Ergebnisse

Reljic besiegt Lloret, Hristov gewinnt Titel

Strength & Honor Championship 5

Spektakuläre Knockouts und sehenswerte Aufgabesiege – die dreizehn Kämpfe der fünften Auflage von Strength & Honor Championship bescherten dem Publikum in der Arena de Geneve einen äußerst unterhaltsamen Abend. Dieser wurde von einer sehr professionellen Produktion unterstützt, die sich mit den größten Veranstaltungsreihen Europas messen kann. Raid Salah und sein Team sind auf dem besten Wege, sich nicht nur in der Schweiz, sondern auch europaweit als Topveranstalter zu etablieren.

Im Hauptkampf von Strength & Honor Championship 5 trafen zwei von Europas besten Kämpfern aufeinander: Goran Reljic aus Kroatien, ein fünffacher UFC-Veteran, und der BJJ-Schwarzgurt Rogent Lloret aus Spanien, ein ehemaliger Bellator-Kämpfer. In ihrem kurzen, aber ereignisreichen Kampf wurden beide Kämpfer den Erwartungen, die man an sie gestellt hatte, gerecht.

Lloret tauchte nach einem anfänglichen Schlagwechsel zu einem Single-Leg-Takedown runter, aber Reljic kämpfte sich wieder auf die Beine zurück. Direkt im Anschluss gelang Lloret dasselbe Manöver, doch auch diesmal hielt er Reljic nicht lange unten.

Zurück im Stand führte Reljic ein Double-Leg-Takedown aus, nach dem er sich direkt in der Mount positionierte. Reljic fing mit Ground and Pound an, woraufhin Lloret ihm den Rücken zudrehte. Die Back Mount brachte Reljic nicht den Rear Naked Choke, also drehte er Lloret auf den Bauch und begann, auf ihn einzuschlagen.

Lloret gab Reljic kurzzeitig die Mount, was es Reljic ermöglichte, ihn weiter mit Ground and Pound zu bearbeiten. Schließlich hatte der Ringrichter genug gesehen und beendete den Kampf. Nach seinem Sieg über einen Aufbaugegner Ende letzten Jahres hat Reljic die Comebacktour nach seiner langen Verletzungspause mit Bravour abgeschlossen.

Hristomir Hristov nimmt Olivier Pastor den Gürtel ab

Ringerische Überlegenheit war für den Bulgaren Hristomir Hristov der Schlüssel zum Sieg über den Franzosen Olivier Pastor und somit zum Gewinn des Federgewichtstitels der Strength & Honor Championship.

Hristov brachte Pastor drei Runden lang fast nach Belieben zu Boden, meist landete er dabei in der Guard oder Half Guard. Pastor mühte sich, Hristov mit Aufgabegriffen zu attackieren, aber Hristov konnte einfach zu gut blockieren.

Mit seinen Takedowns konnte Hristov allerdings nur zwei der drei Punktrichter überzeugen: Zwei gaben ihm den Punktsieg, einer wertete den Kampf als Unentschieden.

Der Kampf um den Leichtgewichtstitel zwischen dem Titelverteidiger Olavo Bello und seinem Herausforderer Nayeb Hezam musste leider abgesagt werden, da sich Bello in der Woche vor der Veranstaltung am Knie verletzte.

Raphael Davis feiert routinierten Sieg

Mehr Mühe als erwartet hatte der US-Amerikaner Raphael Davis mit dem unerfahrenen bosnischen Bodenkämpfer Berin Belijagic. Zwar gelang es ihm, Belijagic nach einem hervorragenden Sprawl in der Side Control auszubreiten, doch anschließend attackierte Belijagic ihn mit einem Armhebel und zweimal mit einem Fußhebel.

Belijagic begann die zweite Runde mit einem guten rechten Haken, woraufhin Davis sofort in den Clinch ging. Es folgte ein Takedown in die Half Guard. Aus dieser Position schlug Davis auf den bereits nach der ersten Runde stark ermüdeten Belijagic ein, bis der Ringrichter den Kampf abbrach.

Baga Agaev lässt Publikum jubeln

Die Zuschauer in der Arena de Geneve zollten den gesamten Abend über allen Sportlern den nötigen Respekt – beim Italiener Matteo Minonzio machten sie allerdings eine Ausnahme. Auf dessen Tätowierungen mit nationalsozialistisch angehauchten Motiven reagierten die Zuschauer mit lautstarken Buh- und Schmährufen. Umso begeisterter waren sie, als Minonzios Gegner, der Russe Baga Agaev, den Kampf von Beginn an dominierte.

Agaev drängte Minozio in der ersten Runde mit einer Kombination aus Spinning-Backfist und Spinning-Backkick in die Defensive und zog direkt danach ein Takedown durch. Aus der Guard von Minozio heraus arbeitete er fortan mit Ground and Pound.

Zu Beginn der zweiten Runde traf Agaev wieder zweimal mit seinem Spinning-Backkick zum Körper. Nach einem Single-Leg-Takedown schlug er wieder aus Minonzios Guard auf ihn ein. Mehrere gute Treffer ermöglichten es Agaev, die Guard zu passieren und von der Back Mount aus anzugreifen. Agaev erzielte einige Treffer, ehe der Ringrichter ein Einsehen hatte und den Kampf beendete.

„Fuzil“ ist auf der Matte überlegen

Der in Spanien mit dem Team von Rogent Lloret trainierende Brasilianer Reinaldo „Fuzil“ da Silva hatte mit dem bulligen Bosnier Tomislav Spahovic eine harte Nuss zu knacken.

Spahovic legte mit kräftigen Lowkicks los, fing dann einen von da Silvas Lowkicks und warf diesen auf die Matte. Da Silva setzte einen Kimura an, aber Spahovic ließ sich davon nicht beeindrucken. Zurück im Stand rutschte Spahovic nach einem gewaltigen Schwinger aus, was da Silva nutzte, um ihn aus der Turtle-Position mit Schlägen zu bearbeiten. Spahovic gelang ein Sweep, landete kurz darauf aber in da Silvas Guard.

In der Anfangsphase der zweiten Runde tauschten die beiden Lowkicks aus. Spahovic brachte da Silva nach einem gefangenen Lowkick erneut zu Boden, musste sich aber direkt gegen eine Triangel verteidigen. Als ihm dies gelang, wechselte da Silva blitzschnell zum Omoplata über. Zunächst konnte sich Spahovic herausrollen, aber da Silva ließ den Griff nicht locker und zwang ihn dann doch damit zur Aufgabe.

Mats Nilsson mit schnellem Aufgabesieg

Schneller als so manchem lieb war endete das Duell zwischen dem aufstrebenden Schweden Mats Nilsson, einem BJJ-Braungurt und Judo-Schwarzgurt, und dem erfahrenen Russen Alavutdin Gadjiev.

Gadjiev stürmte mit einer Schlagsalve auf Nilsson los, der konterte mit einem Takedown. Gadjiev gelang ein Sweep, fand sich aber direkt in einem Armhebel wieder. Daraufhin brach der Ringrichter den Kampf nach nur 24 Sekunden ab – ungeklärt ist noch, ob es geschah, weil Gadjiev abklopfte oder weil er fand, dass dessen Arm schon zu weit überstreckt war.

Standkämpfer schlägt Bodenkämpfer

Der italienische Thaiboxer Marco Santi und der französische Bodenkämpfer Sebastien Grandin trafen im klassischen „Grappler vs. Striker“-Duell aufeinander.

Santi kam im Stand auf Grandins Rücken, doch der bedrohte ihn dann mit einem Kimura. Zwar befreite sich Santi, indem er Grandin in die Side Control warf, doch anschließend war er mehr damit beschäftigt, seine Position zu halten, als in die Offensive zu gehen.

Grandin konnte wieder aufstehen, doch kaum hatte er das getan, traf Santi ihn mit einer Serie von Kniestößen. Einer davon schickte Grandin zu Boden. Santi stürzte sich auf ihn und beendete den Kampf mit weiteren Schlägen.

Nicolas Joannes beweist Schlagkraft

Ein Drehkick ins Leere – das war die einzige Offensivaktion des Brasilianers Claudemir „Tico“ Souza im Kampf gegen den Franzosen Nicolas Joannes.

Als Souza zum Takedown ansetzte, konterte Joannes mit einer Schlagsalve. Diese beendete er mit einer rechten Geraden, mit der er Souza eiskalt KO schlug.

Schwarzer Tag für Frota-Team Nogueira

Dass auch ein Erfolgsteam einmal einen schlechten Tag haben kann, musste das Frota-Team Nogueira aus Zürich ausgerechnet dann erfahren, als sein Mentor Antonio Rodrigo „Minotauro“ Nogueira zur Unterstützung in der Ringecke stand. Zusammen mit dem PRIDE-Veteranen Marcus Aurelio stand er den drei Schützlingen von Augusto Frota zur Seite.

Der bislang ungeschlagene Bodenkampfspezialist Gregor Weibel startete mit Kicks zum Körper und den Beinen gut in den Kampf gegen den doppelt so erfahrenen Belgier Damien Berteaux. Dann brachte ihn jedoch ein rechter Haken von Berteaux ins Straucheln. Berteaux folgte Weibel auf die Matte und nahm die Mount ein.

Weibel schützte sich mit einer Doppeldeckung, aber dann drehte er Berteaux den Rücken zu und ermöglichte ihm, weiter mit Ground and Pound zu attackieren. Daraufhin beendete der Ringrichter den Kampf. Weibel stand sofort wieder auf und protestierte, aber die Entscheidung über den Kampfabbruch war bereits gefällt worden – zu früh gefällt worden, wie man durchaus argumentieren könnte.

Ahmet Yalbirdak lieferte sich mit dem unbesiegten und schlagkräftigen Belgier Gaetano Pirello den Kampf des Abends. Beide ließen sich in der ersten Runde mehrere Male auf wilde Schlagwechsel ein, wobei Yalbirdak zusätzlich mit zwei Takedowns punktete. Nach dem zweiten Takedown setzte er einen Fußhebel an, aber Pirello verteidigte sich und landete in der Oberlage. Yalbirdak war mit einem Sweep erfolgreich und nahm Pirello in den Guillotine Choke, doch der verteidigte sich erneut. Zurück im Stand brachte Pirello Yalbirdak mit Kniestößen ins Wanken und setzte mit Ground and Pound nach.

Pirello fing zu Beginn der zweiten Runde einen Kick von Yalbirdak und stieß ihn auf die Matte. Er attackierte wieder mit Ground and Pound, bis Yalbirdak ein Sweep gelang und er sich mit harten Schlägen revanchieren konnte. Dann ließ er sich wieder zu einem Fußhebel zurückfallen. Auch Pirello schnappte sich ein Bein, und so bekamen die Zuschauer ein Fußhebelduell zu sehen. Pirello änderte dann aber seine Strategie, ließ Yalbirdaks Bein los, richtete sich auf und schlug zur Verteidigung auf ihn ein. Der Ringrichter hatte schließlich genug gesehen und ging dazwischen.

Einziger Lichtblick für das Frota-Team Nogueira war der Karate-Weltmeister Haris Reiz, der auf den Franzosen Nicolas Vermont traf, einen K-1-Veteranen. Vermont landete zunächst einen harten Lowkick. Reiz antwortete mit seiner ersten Aktion im Kampf, einer schnellen Schlagsalve, mit der er Vermont durch den Käfig trieb. Nach Reiz’ letztem Schlag ging Vermont KO zu Boden – Kampfabbruch nach 26 Sekunden.

Ringer besiegt Boxer

Der Franzose Anthony Dizy, der in seiner Heimat in der obersten Liga ringt, traf auf seinen Landsmann Ousmane Sidibé, einen gelernten Boxer. Die ersten beiden Takedowns von Dizy konnte Sidibé noch gekonnt abwehren, doch dann gelang es Dizy, einen Lowkick zu fangen und Sidibé in die Side Control zu verfrachten.

Dizy schlug von da an abwechselnd aus Side Control, Mount und Turtle-Position auf Sidibé ein, bis der Ringrichter den Kampf beendete.

Sieg für Lokalmatador

Keine Veranstaltung ohne Lokalmatador – bei Strength & Honor 5 übernahm diese Rolle Karim Khalifa, ein BJJ-Kämpfer direkt aus Genf. Sein Gegner Walid Nemri konnte ihn zunächst in einen Guillotine Choke nehmen, aber dann ließ Khalifa die Herzen der Genfer Fans höher schlagen, als er sich befreite, die Mount einnahm und den Kampf mit seinem Ground and Pound für sich entschied.

Die Ergebnisse in der Übersicht:

Strength & Honor Championship 5
24. März 2011
Arena de Geneve in Genf, Schweiz

Goran Reljic bes. Rogent Lloret via TKO nach 3:02 in Rd. 1

SHC Federgewichtstitelkampf
Hristomir Hristov bes. Olivier Pastor (c) nach Punkten (mehrheitlich)

Raphael Davis bes. Berin Balijagic via TKO nach 1:26 in Rd. 2
Baga Agaev bes. Matteo Minonzio via TKO nach 1:56 in Rd. 2
Reinaldo da Silva bes. Tomislav Spahovic via Omoplata nach 2:30 in Rd. 2
Mats Nilsson bes. Alavutdin Gadiev via Armhebel nach 0:24 in Rd. 1
Marco Santi bes. Sebastien Grandin via TKO nach 3:46 in Rd. 1
Nicolas Joannes bes. Claudemir Souza via KO nach 1:09 in Rd. 1
Haris Reiz bes. Nicolas Vermont via KO nach 0:26 in Rd. 1
Anthony Dizy bes. Ousmane Sidibé via TKO nach 2:13 in Rd. 1
Karim Khalifa bes. Walid Nemri via TKO in Rd. 1
Gaetano Pirello bes. Ahmet Yalbirdak via TKO nach 1:46 in Rd. 2
Damien Berteaux bes. Gregor Weibel via TKO in Rd. 1

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