Ergebnisse

Huck sichert sich den Rekord mit klarem Punktsieg.

Am späten Samstagabend sollte im Gerry Webber Stadion in Halle Geschichte geschrieben werden. Marco Huck hatte die Chance, den Rekord an erfolgreichen Titelverteidigungen von Johnny Nelson einzustellen. Marco Huck hielt was er versprach und sicherte sich seinen Eintrag in die Geschichtsbücher mit einem sicheren Punktsieg. Außerdem zeigten Sauerland Neuzugang Vincent Feigenbutz und der Olympiaboxer Enrico Kölling, dass Deutschland vor der Zukunft nicht bange sein muss.

Marco Huck galt lange als untrainierbarer Mann. Der ehemalige Kickboxer beeindruckte durch einen großen Willen und Schlagkraft, fiel aber dafür auf, dass er unsauber agierte und dabei nur wenig auf seinen Trainer hörte. Schon in seinen letzten beiden Duellen merkte man dem WBO-Weltmeister im Cruisergewicht aber an, dass er gewillt war die Aufforderungen seines Trainers anzunehmen.

Das Gefecht gegen Mirko Larghetti war ein Abbild des alten und neuen Marco Huck. Zu Anfang brillierte der Berliner mit einem taktisch disziplinierten Kampf, zur Mitte der Kampfdauer verfiel er in alte Muster und zum Ende übernahm er das Duell wie schon gegen Alexander Povetkin aufgrund seiner physischen Präsenz wieder. Ganz am Ende gelang dem über 30-Jährigen noch ein Niederschlag, der nicht mehr zum Kampfabbruch führte, aber ein Statement an kommende Gegner lieferte. Huck hat aus seinen Fehlern gelernt, er boxt sauberer und kontrollierter. Bei alldem sollte man nicht vergessen, dass der italienische Gegner zwar einen blütenweißen Kampfrekord hatte, aber bisher auf kein Weltklasseniveau getroffen ist. Den ersten Test bei den großen konnte er nicht bestehen. Am Ende verlor er einstimmig nach Punkten.

Vincent Feigenbutz, der Name hallt durch viele Räume, wenn man über kommende Weltmeister spricht. Der 18-Jährige ist wie ein Tornado über seine bisherigen Gegner hergefallen. Nur einmal musste der Karlsruher über die volle Distanz gehen. Am gestrigen Abend boxte er um den vakanten Titel der GBU und den Interimstitel der WBO-Intercontinental. Sein Gegner Slavisa Simeunovic konnte ihm dabei nur leidtun. Der deutlich erfahrenere Mann aus Bosnien Herzogowina konnte dem Deutschen nichts entgegenhalten und musste in Runde eins mehrfach zu Boden. Nach dem dritten Niederschlag hatte der Ringrichter ein Einsehen und beendete das ungleiche Duell. Im Interview nach dem Gefecht sprach der Shootingstar von einem Kampf mit dem ehemaligen Weltmeister Robert Stieglitz, den er gerne vor die Fäuste kriegen würde, aber auch seine Stallkollegen Tyron Zeuge und Arthur Abraham stehen auf der Jagdliste des Newcomers.

Weniger spektakulär, aber nicht minder erfolgreich absolvierte Enrico Kölling sein Aufeinandertreffen mit Guiseppe Brischetto. Der Berliner dominierte seinen Kontrahenten über den gesamten Kampf hinweg. In der sechsten und siebten Runde gelangen dem Kumpel von Tyron Zeuge zwei Niederschläge, die dem Italiener auch den letzten Kampfgeist nahmen. In der Pause zur achten Runde gab Brischetto auf. Für Kölling war es die erste Titelverteidigung seines WBA-Intercontinental Titels im Halbschwergewicht.

Eine glanzlosen Sieg feierte Denis Boytsov bei seiner langerwarteten Rückkehr, während die Hoffnungen von Leon Harth auf eine große Karriere einen Crash erlebten.

Die Übersicht der Ergebnisse:

Marco Huck vs. Mirko Larghetti
30. August 2014
Gerry Weber Stadion, Halle/Westfalen

WBO-Weltmeisterschaft im Cruisergewicht
Marco Huck bes. Mirko Larghetti einstimmig nach Punkten

(vakanter) Global Boxing Union Supermittelgewichtstitelkampf
Vincent Feigenbutz bes. Slavisa Simeunovic via T.K.o. in Rd. 1

WBA Inter-Continental Halbschwergewichtstitelkampf
Enrico Koelling bes. Giuseppe Brischetto nach Aufgabe in Rd. 7

Murat Gassiev bes. Leon Harth via T.K.o. in Rd. 4
Denis Boytsov bes. Timur Musafarov nach Punkten
Besar Nimani bes. Ferenc Albert via T.K.o. in Rd. 5
Otto Wallin bes. Maksym Pedyura via T.K.o. in Rd. 4
Marko Nikolic bes. Peter Hegyes nach Punkten