Ergebnisse

Große Show bei den Amateuren

(Alle Fotos via: Valentino Kerkhof groundandpound.de/SportMMA)

Das Vorwort:
Von Markus Wiemann

Vor wenigen Stunden ging im Fightland Witten die erste „Respect.FC German Amateur Championships“-Veranstaltung zu Ende. Es wurden im Turniermodus in sechs verschiedenen Gewichtsklassen die ersten „Respect.FC German Amateur Champions“ gekrönt. Im ausverkauften Fightland Witten kam das Publikum voll auf seine Kosten, und Veranstalter Ben Helm brachte im GnP-TV-Interview den Grund dafür treffend auf den Punkt, als er sagte: „Die Kämpfer sind heute All-In gegangen!“

Es war aber nicht nur der beherzte Kampfstil der verschiedenen Amateurkämpfer, der das Publikum im Atem hielt, sondern auch die Leistungsdichte der Amateure war überraschend hoch und lässt optimistisch in die Zukunft blicken. „Respect.FC German Amateur Championships 2012“ war eine rundum gelungene, professionell organisierte Veranstaltung, die neue Maßstäbe unter den Newcomer-Veranstaltungen gesetzt hat.

Das Sportliche:
Von Ulrich Huppertz

„Fast Eddi“ im Schnelldurchlauf

Eduard Pobivanez vom Team Undisputed aus Minden hatte den perfekten Tag erwischt. In der stark besetzten 70kg-Klasse benötigte der gebürtige Kasache kombiniert nur dreieinhalb Minuten, um sich mit zwei Submissionsiegen fürs Finale zu qualifizieren. Dort traf er auf den blitzschnellen Stuttgarter Nicolas Djember, der beinahe zehn Minuten Kampf in den Knochen stecken hatte.

Pobivanez mit dem Sieg-bringenden Choke.

Der Finalkampf war eine Augenweide und sollte manchem „Profi“ zu denken geben, ob sein Status berechtigt ist. Mit hohem Tempo und sehenswerten Aktionen ging es hin und her, wobei Djember den Sack in Runde eins beinahe mit einer Guillotine zugemacht hätte. Im zweiten Durchgang erkämpfte „Fast Eddi“ aber am Boden die Oberhand und beendete das Duell mit einem Rear Naked Choke.

Eduard Pobivanez (m.) (Team Undisputed Minden)

„Hardcore“ mit Malochersieg

Sparta Essens Karl Höffkes war zu Beginn seiner Kämpfe in der 75kg-Klasse die mangelnde Erfahrung deutlich anzumerken. Mit unbarmherziger Kontrolle am Boden kämpfte er sich aber von der Nervosität frei und stand nach zwei knappen Punktsiegen im Finale. Dort traf er auf Lokalmatador Gurpreet Singh, der sich ebenfalls mit mit zwei knappen Punkturteilen durchgesetzt  hatte.

Schuster, bleib bei deinen Leisten. Karl Höffkes im Bodenkampf.

Singh zeigte schöne Schläge und Knieattacken, mit denen „Hardcore“ Höffkes selten zurecht kam und den schlaksigen „Karl Stahl“-Schüler daher zu Boden brachte und dort beharkte. Unnachgiebig wie ein Pitbull und frei von Nervosität kreuzte Höffkes somit zu einem frenetisch bejubelten einstimmigen Punktsieg und dem Amateurtitel.

Karl Höffkes (m.) (Sparta Essen)

Der Weg der „Blume“

Ismail Cetinkayas Schüler Jan Bluhm zeigte im Viertel- und Achtelfinale der 82kg-Klasse eine sehenswerte Mischung aus starker Athletik, gutem Boxen und explosivem Grappling. Sein Finalgegner Alexander Schwarz hatte sich hingegen glücklich, aber nicht unverdient, fürs Finale qualifiziert, nachdem er erst 30 Sekunden vor Schluss mit einer Triangle den Kampfverlauf auf den Kopf gestellt hatte.

Jan Bluhm (l.) im hart umkämpften Finale.

Schwarz spielte im Finalkampf seine leichten Vorteile im Bodenkampf aus, konnte sich aber nie entscheidend durchsetzen und musste im Standkampf speziell in Runde zwei mehrere peitschenartige Lowkicks von Bluhm einstecken. Die Punktrichter werteten den Kampf 2-1 für Bluhm, der den Titel mit nach Hamburg nahm.

Jan Bluhm (m.) (Team Ismail)

Das Knock-out-Comeback

Nachdem er sich im Halbfinale des 90kg-Turniers dem bärenstarken Grappler Sascha Massafra geschlagen geben musste, packte der Kölner Al Mahdadi El Khadir seine Koffer und befand sich schon auf der Autobahn, als ihn die Nachricht erreichte, dass Massafra verletzungsbedingt nicht das Finale kämpfen konnte. El Khadir ergriff die zweite Chance beim Schopf.

El Khadir mit dem Wahnsinns-K.o.

Das „Clube de Leao“-Mitglied kämpfte befreit auf und lieferte sich eine offene Schlacht mit Thomas Heber, der alles in die Waagschale warf. Nach neunzig Sekunden sorgte El Khadir mit einem brachialen rechten Schwinger für den Sensations-Knock-out des Abends und krönte einen Tag, den er eigentlich schon abgeschrieben hatte.

Al Mahdadi El Khadir (m.) (Clube de Leao)

„Arni“ holt sich den Titel

Arnold Schmidt vom X-Fight Germany qualifizierte sich mit einem souveränen Submissionsieg für den Finalkampf in der 100kg-Klasse. Dort ging es gegen Takedownmaschine Timo Lierow, dem es gelang, trotz eines Punktabzugs seinen Halbfinalkampf dennoch um Haaresbreite zu gewinnen.

Arnold Schmidt mit dem finalen Heel Hook.

Lierows erneuter Takedown zu Beginn des Kampfes überraschte nicht wirklich – weder die Zuschauer, noch Schmidt. Dieser war gewappnet und attackierte mit Submissions, wobei sich erst ein Heel Hook als finaler Streich herausstellte.

Arnold Schmidt (m.) (X-Fight Germany)

Die Urgewalt aus Paderborn

Martin Pierscinski von den Paderborn Wombats machte am gestrigen Abend dem Ruf des Schwergewichts als Königsklasse des Kampfsports alle Ehre. Schon im Halbfinale der offenen Gewichtsklasse ließ er die Fetzen fliegen und knockte seinen Gegner mit einem Kniestoß aus.

Pierscinski (r.) im Vollgas-Modus.

Im Finale stand ihm mit Marco Weber ein Kontrahent gegenüber, der wie Pierscinski Gefallen am gepflegten offenen Schlagabtausch hatte. Zur Freude der Fans droschen die Kolosse aufeinander ein, wobei der Paderborner schnell die Oberhand errang und Weber nach achtzig Sekunden mit einem Leberhaken auf die Bretter schickte.

Martin Pierscinski (2.v.l.) (Paderborn Wombats)

Respect.FC Amateur German Championship 2012
8. Dezember 2012
Fightland Witten

-70kg-Turnier Ersatzkämpfe

Halbfinale
Mowladi Bersanov bes. Philipp Otte nach Punkten (3-0) nach 1x5 min.
Musa Deniz bes. Marco Lafranco nach Punkten (3-0) nach 1x5 min.

Finale
Musa Deniz bes. Mowladi Bersanov nach Punkten (3-0) nach 1x5 min.

-70kg-Turnier

Viertelfinale
Damian Pikula bes. Luca di Loreto nach Punkten (3-0) nach 1x5 min.
Eduard Pobivanez bes. Khalid Taha via Rear Naked Choke nach 1:13 in Runde 1
Tobias Thiago Huber bes. Luca Jatzek nach Punkten (3-0) nach 1x5 min.
Nicolas Djember bes. Dominik Henneberger via reverse Triangle Choke nach 4:36 in Runde 1

Halbfinale
Eduard Pobivanez bes. Damian Pikula via Leg Lock nach 2:23 in Runde 1
Nicolas Djember bes. Tobias Thiago Huber nach Punkten (2-1) nach 1x5 min.

Finale
Eduard Pobivanez bes. Nicolas Djember via Rear Naked Choke nach 2:22 in Runde 2

-75kg-Turnier Ersatzkampf

Fatih Aydin bes. Tolga Özgün via Rear Naked Choke nach 0:52 in Runde 1

-75kg-Turnier

Viertelfinale
Karo Babaian bes. Michael Wöhlke via Rear Naked Choke nach 1:36 in Runde 1
Karl Höffkes bes. Jermaine Scott nach Punkten (3-0) nach 1x5 min.
Gurpreet Singh bes. Sven Goos nach Punkten (3-0) nach 1x5 min.
Fabian Schnier bes. Tobias Will via Rear Naked Choke nach 0:46 in Runde 1

Halbfinale
Karl Höffkes bes. Karo Babaian nach Punkten (2-1) nach 1x5 min.
Gurpreet Singh bes. Fabian Schnier nach Punkten (2-1) nach 1x5 min.

Finale
Karl Höffkes bes. Gurpreet Singh nach Punkten (3-0) nach 3x3 min.

-82kg-Turnier

Viertelfinale
Jan Bluhm bes. Philipp Brinkmann nach Punkten (3-0) nach 1x5 min.
Antonio Müller bes. Fabian Hindenberg nach Punkten (3-0) nach 1x5 min.
Malte Grosse bes. Zaur Alibutaev nach Punkten (3-0) nach 1x5 min.
Alexander Schwarz bes. Oliver Munoz Gutierrez nach Punkten (3-0) nach 1x5 min.

Halbfinale
Jan Bluhm bes. Antonio Müller via Rear Naked Choke nach 4:15 in Runde 1
Alexander Schwarz bes. Malte Grosse via Triangle Choke nach 4:24 in Runde 1

Finale
Jan Bluhm bes. Alexander Schwarz nach Punkten (2-1) nach 3x3 min.

-90kg-Turnier

Viertelfinale
Sascha Massafra bes. Christian Skorzik nach Punkten (3-0) nach 1x5 min.

Halbfinale
Thomas Heber bes. Lukas Georg Horzela via Rear Naked Choke nach 2:11 in Runde 1
Sascha Massafra bes. Al Mahdadi El Khadir nach Punkten (3-0) nach 1x5 min.

Finale
Al Mahdadi El Khadir bes. Thomas Heber via K.o. (Schlag) nach 1:32 in Runde 1

-100kg-Turnier

Halbfinale
Arnold Schmidt bes. Kevin Juruc via Triangle Choke nach 2:54 in Runde 1
Timo Lierow bes. Frank Moczko nach Punkten (2-1) nach 1x5 min.

Finale
Arnold Schmidt bes. Timo Lierow via Heel Hook nach 1:44 in Runde 1

+100kg-Turnier

Halbfinale
Martin Pierscinski bes. Albert Fetsch via K.o. (Knie) nach 3:23 in Runde 1

Finale
Martin Pierscinski bes. Marco Weber via K.o. (Leberhaken) nach 1:24 in Runde 1