Ergebnisse

Pride & Honor Fight Club No. 2

Poster via PHFC

16 Monate sind seit dem Debüt vom Pride & Honor Fight Club vergangen, aber das lange Warten auf die zweite Veranstaltung hat sich für die Stuttgarter Kampfsportfans definitiv gelohnt. Obwohl er etliche Verletzungsausfälle zu beklagen hatte, gelang es dem Veranstalter Sam Radi, am 2. Oktober im Fitness Feuerbach eine Hausgala mit sieben spannenden Kämpfen auf die Beine zu stellen. Manche der Sportler bestritten dabei ihren ersten Kampf oder erfuhren erst am Kampftag von ihrem Einsatz, überzeugten aber dennoch mit viel Herz und Kampfgeist. Das begeisterte Publikum merkte vom Stress hinter den Kulissen nichts und feuerte die einheimischen Kämpfer lautstark an.

Allen voran Ümit Karakus, der im Hauptkampf mit einer soliden Leistung überzeugte. Sein Gegner, der junge Alban Kllokoqi, startete gut in den Kampf: Er holte Karakus mit einem Takedown von den Beinen, passierte in die Side Control und von dort in die Mount, von wo aus er mit Schlägen attackierte. Karakus gelang der Sweep in die Guard und ebenfalls der Pass in die Side Control. Dann ging er in die Mount über und bearbeitete Kllokoqi mit Ground and Pound, welcher sich daraufhin auf den Bauch drehte. Karakus nutzte das aus, um Kllokoqis Rücken einzunehmen und den Kampf unter dem tosenden Jubel der Zuschauer mit dem Rear Naked Choke zu beenden.

Der US-Amerikaner Chad Rimsek stand dem acht Kilogramm schwereren Thorsten Kraft gegenüber. Von diesem Gewichtsunterschied merkte man jedoch kaum etwas: Rimsek war schnell mit einem Takedown in die Guard erfolgreich – im darauffolgenden Scramble sicherte er sich die Back Mount. Rimsek wollte sich Krafts Arm holen, doch der sweepte ihn in die Guard, woraufhin Rimsek wieder aufstand. Erneut setzte er zum Takedown an. Kraft sprawlte gut, aber schließlich gelang es Rimsek doch, ihn auf den Rücken zu befördern. Rimsek passierte in die Half Guard, wurde aber zurück in die Guard gedrängt. Kraft schlug von unten auf ihn ein, was Rimsek zum Aufstehen veranlasste. Abermals erarbeitete er sich ein Takedown, gegen das sich Kraft verbissen wehrte. Nachdem Rimsek ihn auf die Matte brachte, kam er in die Back Mount und feuerte eine Serie von Schlägen ab, die Kraft zur Aufgabe bewegten.

Nicholas Djember und Eugen Braun lieferten sich über zwei Runden einen sehr engen Kampf, der bis auf eine kurze Phase in der ersten Runde ausschließlich im Stand geführt wurde. Sie beharkten sich mit Kicks und gingen immer wieder in den Schlagabtausch. Große Vorteile konnte jedoch keiner der Kämpfer für sich verbuchen, weswegen der Kampf als Unentschieden gewertet wurde.

Alessandro Plog feierte gegen Adrian Sojka in einer hart umkämpften Auseinandersetzung den ersten Sieg in diesem Jahr. Der Alan-Omer-Schützling wurde von Sojka zu Beginn mit Lowkicks konfrontiert, woraufhin er zum Takedown in die Guard überging. Plog arbeitete sofort mit Ground and Pound. Sojka misslang ein Fußhebel und schlug stattdessen aus der Rücklage. Plog antwortete seinerseits mit Schlägen und einem Pass in die Side Control. Er holte sich die Mount, wurde aber kurz vor Schluss der ersten Runde von Sojka in die Guard gesweept. Runde zwei begann mit einem Trip-Takedown von Plog in die Mount. Seine Schläge aus der Oberlage verursachten einen tiefen Cut bei Sojka. Der wurde vom Ringarzt untersucht, durfte anschließend aber weiterkämpfen. Zurück im Stand attackierte Sojka mit Lowkicks. Plog konterte mit einem Takedown in die Side Control. Sojka nahm ihn aus dieser Position in die Guillotine. Plog rückte in die Mount vor, wurde gesweept und musste sich anschließend zum Schluss der Runde gegen das Ground and Pound von Sojka verteidigen. Nach den beiden Runden waren sich die drei Punktrichter einig: Der einstimmige Punktsieg ging an Plog.

Den kürzesten Kampf des Abends bestritten Benni Tann und Benito Guarana. Die beiden gingen zu Beginn der ersten Runde in den Clinch, von wo aus Tann den Guillotine Choke ansetzte. Er sprang in die Guard und brachte Guarana kurze Zeit später zur Aufgabe.

Nicht nur MMA-Fans, auch die K-1-Fans kamen beim zweiten Pride & Honor Fight Club voll auf ihre Kosten. Hamza Radi und Rahell Omer legte eine drei Runden lange Schlacht hin, die diesen Namen wirklich verdient hat. Sie bekriegten sich mit Highkicks, Bodykicks, Spinning-Back-Kicks und gingen alle paar Sekunden in den wilden Schlagabtausch. Es gab einige Treffer auf beiden Seiten, aber am Ende sahen die drei Punktrichter Omer knapp vorne, der dann mit einem geteilten Punkteentscheid im Gepäck nach Hause fahren konnte. Im anderen K-1-Kampf setzte sich Granit Morina souverän gegen Florian Motz durch. Motz und Morina duellierten sich zuerst mit Lowkicks und Frontkicks, bis Morina dann Motz mit einem kräftigen rechten Haken niederschlug. Motz wurde vom Ringrichter angezählt, kam aber nicht mehr rechtzeitig auf die Beine.

Stargast Dennis Siver war nach dieser Show ebenso begeistert wie das Publikum. Zur Freude aller kündigte Sam Radi an: „Wir werden wiederkommen!“


Die Ergebnisse im Überblick:

Pride & Honor Fight Club No. 2
2. Oktober 2010
Fitness Feuerbach in Stuttgart

MMA
Ümit Karakus bes. Alban Kllokoqi via Rear Naked Choke in Rd. 1
Chad Rimsek bes. Thorsten Kraft via Aufgabe in Rd. 1

MMA (Amateur)

Nicholas Djember vs. Eugen Braun endete Unentschieden

K-1
Rahell Omer bes. Hamza Radi nach Punkten (geteilt)

MMA
Alessandro Plog bes. Adrian Sojka nach Punkten (einstimmig)

K-1
Granit Morina bes. Florian Motz via KO in Rd. 1

MMA (Amateur)
Benni Tann bes. Benito Guarana via Guillotine Choke in Rd. 1