Ergebnisse

KSW 42: Narkun stoppt Khalidov, Zawada siegt im Rückkampf

Tomasz Narkun (Foto: Dorian Stücs/GNP1.de)

KSW 42 ist Geschichte. Mit einem Knall begann das neue Wettkampfjahr der europäischen Top-Organisation. Nachdem die drei deutschen Vertreter gemischte Ergebnisse einfuhren und die beiden Champions ihre Gürtel verteidigten, standen sich Mamed Khalidov und Tomasz Narkun in einem Superfight zweier Champions gegenüber.

Die Serie ist zu Ende. Acht Jahre lang hatte Mamed Khalidov keinen Kampf mehr verloren. Vorbei. Tomasz Narkun ließ ihn in der dritten Runde von KSW 42 in einem Triangle Choke aufgeben. Dabei sah es anfangs nicht danach aus, als ob die „Giraffe“ überhaupt die erste Runde überstehen sollte.

Schon nach wenigen Sekunden landete Khalidov den ersten harten Treffer und schickte Narkun auf die Bretter. Khalidov ließ Narkun aufstehen und schlug ihn prompt mit einer Rechten erneut zu Boden und dieses Mal folgte er in die Guard. Schon bald hatte Khalidov genug davon und verlagerte das Geschehen wieder in den Stand, wo sich Narkun an Front Kicks versuchte, die jedoch keine Wirkung zeigten.

Nach einer langsameren zweiten Runde, die erneut von Khalidov bestimmt wurde, kam die Stunde von Narkun. Der Champion drückte Khalidov an den Zaun und feuerte heftige Kniestöße ab. Khalidov geriet unter Druck, reagierte aber mit Haken und Uppercuts und warf Narkun um. Erneut folgte er dem Grappler in die Guard. Ein Fehler. Innerhalb weniger Sekunden schlang Narkun seine langen Beine um Khalidov, zog einen Triangle Choke an, Khalidov gab auf.

Ashkam lässt Halle gegen Materla verstummen

Im vorletzten Kampf des Abends vermasselte KSW-Neuzugang Scott Askham dem früheren Mittelgewichtschampion Michal Materla die Tour. Der lange Engländer feuerte von Beginn an Tritte zum Körper ab, die bei Materla sofort Wirkung zeigten. Mit schmerzverzerrtem Gesicht wich Materla an den Zaun zurück, dort feuerte Askham einen weiteren Kick ab, ließ zwei Fäuste fliegen, bevor der Ringrichter noch in der ersten Minute eingriff und das Duell abbrach. Ein Schock für die Fans in der Atlas Arena.

Zawada besiegt Publikumsliebling Jurkowski

Martin Zawada hatte angekündigt, gegen Lukasz Jurkowski den Schlagabtausch zu suchen und er ließ den Worten Taten folgen. Die beiden lieferten sich im Rückkampf ein heftiges Gefecht mit harten Treffern auf beiden Seiten. Zawada wollte immer wieder seine Rechte anbringen und scheuchte Jurkowski damit durch den Käfig. Gerade, als Zawada dem Kampf seinen Stempel aufdrücken wollte, lief er in einen harten eingedrehten Ellbogen, der ihn auf die Matte schickte. Jurkowski ging hinterher, aber Zawada kam wieder zu Sinnen und kämpfte sich nicht nur auf die Beine, sondern attackierte weiter bis zum Ende der Runde.

Eine zweite Runde bekamen die Fans jedoch nicht zu sehen, denn Jurkowski kippte in der Pause auf seinem Stuhl um und hielt sich die Rippen. Scheinbar war „Juras“ mit einer Verletzung in den Kampf gegangen, die wieder aufbrach. Seine Ecke brach den Kampf ab, Zawada war damit auch im Rückkampf der Sieger.

Wojcik bezwingt Hatef Moeil

Erst am Donnerstag erfuhr Hatef Moeil von seinem Glück, bei KSW 42 antreten zu können. Der Düsseldorfer sprang kurzfristig gegen Marcin Wojcik ein und versuchte von Beginn an, den erfahrenen Polen zu werfen. Dieser antwortete mit Treffern im Stand, Guillotine Chokes und auch dem Versuch eines Rear-Naked Chokes zum Ende der ersten Runde. Moeils Kondition ließ minütlich nach, er wurde immer langsamer, seine Wurfversuche seltener. Nachdem er sich nur langsam in seine Ecke schleppen konnte und dort kaum noch auf den Beinen hielt, brach der Ringrichter den Kampf in der Pause nach der zweiten Runde ab.

Henze unterliegt in der ersten Runde

Das KSW-Debüt von Christopher Henze verlief ebenfalls enttäuschend. Der Leipziger tauchte nach kurzem Abtasten unter einer Spinning Back Fist von Krystian Kaszubowski durch, klammerte kurz, was der Pole für einen schnellen Takedown nutzte. Dort landete Kaszubowski in der Side Mount, aus der er harte Schläge und Ellenbogen abfeuerte, unter denen Henze nach 70 Sekunden K.o. ging. Der Leipziger musste damit die erste Niederlage seiner MMA-Karriere einstecken.

Gamrot und Lipski bleiben Champions

Mateusz Gamrot bleibt weiter unangefochtener König im Leichtgewicht bei KSW. Der „Gamer“ dominierte seinen Kontrahenten Gregorz Szulakowski über mehrere Runden lang, brachte seinen Gegner immer wieder auf die Matte und kontrollierte dort das Geschehen. Szulakowski hielt wacker dagegen, konnte Gamrot aber nie wirklich in Gefahr bringen. In der vierten Runde landete der Champion dann einen weiteren Takedown, bewegte sich in die Kruzifix-Position, wo er erst Schläge landete und den Kampf dann in der letzten Minute per Americana beendete.

Im ersten Titelkampf des Abends besiegte „Violence Queen“ Ariane Lipski ihre Herausforderin Silvana Gomez Juarez nach einem harten Duell nach Punkten. Die Argentinierin zeigte sich als guter Prüfstein für die Championesse, die in der dritten Runde sogar kurz zu Boden ging. Von diesem Lapsus abgesehen, bestimmte Lipski das Duell auf den Füßen mit ihren Kicks, Kniestößen und Fäusten. Die Punktrichter werteten am Ende geschlossen für die brasilianische Titelverteidigerin.

Die Ergebnisse im Überblick:

KSW 42
3. März 2018
Atlas Arena in Lodz, Polen

Tomasz Narkun bes. Mamed Khalidov via Triangle Choke nach 1:18 in Rd. 3
Scott Askham bes. Michael Materla via T.K.o. (Kick) nach 1:09 in Rd. 1

Titelkampf im Leichtgewicht
Mateusz Gamrot bes. Gregorz Szulakowski via Americana nach 4:15 in Rd. 4

Titelkampf im Fliegengewicht der Frauen
Ariane Lipski bes. Silvana Gomez Juarez einstimmig nach Punkten (49:46, 49:46, 49:46)

Martin Zawada bes. Lukasz Jurkowski via T.K.o. (Abbruch durch Betreuer) nach 5:00 in Rd. 1
Marcin Wojcik bes. Hatef Moeil via T.K.o. (Erschöpfung) nach 5:00 in Rd. 2
Karolina Owczarz bes. Paulina Raszewska via Rear-Naked Choke nach 1:00 in Rd. 1
Filip Wolanski bes. Bartlomiej Kopera einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:26)
Krystian Kaszubowski bes. Christopher Henze via T.K.o. (Schläge) nach 1:10 in Rd. 1