Ergebnisse

Gute Bilanz für deutsche Kämpfer

Zum zweiten Mal hat die UFC den Weg in die Bundesrepublik Deutschland gefunden und dieses Mal in der König-Pilsener-Arena in Oberhausen halt gemacht. Ganze vier Kämpfer aus Deutschland waren dieses Mal auf der Fightcard vertreten - wie sie sich geschlagen haben? Lest selbst:

Yushin Okami vs. Nate Marquardt
Okami begann mit einem starken Jab, der später den gesamten Kampf bestimmen sollte. Nach einem völlig missratenen Takedown Okamis, landete Marquardt in Oberlage, wurde jedoch kurz darauf gesweept. Okami gelang aus Marquardts Guard jedoch recht wenig, da der gut blockierte. Marquardt versuchte sich zu einem Kneebar durchzurollen, als Okami eine Lücke bot, doch der Japaner konnte entkommen. Zurück im Stand war es wieder Okami, der die besseren Treffer hatte.

In Runde zwei war es Marquardt, dem der Takedown gelang – doch auch am Boden machte er kaum etwas nennenswertes. Okami bestimmte sowohl am Boden, als auch im Stand den Kampf.

Deshalb versuchte er in Runde drei auch gar keine Takedowns mehr sondern bearbeitete Marquardt mit harten Jabs. Nach drei mäßigen Runden und jeder Menge Buhrufe des Hallenpublikums bekam Okami den Punktsieg und damit einen garantierten Titelkampf. Yushin Okami bes. Nate Marquardt einstimmig nach Punkten (29-28, 30-27, 30-27).

Dennis Siver vs. Andre Winner
Siver machte von Beginn an Druck und attackierte mit akkuraten Kombinationen. Winner sah vollkommen blass aus und landete außer einigen harten Lowkicks kaum einen Treffer. Siver versuchte dennoch einen Single-Leg, den konnte der Amerikaner jedoch verteidigen, also löste sich der Mannheimer und schickte ein paar Hände hinterher. Als Winner plötzlich begann, die Initiative zu ergreifen, erwischte der Mannheimer ihn mit einem krachenden linken Konterhaken und schickte ihn damit auf die Bretter. Als Winner auch nach einigen Folgeschlägen auf dem Boden noch immer nicht KO war, sicherte Siver sich den Rücken, klemmte sogar einen Arm seines Gegners mit den Beinen ein und beendete den Kampf mit einem Rear-Naked Choke. Anschließend ließ er sich von einer frenetisch jubelnden Halle feiern. Dennis Siver bes. Andre Winner via Rear-Naked Choke in Rd. 1.

Amir Sadollah vs. Peter Sobotta
Sobotta begann stark und hatte im Stand die klaren Treffer. Mit der Zeit fand Sadollah jedoch seine Distanz und begann selbst zu treffen, vor allem mit harten Lowkicks. Beide clinchten am Käfig, Sobotta versuchte seinen Gegner zu Boden zu bringen, doch Sadollah verteidigte gut.

In Runde zwei zeigte sich, dass die Takedownversuche eine Menge Energie gekostet hatten, denn Sobotta machte weniger als noch im ersten Durchgang. Dennoch trafen einige harte Hände, Sadollah brachten den Deutschen sicherheitshalber zu Boden. Sobotta verteidigte jedoch gut, so dass Sadollah ihn freiwillig wieder aufstehen ließ. Beide tauschten im Stand Schläge und Kicks, das Tempo bestimmte jedoch Sadollah. Ein Single-Leg-Versuch schien die ersehnte Wende zu bringen, doch Sadollah sprang direkt wieder auf.

In Runde drei war es wieder Sadollah, der den Kampf diktierte. Sobotta hielt trotzdem mit und landete noch einige schöne Treffer. Dennoch gab er den Kampf nach drei Runden nach Punkten ab. Amir Sadollah bes. Peter Sobotta einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27, 30-27).

Krzysztof Soszynski vs. Goran Reljic
Der Großteil der ersten Runde spielte sich im Stand ab, zu Anfang noch recht ausgeglichen.  Soszynski bekam jedoch mehr und mehr die Oberhand, so dass Reljic den Takedown suchte.  Soszynski konnte zunächst noch verteidigen, musste irgendwann aber doch auf die Matte. Dort machte Reljic aber überhaupt nichts, so dass Soszynski genug Zeit blieb, einen Kimura anzusetzen. Durchziehen konnte er ihn jedoch nicht.

In Runde zwei gelang Reljic recht früh ein erneuter Takedown, doch wieder machte er nichts daraus. Nachdem der Referee beide Kämpfer wieder aufstellte, begannen beide, am Käfig zu clinchen. Bis zum Ende der Runde passierte außer einigen Kniestößen zum Oberschenkel beider Kämpfer nicht mehr viel.

Im dritten Durchgang war es schließlich Soszynski, dem der Takedown gelang. Im Gegensatz zu Reljic war er am Boden sehr aktiv und setzte dem Kroaten mit hartem Ground and Pound zu. Dennoch ging der Fight über die volle Distanz von drei Runden. Krzysztof Soszynski bes. Goran Reljic einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27, 30-27).

Duane Ludwig vs. Nick Osipczak
Ludwig begann stark und erwischte Osipczak mit einem rechten Highkick. Der steckte ihn aber erstaunlich gut weg und clinchte, um sich zu erholen. In einem weiteren Schlagabtausch war es plötzlich Osipczak, der mit einem krachenden linken Haken traf und Ludwig zu Boden schickte. Er versuchte, sofort nachzusetzen, doch Ludwig rettete sich in die Pause, war am rechten Auge aber bereits gecuttet.

Die zweite Runde verlief zunächst etwas langsamer, da beide Fighter deutlich vorsichtiger geworden waren. Osipczak gelang schließlich ein Takedown, in Ludwigs Guard machte er jedoch zu wenig. Der Ref stellte beide Kämpfer auf, doch auch dort passierte nicht viel.

In der dritten Runde war es Ludwig, der zweimal den Takedown suchte. Osipczak verteidigte jedoch gut. Ab der Hälfte der Runde verweigerte er jedoch jegliche Kampfhandlung und ließ sich von Ludwig durch das Octagon jagen. Ein Finish gelang dem erfahrenen UFC-Veteranen aber dennoch nicht. Duane Ludwig bes. Nick Osipczak geteilt nach Punkten (28-29, 28-29, 29-28).

Vladimir Matyushenko vs. Alexandre Ferreira
Matyushenko verteidigte einen Takedownversuch Ferreiras sehr gut und brachte den Brasilianer seinerseits via Single-Leg zu Boden. Dort kontrollierte er den Grapplingspezialisten perfekt und deckte ihn mit harten Schlägen ein. Der Referee brach den Kampf daraufhin – vielleicht etwas verfrüht – ab. Vladimir Matyushenko bes. Alexandre Ferreira via TKO in Rd. 1.

Eine offizielle Meldung machte die Runde: Der Kampf zwischen Alessio Sakara und Jorge Riveira wird ausfallen, da Sakara an Grippe erkrankt ist. Duane Ludwig vs. Nick Osipczak wurde als Ersatz in die Hauptkämpfe verschoben.

Pascal Krauss vs. Mark Scanlon
Krauss kontrollierte im Stand mit langen Händen und harten Lowkicks. Scanlon hatte davon schnell genug und brachte den Deutschen per Double-Leg zu Boden. Dort versuchte er einen Guillotine Choke, doch Krauss verteidigte problemlos und konnte wieder aufstehen. Zurück im Stand musste Krauss einige harte Hände des Briten nehmen, suchte also den Clinch. Erneut brachte Scanlon ihn zu Boden, doch Krauss arbeitete sich in die Mount und attackierte mit Ground and Pound bis zum Ende der Runde.

Der zweite Durchgang begann wieder mit einem starken Scanlon im Stand, dessen rechter Haken mehrere Male einschlug. Dennoch suchte er den Takedown, wurde jedoch am Boden wieder von Krauss kontrolliert und mit Schlägen eingedeckt. Krauss versuchte einen Rear-Naked Choke, doch Scanlon verteidigte. Dem Briten gelang sogar ein Sweep, doch Krauss verteidigte problemlos und gewann auch diese Runde deutlich.

Ein ähnliches Spiel in Runde drei, dieses Mal versuchte jedoch Krauss zu shooten. Scanlon verteidigte und landete oben, doch sah am Boden erneut nicht viel Sonne. Krauss dominierte fast die gesamte Runde und richtete Scanlos Gesicht mit Schlägen und Ellenbogen aus der Sidemount gehörig zu. Nach drei Runden hieß der einstimmig Punktsieger somit Pascal Krauss. Der zweite Deutsche mit einem Sieg – und die Halle kochte erneut. Pascal Krauss bes. Mark Scanlon einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27, 30-27).

Kyle Noke vs. Rob Kimmons
Nachdem beide zu Beginn Bomben getauscht haben war es Kimmons, der den Takedown suchte. Er wurde jedoch gut von Noke verteidigt. Schließlich brachte Noke Kimmons per Wurf zu Boden und kontrollierte ihn dort die erste Hälfte der erste Runde. In einem unachtsamen Moment wurde er jedoch gesweept und von Kimmons aus der Sidemount kontrolliert. Noke konnte sich jedoch zu einem Toehold rollen, der saß jedoch nicht. Kurz vor Ende der Runde versuchte Kimmons seinerseits einen Toehold, doch auch der klappte nicht.

Zu Beginn der zweiten Runde schlug Kimmons erneut harte Hände. Noke kontrollierte ihn jedoch am Käfig, brachte ihn zu Boden und mountete ihn sofort. Nach etwas Ground and Pound gab Kimmons seien Rücken frei. Großer Fehler, denn Noke sicherte sofort den Rear-Naked Choke und der Kampf war vorbei. Kyle Noke bes. Rob Kimmons via Rear-Naked Choke in Rd. 2.

Seth Petruzelli vs. Karlos Vemola
Petruzelli versuchte den Kampf natürlich im Stand zu halten, fing sich aber recht schnell einen riesigen Double-Leg Takedown. Am Boden konnte er Vemola jedoch recht gut kontrollieren und sogar in einen Armbar zwingen, aus dem dieser nur knapp entkam. Zurück im Stand wiederholte sich das ganze noch einmal: Takedown von Vemola und Armbar von Petruzelli, doch wieder entkam Vemola. Nachdem der Fight ein drittes Mal am Boden endete, konnte Vemola seine Chance jedoch nutzen und Petruzelli mit hartem Ground and Pound zusetzen. Petruzelli war völlig überwältigt, so dass der Referee den Kampf beenden musste. Karlos Vemola bes. Seth Petruzelli via TKO in Rd. 1.

Carlos Eduardo Rocha vs. Kris McCray
Nachdem beide sich im Stand ein wenig abgetastet haben, brachte McCray den Brasilianer zu Boden. Rocha konnte sweepen, wurde jedoch seinerseits gesweept und musste einen Rear-Naked Choke verteidigen. Für den BJJ-Spezialisten jedoch kein Problem. Bekannt für seine Leglocks rollte Rocha sich zu eben diesem durch, der Kniehebel saß und McCray blieb nichts anderes übrig als zu tappen. Damit hat der erste Vertreter der in Deutschland lebenden Kämpfer einen Sieg eingefahren und die Halle kochte. Was für ein Opener! Carlos Eduardo Rocha bes. Kris McCray via Kneebar in Rd. 1.

UFC 122: Marquardt vs. Okami
13.November 2010
König Pilsener Arena, Oberhausen, Deutschland


Hauptkämpfe
Yushin Okami bes. Nate Marquardt einstimmig nach Punkten (29-28, 30-27, 30-27)
Jorge Rivera vs. Alessio Sakara - dieser Kampf ist ausgefallen
Dennis Siver bes. Andre Winner via Rear-Naked Choke in Rd. 1
Amir Sadollah bes. Peter Sobotta einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27, 30-27)
Krzysztof Soszynski bes. Goran Reljic einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27, 30-27)
Duane Ludwig bes. Nick Osipczak geteilt nach Punkten (28-29, 28-29, 29-28)

Vorkämpfe
Vladimir Matyushenko bes. Alexandre Ferreira via TKO in Rd. 1
Pascal Krauss bes. Mark Scanlon einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27, 30-27)
Kyle Noke bes. Rob Kimmons via Rear-Naked Choke in Rd. 2
Karlos Vemola bes. Seth Petruzelli via TKO in Rd. 1
Carlos Eduardo Rocha bes. Kris McCray via Kneebar in Rd. 1