Ergebnisse

Respect FC 18: Lehner gewinnt Titel, Aslaner knockt Kruschinske aus

Die 18. Ausgabe der Respect Fighting Championship ist Geschichte. Zum ersten Mal in der siebenjährigen Geschichte der Organisation musste der traditionelle Boxring einem Käfig weichen. Die Kämpfer schienen von dieser Maßnahme sowie der Stimmung in den Sartory Sälen beflügelt und lieferten den Fans einige spannende Gefechte. Im Hauptkampf des Abends zeigte Ozan Aslaner, warum er zu den großen deutschen MMA-Hoffnungen gehört. Zudem krönte sich Katharina Lehner bei ihrem Comeback zur Championesse der Organisation.

Lehner und Ruis liefern sich Schlacht

Beim einzigen MMA-Titelkampf des Abends stand nicht nur der Gürtel im Federgewicht der Frauen auf dem Spiel, es war gleichzeitig das Comeback der Kämpferin des Jahres 2015, Katharina Lehner. Nach einem Kreuzbandriss trat die 26-Jährige erstmals in diesem Jahr in Erscheinung. Die Vertreterin des Combat Club Colgne etablierte von Beginn des Kampfes an ihren Jab und durchbrach damit immer wieder die Deckung ihrer Kontrahentin Judith Ruis. Mit einer starken Rechten schlug sie Ruis schließlich zu Boden, ließ sich jedoch nicht zu Spielchen auf der Matte hinreißen. Hatte Ruis im ersten Durchgang noch chancenlos gewirkt, arbeitete sie sich in den folgenden fünf Minuten in den Kampf hinein. Immer wieder brachte sie Lowkicks ins Ziel, die das Tempo der Kölnerin minderten. Gegen Ende der zweiten Runde entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem beide Athletinnen Treffer landen konnten. Im letzten Durchgang wirkte Lehner nicht mehr ganz so frisch wie Ruis. Die 31-Jährige zeigte einen starken Jab und setzte harte Treffer im Clinch. Nach drei umkämpften Runden lag die Entscheidung in den Händen der Kampfrichter. Diese sahen allesamt Lehner vorne, die sich damit Respect-Championesse nennen darf.

Aslaner macht kurzen Prozess mit Kruschinske

Der Hauptkampf des Abends stand unter dem Motto „Jugend gegen Erfahrung“. Der erst 19 Jahre alte Ozan Aslaner bestimmte von Anfang an das Geschehen im Stand, wehrte zudem die meisten Takdown-Versuche seines 29-jährigen Gegners Jonny Kruschinske ab. Als der Dresdner das Geschehen schließlich auf die Matte verlagern konnte, kam Aslaner schnell wieder auf die Beine. Dort brachte er eine harte Kombination ins Ziel, die Kruschinske schwer anklingelte. Benommen ging er zu Boden, wo Aslaner den Sack mit wenigen Schlägen zumachte. Somit blieb der Vertreter der Paderborn Wombats auch in seinem vierten Profi-Kampf ungeschlagen.

Zwei neue Grappling-Champions

Sowohl im Schwergewicht als auch im Halbschwergewicht stand der Respect Grappling-Gürtel auf dem Spiel. Bei den schweren Jungs lieferten sich Sascha Ernst und Daniel Kimmling ein spannendes Duell, in dem sich die Erfahrung gegenüber der Jugend durchsetzte. Nach einer kurzen Phase des Abtastens sicherte sich Ernst den ersten Takedown und arbeitete sich in die Half-Guard seines Kontrahenten vor. Ein Kimura-Versuch von Kimmling misslang, woraufhin er in seine Full-Guard zurückkehrte. Wieder im Stand angekommen brachte der 42-jährige Ernst seinen 16 Jahre jüngeren Gegner erneut auf die Matte und sicherte sich Kimmlings Rücken. Zwar konnte er den Kampf dort nicht beenden, von da an sicherte er sich jedoch scheinbar mühelos jede dominante Position. Zwei Minuten vor Schluss konnte Kimmling einen Sweep anbringen und sich sogar in die Full Mount arbeiten, Ernst befreite sich jedoch und setzte einen Heel Hook an, aus dem es kein Entrinnen gab. Damit verlässt Sascha Ernst Köln als Respects Grappling-Champion im Schwergewicht.

Eine Gewichtsklasse weiter unten standen sich Niko Lohmann und Petros Petropoulos im Käfig gegenüber. Die beiden Athleten lieferten sich über die volle Kampfzeit von 10 Minuten ein konservatives Duell im Stand. „Karl Stahl“ versuchte sich immer wieder an Takedowns, die sein Kontrahent abwehrte und seinerseits versuchte, einen Guillotine-Choke anzubringen. Da nach dem finalen Gong keine Entscheidung gefallen war, musste eine Verlängerung her, d.h. der erste Kämpfer, der einen Wertungspunkt erzielt, gewinnt. Dies gelang Petropoulos mit einem Takedown, jedoch nicht ohne Kontroverse. Nach seinem Wurf sprang er sofort auf, ohne Lohmann die benötigten drei Sekunden am Boden zu fixieren. Als der Ringrichter ihn darauf aufmerksam machte, sprang er auf den verdutzt am Boden sitzenden Lohmann und wurde so zum Sieger erklärt. „Karl Stahl“ stürmte daraufhin entrüstet aus dem Ring, am Ergebnis ändert dies jedoch nichts.

Die restlichen Kämpfe

Den Kampf des Abends bestritten Sylwester Hasny und Jasper Wiersma. In der ersten Runde hatte Wiersma seinen Kontrahenten mit einem Triangle-Choke und einem Armhebel am Rande einer Niederlage, bevor Hasny den zweiten Durchgang mit seinem Ringen prägte. Die letzten fünf Minuten waren völlig offen, beide Kontrahenten schenkten sich nichts. Nach drei harten Runden wurde Sylwester Hasny vom Kongs Gym zum Sieger erklärt.

Hatef Moeil sah von der ersten Sekunde an wie der sichere Sieger gegen Damian Olszewski aus. Mühelos brachte er ihn wieder und wieder mit teils brutalen Slams zu Boden, wo er den Mann von der Renzo Gracie Academy mit Ground-and-Pound bearbeitete. Im Eifer des Gefechts landete Moeil einen Tritt zum Kopf des am Boden liegenden Olszewski. Trotz ausgiebigen Protestes seiner Ecke und der Fans ließ sich das Kampfgericht nicht erweichen und disqualifizierte des fassungslosen Hatef Moeil.

Anbei findet ihr die kompletten Ergebnisse in der Übersicht:

Respect Fighting Champonship 18
4. Dezember 2016
Sartory Saal, Köln

MMA
Titelkampf im Federgewicht der Frauen
Katharina Lehner bes. Judith Ruis einstimmig nach Punkten

Ozan Aslaner bes. Jonny Kruschinske via T.K.o. (Schläge) nach 2:44 in Runde 1
Damian Olszewski bes. Hatef Moeil via Disqualifikation (illegaler Tritt zum Kopf)
Alex Djukic bes. Stefano Schulze-Hagen via K.o. (Schläge) nach 4:38 in Runde 2
Sylwester Hasny bes. Jasper Wiersma einstimmig nach Punkten
Julian Kaaf bes. Dejan Trajkovski via T.K.o. (Knie und Schläge) nach 0:43 in Runde 2
Florian Stan bes. Ajmal Sultani via T.K.o. (Schläge) nach 4:16 in Runde 2
Paulina Ioannidou bes. Melda Sydney Dönmez via Submission (Rear-Naked-Choke) nach 3:58 in Runde 2

Grappling
Titelkampf im Schwergewicht
Sascha Ernst bes. Daniel Kimmling via Submission (Heel Hook) nach 8:11 Minuten

Titelkampf im Halbschwergewicht
Petros Petropoulos bes. Niko Lohmann via Takedown nach 4:44 in der Verlängerung