Ergebnisse

Povetkin stoppt Boswell in Runde acht

Robert Helenius holt EM-Gold mit knappem Punktsieg. (Foto: Sauerland Event)

Die beiden Schwergewichtshoffnungen des Sauerland-Stalls,  Alexander Povetkin  und Robert Helenius, konnten in der Nacht zum Sonntag jeweils Siege im finnischen Helsinki einstreichen. Für ihr erklärtes Ziel, einen Kampf gegen die Klitschko-Brüder, konnten sich jedoch noch nicht empfehlen.

World Boxing Association Schwergewichtsweltmeister Alexander Povetkin (23-0-0, 16 KO) machte im Hauptkampf des Abends kurzen Prozess mit seinem amerikanischen Herausforderer Cedric Boswell (35-2-0, 26 KO) und schickte ihn am Ende der achten Runde mit einer Schlagserie in der Ringecke zu Boden. Ringrichter Giuseppe Quartarone begann zu zählen, doch Boswell kam nicht mehr auf die Beine. Nach 2:58 wurde der Kampf abgewunken.

Schon am Ende der vorherigen Runde konnte Povetkin den 42-Jährigen am Seil stellen und mit Kombinationen eindecken. Der Russe dominierte den gesamten Kampf, mied die Distanz und arbeitete am Mann, vor allem mit Haken in Serie. Seine Führhand setzte der frühere Olympiasieger dabei zu wenig ein und bereitete seine Attacken kaum vor, hatte aber denoch erfolg damit.

Gegen einen mittelmäßigen Herausforderer wie Boswell mag dies noch funktioniert haben. Ob diese Leistung für einen Wladimir Klitschko reichen wird, ist aber zu bezweifeln. Povetkin-Coach Teddy Atlas sagte im Anschluss: „Gebt uns noch ein, zwei Kämpfe, dann sind wir bereit (für Klitschko)“.

Man kann Atlas mögen oder nicht, aber mit dieser Einschätzung mag er recht haben.

Während Povetkin mit einem Knockout recht eindeutig gewinnen konnnte, sah das bei Lokalmatador Robert Helenius (17-0-0, 11 KO) ganz anders aus. Zwar ging er als Favorit in den EM-Kampf gegen Dereck Chisora (15-2-0, 9 KO), doch es war klar, dass dies sein bislang schwerster Kampf werden könnte.

Und er wurde es. Helenius war kaum in der Lage, den deulich kleineren Briten mit der Führhand auf Distanz zu halten. Im Infight konnte Chisora seine Stärken dann ausspielen: Er wühlte, schlug harte Auf- und Seitwärtshaken und zermürbte den finnischen Hünen.

Aber auch der landete natürlich Treffer. Selten, aber hartt landeten seine Hände und rüttelten Chisora ordentlich durch. Die Punkte für Aktivität, Aggression und Ringkontrolle gingen aber ohne zweifel an den Briten.

Zwei Punktrichter werteten schließlich 115-113 für den Lokalheld, nur einer sah Chisora mit 115-113 vorn. Eine glückliche Entscheidung für Helenius, die auch durchaus anders herum hätte ausgehen können. Im Anschluss erklärte er, bereits in Runde eins seine rechte Hand verletzt zu haben, dass ihm daher die nötige Schlaghärte gefehlt hätte. Sein größtes Problem war aber wohl eher der mangelnde Einsatz seiner Führhand.

So oder so, den Traum, einen der Klitschkos zu boxen, wird er wohl erst einmal noch eine ganze Weile weiterträumen müssen.

Im Vorprogramm konnten sich Jungtalent Jack Culkay-Keth (10-0-0, 6 KO) und Edmund Gerber (18-0-0, 12 KO) mit schnellen Knockouts durchsetzen. Beide benötigten jeweils nicht einmal eine Minute, bevor ihr Arbeitstag vorüber war.

Die norwegische „First Lady“ Cecilia Braekhus (19-0-0, 5 KO) konnte ihren Goldschmuck mit einem TKO-Sieg in der zehnten Runde gegen die US-Amerikanerin Kuulei Kupihea verteidigen.

Anbei die gesamten Ergebnisse im Überblick:

The Night of the Heavyweights
03. Dezember 2011
Hartwall Areena in Helsinki, Finnland

WBA Weltmeisterschaft im Schwergewicht
Alexander Povetkin bes. Cedric Boswell via KO nach 2:58 in Rd. 8

EBU Europameisterschaft im Schwergewicht
Robert Helenius bes. Dereck Chisora geteilt nach Punkten (115-113, 115-113, 113-115)

Vorprogramm
Edis Tatli bes. Pasquale Di Silvio einstimmig nach Punkten (100-90, 100-92, 98-93)
Jack Culcay bes. Giammario Grassellini via KO nach 0:48 in Rd. 1
Cecilia Braekhus bes. Kuulei Kupihea via TKO nach 0:57 in Rd. 10
Jussi Koivula bes. Jose Del Rio einstimmig nach Punkten (80-72, 80-72, 78-75)
Jarno Rosberg bes. Manuel Alberto Pucheta einstimmig nach Punkten (80-73, 80-73, 78-74)
Edmund Gerber bes. Marcus McGee via KO nach 0:18 in Rd. 1
Erik Skoglund bes. Amine Belali einstimmig nach Punkten (40-36, 40-36, 40-36)