Ergebnisse

Griffin gelingt Revanche gegen Ortiz

Forrest Griffin (r.) kann doch noch siegen.

Klarheit sollte der Rückkampf zwischen Forrest Griffin und Tito Ortiz bei UFC 106 verschaffen. Klarheit über die Verfassung zweier Halbschwergewichte, die bis zum gestrigen Abend zwei- bzw. dreimal hintereinander nicht im Octagon gewonnen hatten. Und Klarheit, wer denn tatsächlich der Bessere von den Beiden sei, denn nach ihrem ersten Kampf war man sich darüber nicht so sicher. Doch nach den drei hart umkämpften Runden, die sich Griffin und Ortiz am 21. November im Mandalay Bay Events Center in Las Vegas, Nevada lieferten, waren die Fans vor Ort und zuhause an den Bildschirmen so klug als wie zuvor.

Ortiz zeigte, dass er trotz seiner langen Pause von eineinhalb Jahren noch immer mit einem der besseren Halbschwergewichte mithalten kann – aber nicht mehr und nicht weniger. In den ersten beiden Runden gelangen ihm ein paar Takedowns, nach denen er Griffin einer unangenehmen Ground & Pound-Behandlung unterzog. Seine Ellenbogen öffneten im zweiten Durchgang einen stark blutenden Cut, aber Griffin ließ sich davon nicht in seiner Offensive stören.

Wie in ihrem ersten Kampf, der im April 2006 bei UFC 59 stattfand, dominierte Griffin das Geschehen im Stand mit gepfefferten Schlagkombinationen und dieses Mal zusätzlich mit Kicks zum Kopf und den Beinen. In der dritten Runde war Ortiz so erschöpft, dass Griffin ihm nach Belieben einschenken konnte. Für einen vorzeitigen Sieg des „TUF 1“-Gewinners hat es jedoch nicht mehr gereicht.

Ihr erstes Duell endete mit einem geteilten Punktrichterentscheid für Ortiz, beim Rückkampf bekam Griffin den Sieg zugesprochen – ebenfalls nur von zwei Punktrichtern. Mit diesem Erfolg konnte er sich zumindest ein bisschen für die Blamage, die er vor wenigen Wochen zu Händen von Anderson Silva erlitt, rehabilitieren.

Josh Koscheck beendete den Höhenflug des vielfach umjubelten KO-Schlägers Anthony Johnson mit einem Rear Naked Choke. Ihr Kampf verlief aufgrund zweier Unterbrechungen etwas schleppend. In der ersten Runde fiel Johnson mit einem unerlaubten Kniestoß ins Gesicht des noch knienden Koscheck negativ auf, in der zweiten Runde „revanchierte“ sich der – unabsichtlich – mit einem Fingerstich in Johnsons Auge.

Koscheck und Johnson waren sich im Stand ebenbürtig und landeten im Verlauf des Kampfes gute Treffer. Im zweiten Durchgang entschied sich Koscheck dazu, es einmal mit dem Bodenkampf zu versuchen. Er zerrte Johnson auf die Matte und deckte ihn mit Ground & Pound ein. Johnson offenbarte seine Schwächen im Grappling und wurde nach weiteren Schlägen von Koscheck mit dem Rear Naked Choke zur Aufgabe gezwungen. Nach seinem Sieg beschwerte sich der „TUF 1“-Veteran, dass Dan Hardy den Titelkampf gegen Georges St. Pierre nicht verdient hätte und forderte den Engländer heraus.

Paulo Thiago bereitete dem bis dato unbesiegten Jacob Volkmann einen unschönen Empfang in der UFC. Am Ende der ersten Runde wurde Volkmann, der im Stand kaum Land sah, von Thiago niedergeschlagen, aber die Ringglocke rettete ihn vor weiterem Schaden. Anstatt weiter im Stand zu kämpfen, suchte Thiago ständig den Bodenkampf. Er dominierte die Positionen, aber Volkmann hielt stark dagegen. In der dritten Runde wurde es für Thiago kurzzeitig gefährlich, als Volkmann aus der Unterlage einen Anaconda Choke ansetzte, was gleichzeitig auch seine größte Offensivaktion in diesem Kampf war. Doch „Christmas“ hatte nicht mehr die Kraft, den Würgegriff ganz durchzuziehen. Nach 15 Minuten sprachen die Punktrichter Thiago einstimmig den Sieg zu.

Antonio Rogério Nogueira statuierte in seinem UFC-Debüt gleich ein Exempel an seinem brasilianischen Landsmann Luiz Cane. „Little Nog“, der Zwillingsbruder vom Schwergewicht Minotauro Nogueira, klingelte Cane im Stand zweimal an, ehe er ihn mit einem linken Haken auf die Bretter schickte, woraufhin der Ringrichter einschritt. Ein großartiger Sieg von Nogueira!

Phil Baroni, der nach vier Jahren in anderen Organisationen wieder in die UFC zurückkehrte, wurde von Amir Sadollah drei Runden lang fachmännisch im Stand vorgeführt. Er diente dem „TUF 7“-Gewinner ab der zweiten Runde nur noch als Trainingsdummy. Der Kampf wirkte wie Pratzentraining, nur dass Sadollah keine Pratzen, sondern Baronis Körper als Zielobjekt benutzte. Baroni bewies Bushido und gab zu keinem Zeitpunkt klein bei. Der einstimmige Punktsieg ging aber verdient und in aller Deutlichkeit an Sadollah.

Ben Saunders gelang in den Vorkämpfen ein Kunststück, das vor ihm noch niemand geschafft hatte – weder im MMA-Sport noch im Profiboxen: Er schlug Marcus Davis KO! Ein wuchtiger Kniestoß aus dem Thaiclinch war Davis’ Ticket nach Knockouthausen. Kendall Grove bewies unterdessen, dass man ihn noch nicht völlig abschreiben sollte, indem er den ungestümen Jake Rosholt mit einem astreinen Triangle Choke zur Aufgabe brachte.

Brian Foster fuhr einen fantastischer Sieg gegen den zähen Brock Larson ein, als er ihn in Runde zwei zur Aufgabe prügelte. Fabricio Camoes wurde bei seinem Debüt gegen Caol Uno von einem Punktabzug wegen einer unerlaubten Aktion um den Sieg gebracht – ihr Kampf endete nur Unentschieden. George Sotiropoulos sicherte sich gegen Jason Dent in der zweiten Runde mit einem Armhebel den vierten Sieg im vierten UFC-Kampf.

UFC 106 – Ortiz vs. Griffin 2
21. November 2009
Mandalay Bay Events Center in Las Vegas, Nevada, USA


Forrest Griffin bes. Tito Ortiz nach Punkten (geteilt)
Josh Koscheck bes. Anthony Johnson via Rear Naked Choke nach 4:47 in Rd. 2
Paulo Thiago bes. Jacob Volkmann nach Punkten (einstimmig)
Antonio Rogério Nogueira bes. Luiz Cane via TKO nach 1:56 in Rd. 1
Amir Sadollah bes. Phil Baroni nach Punkten (einstimmig)

Ben Saunders bes. Marcus Davis via KO nach 3:24 in Rd. 1
Kendall Grove bes. Jake Rosholt via Triangle Choke nach 3:59 in Rd. 1
Brian Foster bes. Brock Larson via Aufgabe nach 3:25 in Rd. 2
Fabricio Camoes vs. Caol Uno endete Unentschieden
George Sotiropoulos bes. Jason Dent via Armhebel nach 4:36 in Rd. 2