Ergebnisse

Strikeforce "Diaz vs. Daley" Ergebnisse

Nick Diaz setzt Paul Daley zu. (Alle Fotos via Esther Lin/Strikeforce)

„Business as usual“ – Dana Whites berühmt gewordener Kommentar zum Strikeforce-Aufkauf passte auch auf die erste Strikeforce-Veranstaltung unter dem Zuffa-Banner: Wieder einmal triumphierte am Ende des Abends das Cesar Gracie Fight Team. Nick Diaz und Gilbert Melendez verteidigten ihre Gürtel am 9. April in San Diego, Kalifornien in der ersten Runde.

Diaz weiterhin das Maß aller Dinge bei Strikeforce


Ob der Hauptkampf zwischen dem Strikeforce Weltergewichtschampion Nick Diaz und seinem englischen Herausforderer Paul Daley überhaupt stattfinden würde, war vor kurzem noch ungewiss. Erbost über den Verkauf von Strikeforce an Zuffa, die Muttergesellschaft der UFC, drohte Daley, er würde nicht an dem Kampf teilnehmen. Schließlich setzte dann aber doch die Vernunft bei ihm ein und das Titelduell konnte wie geplant stattfinden. Zum Glück, denn die beiden Kämpfer legten die wohl aufregendste Runde des Jahres hin.

Diaz hatte sich vorgenommen, den KO-gefährlichen Thaiboxer mit dessen eigenen Waffen zu schlagen und lieferte sich mit ihm einen wilden Schlagabtausch nach dem anderen. In der ersten Minute des Kampfes ging Diaz nach einem Haken von Daley in die Knie, allerdings nicht für lange. Zurück im Stand bearbeitete Diaz Daleys Körper. Daley ging in den Thaiclinch und Diaz antwortete mit weiteren Körpertreffern. Ein Haken klingelte Daley an, der daraufhin zum Takedown überging. Diaz kam wieder auf die Beine und setzte Daley mit Schlägen zum Kopf und Körper zu. Daley ging mit Kniestößen in die Offensive und ließ einen linken Haken folgen, der Diaz von den Beinen holte.

Daley wollte Diaz nicht auf den Boden folgen und ließ ihn wieder aufstehen. Mit einem linken Körperhaken leitete Diaz anschließend die Wende ein. Daley ging zu Boden. Diaz setzte mit harten Schlägen nach und brachte den Ringrichter somit drei Sekunden vor Schluss zum Kampfabbruch.  Der alte und neue Champion feierte seinen zehnten Sieg und die dritte Titelverteidigung in Folge.

Melendez mit dominanter Vorstellung

Diaz‘ Teamkollege Gilbert Melendez setzte seinen Leichtgewichtstitel in einem Rückkampf gegen den Japaner Tatsuya Kawajiri aufs Spiel. Ihr erstes Aufeinandertreffen an Silvester 2006 bei PRIDE Shockwave gewann Kawajiri umstritten nach Punkten.

Dass er es diesmal nicht auf ein Urteil der Punktrichter ankommen lassen will, zeigte Melendez bereits in der ersten Minute des Kampfes: Er klingelte Kawajiri mit einem rechten Haken an und setzte mit Kniestößen nach. Die Marschroute war vorgegeben. Kawajiri kam mit einem Tritt zum Kopf zurück, aber Melendez agierte weiter mit Schlägen und Kniestößen.

Das Tempo des Kampfes verlangsamte sich etwas, als Melendez Kawajiri gegen den Käfig presste und versuchte, die Back Mount einzunehmen – ohne Erfolg. Es ging zurück in den Stand, wo Melendez nun mit Links-Rechts-Kombinationen traf. Nach einem Aufwärtshaken von Melendez suchte Kawajiri den Bodenkampf, aber Melendez landete in der Oberlage. Von dort aus beendete er die Auseinandersetzung mit wuchtigen Ellenbogenstößen. Eine großartige Leistung von Melendez, der ihm Anschluss an die Titelverteidigung den Leichtgewichtschampion der UFC herausforderte.

Unentschieden zwischen Mousasi und Jardine

Ein Punktabzug in der ersten Runde und die unheimliche Macht von Takedowns führten dazu, dass der Kampf zwischen dem DREAM Halbschwergewichtschampion Gegard Mousasi und dem kurzfristig eingesprungenen UFC-Veteranen Keith Jardine in einem mehrheitlichen Unentschieden endete. Ein Punktrichter sah Mousasi mit 29:27 vorne, die anderen beiden werteten 28:28.

Mousasi dominierte den Kampf im Stand, es offenbarte sich jedoch, dass er seit seiner Niederlage gegen Muhammed Lawal vor einem Jahr kaum an seinen Defiziten im ringerischen Bereich gearbeitet hat. Jardine brachte ihn in der ersten Runde viermal und in der zweiten Runde zweimal zu Boden. Allerdings landete er im Anschluss insgesamt nur zwei Treffer durch Ground and Pound, ehe Mousasi zurück auf den Beinen war.

In der ersten Runde zog der Ringrichter Mousasi einen Punkt ab, weil er Jardine aus seiner Guard mit einem unerlaubten Upkick getroffen hatte. In den Runden zwei und drei traf Mousasi fast nach Belieben und kurz vor Schluss hätte er Jardine beinahe mit einem Guillotine Choke zur Aufgabe gezwungen. Doch das alles reichte nicht aus, um den Punktabzug auszugleichen.

Aokis erster Sieg im Käfig

Ein Jahr nach seiner Punktniederlage im Titelkampf gegen Gilbert Melendez kehrte der Japaner Shinya Aoki zu Strikeforce zurück. Seine erklärte Mission: Den Amerikanern beweisen, dass er mehr kann als er gegen Melendez gezeigt hatte.

Mit Lyle Beerbohm hatte der DREAM Leichtgewichtschampion einen dankbaren Gegner, denn der bis vor kurzem noch ungeschlagene „Fancy Pants“ ging von sich aus mit ihm in den Clinch. Aoki verlagerte das Geschehen mit einem Trip-Takedown auf den Boden und erarbeitete sich die Back Mount. Sein Rear Naked Choke saß nicht richtig, aber Aoki blieb beharrlich und zwang Beerbohm mit einem Nackenhebel zur Aufgabe.


Strikeforce: Diaz vs. Daley
9. April 2011
Valley View Casino Center in San Diego, Kalifornien, USA


Strikeforce Weltergewichtstitelkampf

Nick Diaz (c) bes. Paul Daley via TKO nach 4:57 in Rd. 1

Strikeforce Leichtgewichtstitelkampf
Gilbert Melendez (c) bes. Tatsuya Kawajiri via TKO nach 3:14 in Rd. 1

Gegard Mousasi vs. Keith Jardine endete Unentschieden
Shinya Aoki bes. Lyle Beerbohm via Neck Crank nach 1:33 in Rd. 1

Robert Peralta bes. Hiroyuki Takaya nach Punkten (geteilt)
Virgil Zwicker bes. Brett Albee via TKO nach 1:46 in Rd. 1
Joe Duarte bes. Saad Awad via Armhebel nach 2:45 in Rd. 2
Herman Terrado bes. AJ Matthews via KO nach 4:16 in Rd. 1
Rolando Perez bes. Edgar Cardenas nach Punkten (einstimmig)
Casey Ryan bes. Paul Song via Triangle Choke nach 1:39 in Rd. 1