der „Gipsy King“ in einer dominanten Vorstellung gegen den zuvor unbesiegten Deontay Wilder durch und verprügelte den Amerikaner mehrere Runden lang auf dem Weg zu einem technischen Knockout. Der Engländer kehrte damit viereinhalb Jahre nach seinem Erfolg über Wladimir Klitschko auf den Thron der Gewichtsklasse zurück.

Dass es sich hier um den Box-Kampf des Jahres handeln würde, war schon nach dem Einlauf klar. Fury wurde, mit einer Krone auf dem Kopf und Robe um die Schultern, auf einer Sänfte in die Halle getragen, Wilder kam anschließend in einer neuen Kostüm-Variante seines „Bronze Bomber“-Alter-Egos herein. Ähnlich spektakulär ging es dann auch im Ring zur Sache.

Es war Fury, der die ersten Punkte und Runden sichern konnte. Der Engländer ging, wie angekündigt, in die Offensive und drängte Wilder mit Schlägen durch den Ring, während er stets die Rechte des Amerikaners im Blick behielt. Auch im zweiten Durchgang überließ Wilder seinem Gegner zunächst die Kontrolle und bewegte sich im Rückwärtsgang durch den Ring, von einzelnen Vorstößen unterbrochen.

Fury machte weiter Druck und konnte in Runde drei die ersten Wirkungstreffer setzen, während Wilders Treffer noch ohne Wirkung blieben. Nach einem Clinch landete Fury aus dem Nichts zwei Treffer und schickte Wilder mit einer Rechten ans Ohr auf die Bretter. Der WBC-Champion wurde angezählt, konnte aber weiter machen, war jedoch sichtlich angeklingelt und versuchte sich fast an einem MMA-Takedown, wobei er auf die Matte taumelte und sich so in die dritte Rundenpause rettete.

Furys Erfolgsrezept beruhte von da an auf langen Händen, um die Distanz zu überbrücken und dann im Infight und Clinch seinen Massevorteil von 40 Pfund Unterschied einzusetzen, wobei der Ringrichter immer wieder einschreiten und die beiden Schwergewichte trennen musste. Der „Gipsy King“ setzte nach und punktete mit Körpertreffern, Wilder hatte Probleme, sein Gleichgewicht zu finden und stolperte einmal ohne Schlagwirkung in die Ringecke.

Ein weiterer Treffer, dieses Mal eine Linke zum Körper, schickte Wilder in der fünften Runde ein weiteres Mal auf die Bretter, nur die Ringseile hielten ihn beim anschließenden Fury-Vorstoß auf den Beinen. Der Ringrichter verschaffte Wilder eine Verschnaufpause, als er Furys Vorgehen im Clinch und das wiederholte Herunterdrücken von Wilders Kopf mit einem Punktabzug bestrafte.

In Runde 6 wirkte Wilder bereits geschlagen. Immer wieder wankte er an die Seile zurück und ließ Fury kommen, versuchte, im Infight zu punkten. Furys Selbstvertrauen wuchs ins Unermessliche. Der Engländer lächelte nun immer häufiger während des Kampfes und setzte auch sein Vorhaben um, Wilders Blut zu schmecken, indem er ein wenig davon von Wilders Hals leckte.

Eine Runde später war dann Schluss. Erneut war Fury im Vorwärtsgang, erneut wich Wilder an die Seile zurück. Fury nagelte Wilder in der Ecke fest, landete harte Treffer durch die Deckung des Amerikaners, dann schritt der Ringrichter ein und beendete den Kampf im Stehen. Wilders Ecke hatte das Handtuch geworfen.

Ein Meisterstück von Tyson Fury, der sich nun zum zweiten Mal zum Schwergewichts-Weltmeister krönen konnte.