Ergebnisse

Remis zwischen Deutschland und Litauen

Deutschland vs. Litauen in Düsseldorf.

Kemal Sivil, Chef der German MMA Association, lud am Sonntagabend zur siebten Gala in der Frankenheimhalle zu Düsseldorf. Vor wie gewohnt ausverkauftem Haus bekamen die Zuschauer eine, was den Umfang der Fight Card angeht, kleine, was die Spannung und Qualität der Kämpfe angeht aber feine MMA-Gala geboten. Nachdem die Protagonisten des Länderkampfs gegen Litauen im Ring Aufstellung genommen hatten und die Nationalhymnen gespielt wurden, ging es gegen 18.30 los.

Fotos von Sebastian Kappes, www.groundandpound.de

Michael Zabrocki lässt sich von seinem Trainer Sven Wegschneider feiern.

Den ersten Vorkampf des Abends bestritten Sebastian Stankovic und Michael Zabrocki. Stankovic ergriff die Initiative und legte mit einem Kick und einem Takedown los, die Zabrocki aber nicht aus dem Konzept brachten. Dieser setze aus der Guard postwendend einen schönen Armhebel an, der ihm nach nur 46 Sekunden den Sieg bescherte.

Michal Tomasik (o.) auf dem Weg zum Sieg.

Im zweiten Kampf legte Michal Tomasik, der 93 Kilogramm wog, gegen den deutlich schwereren Alexander Stefanovic ein sauberes MMA-Debüt aufs Parkett. Er ging aggressiv mit Schlägen und Tritten auf Stefaovic los, der den Kampf mit einem schönen Takedown zum Boden verlagerte. Dort blieb das Geschehen aber nicht lang und wenig später war es Tomasik, der Stefanovic zu Boden zwang und dort aus der Full Mount mit Schlägen stoppte.

David Zawada (r.) und Nerijus Slepetis.

David Zawada eröffnete gegen Nerijus Slepetis den Länderkampf zwischen Deutschland und Litauen. Mit schnellen Händen suchte Zawada, den Litauer früh unter Druck zu setzen, wurde von Slepetis mit Mühe und Not aber zu Boden gerungen. Zawada bedrohte ihn daraufhin schnell mit einem Armbar aus der Guard, wurde aber von Slepetis gekontert und gemountet.

Doppelt genäht hält besser: Zawadas zweite Submission des Abends.

Kurze Zeit später war Zawada mit einem erneuten Armbar aus der Guard erfolgreich, doch entstand eine Kontroverse wegen der Submission und Slepetis weigerte sich beharrlich, den Abbruch des Ringrichters zu akzeptieren. Zawada bewies Mut und willigte ein, den Kampf fortzuführen, obwohl er dabei nichts mehr zu gewinnen hatte. Slepetis beging dann beim Takedown einen Fehler und wurde von Zawada 47 Sekunden später mit einem Guillotine Choke erneut zur Aufgabe gezwungen.

Pascal Dürwald (l.) und Arunas Vilius.

Nach langer Pause meldete sich mit Pascal Dürwald ein erfahrener Haudegen der deutschen Schwergewichtsszene wieder zurück. Der „Leutnant“ traf auf das litauische Schwergewicht Arunas Vilius und geriet direkt in Bedrängnis. Vilius zwang ihn in Windeseile zu Boden und bewegte sich am Boden effektiv, während er mit dosierten Schlägen angriff. Dürwald feuerte aus der Unterlage zurück, musste die erste Runde aber verloren geben.

Vilius kämpft in Dürwalds Guard.

In Runde zwei stürmte Vilius erneut auf Dürwald zu, wurde nach einer kurzen Clinchphase aber selbst zu Boden gebracht. Vilius sweepte Dürwald aber gekonnt, was der fachkundige Teil des begeisterungsstarken Publikums mit einem lauten Raunen quittierte, und fand sich wieder vor dem Problem, das ihm schon in Runde eins Kopfzerbrechen bereitet hatte: Dürwalds starke Guard. Kurz vor Ende der Runde ließen beide unter tosendem Applaus der Fans die Fäuste fliegen, wobei beide schöne Treffer landeten.

Arunas Vilius in der Full Mount.

Den letzten Durchgang eröffnete Dürwald spektakulär mit einem eingesprungenen Knie, das Vilius aber konterte und zum Takedown nutzte. Im Stand drehte Dürwald erneut auf und zeigte harte Low Kicks, wurde aber wieder von den Beinen geholt, bevor er zu viel Schaden anrichten konnte. Aus der Full Mount schlug Vilius immer härter zu, bis der Ringrichter dazwischen ging. Hierbei kam es erneut zu einer Kontroverse, die nach dem Kampf zur Ablösung des Ringrichters führen sollte. Aus gleicher Position wurde der Kampf weitergeführt, worauf Vilius sich wenig später den hoch verdienten Punktsieg sichern konnte.

Ein Zawada kommt selten allein: Martin (r.) und David.

Martin „King Kong“Zawada war nun an der Reihe, und es lag an dem schlagstarken Veteran, im Länderkampf für Deutschland die Kastanien aus dem Feuer zu holen. „Diesmal zwei Beulen“, forderte das Publikum vom Lokalmatador in Anspielung auf die riesige Schwellung am Kopf von Matteo Minonzio, der letzte Mann, der Zawadas Schlagkraft im November 2010 an gleicher Stelle sichtbar zu spüren bekommen hatte. Sein Gegner Valdas Pocevicus war gut vorbereitet und brachte Zawada sofort zu Boden. Dort achtete er darauf, seinen Gegner zu kontrollieren und punktete später aber auch mit hartem Ground and Pound zum Körper.

Business as usual: Zawada gerät in der ersten Runde in Schwierigkeiten.

Zawada steckte viel ein und wurde daraufhin gemountet. Pocevicius feuerte aus allen Rohren, doch rettete Zawada sich in letzter Sekunde und kämpfte sich sogar noch hoch. Im zweiten Durchgang zeigte Zawada seine harten und schnellen Hände und hielt Pocevicius zudem geschickt auf Distanz. King Kongs patentierte linke Haken und Uppercuts trafen den Litauer, der mit letzter Kraft zum Takedown ging, von Zawada aber gekontert und gemountet wurde. Nach wenige harten Schlägen erklomm Zawada die Back Mount und griff mit einem Rear Naked Choke an.

Valdas Pocevicius (l.) will nichts vom Standkampf wissen.

Unter frenetischem Applaus der Zuschauer stand Pocevicius auf und schmiss sich rückwärts auf Zawada, der den Griff im folgenden Positionskampf verlor. Im dritten Durchgang war Zawada wieder mit seinen harten und präzisen Fäusten erfolgreich und trieb Pocevicus durch den Ring. In der Ringecke sah es aus, als stand der Litauer kurz vor dem KO, als er mit letzter Kraft zum Takedown ging, aber erschöpft in der Half Guard stecken blieb. Zu Beginn der vierten Runde fuhr Zawada seine Standoffensive fort und setzte Pocevicius so unter Druck, dass dieser zu Boden ging.

Martin Zawada beim Rear Naked Choke-Versuch.

Zawada ging in die Side Mount, erarbeitete sich kurz die Kruzifix-Position und punktete mit Schlägen. Durch einen Fehler bei der Positionierung verlor er wenig später aber die Back Mount und wurde kurz vor Ende der Runde von einem schönen Neck Crank des Litauers unter Druck gesetzt, den er aber mit harten Hammerfirsts verteidigen konnte. Pocevicius' Konditionsprobleme aus der dritten Runde schienen im letzten Durchgang wie weggeblasen, und er setzte Zawada mit zwei harten Low Kicks im Stand unter Druck.

Sichtbar gezeichnet gibt Zawada weiter Vollgas.

„Verkehrte Welt“ hieß er weiterhin, als Zawada den Litauer nun seinerseits als Antwort zu Boden brachte. Zawada wusste, dass der Kampf eng wird, wenn er nicht punktete, konnte sich den Takedowns aber nicht erwehren und wurde den Großteil der Runde am Boden kontrolliert. Nach fünf spannenden und sehr unterhaltsamen Runden wurde der Kampf der beiden, und somit auch der Länderkampf, Unentschieden gewertet.

Weitere Infos über die German MMA Association findet ihr unter www.german-mma-association.de.

German MMA Association 7 – Deutschland vs. Litauen
3. April 2011
Frankenheimhalle, Düsseldorf


Martin Zawada und Valdas Pocevicius trennen sich Unentschieden nach 5x5min.
Arunas Vilius bes. Pascal Dürwald nach Punkten nach 3x5min.
David Zawada bes. Nerijus Slepetis via Guillotine Choke nach 4:27 in Runde 1
Michal Tomasik bes. Alexander Stefanovic via TKO (Punches) nach 2:05 in Runde 1
Michael Zabrocki bes. Sebastian Stankovic via Armbar nach 0:46 in Runde 1