Ergebnisse

Klitschko verteidigt WBC-Gold in München

Dereck Chisora (r.) verliert nach starker Vorstellung nach Punkten. (Foto: klitschko.com)

Er sorgte für einen Eklat beim offiziellen Wiegen und kam mit einer halben Stunde Verspätung zum Ring, doch Psycho-Spielchen waren beileibe nicht alles, was WM-Herausforderer Dereck Chisora am Samstag zu bieten hatte. Während im Vorfeld bereits geunkt wurde, die schallende Ohrfeige vom Vortag sei der einzige Treffer, den er je in Vitali Klitschkos Gesicht landen könnte, präsentierte sich der Brite als durchaus ernstzunehmender Gegner - und verlor letztlich dennoch.

Chisora (15-3-0, 9 KO) hielt sein Versprechen und marschierte von Beginn an nach vorn, passierte die lange Führhand des Weltmeisters und landete am Mann weite Schwinger. Zwar musste er dabei auch immer wieder Klitschkos Rechte nehmen, konnte den schlagstarken Ukrainer aber die meiste Zeit über aus dessen Komfortzone zwingen.

Klitschko (44-2-0, 40 KO) benötigt die Distanz, um seine lasergenauen Jabs abfeuern, und seine Gegner für den kampfentscheidenden rechten Dampfhammer zurechtlegen zu können. Diese Distanz ließ „Del Boy“ ihm nicht, sondern bedrängte den 2,02 Meter-Riesen konstant, so dass der 40-jährige WBC-Champion oftmals nicht den nötigen Stand hatte, um seine gefährlichsten Waffen abfeuern zu können.

Vor dem Kampf wurden Wetten darauf abgeschlossen, wie lange der deutlich kleinere Engländer gegen Vitali Klitschko bestehen könne. Letztlich ging er die gesamten 12 Runden mit dem Weltmeister und bot „Dr. Eisenfaust“ den vermutlich schwersten Kampf, seit dessen Niederlage gegen Lennox Lewis, im Jahr 2003.

Das Punktgericht sah das aber leider nicht so und entschied mit 118-110, 118-110 und 119-111 überraschend deutlich für den alten und neuen Weltmeister Vitali Klitschko, dessen Sieg zwar verdient, in der Realität aber um einiges knapper ausgefallen war.

Nachdem nach der offiziellen Urteilsverkündung einige „Nettigkeiten“ im Ring ausgetauscht wurden, verkündeten beide Boxer, sie seien bereit für einen künftigen Rückkampf. Auf den kann man sich freuen, denn Dereck Chisora hat sich mit diesem Kampf – trotz der Niederlage – endgültig als internationales Spitzenschwergewicht etabliert.

Er hat es geschafft, dass trotz seiner Eskapaden vor allem eine sportliche Leistung in Erinnerung bleiben wird, mit der so im Vorfeld die Wenigsten gerechnet hatten. Wie viel davon Chisora, und wie viel einem diesmal vielleicht nicht ganz überzeugendem Vitali Klitschko zuzuschreiben ist, wird die Zukunft zeigen müssen.

Vitali Klitschko vs. Dereck Chisora
18. Februar 2012
Olympiahalle in München, Bayern

WBC Weltmeisterschaft im Schwergewicht
Vitali Klitschko bes. Dereck Chisora einstimmig nach Punkten (118-110, 118-110, 119-111)

Vorprogramm
Johnathon Banks bes. Nicolai Firtha einstimmig nach Punkten (120-108, 119-109, 119-109)
Stephen Smith bes. Arpad Vass via KO nach 2:44 in Rd. 1
Serhiy Fedchenko bes. Laszlo Fazekas einstimmig nach Punkten