Ergebnisse

Martinez krönt Galavorstellung mit vorzeitigem Finish

Der Nachbericht zum großen Mittelgewichtskampf. Foto by AP.

Er war schon im Vorfeld der haushohe Favorit, mit einer Quote von 5:1 ließen die Buchmacher weltweit daran wenig Zweifel. Der argentinische Senkrechtstarter Sergio Gabriel Martinez (47-2-2, 26 KO) füllte diese Rolle am Samstag auch perfekt aus und entledigte sich des Ukrainers Sergei Dzinziruk (37-1-0, 23 KO) mit einem TKO in der achten Runde.

Interessant ist dabei vor allem, wie Martinez den Kampf bestritt. Experten warnten zuvor vor allzu übermütigen Prognosen. Dzinziruk sei nicht zu unterschätzen, seine klassisch-europäische Boxschule, mit akribischer Geduld, solider Doppeldeckung und dem Jab als wichtigster Waffe könnte gefährlich für Martinez werden, sollte der es nicht schaffen, die Distanz zum Ukrainer zu überwinden. Am Ende kam alles anders. Martinez drehte den Spieß um und tat, was niemand erwartet hätte: Er arbeitete selbst mit der Führhand und hielt den größeren Dzinziruk so auf Distanz.

Dabei bot er ihm mit hängenden Händen, aber beweglichem Oberkörper ständig das freie Gesicht an, wollte Dzinziruk zu unüberlegten Aktionen verleiten. Der boxte dagegen stur weiter seine Linie, erreichte damit aber recht wenig. Präzise fand Martinez‘ Jab statdessen immer wieder sein Ziel und bescherte Runde um Runde wichtige Punkte. Dzinziruk schien kein Mittel gegen diese Taktik zu finden, die sonst sein eigenes Steckenpferd gewesen ist und schluckte die komplette erste Hälfte des Kampfes seine eigene Medizin. Martinez schien sich immer besser mit seiner Strategie zu fühlen und ließ den Führhänden zunehmend noch ein oder zwei Schläge folgen. In den Runden vier und fünf musste Dzinziruk nach solchen Kombinationen zu schließlich Boden, wirkte dabei von den Knockdowns zwar nicht sonderlich angeschlagen, gab dadurch aber wichtige Punkte ab.

Sergio Gabriel Martinez (l.) vs. Sergei Dzinziruk.

In Runde sieben bekam der Ukrainer wieder leichten Aufwind und konnte Martinez mit langen Händen, schnellen Jabs und Eins-Zwei-Kombinationen zusetzen. Im achten Durchgang setzte der 36-jährige Argentinier dem Treiben jedoch ein Ende und schickte Dzinziruk mit einer linken Geraden auf die Bretter. Der stand nach diesem Knockdown nicht mehr so frisch auf wie nach den vorangegangenen beiden. Martinez roch bereits das nahende Ende und als Ringrichter Arthur Mercante den Kampf wieder freigab, stürzte er sich auf den noch immer etwas wackeligen Dzinziruk und schickte ihn mit einer Eins-Zwei, gefolgt von einem weiteren Jab und einem linken Haken ein weiteres Mal auf den Allerwertesten. Als der Ukrainer nach einem rechten Haken ein drittes Mal in dieser Runde zu Boden ging, beendete der Ringrichter das Duell.

Ein beeindruckendes Ergebnis und ein schöner Abschluss einer respektablen Performance von Sergio Gabriel Martinez, der sich im Alter von 36 Jahren offenbar in der Form seines Lebens befindet und in den Pound-for-Pound-Ranglisten auf der ganzen Welt immer weiter nach oben klettert. Im Anschluss an den Kampf machte Martinez deutlich, dass genau das auch sein Ziel ist: „Ich bin mir sicher, dass ich die Pound-for-Pound-Liste anführen kann und werde. Ich will Mayweather oder Pacquiao!“

Sergio Martinez vs. Sergei Dzinziruk
12. März 2011
Foxwoods Resort Casino in Mashantucket, Connecticut, USA    

Hauptkämfpe

Sergio Gabriel Martinez bes. Sergei Dzinziruk via TKO in Runde 8   
Andy Lee bes. Craig McEwan via TKO in Runde 10

Vorkämpfe
Javier Fortuna bes. Derrick Wilson via KO in Runde 8       
Thomas Dulorme bes. Guillermo Valdes via TKO in Runde 2      
Sonya Lamonakis bes. Tanzee Daniel einstimmig nach Punkten
Seanie Monaghan bes. Billy Cunningham einstimmig nach Punkten       
Abraham Lopez bes. Andrew Jones einstimmig nach Punkten