Ergebnisse

Kraniotakes, Dana und Palacio siegen bei Superior FC

Superior FC: MMA Fight Night

Genauso hart wie die Sportler im Ring musste Superior FC gegen die Repressalien von hessischen Politikern kämpfen, um endlich ihre dritte Veranstaltung abhalten zu können. Die Mühen und das Warten haben sich aber gelohnt, denn die „MMA Fight Night“ in der Hessenhalle in Gießen wurde zu einem rundum gelungenen Ereignis.

Bleibt nur noch zu hoffen, dass die vierte Veranstaltung von Superior FC nicht so lange auf sich warten lässt – und dass die Politiker sich bis dahin ein anderes Betätigungsfeld suchen, als Verbote gegen unterhaltsame Kampfsportevents auszusprechen.

Andreas Kraniotakes gewinnt Hauptkampf

„Big Daddy“ macht 2011 da weiter, wo er 2010 aufgehört hat: mit einem Erstrundensieg. Leicht hat es ihm sein Gegner Arunas Vilius aber nicht gemacht. Der litauische KSW-Veteran suchte sofort den Clinch und das Takedown. Kraniotakes befreite sich, ließ sich dann aber auf einen wilden Schlagabtausch ein, bei dem beide Kämpfer Treffer landeten. Vilius ging wieder in den Clinch, aber die deutsche Nr. 3 im Schwergewicht löste sich und bestrafte ihn mit einem rechten Haken und einem Kniestoß. Erneut kam es zum Clinch. Kraniotakes klingelte Vilius mit einem Haken an und schickte ihn mit einem kräftigen Kniestoß zum Körper zu Boden. Als er mit Ground and Pound nachsetzen wollte, war auch schon der umsichtige Ringrichter Kurt Braun zur Stelle und brach den Kampf ab.

Erfolgreiche Rückkehr von Cengiz Dana


Es ist schon eine Weile her gewesen, dass der „Mosquito“ im Leichtgewicht zugestochen hatte. Umso gespannter waren die Fans darauf, wie sich Cengiz Dana bei der „MMA Fight Night“ anstellen würde. Sein Gegner, der 1,60 Meter kleine Marius Mazulis aus Litauen, wurde von einigen Zuschauern mit „Frodo“-Rufen angefeuert. Von dieser Unterstützung elektrisiert, stürmte Mazulis los, hob Dana mit einem Double-Leg aus, wuchtete ihn über seinen Kopf und ließ ihn dann zu Boden krachen. Das Publikum war entzückt. Dana holte sich aber blitzschnell die Half Guard und stand wieder auf. Mazulis erkämpfte sich ein Single-Leg-Takedown und passierte Danas Guard in die Side Control. Der erarbeitete sich wieder die Guard. Von da an dauerte es nicht mehr lange, ehe Dana Mazulis in einem Guillotine Choke abklopfen ließ.

Yoel Romero Palacio begeistert die Zuschauer

Yoel Romero Palacio, der erfolgreichste Ringer, der momentan im MMA-Sport aktiv ist, wurde bereits beim Einmarsch laut bejubelt. Sein Gegner Nikita Petrovs aus Litauen machte nicht den Eindruck, als würde es ihm viel Vergnügen bereiten, mit Palacio den Ring zu teilen. Palacio begann mit einem Jumping Highkick und einem Superman Punch. Ein Raunen ging durchs Publikum. Er setzte mit einem Lowkick nach und versuchte dann einen weiteren Highkick, doch der ging ins Leere. Nun startete Petrovs mit einem Inside Lowkick und einem Bodykick in die Offensive, aber Palacio sah ihn nur verwundert an und zuckte mit den Schultern.

Dann brachte Palacio Petrovs mit einem gewaltigen Double-Leg-Takedown zu Boden. Sofort ging Palacio in die Mountposition und fing an, auf Petrovs einzuschlagen. Der rollte sich auf den Bauch und ermöglichte Palacio so die Back Mount. Zwischendrin hatte Petrovs seinen Mundschutz verloren. Als der Ringrichter ihm den Mundschutz gab und ihn aufforderte, ihn wieder einzusetzen, schüttelte Petrovs mit dem Kopf und teilte ihm mit, dass er genug habe. Somit wurde Palacio zum Sieger durch Aufgabe erklärt.

Sebastian Baron wird von Cut gestoppt

Der Rückkampf zwischen Sebastian Baron und Raymond Jarman hatte das Potential für den Kampf des Abends. Doch soweit kam es leider nicht. Keiner der Kämpfer, sondern der Ringarzt bereitete dem Duell ein viel zu frühes Ende.

Baron und Jarman begannen mit einem Schlagabtausch. Nach Treffern auf beiden Seiten initiierte Baron den Clinch und war kurz darauf mit einem Takedown in die Guard erfolgreich. Er bearbeitete Jarman wie in ihrem ersten Kampf im November 2009 mit Ground and Pound. Dann unterbrach der Ringrichter das Geschehen, um zwei Cuts über und unter Barons linkem Auge vom Ringarzt untersuchen zu lassen. Der untersagte einem sichtlich enttäuschten Baron daraufhin das Weiterkämpfen.

Benas Mikalauskas mit Comebacksieg

Bei Andreas Birgels Kampf gegen den Litauer Benas Mikalauskas wurden Erinnerungen an seine Niederlage bei Respect.4 wach. Mikalauskas ging früh in den Clinch, aber Birgels wehrte sich mit Kniestößen zum Körper. Schließlich gelang Mikalauskas ein Hüftwurf in die Kesa Gatame. Birgels sweepte ihn und kletterte ihm beim Aufstehen auf den Rücken. Dann streckte er Mikalauskas auf dem Bauch aus. Birgels bearbeitete ihn mit Schlägen zum Kopf und versuchte mehrmals, den Rear Naked Choke anzusetzen. Mikalauskas verteidigte sich jedoch sehr geschickt. Kurz vor Schluss der Runde schüttelte Mikalauskas Birgels ab, woraufhin Birgels einen Heel Hook ansetzte, den er aber nicht mehr voll durchziehen konnte.

Zu Beginn der zweiten Runde war Mikalauskas erneut mit einem Takedown in die Kesa Gatame erfolgreich. Diesmal ließ er sich nicht mehr sweepen, sondern zwang Birgels mit einem Armstreckhebel zur Aufgabe – genau wie Jeffrey Waltmans bei Respect.4!

Zwei Punktsiege für Combat Club Cologne

Der Combat Club Cologne, laut unseren Lesern Deutschlands bestes Team im Jahr 2010, war mit vier Kämpfern bei der „MMA Fight Night“ vertreten. Vor Cengiz Dana stiegen David Feldkamp, Mick Mokoyoko und Johannes Eckert in den Ring.

Feldkamp trat gegen den bulligen Bobby Iliev an. Der ungeschlagene Kölner bestimmte von Beginn an das Tempo des Kampfes. Er boxte sehr technisch mit geraden Schlägen, während Iliev es mit wilden Haken und Schwingern versuchte. Feldkamp ergänzte seine Schlagtechniken mit wirkungsvollen Lowkicks und Bodykicks. Er boxte Iliev über zwei Runden aus und ging anschließend mit einem verdienten einstimmigen Punktsieg nach Hause.

Mokoyoko hatte gegen den Litauer Mindaugas Baranauskas eine gute erste Runde mit drei schönen Takedowns. Baranauskas startete mit ein paar Schlägen und einem Flying Knee in die zweite Runde. Er brachte Mokoyoko zu Boden und attackierte aus der Half Guard mit Ground and Pound. Als er Mokoyoko mounten wollte, sweepte der ihn in die Guard. Von da aus erarbeitete sich Baranauskas einen Triangle Choke, in dem Mokoyoko aufgeben musste.

Eckert kehrte nach dreieinhalbjähriger Pause ins aktive Geschehen zurück. Luta Livre vs. Combat Sambo hieß es bei seinem Kampf gegen den debütierenden Vitali Kobahidze. Kobahidze ging aggressiv mit einer Schlagsalve nach vorne, woraufhin Eckert ihn auf die Matte beförderte. Kobahidze versuchte es mit einem Beinhebel, aber Eckert befreite sich. Zurück im Stand gab es wieder eine wilde Schlagsalve von Kobahidze, aber es ging erneut auf den Boden. Eckert verteidigte sich gegen einen Armhebel und verbrachte den Rest der Runde damit, Kobahidze mit Ground and Pound aus der Guard zuzusetzen.

In Runde zwei brachte Kobahidze Eckert zu Boden. Er setzte wieder zum Beinhebel an, aber Eckert ließ das nicht weiter zu. Eckert stand auf. Beide teilten Schläge aus, dann verlagerte Eckert das Geschehen wieder auf den Boden. Wie schon in der ersten Runde attackierte er Kobahidze von da an bis zum Ende der Runde mit Ground and Pound aus der Guard. Die drei Punktrichter werteten den Kampf anschließend einstimmig für Eckert.

Starkes Debüt von Valeri Becker

Ursprünglich hätte Valeri Becker einen Kampf im Combat Sambo bestreiten sollen, aber da sich sein Gegner verletzt hatte, gab der Dortmunder kurzerhand gegen Artur Waiz sein MMA-Debüt. Waiz legte gleich mit harten Lowkicks los. Er schwang wild mit den Fäusten um sich, traf aber nicht. Stattdessen schlug Becker ihn mit einem rechten Haken nieder. Er ließ Waiz wieder auf die Beine und der revanchierte sich mit einem Bodykick. Es kam zu einem offenen Schlagabtausch, den Becker mit einem Aufwärtshaken für sich entschied. Waiz ging KO zu Boden und der Kampf wurde abgebrochen.

Simon Eberlein, ein Teamkollege von Waiz, trat gegen den Thaiboxer Andrej Lichtenwald an. Eberlein misslang ein Takedown und blieb auf dem Rücken liegen. Lichtenwald trat gegen seine Beine und ließ ihn dann wieder aufstehen. Zurück im Stand feuerte Lichtenwald einen harten Lowkick an sein Knie ab. Eberlein ging davon zu Boden, woraufhin der Ringrichter den Kampf abbrach.

Combat Sambo


Bei der „MMA Fight Night“ standen auch drei Kämpfe im Combat Sambo auf dem Programm. Evgeni Lusch zwang den Polen Tomasz Przeiora mit einem Armhebel zur Aufgabe, nachdem er ihn zuvor schon am Boden dominiert hatte. Der Pole Jacek Matuszak besiegte Matthias Merkle in der zweiten Runde durch TKO. Baschir Saydulaev benötigte nur 38 Sekunden, um den Polen Julian Rynkowski durch TKO zu schlagen.

Vor dem Hauptkampf gab Saydulaev noch sein MMA-Debüt gegen Alexander Veredenikow, der bis zum Veranstaltungstag auch noch nichts von dieser Auseinandersetzung wusste. Nichtsdestotrotz entwickelte sich ihr Kampf zu einer äußerst unterhaltsamen Angelegenheit. Zwei Runden lang bekriegten sich die beiden mit Schwingern, Schlagsalven, Kniestößen aus dem Clinch, Takedowns und Aufgabegriffversuchen. Es war ein spannender Kampf ohne eindeutigen Sieger, der aber auch keinen Verlierer verdient hatte – ein gerechtes Unentschieden.

Alle Ergebnisse in der Übersicht:

Superior FC: MMA Fight Night
5. März 2011
Hessenhalle in Gießen

Andreas Kraniotakes bes. Arunas Vilius via KO nach 1:06 in Rd. 1
Baschir Saydulaev vs. Alexander Veredenikow endete Unentschieden
Cengiz Dana bes. Marius Mazulis via Guillotine Choke nach 1:32 in Rd. 1
Raymond Jarman bes. Sebastian Baron via TKO nach 3:12 in Rd. 1
Yoel Romero Palacio bes. Nikita Petrovs via Aufgabe nach 2:58 in Rd. 1
Benas Mikalauskas bes. Andreas Birgels via Straight Armbar nach 2:15 in Rd. 2

Combat Sambo
Baschir Saydulaev bes. Julian Rynkowski via TKO nach 0:38 in Rd. 1

Johannes Eckert bes. Vitali Kobahidze nach Punkten (einstimmig)
Mindaugas Baranaukas bes. Mick Mokoyoko via Triangle Choke nach 3:43 in Rd. 2
Valeri Becker bes. Artur Waiz via KO nach 2:59 in Rd. 1
David Feldkamp bes. Bobby Iliev nach Punkten (einstimmig)

Combat Sambo
Jacek Matuszak bes. Matthias Merkle via TKO nach 0:52 in Rd. 2

Andrej Lichtenwald bes. Simon Eberlein via TKO nach 0:56 in Rd. 1

Combat Sambo
Evgeni Lusch bes. Tomasz Przeiora via Armhebel nach 3:49 in Rd. 1