Ergebnisse

Jones schlägt Evans nach Punkten

Die Ergebnisse von UFC 145: Jones vs. Evans.

Die Fehde ist vorüber. Am Sonntagmorgen besiegte UFC Halbschwergewichtschampion Jon Jones seinen Herausforderer und Erzfeind Rashad Evans in der Philips Arena in Atlanta, Georgia, einstimmig nach Punkten. Die Ergebnisse von UFC 145: Jones vs. Evans:

Die erste Runde wurde durch Abtasten der beiden früheren Trainingspartner bestimmt, Jones versuchte immer wieder, mit Headkicks landen, kurz vor Rundenende war es aber Evans, der mit dieser Technik durchkam und Jones offenbar gut damit durchrüttelte.

Die wichtigste Technik der zweiten Runde war zweifellos Jones linker Ellenbogenschlag, der immer und immer wieder traf und Evans heftig anklingelte. Der Champion bewahrte jedoch die Ruhe und setzte nicht nach, so dass Evans seine Fassung wiedergewinnen konnte.

Evans landete zwar auch in Runde drei immer wieder gute Hände, die deutlicheren Treffer kamen aber nach wie vor von Jones, vor allem der linke Ellenbogen erwies sich einmal mehr als nützliche Waffe. Evans schien zudem zusehends die Luft auszugehen.

Zumindest zeigte er in Runde vier kaum noch eigene Attacken, reagierte nur noch, statt zu agieren, und befand sich in einer Art Verteidigungshaltung. Das ist natürlich fatal gegen einen Gegner wie Jon Jones, der problemlos die komplette Runde kontrollierte.

Auch im fünften Durchgang kam nicht mehr viel von Evans. Jones wollte den Kampf dagegen um jeden Preis vorzeitig beenden und vollführte kurz vor Ende einen Takedown, doch Evans gelangte schnell wieder auf die Beine. Wenigen Sekunden vor Schluss sprang Jones noch einmal in die Guard, konnte aus der Unterlage jedoch nichts mehr erreichen – der Kampf war vorüber.

Die Punktrichter werteten anschließend mit 49-46, 49-46 und 50-45 für den alten und neuen Champion Jon Jones.

Rory MacDonald vs. Che Mills
Mills erwischte MacDonald zu Beginn des Kampfes mit einem guten Treffer, so dass dieser sofort den Single-Leg Takedown suchte. Am Boden deckte MacDonald den Briten mit akkuratem Ground and Pound ein und öffnete einen Cut. Der Kanadier bewegte sich von der Guard problemlos in die Sidemount, in eine Kruzifix-Position und schließlich in die Mount, von wo aus er sein Werk der Zerstörung fortsetzte.

Runde zwei wirkte wie ein schnelles Replay der ersten. MacDonald vollführte einen Single-Leg Takedown, sicherte sich mühelos die Mount und ließ Bomben herabregnen. Mills gab seinen Rücken frei und nahm weitere Treffer, bis Referee Mario Yamasaki nach 2:20 Minuten dazwischen ging.

Ben Rothwell vs. Brendan Schaub
Rothwell zwang Schaub schnell in den Thai-Clinch, wo er aber zwei knackige Aufwärtshaken nehmen musste. Im darauffolgenden Schlagabtausch landete Schaub einen eingedrehten Ellenbogen, der Rothwell schwer anklingelte. Schaub wollte nachsetzen, deckte Rothwell mit Schlägen ein, nahm dabei aber einen linken Konterhaken und ging zu Boden. Rothwell setzte nach, Schaub ging für einige Sekunden schlafen und der Kampf wurde nach 1:10 Minute abgewunken.

Michael McDonald vs. Miguel Torres
Torres besetzte von Beginn an die Mitte des Octagons, während McDonald immer wieder für kurze Schlagabtausche die Distanz überbrückte und dabei grundsätzlich die besseren Treffer landete. Dies wurde Torres zum Verhängnis, als McDonald ihn nach 3:18 Minuten mit einer Kombination aus Aufwärtshaken, Jab und einem weiteren Aufwärtshaken niederstreckte und mit Folgetreffern den Sack zumachte. Ein wichtiger Sieg für das junge und aufstrebende Bantamgewicht.

Mark Hominick vs. Eddie Yagin
Yagin kontrollierte den Beginn des Kampfes mit harten Lowkicks und knackigen Einzelschlägen. Hominick schien seinen Rhythmus nicht zu finden und musste nach einer harten Rechten Yagins zu Boden. Dort überstand er nur knapp das folgende Ground and Pound, gelangte aber schließlich wieder auf die Beine. Beim Versuch zu finishen, schien Yagin zu viel Energie verpulvert zu haben und machte nun weniger, während Hominick begann, sich zu erholen.

Runde zwei begann ausgeglichener als die vorhergehende, Hominick schien langsam in den Kampf gefunden zu haben, bis er erneut nach einer rechten Overhand Yagins auf die Bretter ging. Yagin folgte ihm auf den Boden, doch konnte wieder nicht finishen. Zurück im Stand nahm Hominick das Heft in die Hand und nahm Yagin mit technischem Striking auseinander.

Der dritte Durchgang wurde komplett von Hominick bestimmt, der dem sichtlich erschöpften Yagin durch gute Beinarbeit keine Treffer mehr ermöglichte, dafür aber selbst immer wieder traf. Das blutige Gesicht Yagins sprach Bände. Kurz vor Ende des Kampfes konnte Hominick den Filipino noch einmal gut anklingeln, aber nicht stoppen – dies wurde ihm zum Verhängnis, denn die Punktrichter entschieden mit zweimal 29-28 für Yagin, nur einer wertete mit 29-28 für den Kanadier.

John Alessio vs. Mark Bocek
Grappling-Spezialist Bocek suchte recht früh den Single-Leg Takedown, Alessio verteidigte, musste aber schließlich doch nach einem Feger zu Boden. Dort bearbeitete ihn Bocek mit effektivem Ground and Pound und sicherte sich kurz vor Rundenende den Rücken des hilflosen Alessio.

Im zweiten Durchgang spielte sich das Geschehen zunächst etwas länger im Stand ab, doch Alessio konnte nichts von Bedeutung landen und musste schließlich doch wieder auf den Boden. Dort bearbeitete ihn Bocek weiter mit Ground and Pound, bis Alessio auf die Füße zurückkam. Die Runde endete im Clinch.

Zu Beginn von Runde drei konnte Alessio eine knackige Linke landen, musste kurz darauf aber wieder zu Boden, wo sich Bocek sofort den Rücken sicherte. Ein Rear-Naked Choke gelang nicht, dafür schaffte es Alessio zurück auf die Füße. Viel gebracht hat ihm das aber nicht, da Bocek sofort wieder den Clinch erzwang und den Fight von dort aus kontrollierte. Zwar konnte Alessio gegen Ende noch einige gute Treffer landen, am Urteil von 30-27, 29-28 und 30-28 für Bocek änderte das aber nichts mehr.

Travis Browne vs. Chad Griggs
Browne hatte vor diesem Kampf angekündigt, ein Zeichen setzen zu wollen und hat genau das getan. Nach wenigen Sekunden erwischte er Griggs mit einem eingesprungenen Knie, feuerte ein weiteres aus dem Clinch hinterher und brachte ihn anschließend zu Boden. Dort erarbeitete er sich zügig die Mount und schnappte sich einen Arm-Triangle Choke, den Griggs ihm praktisch geschenkt hatte. Strikeforce-Veteran Griggs beendete sein UFC-Debüt damit nach 2:29 Minuten selbst durch Tapout.

Matt Brown vs. Stephen Thompson
Matt Brown wollte vom unorthodoxen Karate-Stil Thompsons nichts wissen und suchte schnell den Takedown. Zwar konnte er keine Wirkungstreffer landen, bevor Thompson wieder auf die Beine kam, brachte ihn aber schnell erneut zu Boden und wanderte immer wieder Richtung Rücken. Browns Fehler war es, eine Calf Crank-Submission zu versuchen, aus der Thompson entkommen und so kurzzeitig in die Oberlage gelangen konnte. Brown gelangte jedoch schnell wieder selbst in die Top-Position.

In Runde zwei sah alles nach einem Finish für Thompson aus, nachdem er Brown mit einem seiner unberechenbaren Faustschläge durchrütteln und mit einer Serie von Treffern nachsetzen konnte. Das Blatt wendete sich jedoch, als Brown mit einem harten Ellenbogenschlag konterte und Thompson zu Boden beförderte. Dort deckte er den Karateka mit Ground and Pound ein und öffnete einen Cut.

Runde drei verlief ähnlich, im Stand dominierte Thompson und landete erneut harte Treffer, nach einem Trip-Takedown übernahm jedoch wieder Brown das Kommando und erarbeitete sich erst die Kruzifix- und später die Mounted-Triangle-Position, aus der er Thompson mit Schlägen eindeckte bis der Kampf vorüber war. Die Punktrichter sprachen ihm anschließend mit 30-27, 29-27 und 30-27 einstimmig den Sieg zu.

John Makdessi vs. Anthony Njokuani
Makdessi vs. Njokuani mutete ein wenig wie ein Taekwondo-Duell an, denn beide Kämpfer bedienten sich in der ersten Runde fast ausschließlich ihrer Kicks, Njokuani hatte dabei die Nase vorn, nicht zuletzt wegen seinem enormen Reichweitenvorteil. Die bedeutendste Aktion war ein linker Konterhaken Njokuanis, der Makdessi ordentlich durchschüttelte.

In der zweiten Runde versuchte Makdessi immer wieder, die Distanz zu überbrücken, und Njokuani im Infight zu stellen, doch dessen Beinarbeit war zu gut, so dass der „Bulle“ immer wieder ins Leere lief. Njokuani lag mit zwei Runden vorn und Makdessis Trainer Firas Zahabi bemerkte in der Rundenpause treffend: „Du musst ihn ausknocken!“

Das gelang ihm allerdings nicht und so entschieden die Punktrichter nach drei Runden für den überlegenen Techniker Anthony Njokuani (30-27, 30-27, 30-27).

Mac Danzig vs. Efrain Escudero
Ein Duell zweier The Ultimate Fighter-Gewinner. Beide Kämpfer landeten ziemlich schnell im Clinch; nachdem der Kampf zu Boden ging, schnappte sich Escudero ein Bein von Danzig und ging zum Heelhook über, aus dem sich Danzig aber spektakulär befreien konnte, nur um sich sofort Escuderos Rücken zu sichern. Dies war aber auch schon die signifikanteste Aktion der Runde.

Auch Durchgang zwei spielte sich überwiegend im Clinch ab, wo Danzig besser aussah und mehr Schläge landen konnte. Der Heelhook aus Runde eins schien indes Spuren hinterlassen zu haben, Danzigs Fußgelenk war sichtlich angeschwollen.

Dennoch schien das seine Beweglichkeit in keiner Weise zu beeinflussen. Zwar spielte sich auch runde drei überwiegend im Clinch ab, doch auch hier war Danzig erneut fast ausschließlich die treibende Kraft, was ihm nach drei kompletten Runden den einstimmigen Punktsieg einbrachte (30-27, 30-27, 29-28).

Chris Clements vs. Keith Wisniewski
Wisniewski brachte den Kampf recht schnell zu Boden und attackierte dort mit Ground and Pound, bis Referee Fernando Yamasaki beide Kämpfer unverständlicherweise wieder aufstehen ließ. Dort sah der Grappler gegen Clements nicht mehr viel Sonne und musste nach einem Spinning-Back Kick zum Körper zu Boden. Clements folgte ihm und wäre fast in einen Triangle-Choke geraten, konnte aber stattdessen einige Treffer landen, bevor er Wisniewski aufstehen ließ.

Im zweiten Durchgang musste Wisniewski einige harte Treffer von Clements nehmen und zeigte dabei starke Nehmerfähigkeiten, bevor ihm gut eine Minute vor Rundenende erneut ein Takedown gelang und er einen Rear-Naked Choke versuchte, der jedoch nicht zum Tapout führte.

Runde drei spielte sich ausschließlich im Stand ab, dementsprechend schlecht sah Wisniewski in diesem Durchgang aus. Kurz vor Ende nahm er ein hartes Knie von Clements und ging zu Boden, wo Clements mit stehendem Ground and Pound aus der Guard nachsetzte. Die Punktrichter entschieden letztlich mit 29-28 und 30-27 für den Striker Clements, nur ein Punktrichter sah den Fight mit 29-28 bei Wisniewski.

Maximo Blanco vs. Marcus Brimage
Marcus Brimage eröffnete den Abend mit einem geteilten Punktsieg über Maximo Blanco. Dabei war der TUF-Veteran grundsätzlich der Aggressor, agierte aber dennoch bedacht , punktete mit Attacken und entfernte sich wieder von seinem Gegner. Zwar konnte auch Blanco immer wieder Treffer landen – vor allem ein eingesprungener Kick in Runde zwei hinterließ Eindruck bei den Punktrichtern – letztlich war das Schlagvolumen von Brimage aber deutlich höher, was ihm am Ende auch den Sieg eingebracht hat (28-29, 30-27, 29-28).

Die Ergebnisse des Abends im Überblick:

UFC 145: Jones vs. Evans
22. April 2012
Philips Arena in Atlanta, Georgia, USA

UFC Halbschwergewichtstitelkampf (UFC.tv)
Jon Jones (c) bes. Rashad Evans einstimmig nach Punkten (49-46, 49-46, 50-45)

Hauptprogramm (UFC.tv)
Rory MacDonald bes. Che Mills via TKO nach 2:20 in Rd. 2
Ben Rothwell bes. Brendan Schaub via KO nach 1:10 in Rd. 1
Michael McDonald bes. Miguel Torres via KO nach 3:18 in Rd. 1
Eddie Yagin  bes. Mark Hominick geteilt nach Punkten (29-28, 28-29, 29-28)
Mark Bocek  bes. John Alessio einstimmig nach Punkten (30-27, 29-28 und 30-28)

Vorprogramm (UFC.tv)
Travis Browne bes. Chad Griggs via Submission (Arm-Triangle Choke) nach 2:29 in Rd. 1
Matt Brown bes. Stephen Thompson einstimmig nach Punkten (30-27, 29-27, 30-27)
Anthony Njokuani bes. John Makdessi einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27, 30-27)
Mac Danzig bes. Efrain Escudero einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27 und 29-28)

Vorprogramm (Facebook)
Chris Clements bes. Keith Wisniewski geteilt nach Punkten (29-28, 30-27, 28-29)
Marcus Brimage  bes. Maximo Blanco geteilt nach Punkten (28-29, 30-27, 29-28)